Skoda RapidFamilienauto zum Kleinwagenpreis

Škoda füllt mit dem Rapid eine Lücke im Sortiment. Die Kompaktlimousine soll vor allem junge Familien ansprechen – und die finden darin tatsächlich ungemein viel Platz. von Jürgen Wolff

Škoda Rapid

Škoda Rapid  |  © Hersteller

Am Ortsausgang von Pernek ist die Sache klar. Beim Herunterfahren des Beifahrerfensters surrt der Elektromotor ein bisschen zu laut, und mit dem Surren kommt die Einsicht: Wenn es am neuen Škoda Rapid nicht viel mehr zu meckern gibt, dann hat der tschechische Autobauer mit seiner neuen Kompaktlimousine gute Arbeit abgeliefert.

Er sei "ein perfekter Erstwagen", ist denn auch Jürgen Stackmann überzeugt, bei Škoda für den Vertrieb verantwortlich: "Familien werden den Rapid lieben." Er könnte recht behalten, denn der Wagen hat so ziemlich alles, was eine preiswerte Familienkutsche ausmacht: viel Platz vorne und hinten, robuste Materialien im Innenraum, genügend Ablagen, einen großen Kofferraum, der dank einer riesigen Heckklappe einfach zu beladen ist, und dazu ein genügsames Motorenangebot.

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Beginnen wir bei der Größe. Der 4,48 Meter lange und 1,71 Meter breite Rapid entspricht etwa den Maßen, die der Octavia einst hatte. Der Radstand ist mit 2,60 Metern aber deutlich weiter, was zu mehr Platz im Innenraum führt. Vorn haben auch größer gewachsene Passagiere keine Schwierigkeiten, zumal die Sitze vielfältig verstellbar sind. Der Fahrer kann außerdem das Lenkrad in Neigung und Tiefe anpassen.

Im Fond des 1,46 Meter hohen Rapid wird es für drei Personen etwas eng, aber zwei finden dort bequem Platz, mit viel Knie- und ordentlich viel Kopffreiheit. Der Kofferraum ist für einen Wagen der Kompaktklasse ungewöhnlich groß. Er hat ein Volumen von 550 Litern – zum Vergleich: Der VW Golf nimmt 390 Liter auf. Legt man im Rapid die hinteren Sitzlehnen um, vergrößert sich der Laderaum auf bis zu 1.490 Liter.

Unpraktische Handbremse

Viel Mühe hat sich Škoda bei der bedarfsgerechten Ausstattung mit Ablagen gegeben. Netze an den Seitenlehnen der Vordersitze nehmen Kleinkram auf, in der Beifahrertür gibt es einen Abfallbehälter, und ein Multimediahalter sorgt dafür, dass das Smartphone und weiteres technisches Zubehör nicht in den Ablagen herum schliddern. Die Warnweste hat eine eigene Halterung unter dem Fahrersitz.

Die Instrumentierung ist überschaubar, aber ausreichend. Die wichtigen Anzeigen liegen im Blickfeld des Fahrers, Knöpfe und Tasten sind gut erreichbar. Der üppig dimensionierte Hebel der Handbremse ist jedoch unter der Armlehne versteckt und entsprechend umständlich zu bedienen. Die Gurtpeitschen auf der Rückbank sind nicht versenkbar und drücken vor allem bei etwas breiter geratenen Fondpassagieren schon auf kurzen Strecken unangenehm.

Über das Äußere des Škoda Rapid lässt sich wenig streiten. Alle Flächen sind klar modelliert, die Charakterlinie über die ganze Breite streckt das Fahrzeug optisch etwas und sorgt für ein Spiel von Licht und Schatten. Warum der Kühlergrill von vertikal ausgerichteten Lamellen gezeichnet wird, die Lufteinlässe darunter aber von einer Waben-Struktur, werden wohl nur die Designer wissen. Und karosseriebautechnische Feinheiten wie die kunstvolle Einpassung der markenüblich in C-Form scheinenden Heckleuchten machen zwar die Ingenieure stolz, der normale Autokäufer dürfte das allerdings kaum bemerken.

Leserkommentare
    • Zack34
    • 17. Juli 2012 19:50 Uhr


    Eine junge Familie enztscheidet sich im Regelfall für etwas wirklich solides, sicheres (NCAP-Tests) und zugleich bezahlbares. Bei Skoda ist der VW-Konzern dahinter, mit dem eigenen Qualitätsanspruch, Service-Netz und Ersatzteilen, die zu über 80% von VW selbst kommen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass alles perfekt laufen muss, aber statistisch und im Vergleich gesehen, fährt man damit nicht schlecht.

