GewichtsreduktionPorsche nimmt's leicht

Ein neuer Materialmix mit verstärktem Aluminium-Einsatz senkt das Gewicht des neuen Porsche 911. Allerdings erschwert das die Fertigung der Karosserie. von Jürgen Wolff

Fertigung der Karosserie bei Porsche

Fertigung der Karosserie bei Porsche  |  © press-inform

Seit 20 Jahren ging es mit den Kilos immer konstant nach oben: 1992 wog die Rohbaukarosserie des Porsche 911 mit der Werksbezeichnung 993 noch knapp 220 Kilogramm, die 997er-Baureihe brachte 2003 schon 280 Kilogramm auf die Waage. Bei der nächsten 911er-Generation wäre das Gewicht locker auf einen Wert jenseits der 300-Kilogramm-Marke gestiegen – hätten die Ingenieure des schwäbischen Sportwagenbauers nicht den Trend gestoppt.

Leichtbau heißt auch bei Porsche das Zauberwort. Damit schafften es die Stuttgarter, das Gewicht der Rohbaukarosse wieder unter 250 Kilogramm zu drücken: 249 Kilo für das Coupé, 246,5 Kilo für das Cabriolet. Zur Gewichtsreduzierung haben vor allem ein neuer Materialmix und zahlreiche konstruktive Veränderungen beigetragen. "Kein einziges Karosserieteil ist noch so wie beim Vorgängermodell", sagt Porsche-Fachmann Lorenz Heinisch.

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Zum Beispiel der hintere Längsträger. Er bestand in der Modellreihe 997 noch aus 14 zusammengefügten Stahlbauteilen und hatte ein Gesamtgewicht von 14,5 Kilogramm. Der Träger im neuen 911er wird nun in Aluminium-Druckgusstechnik erstellt, ist nur noch aus drei Einzelteilen zusammengesetzt und wiegt 8,6 Kilogramm.

Leichter, aber schwieriger zusammenzubauen

Ein verstärkter Einsatz von Aluminium spart Gewicht ein: Der Vorderwagen, große Teile des Bodens und der Hinterwagen bestehen vor allem aus dem Leichtmetall, ebenso Deckel, Kotflügel und der Türrohbau. Insgesamt macht Aluminium beim Coupé 44 Prozent der Rohkarosse aus. Allerdings musste Porsche wegen der neuen Alu-Stahl-Mischbauweise Produktionsverfahren verändern. Ein Grund: Stahl- und Aluverbindungen können nicht miteinander verschweißt werden.

Also wird beim neuen 911er viel mehr geklebt, unter hohem Druck verschraubt und genietet. Martin Eppel aus der Porsche-Produktion hat nachgerechnet: "An jeder Rohkarosse haben wir nun insgesamt 146 Meter Klebefläche." Etwas mehr als fünf Stunden braucht es im Zuffenhausener Stammwerk, bis die Rohkarosserie eines 911 Carrera entstanden ist.

Dabei hat sie sich durch drei Stockwerke bewegt – eine Besonderheit im Automobilbau. Die Produktion beginnt im Erdgeschoss. Dort setzen 22 Roboter auf 700 Quadratmetern Fläche den Vorderwagen aus 33 Einzelteilen und Baugruppen zusammen. Zur selben Zeit entstehen ein Stockwerk höher der Hinterwagen und die Bodengruppe. Anschließend kommen Seitenteile und Querverbindungen wie Dach- und Windlaufrahmen hinzu. Der Kastenrohbau wird über einen Aufzug einen Stock höher transportiert und mit Kotflügeln, Hauben und Türen soweit komplettiert, dass er über eine Brücke in die Lackiererei kann.

Leserkommentare
  1. ... 45 Kilogramm bei einem Gesamtgeweicht von fast 2 Tonnen ?

    Ein Auto mit 900 kg Gesamtgewicht fährt auch 200 km/h.

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    muss man mit der Gewichtsreduktion ja anfangen. Der 911er wiegt übrigens etwa 1,4 Tonnen.

    • joG
    • 24. Juli 2012 9:09 Uhr

    ....Fahrzeuge reduziert wird. Sinnvoll wäre es, das Gewicht privater Fahrzeuge auf 500 Kg zu begrenzen.

    Zitat
    " Was sind denn ...
    ... 45 Kilogramm bei einem Gesamtgeweicht von fast 2 Tonnen ?"

    Der 911er wiegt nur knapp unter 1400 Kilo und ist ein Musterbeispiel an Leichtbau.
    Nächstes Mal besser informieren.

  2. wird doch bei VW schon seit Jahren verwendet... soweit ich weiß ist selbst das auch schon mehr oder weniger ausgereizt.

  3. muss man mit der Gewichtsreduktion ja anfangen. Der 911er wiegt übrigens etwa 1,4 Tonnen.

    Antwort auf "Was sind denn ... "
    • joG
    • 24. Juli 2012 9:09 Uhr

    ....Fahrzeuge reduziert wird. Sinnvoll wäre es, das Gewicht privater Fahrzeuge auf 500 Kg zu begrenzen.

