Focus STFords GTI-Alternative

Auch vom neuen Focus, seit Anfang 2011 auf dem Markt, bietet Ford jetzt die Sportvariante an. Der Motor ist kleiner als im Vorgänger, hält aber mit der Konkurrenz mit. von Jürgen Wolff

Ford Focus ST

Ford Focus ST  |  © Hersteller

Mehr als ein Jahr hat sich Ford Zeit gelassen, in der überarbeiteten Focus-Baureihe einen ST nachzuschieben, also die Sportvariante des Golf-Konkurrenten. Schon in der Vorgängerversion hat Ford mit dem Focus ST jene Lügen gestraft, die einen frontgetriebenen Sportwagen mit mehr 200 PS für unlenkbaren Unsinn hielten. Mit einer ausgeklügelten Konstruktion der Vorderachsen hatten die Ingenieure die Lenkeinflüsse des starken Motors fast komplett neutralisiert.

Bei der Neuauflage, die mit 184 kW (250 PS) genau 25 PS mehr Leistung an die Vorderräder leitet, ist das nicht ganz so gut gelungen: Wer etwa beim Überholen schon während des Ausscherens stark beschleunigt, muss kräftig an der Lenkung arbeiten, die bei so viel Kraft vor allem eines will: geradeaus. Wer sich aber auf den Eigensinn der Lenkung einstellt, der wird seine Freude auch mit dem neuen ST haben – jetzt auch in einer Kombi-Version, bei Ford Turnier genannt.

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Der alte Fünfzylinder-Motor mit 2,5 Litern Hubraum, der noch von der mittlerweile verkauften Konzernmarke Volvo stammte, wich einem Zweiliter-Vierzylinder aus dem Hause Ford. Das Triebwerk ist komplett aus Aluminium, und dank eines früh ansprechenden Turboladers, variabel steuerbarer Ventile und einer Hochdruck-Benzindirekteinspritzung erreichten die Ingenieure satte Leistungswerte. So schafft der Motor ein Drehmoment von 360 Nm.

Fahrten für Schaltfaule

Als Höchsttempo gibt Ford 248 km/h an. Ein eher willkürlicher Wert, denn die Ingenieure selbst sind der Meinung, dass noch mehr drin gewesen wäre, wenn die Marketingstrategen sie nur gelassen hätten. Den Spurt aus dem Stand auf 100 km/h legt der Focus ST in 6,5 Sekunden zurück. Der Opel Astra OPC mit 280 PS braucht dafür eine halbe Sekunde weniger, ebenso der VW Scirocco R (265 PS). Beide sind dafür aber auch knapp 5.000 Euro teurer als der Ford Focus ST, der mit einem Basispreis von 27.950 Euro in der Liste steht.

Der ST macht dem Fahrer viel Freude, ob beim flotten Wochenendausflug über kurvige Landstraßen oder beim täglichen Weg durch die Stadt und über die Autobahn. Denn der Wagen lässt sich ebenso sportlich wie entspannt fahren. Sportlich, wenn man die Gänge ausreizt, das Gaspedal durchtritt und es genießt, beim Spurt in die erstklassigen Sportsitze gepresst zu werden. Entspannt, wenn man schaltfaul unterwegs sein und bei Überlandfahrten mal eine halbe Stunde lang die manuelle Sechsgangschaltung in Ruhe lassen will.

Dabei arbeitet die Schaltung mit kurzen Wegen und sportlich knackig. Der sechste Gang ist als Schongang ausgelegt, mit einer langen, die Drehzahl senkenden Abstimmung. Im Umkehrschluss heißt das: Wer bei entsprechendem Tempo beschleunigen will, schaltet besser in den fünften Gang zurück, weil es sonst arg zäh wird.

Leserkommentare
  1. Die Servoeinheit muss unterstützen, damit einem der Antrieb nicht das Lenkrad aus den Händen zieht.

    Anstatt eines Differenzialgetriebes wird das innere Rad in Kurven gebremt.

    Eine spezielle Vorrichtung leitet Geräusche des Motors in den Innenraum.

    Und das soll ein Sportwagen sein? Ingenieurskunst? Es ist doch verrückt, in wie weit geschummelt und getrickst werden muss, damit wir - Generation Degeneration! - in die Lage versetzt werden zu glauben, Lenker eines Sportwagens zu sein. Was wir aus zweierlei Gründen nicht sind:

    Wir sind weder der tatsächliche Lenker, noch machen 250 PS aus einem schweren Elektronikkasten einen Sportwagen.

    Eine furchbar alberne Kiste für gerade Strecken.

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    ...der mittige Pups-Auspuff und die alberne penisförmige Rückleuchte (Freud lässt grüßen).

