Fahrbericht CountrymanDer Mini, ganz maxi

Im Countryman, dem größten der Minis, finden Erwachsene auch im Fond bequem Platz. Designdetails heben ihn von der gewöhnlichen Kompakt-Konkurrenz ab. von Patrick Solberg

Mini Countryman

Mini Countryman  |  © BMW

Nicht immer ist der Name auch Programm. Der Countryman ist als größter Ableger der Mini-Familie vieles, nur nicht mini. Während Erwachsene in den anderen Mini-Modellen ernsthaft nur in der ersten Reihe Platz nehmen können, halten es Großgewachsene im Fond des 4,10 Meter langen Crossovers auch auf längerer Strecke gut aus.

Am besten präsentiert sich der Mini Countryman in der serienmäßigen 2+2-Bestuhlung. Der Innenraum mit den vier Einzelsitzen verbreitet eine Businessclass-Atmosphäre. Der Fond wird mittig von einer praktischen Schiene aus Aluminium durchtrennt, in die sich Module zur Aufbewahrung von Handy und Sonnenbrille oder zum sicheren Transport von Getränken einfügen lassen. Auch die Einzelsitze im Fond sind verschieb- und in der Neigung verstellbar.

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Kaum zu empfehlen ist dagegen die 2+3-Konfiguration: Drei Personen sitzen im Fond nicht wirklich bequem – es fehlt schlicht an der nötigen Innenbreite. Weniger ist da einfach mehr. Vorn sitzt es sich auf den angenehm konturierten Sportsitzen überaus bequem. Sie könnten aber etwas mehr Oberschenkelauflage vertragen. Kleiner Makel: Eine elektrische Sitzverstellung ist nicht einmal gegen Aufpreis zu bekommen. Ärgerlich ist für den Fahrer zudem die ungünstige Position des großen Rundtachos in der Mitte des Armaturenbretts.

Ruhiger Kurvenjäger

Bei normaler Sitzkonfiguration bietet der Mini Countryman ein Stauvolumen von 350 Litern – damit ist der Kofferraum exakt auf Golf-Niveau. Wem das nicht reicht, der kann durch Verschieben der Sitze den Gepäckraum auf 450 Liter vergrößern; mit umgelegter Rückbank passen 1.170 Liter hinein. Die Zuladung liegt bei 470 Kilogramm. So ist der Countryman alles in allem zwar kein Ladewunder, in seiner Klasse aber mehr als ausreichend.

Zu den großen Stärken des Countryman zählen nicht allein der sehenswerte Innenraum und das Ladeabteil. Wie seine kleineren Brüder überzeugt der größte Mini mit sportlicher Fahrdynamik. Der Schwerpunkt des 1,4 Tonnen schweren Countryman liegt angenehm tief, die Lenkung führt sich direkt, und dank der straffen Abstimmung lässt sich der Countryman ohne Probleme flott durch die Kurven ziehen. Enge Kehren bringen ihn erst spät spürbar zum Untersteuern. Ansonsten zieht er ruhig seine Bahnen.

Das Motorenangebot reicht von 90 Diesel-PS des Countryman One D bis zu 218 PS der Variante John Cooper Works. Empfehlenswert ist insbesondere die Ausführung Cooper SD mit 103 kW (143 PS). Der zwei Liter große Vierzylinder-Diesel aus dem Hause BMW bietet ein maximales Drehmoment von 305 Nm ab 1.750 Umdrehungen pro Minute.

Leserkommentare
  1. Der ideale Neuwagen für Abiturienten in der Studienzeit.
    Preislich sehr gut angesiedelt und finanzierbar,
    da macht Papi mal gerne den Geldbeutel auf.

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf werbliche Texte. Danke, die Redaktion/mk

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mk

  3. ... welche aus Sir Alec Issigonis' Grab dringt, müßte eigentlich schon auch mit weiter entfernten Seismographen zu messen sein. Ob Sir Alec zu Mitternacht seinem Großneffen Bernd Pischetsrieder, der diese Mini-Schändung zu verantworten hat, als eine Art Jacob Marley erscheint?

  4. 4. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/mk

    Antwort auf "[...]"
    • pekir
    • 07. Juli 2012 21:15 Uhr

    "Zwar sind ein Spurt von 0 auf 100 km/h in 9,3 Sekunden und ein Höchsttempo von 198 km/h nicht gerade eindrucksvoll..." ... aber für's Drängeln auf der linken Spur reicht es doch! Die Autoproduzenten lernen es nicht, die Käufer lernen es nicht, warum lernen es Journalisten auch nicht?

  5. genau richtig für den coolen Unternehmensberater oder die lässige Karrieretussi.
    Ich muss den Käufern dieses Ungetüms leider jeglichen guten Geschmack absprechen!

  6. ...hat diese Hochbein-Gurke nun rein gar nichts mehr zu tun.

    Forget it!

  7. Laut Mini benötigt der Dieselmotor auf 100 Kilometer 4,6 Liter. Der Wert liegt im Alltag in weiter Ferne, doch mit 6,5 Litern lässt sich der Fronttriebler allemal 100 Kilometer weit bewegen.

    Mal abgesehen davon, dass mir der Testverbrauch nicht plausibel erscheint: Wenn der Hersteller einen Normverbrauch von 4,6 Litern auf 100 Kilometern angibt und im Test (von wem eigentlich?) schluckt dieses eigenartige Fahrzeug dann stolze 6,5 Liter, wie bekommt man das denn unter einen Hut?

    Ich fahre einen Renault Twingo, der laut Hersteller mit mit 4 Litern auf hundert Kilometern beziffert wird.

    Mein Verbrauch lliegt aber bei nur 3.7 Litern (gemittelt über gut 35.000 Kilometer) und damit 7% unter der Herstellerangabe.

    Entweder wurde da also Bleifuß gefahren (dann stimmt die Herstellerangabe nie) oder dieses komische Auto ist so konstruiert, dass man es in der Praxis einfach nicht brauchen kann. Beim Preis wird es dann sowieso wunderlich. Für welche Zielgruppe soll denn bitte so ein Dinosaurier-Design von Interesse sein?

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