Mini Paceman : Der kleine Bruder des X6

Die Mini-Familie wächst weiter: Das als Studie schon gezeigte Modell Paceman, ein Crossover-Coupé, kommt im kommenden Winter in Serie. Stefan Grundhoff fuhr ihn Probe.
Nur noch wenig getarnt: Das Vorserienmodell des Mini Paceman, erkennbar an der abfallenden Dachlinie © press-inform

Auf der Automesse in Detroit kam das Konzeptfahrzeug Mini Paceman im Frühjahr 2011 prächtig an. Zwei Jahre später wird der Paceman als siebter Mini-Ableger nahezu unverändert beim Händler stehen: Anfang 2013 bringt die BMW-Kleinwagensparte das Serienmodell, ein Crossover-Coupé auf Basis des Mini Countryman, auf den Markt.

Von der Kühlerhaube bis zur ersten Säule sind Paceman und Countryman identisch. Ab der A-Säule macht der 4,10 Meter lange Paceman aber auf sportlich und hebt sich deutlich vom Countryman ab. Die zwei großen Coupétüren, die abfallende Dachlinie und das bullige Heck lassen das Mini-Modell Nummer sieben kraftvoller wirken. So erscheint der Paceman letztlich wie der kleine Bruder des BMW-Geländewagens X6.

Im Inneren gibt sich das neueste Mitglied der Mini-Familie richtig cool. Zwei lässige Einzelsitze im Fond verbreiten eine Lounge-Atmosphäre, zusammen mit der aus dem Countryman bekannten Schiene, die den Innenraum längs in zwei Hälften teilt und Platz zum Verstauen des Handys oder einer Sonnenbrille bietet. Hinten kann man trotz der abfallenden Dachlinie bis 1,80 Meter Körpergröße bequem sitzen. Oberschenkelauflage und Seitenhalt der Sessel sind denen in der ersten Reihe ebenbürtig. Mit der Modelleinführung des Paceman überarbeitet Mini zugleich für alle Modelle den Innenraum. Die Schalter für die elektrischen Fensterheber befinden sich nunmehr in der Türverkleidung, die Schalterleiste in der Mittelkonsole wurde ebenfalls neu designt.

Mit niedrigem Schwerpunkt durch die Kurven

Bei einer ersten Probefahrt zeigt der Paceman die bekannten Mini-Stärken. Die Lenkung ist präzise, Nick- und Wankbewegungen sind selbst in engen Kurven kaum zu spüren. Zum angenehmen Fahrgefühl trägt der niedrige Schwerpunkt bei: Der Paceman liegt zweieinhalb Zentimeter tiefer auf der Straße als der Countryman. Die straffe Fahrwerksabstimmung passt zum Paceman noch besser als zum viertürigen Countryman, der rund 20 Liter mehr Kofferraumvolumen und etwas mehr Alltagsnutzen bietet.

Zum sportlichen Lifestyle-Design bietet Mini passende Motorisierungen. Auf die schwächeren Versionen des Mini One haben die Techniker verzichtet. So wird der Mini Cooper Paceman das Grundmodell: Sein Dieselmotor leistet 112 PS, als Benziner verfügt man über 122 PS. Leistungsstärker sind die Paceman-Versionen Cooper S und Cooper SD mit 184 und 143 PS. Sie sind jeweils mit Frontantrieb oder als Allradler zu bekommen, der Kunde kann außerdem zwischen Handschaltung und Sechsgang-Automatik wählen.

Bis im Lauf des Jahres 2013 die Variante John Cooper Works mit 218 PS die Paceman-Versionen krönt, ist der Cooper S als Allradler die Idealbesetzung. Sein aufgeladener Vierzylinder mit 1,6 Litern Hubraum bietet ein Drehmoment von maximal 260 Nm. Damit erreicht der Cooper S Paceman ein Höchsttempo von 217 km/h. Mini gibt einen Normverbrauch von rund sechs Litern je 100 Kilometer an. Die Dieselversion benötigt dank Start-Stopp-Automatik rund 4,5 Liter. Das kann sich sehen lassen.

Über den Preis des neuen Paceman schweigt sich Mini noch aus. Die Basisvariante mit 122-PS-Benziner dürfte bei rund 23.000 Euro starten, also knapp oberhalb des Countryman. Für den Cooper S Paceman mit Allradantrieb wird der Kunde wohl mindestens 29.000 Euro zahlen müssen. Seine Weltpremiere als Serienmodell feiert der Mini Paceman auf dem Pariser Automobilsalon Ende September.

Kommentare

24 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Immer fetter ...

... macht BMW ihn, den "Mini". Heute fuhr noch ein Original-Mini an uns vorbei, und ich dachte, ja genau so war er. Und eine zeitlang hatte BMW verstanden. Längst vorbei.

Natürlich ist es Geschmackssache, wie man den "Mini" von heute findet. Hübsch ist er ja durchaus, finde ich. Wie ein hübsches Kind mit zuviel Hüftgold, Chips und Mars sei Dank. Der nächste Mini wird bestimmt NOCH größer als Clubman und Paceman. Er wird diesen Audi von IKEA, diese Schrankwand, wie heißt er noch .. na jedenfalls wird er ihn übertreffen. Als Mini Brontoman vielleicht.

Schade, das alles, nicht wahr. Farewell, Mini!

Immer fetter (2), aber .... nicht so doll ...

Also der MINI Countryman Diesel ist n u r !!!!
in der Spur 7,1cm breiter als ein VW Polo;
in der Fahrzeuglänge 12,7cm länger als ein VW Polo;
in der Höhe 9,9cm höher als ein VW Polo.

So .... fett ... ist es gar nicht; aber es sind wichtige cm, wenn der/die MINI-Begeisterte es etwas bequemer haben will.

Der 5-türige Countryman wird seine Fangemeinde behalten, da im Artikel doch ein paar Punkte nennt, die viele eben haben wollen (und eben nicht die Coupévariante kaufen):
- er ist 2,5 cm höher als die Coupéversion
- mehr Kofferraum u. etwas mehr Alltagsnutzen
- wahrscheinlich eine Spur kompfortabler gefedert (vor allem mit kleineren Reifen); kleinere Reifen = auch bessere Betriebskosten
- preiswerter
- bereits in der D Cooperversion optional mit Allrad erhältlich
- 4 Türen anstelle von 2 Türen auf jeder Seite

Sicher muss beim Mini schon etwas schmerzfrei gedacht werden, was den Preis betrifft .... aber die Liste der Allrader unter 30.000 Euro ist so riesig auch nicht.

Und ... es ist kein "Mainstream-ich-sehe-gleich-aus" Auto ... und das kann schon etwas wert sein.

FETTER (3) als der erste Original Mini

OK ... das stimmt in der Tat; siehe auch den kleinen Film:

http://www.youtube.com/wa...

Aber beim alten Mini saß man fast mit dem Hintern nur 10cm über dem Asphalt und dachte immer, dass man eigentlich noch unter einen Laster durchfahren konnte. Er brachte sehr viel Spaß, war aber ziemlich reparaturanfällig.

Ein bißchen von den Genen konnte aber in alle heutigen Minis hineingerettet werden. Es bleibt aber zu hoffen, dass BMW auch weiterhin ein paar Macken pflegt. Der große runde PIZZATACHO mit Zeiger in der Mitte wird aber vielleicht fallen und durch ein Display ersetzt werden. Das finde ich widerum trauriger, als die paar Zentimeter, die ein MINI inzwischen gewachsen ist.