    Antwort auf "Was sind denn ... "
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    • Jove
    • 24. Juli 2012 9:25 Uhr

    Dann sollten wir aber auch das Gewicht der Fahrzeuginsassen gesetzlich begrenzen. Wenn alle Deutschen nur 5kg weniger wiegen würden könnte man in Auto, Bahn und Flugzeug immens Energie sparen. Am besten, alle mit einem BMI größer 25 zahlen eine extra Steuer um den für ihre Beförderung erhöhten Energieaufwand auszugleichen.

    aber die Dienstfahzeuge unserer tollen Manager dürfen doch sicher mehr wiegen, oder? Hätte auch den Vorteil das der Kastenunterschied wieder deutlicher in den Vordergrund gestellt wird!

    PS:
    von der techn. Seite haben sie allerdings recht! Mit Gewichtsreduzierung und Geschwindigkeitsreduzierung sind der Schlüsel zu erheblichen Einsparungen.

    Das müssen ein paar Weltanschauungen bzgl. PKW auf den Prüfstand. Es muss nicht immer ein mit sämtlichen Features versehener PKW sein, ein einfacher Wagen, der 600 kg wiegt, für zwei Personen Sitzplätze bietet und nur eine basale technische Ausstattung hat, fehlt als Angebot.

    Der ist dann eben nicht so crashsicher wie eine Mercedes E-Klasse, fährt aber auch nur 110 km/h, und verbraucht 3 Liter Super auf 100 km.

    • Jove
    • 24. Juli 2012 9:25 Uhr

    Dann sollten wir aber auch das Gewicht der Fahrzeuginsassen gesetzlich begrenzen. Wenn alle Deutschen nur 5kg weniger wiegen würden könnte man in Auto, Bahn und Flugzeug immens Energie sparen. Am besten, alle mit einem BMI größer 25 zahlen eine extra Steuer um den für ihre Beförderung erhöhten Energieaufwand auszugleichen.

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    Das ist ein absolut richtiger Ansatz und hätte nicht nur energetische sondern auch höchst positive optische Auswirkungen für das Straßenbild! ;-))

    Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/mk

    Zitat
    "Am besten, alle mit einem BMI größer 25 zahlen eine extra Steuer um den für ihre Beförderung erhöhten Energieaufwand auszugleichen."

    Genau ! Und um das zu kontrollieren, sollten wir eine neue Behörde in Berlin schaffen. Mit Amtsleiter, Dienstwagen und Sekretärin, und natürlich mehreren Außenstellen über die Republik verteilt.

    Einfach nicht bloß das Gepäck wiegen und für jedes Extrakilo zahlen lassen sondern den Reisenden mit seinem Gepäck auf die Wage. Warum sollen Körperkilos umsonst sein, die im Koffer aber kosten.

    Beispiel: Ich, 75 Kilo + 25 Kilo Gepäck = 5 Kilo "Übergewicht" Gesamtgewicht: 100 Kilo

    Herr Müller, 120 Kilo + 20 Kilo Gepäck = 0 Kilo "Übergewicht" Gesamtgewicht: 140 Kilo

    Also gerecht ist das nicht ;-)

  4. aber die Dienstfahzeuge unserer tollen Manager dürfen doch sicher mehr wiegen, oder? Hätte auch den Vorteil das der Kastenunterschied wieder deutlicher in den Vordergrund gestellt wird!

    PS:
    von der techn. Seite haben sie allerdings recht! Mit Gewichtsreduzierung und Geschwindigkeitsreduzierung sind der Schlüsel zu erheblichen Einsparungen.

  5. Das ist ein absolut richtiger Ansatz und hätte nicht nur energetische sondern auch höchst positive optische Auswirkungen für das Straßenbild! ;-))

    Antwort auf "Gewicht"
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    und Hungerhaken Origami-Einsteigetechniken in diese Schlaglochsuchgeräte üben.
    Auch das erfreut das Auge!

  6. Auch wenn die Stoffe "altbekannt" sind, es ist doch schön von Porsche zu lesen, dass dieses deutsche Unternehmen ständig an Verbesserungen arbeitet und ein Sportwagen aus Stuttgart auch immer noch, gemessen an Leistung und Dynamik, sehr gute Verbrauchswerte erreicht. Das muss ein anderer Sportwagen erstmal schaffen.

    Die neuen Porsche werden leichter, verfügen über Start-Stopp-Automatik etc. Die Zeiten der großen Motoren im Cayenne sind auch vorbei, es wird der wirtschaftliche Diesel geordert. Der kleine neue SUV wird dies weiter ausbauen.

    Also immer noch beste Verarbeitung und dt. Ingenieurskunst auf vier Rädern.

    Und wer wissen will was eigentlich die richtigen Herausforderungen für Automobilkonzerne sind, der sollte mal die PHOENIX-Repo "China - Umwelt vor dem GAU" sehen. Da wirken dann hier in Deutschland Forderungen nach Gewichtssteuern und Begrenzungen eher wie Tröpfchen auf heißen Steinen... Leider!

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  • Schlagworte Audi | Porsche | Carrera
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