Sparsame VerbrennerDas unauffällige Spritsparwunder

Komfortabel und mühelos fährt man im Toyota Yaris Hybrid Verbrauchsrekorde: 3,7 Liter zeigte die Anzeige in der Stadt. Wozu noch einen VW Polo kaufen? von 

Toyota Yaris Hybrid

Toyota Yaris Hybrid  |  © Christoph M. Schwarzer

Augenreiben ist die häufigste Handbewegung im Toyota Yaris Hybrid. Die Verbrauchsanzeige zeigt genau dort unfassbar niedrige Werte an, wo ein solcher Kleinwagen am häufigsten bewegt wird: in der Stadt. 3,7 Liter Benzin holt sich der Yaris hier pro 100 Kilometer aus dem Tank. Ein Rekord.

Zwar waren die äußeren Bedingungen bei der Testfahrt günstig. Der Verkehr in Hamburg floss der Urlaubszeit sei Dank ungestört, und die Klimaanlage musste sich bei heiter bis wolkigem Himmel und nur 16 Grad wenig anstrengen. Trotzdem ist es ein real erfahrener und kein Laborwert.

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Wie genügsam dieses Auto ist, zeigt die Umkehrprobe: Selbst mit Bleifuß ließ sich im Großstadtrevier keine Fünf vorm Komma erreichen. Dabei ist man – Vorsicht, Führerschein in Gefahr – sehr schnell zu schnell. Der Werbeclip mit den Schauspielern Axel Prahl und Jan-Josef Liefers alias Hauptkommissar Thiel und Professor Boerne, in der die Zugkraft des Yaris Hybrid dem eitlen Gerichtspathologen den Kaffee übers Hemd befördert, ist augenzwinkernd übertrieben. Dennoch zieht das Auto an der Ampel zackig an.

Dem VW Polo klar überlegen

Für den Spurt vom Stand auf 100 km/h geben die Japaner 11,8 Sekunden an. Ein Volkswagen Polo Blue Motion braucht dafür über zwei Sekunden länger. Auch über dieses Kriterium hinaus fällt der Wolfsburger aus spanischer Produktion – das meistverkaufte Modell des beliebten Kleinwagen-Segments – im direkten Vergleich deutlich zurück. Der Antriebsstrang im Yaris Hybrid ist der Dreizylinder-Dieseltechnik des Volkswagens überlegen: Der Toyota läuft erheblich leiser und kultivierter. Zugleich gelingt es viel müheloser, niedrige Verbrauchswerte zu erreichen. Und der Polo kostet mit vergleichbarer Ausstattung (vier Türen, Klimaautomatik, Kopf-Fensterairbags) ungefähr 2.000 Euro mehr.

Sparsam mit Verbrennungsmotor

Für das Jahr 2020 prognostizieren Autohersteller und Marktforscher, dass Elektroautos und Plug-in-Hybride nur einen einstelligen Prozent-Anteil am Gesamtsabsatz haben werden. Mehr als 90 Prozent aller dann neu verkauften Autos werden also weiterhin ausschließlich mit Benzin, Diesel oder Gas betankt.

Sie müssen dennoch sparsamer werden – mit Verbrennungsmotor. ZEIT ONLINE erklärt in einer lockeren Serie, welche Automodelle mit welcher Technik Sprit sparen und ob die Realität hält, was Prospekte und Werbung versprechen.

Bisher erschienen

- BMW 520d Efficient Dynamics Edition: Mit fünf Litern im Fünfer BMW

- VW Touran: Erdgas schlägt Diesel

- VW Polo: Unterwegs mit halbem Motor

- Citroën DS5 Hybrid4: Der Citroën-Hybrid will es nicht jedem recht machen

- Hyundai i30 blue: Der verbrauchsarme Konkurrent des Öko-Golf

- Toyota Yaris Hybrid: Das unauffällige Spritsparwunder

- Ford Focus 1.0 Ecoboost: Keine Angst vorm Dreizylinder

- VW eco up!: Ein Auto für gemächliche Sparer

- Toyota Auris Hybrid: Prius in gefälliger Form

Einen Vorteil verbucht der Diesel allein auf der Autobahn. Hier steigt der Verbrauch des Yaris Hybrid auf über fünf Liter je 100 Kilometer an, von den Rekordwerten der Stadt über gut vier Litern auf Bundes- und Landstraßen.