    • 2eco
    • 26. Juli 2012 10:06 Uhr

    "Die Servoeinheit muss unterstützen, damit einem der Antrieb nicht das Lenkrad aus den Händen zieht."

    Das ist nun einmal der bauartbedingte Nachteil eines Fronttrieblers. Der Reifen hat ein gewisses Gripniveau, welches in Längs- oder Querdynamik umgesetzt werden kann. Zuviel von beidem führt zum Untersteuern. Wenn Ford dies unterbinden kann ist das doch perfekt oder dürfen nur Hecktriebler mehr als 200 PS haben?

    "Anstatt eines Differenzialgetriebes wird das innere Rad in Kurven gebremt."
    Ich verstehe diese Aussage nicht. Jedes Fahrzeug hat ein Differenzial. Ohne eine Differenzialsperre können sich beide Räder unterschiedlich schnell drehen und genau das wird für das Torque Vectoring benötigt. Also hat der Wagen ein Differenzial ohne Sperre und unterstützt das Torque Vectoring. Eine Differenzialsperre wäre hier eher von Nachteil.
    Das TV ist meiner Meinung nach eine sehr intelligente Möchglichkeit um die Agilität zu verbessern.

    "Eine spezielle Vorrichtung leitet Geräusche des Motors in den Innenraum."
    Das ist doch perfekt! Dann gibt es weniger Leute die sich einen Krawallauspuff unter den Wagen schrauben. Dann hat diese Lärmbelästigung ein Ende.

    Dagegen geht Audi einen ganz anderen Weg. Hier wird nicht der Innenraum stärker beschallt sondern man integriert einen Soundgenerator im Auspuff um einem kleinen 4 Zylinder Turbo-Dieselchen aus dem Passat, wie einen 6 Zylinder Benziner klingen zu lassen. Das muss man sich mal vorstellen...so ein Schwachsinn!

  2. ...der mittige Pups-Auspuff und die alberne penisförmige Rückleuchte (Freud lässt grüßen).

    Antwort auf "Das ist doch verrückt"
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    "Die Tendenz zum Untersteuern haben die Techniker kompensiert, indem die Elektronik in schnell angegangenen Kurven gezielt das kurveninnere Rad abbremst."

    Da wissen wir doch alle schon, was für ein spasstötendes Holpern und Quietschen einen bei sportlichem Fahren erwartet...man ist mal wieder zu Feige einen sportlichen Sportwagen zu bauen. Kenne das Vergnügen vom Leon:
    1 Km/h zu schnell in die Kurve -> Traktionskontrolle nimmt vorne schneller Kraft weg, als man das mit dem Fuss könnte -> Drehmomment bricht weg
    -> der Wagen legt Gewicht nach vorne, das Heck kommt leicht im Ansatz in Bewegung, weil es in der Luft hängt
    -> Ein sportlicherer Fahrer dreht das Lenkrad richtung gerade, dass der Fronttriebler sich gerade zieht
    -> ESP greift ein und lenkt damit in dem Augenblick doppelt gegen
    -> man muss erneut das Steuer rumreissen, dass man nicht vom ESP aus der Bahn geworfen wird
    ...und mit einem gegen Null gebremsten Wagen kommen sie schlingernd, mit dem Quietschen im Ohr und Schweiß auf der Stirn am anderen Ende aus der Kurve und gestehen sich ein, dass es kein Sportwagen sein kann...

    Der obige Satz klingt irgendwie genau danach (und beim Leon konnte man das mit abschalten der TC wenigstens noch halbwegs umgehen!
    Man nimmt einen Einkaufskombi, packt einen großen Motor und harte Federn rein und dann sagt man dem Computer mach nen Sportwagen draus... für mich kein überzeugendes Konzept!

    • xpeten
    • 26. Juli 2012 11:20 Uhr

    ist da Freud aber auch nicht ganz außen vor.

  3. oh gosh wer braucht so eine Kiste, entweder Sport oder Familienkutsche, das auch noch als Kombi. Alles drei unter einem Hut ist nicht gut. Blöd aber wahr. Ich habe noch ein Golf 1 Erdbeer Körbchen, neu aufgebaut, neue Bremsen(Porsche) Motor aus dem Scirokkoko ?!* ja genau Motor, das ist für mich Fun, kein richtiger Sportwagen aber Spass macht das, dur Wales zu fahren damit. Auch England hat Sommer. Ein Freund von mir macht sowas........ ABS ja Radio mit Ipod, Sound Bose aber sonst, kein Sitz der rüttelt oder ander Denk Stützen. Die Ford Familien Kutsche ist wie ein Soft Eis das nicht schmilzt.......