    Sie schreiben ständig was von Daccia. Nun, dahinter ist m.W. Renault, und Daccia ist vor allem im Hinblick auf das untere Preissegment hin entwickelt worden, d.h. dass z.B. die Rohkarosserie manuell zusammen geschweisst wird, es stehen also Arbeiter da, und setzen die Schweisspunkte wie hierzulande vor dreißig jahren einzeln, händisch, mit sog. Schweißzange. Bei VW und anderen großen Herstellern sind da längst vollautomatisierte Prozesse, mit extrem hoher Genauigkeit, und entspr. Qualität. Das muss nicht unbedingt ein Nachteil für Daccia sein, aber wenn Daccias so toll seien, dann werden sie sich auch so toll verkaufen, daran führt kein Weg vorbei, es braucht halt etwas Zeit.

    Es wird sich also zeigen, Transnistrien braucht es dafür nicht.

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    Ich denke, VW verfolgt gesamtstrategisch sehr ambitionierte
    Ziele fuer die naechsten 10 Jahre, und den Strategen duerfte der fuer mich nicht ueberraschende Erfolg von DACIA
    nicht entgangen sein.
    Jetzt kommt die erste Antwort aus dem Konzern, wer will schon das Projekt "Weltauto"/Pkw in erster Linie fuer
    Schwellenlaender den Konkurrenten ueberlassen.

    Dacia beruht auf der erfolgreichen Zusammenarbeit von Renault/Nissan, allerdings hat sie schon lange ihre Wurzeln
    in jahrzehntelanger erfolgreicher Lizenzfertigung fuer
    Renault, der VW Konzern hat es mit der alten Audi A4 Reihe
    schon probiert, jetzt laueft in Barcelona ein Audi-Alt-A4
    vom Band, nichts anderes praktiziert Dacia.

    Der naechste mittlere und untere Gelaendewagen/SUV mit dieser Maktausrichtung wird nicht lange auf sich warten
    lassen, vielleicht ein abgespeckter Tiguan?¿

    Der Skoda Rapid ist eine intressante Alternative mit grossem
    Potential.

    • Zack34
    • 17. Juli 2012 19:54 Uhr
  1. Was ????,?. Ich mag E-Mobile, ich mag Honda, ich mag picknick machen mit Golf GTI, und weißen Bikini, ich mag Porsche, ich mag Wohnmobile. Was soll das dämliche getue und gefrage? Weiße Fords mag ich erst recht nicht.

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    • Zack34
    • 17. Juli 2012 20:21 Uhr


    Wo ich gerade Ihre Kommentare 11 + 12 lese...

    Aber Danke, dass Sie uns das alles freiwillig anvertraut haben.

  2. Ja BMW mag ich auch, dann kann ich ja gleich alle Autos aus Deutschland aufzählen, ich tu mich da immer schwer, irgend wemm das nichtgefallen zu attestieren.

  3. Der Handbremshebel versteckt sich unter der Armlehne. Wie schröcklich! Und die Armlehne läßt sich nicht nach oben an die Lehne klappen? Noch schröcklicher! Wenn das der "Burli" wüßte ...

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    • 2eco
    • 17. Juli 2012 20:56 Uhr

    "13. Ach Gottchen:

    Der Handbremshebel versteckt sich unter der Armlehne"

    Sie wissen doch, dass alle Autos vom Kleinwagen bis zum Geländewagen von rennaffinen Testern gefahren werden. Im Rennsport ist eine Handbremse unglaublich wichtig, wenn man ein paar coole Drifts hinlegen will. Dafür ist eine ergonomisch perfekte Anordnung der Handbremse ein klarer Vorteil.

    • Zack34
    • 17. Juli 2012 20:21 Uhr


    Wo ich gerade Ihre Kommentare 11 + 12 lese...

    Aber Danke, dass Sie uns das alles freiwillig anvertraut haben.

    Antwort auf "@10 Zack34"
    • 2eco
    • 17. Juli 2012 20:56 Uhr
    15. Tester

    "13. Ach Gottchen:

    Der Handbremshebel versteckt sich unter der Armlehne"

    Sie wissen doch, dass alle Autos vom Kleinwagen bis zum Geländewagen von rennaffinen Testern gefahren werden. Im Rennsport ist eine Handbremse unglaublich wichtig, wenn man ein paar coole Drifts hinlegen will. Dafür ist eine ergonomisch perfekte Anordnung der Handbremse ein klarer Vorteil.

    Antwort auf "Ach Gottchen:"
  4. Einfache Antwort:

    /"Neu in der Hitliste der schlechtesten TÜV-Typen: der Billigheimer Dacia Logan in der Klasse der 2- bis 3-Jährigen. Bei den 4- bis 5-Jährigen belegt er den vorletzten Platz, schlechter ist nur noch der Renault Espace."/

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