Was am Yaris Hybrid Freude macht, ist die Kombination aus der Leichtigkeit des Fahrens und dem Gesamtkomfort. Die Fahrwerksgeräusche zum Beispiel sind sehr gut entkoppelt. Im Alltag bleiben: Gas geben, bremsen, Sprit nachfüllen, fertig. Toyota, nach dem Tsunami- und Fukushima-Schock erholt wieder zum größten Autohersteller der Welt aufgestiegen, bewirbt die Hybridmodelle mit dem Slogan "kraftvoll, entspannend, sparsam". Das ist durchaus treffend. Besser passen würde aber der Claim, den Audi gepachtet hat: Vorsprung durch Technik.

Leserkommentare
  1. "[...]Vergessen haben die Japaner dagegen, dem Yaris einen Blinker mitzugeben, der beim Antippen ein dreifaches Signal zum Fahrstreifenwechsel gibt."

    Aus meiner Sicht ist das ein Pluspunkt. Denn mich nervt es eher. Besonders, wenn man einmal versehentlich gegen den Schalter kommt.

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    Zum Beispiel beim hier als Schluckspecht gedissten MINI. Der im Übrigen kein solcher ist. Hier mal die Daten vom

    Cooper D:

    Beschleunigung 0 – 100 km/h: 9,7 s
    Höchstgeschwindigkeit: 197 km/h
    Kombiniert: 3,8 l/100 km
    CO2-Emissionen kombiniert: 99 g/km
    Max. Drehmoment/Drehzahl: 270/1750 – 2250 Nm/1/min

    Man kann die Minis übrigens durchaus im Normverbrauchsbereich fahren, die meisten tun das selten, weil Minifahren einfach tierisch Spaß macht.

    Zum Hybridantrieb. Ja, das war sicherlich ein echter Stadtverbrauch. Aber: Wie voll war die Batterie beim Start, wie voll am Ende der Fahrt? Verbrauchswerte bei Hybriden sind komplexer als bei Verbrennern, da kann man enorm "schummeln". Außerdem: Warum wird hier immer geschrieben, dass ein Kleinwagen vor allem in der Stadt bewegt würde? Um es ganz klar zu sagen: In der Stadt braucht man so gut wie nie ein Auto - zu Fuß, per Rad oder ÖV geht ganzjährig fast alles.

    Das Auto braucht man, wenn man etwas größeres zu transportieren hat oder überland mal weiter weg fahren will. Und genau für diese - aus meiner Sicht einzig sinnvollen - Einsatzzwecke, hat ein Hybrid keinen Verbrauchsvorteil gegenüber einem reinen Verbrenner zu bieten.

  2. Vor zehn Jahren verbrauchte der Audi A2 nur 3 Liter und war nicht kleiner.

    Zum gleichen Preis bekommt man heute einen Skoda Fabia Greenline mit fünf Sitzen und 3,4 Liter Verbrauch -- noch weniger als beim Yaris: http://www.skoda-auto.de/...

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    es geht um den Wert in der Stadt. Und dabei auch nciht um den angegeben Verbrauchswert nach Norm Testlauf, soindern um real gefahrene Werte in der Stadt.
    Wenn Skoda schon 4,1 Liter innerorts angibt, kann man da auch wohl mit 5 Litern rechnen. Ohne den Skoda jetzt abwerten zu wollen, da das acuh schon gute Werte sind.
    Aber bei Toyota zahlt sich langsam aus, dass man früh auf die Hybridtechnik gesetzt hat. Da hat sich seit dem ersten Prius schon viel getan, und da die Technik imernoch recht neu ist, scheint es da acuh immernoch Potential zu geben.

    @petiteplanete
    Yaris Hybrid ist ein AUTOMATIC Benziner
    Laut Spritmonitor.de verbraucht Fabia AUTOMATIC Benziner
    Kraftstoff min Ø max
    Benzin 5,29 7,33 8,34

    Im Schnitt 7,33 Liter (in der Stadt warsch. mehr)
    Der Yaris Hybrid hat in Hamburg (Stadt) beim Test 3,7L verbraucht (also knapp 4 Liter WENIGER!)

    Alles klar?

    Der 3L-1.2 TDI von VW und Audi verbaut brauchte 2,99 l Diesel auf 100km. Das entspricht vom brennwert her ca. 3,3 l Benzin.

    Außerdem hatte der A2 1.2 TDI das bekannte Ökoschaukaeln und eine etwas lahme Beschleunigung.

    Das Planetengetribe des Yaris und das Drehmoment des Elektromotors sind dagen eine ganz andere Klasse.