    • 2eco
    • 26. Juli 2012 10:06 Uhr

    "Die Servoeinheit muss unterstützen, damit einem der Antrieb nicht das Lenkrad aus den Händen zieht."

    Das ist nun einmal der bauartbedingte Nachteil eines Fronttrieblers. Der Reifen hat ein gewisses Gripniveau, welches in Längs- oder Querdynamik umgesetzt werden kann. Zuviel von beidem führt zum Untersteuern. Wenn Ford dies unterbinden kann ist das doch perfekt oder dürfen nur Hecktriebler mehr als 200 PS haben?

    "Anstatt eines Differenzialgetriebes wird das innere Rad in Kurven gebremt."
    Ich verstehe diese Aussage nicht. Jedes Fahrzeug hat ein Differenzial. Ohne eine Differenzialsperre können sich beide Räder unterschiedlich schnell drehen und genau das wird für das Torque Vectoring benötigt. Also hat der Wagen ein Differenzial ohne Sperre und unterstützt das Torque Vectoring. Eine Differenzialsperre wäre hier eher von Nachteil.
    Das TV ist meiner Meinung nach eine sehr intelligente Möchglichkeit um die Agilität zu verbessern.

    "Eine spezielle Vorrichtung leitet Geräusche des Motors in den Innenraum."
    Das ist doch perfekt! Dann gibt es weniger Leute die sich einen Krawallauspuff unter den Wagen schrauben. Dann hat diese Lärmbelästigung ein Ende.

    Dagegen geht Audi einen ganz anderen Weg. Hier wird nicht der Innenraum stärker beschallt sondern man integriert einen Soundgenerator im Auspuff um einem kleinen 4 Zylinder Turbo-Dieselchen aus dem Passat, wie einen 6 Zylinder Benziner klingen zu lassen. Das muss man sich mal vorstellen...so ein Schwachsinn!

    Antwort auf "Das ist doch verrückt"
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    Zitat: "Eine spezielle Vorrichtung leitet Geräusche des Motors in den Innenraum.
    Das ist doch perfekt! Dann gibt es weniger Leute die sich einen Krawallauspuff unter den Wagen schrauben. Dann hat diese Lärmbelästigung ein Ende."

    Gegen die Mopedverstaerker - sorry - ich meinte natuerlich Mopedschalldaempfer kommt lautstaerketechnisch kein 4 raedriges Vehikel ran...

    Zitat: "Dagegen geht Audi einen ganz anderen Weg. Hier wird nicht der Innenraum stärker beschallt sondern man integriert einen Soundgenerator im Auspuff um einem kleinen 4 Zylinder Turbo-Dieselchen aus dem Passat, wie einen 6 Zylinder Benziner klingen zu lassen. Das muss man sich mal vorstellen...so ein Schwachsinn!"

    Also Audi & Passat passen ebenso nicht wirklich zusammen...

    • TDU
    • 26. Juli 2012 10:11 Uhr

    Der VW Corrado hatte Werte wie der Porsche 924 aber : "Frauenauto". Kurvenfahren, vom Frontantrieb reingezogen, sind ein feine Sache und ein Auto, das den Cruiser mit starkem Drehmoment bedient und wenn gewünscht auch Drehzahlfreude aufkommen lässt, ist doch nicht schlecht.

  4. nicht GTi

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    Nur bei BMW waere das "i" kleingeschrieben -> "CSi"

  5. so eine Motorisierung via Kardanwelle auf die Hinterachse oder gleich auf alle vier Raeder verteilen. Alles andere ist, gelinde gesagt, suboptimal.

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    • 2eco
    • 26. Juli 2012 11:10 Uhr

    "7. Also entweder...

    so eine Motorisierung via Kardanwelle auf die Hinterachse oder gleich auf alle vier Raeder verteilen. Alles andere ist, gelinde gesagt, suboptimal."

    Ford hat das ganze aber gut im Griff. Sie haben beim Ford Focus RS auch 350 PS über die Vorderachse auf die Straße gebracht und das Resultat war sehr gut. Mit dem Konzept haben sie auf dem kleinen Kurs von Hockenheim eine Zeit von 1:15 erreicht was auch dem Niveau einer Corvette oder eines Ferrari F360 ist.

    Allradantrieb macht den Wagen nur fett und teuer. Soweit ich informiert bin ist die Allradlösung vom Golf R auch eher eine halbgare Lösung.

  6. Nur bei BMW waere das "i" kleingeschrieben -> "CSi"

    Antwort auf "GTI und"

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  • Schlagworte Ford | Volvo | Focus | Motor
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