    Nicht unerwähnt bleiben sollte der Preis, der A2 1.2 TDI kostete damals bereits mehr als heute der Yaris Hybrid kostet, hatte aber einen Sitzplatz weniger.

    Und Benziner sind sauberer als Diesel.

    Einmal zur Probe fahren, danach nie wieder einen Diesel...

  3. es geht um den Wert in der Stadt. Und dabei auch nciht um den angegeben Verbrauchswert nach Norm Testlauf, soindern um real gefahrene Werte in der Stadt.
    Wenn Skoda schon 4,1 Liter innerorts angibt, kann man da auch wohl mit 5 Litern rechnen. Ohne den Skoda jetzt abwerten zu wollen, da das acuh schon gute Werte sind.
    Aber bei Toyota zahlt sich langsam aus, dass man früh auf die Hybridtechnik gesetzt hat. Da hat sich seit dem ersten Prius schon viel getan, und da die Technik imernoch recht neu ist, scheint es da acuh immernoch Potential zu geben.

  4. Zum Beispiel beim hier als Schluckspecht gedissten MINI. Der im Übrigen kein solcher ist. Hier mal die Daten vom

    Cooper D:

    Beschleunigung 0 – 100 km/h: 9,7 s
    Höchstgeschwindigkeit: 197 km/h
    Kombiniert: 3,8 l/100 km
    CO2-Emissionen kombiniert: 99 g/km
    Max. Drehmoment/Drehzahl: 270/1750 – 2250 Nm/1/min

    Man kann die Minis übrigens durchaus im Normverbrauchsbereich fahren, die meisten tun das selten, weil Minifahren einfach tierisch Spaß macht.

    Zum Hybridantrieb. Ja, das war sicherlich ein echter Stadtverbrauch. Aber: Wie voll war die Batterie beim Start, wie voll am Ende der Fahrt? Verbrauchswerte bei Hybriden sind komplexer als bei Verbrennern, da kann man enorm "schummeln". Außerdem: Warum wird hier immer geschrieben, dass ein Kleinwagen vor allem in der Stadt bewegt würde? Um es ganz klar zu sagen: In der Stadt braucht man so gut wie nie ein Auto - zu Fuß, per Rad oder ÖV geht ganzjährig fast alles.

    Das Auto braucht man, wenn man etwas größeres zu transportieren hat oder überland mal weiter weg fahren will. Und genau für diese - aus meiner Sicht einzig sinnvollen - Einsatzzwecke, hat ein Hybrid keinen Verbrauchsvorteil gegenüber einem reinen Verbrenner zu bieten.

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    Hybridauts bieteten dort einen Vorteil wo man das Auto am besten ganz stehen lässt!

    @OttosMops

    Laut Spritnmonitor.de verbraucht ein MINI Benziner mit Automatik (Yaris Hybrid ist es auch) im Schnitt

    Als Diesel: 7,43 und als Benziner 9,69L ( in der Stadt warsch. nocht mehr!!)

    ############# Mini Cooper Automatik/Benziner #############

    Anzahl Kraftstoff min Ø max
    19 Diesel 5,44 6,59 12,21
    41 Benzin 7,40 9,33 12,63

    Bei dem Test in Hamburg wurden im Yaris 3.7ermittelt!
    Ich denke da gibt es keine Fragen mehr :)

  5. Hybridauts bieteten dort einen Vorteil wo man das Auto am besten ganz stehen lässt!

  6. Man soll dessen bewusst sein, dass solche "Artikel" häufig bezahlte Werbung sind. Product location, wenigstens.

    Ein Problem ist, dass, solche Artilekn sollen meiner Meinung nach von Anbieter irgendwie als bezahlte Werbug gekennzeichnet.

    Es gibt viele Autos, die weniger als 4l/100km verbrauchen.

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    • W4YN3
    • 23. Juli 2012 10:02 Uhr

    Sie meinen wohl Product-Placement.

    Zu dem Satz "Es gibt viele Autos, die weniger als 4l/100km verbrauchen" kann ich bloß sagen: das ist das, was die Hersteller in Eigenwerbung angeben, das Auto aber nicht halten kann.

    Toyota fährt sich gut, habe ich selbst mal getestet, mich erstaunen die Absatzzahlen in Deutschland, ich hätte nicht gedacht, dass er so schlecht abschneidet.

    .. nur auf dem Papier, für irgendwelche völlig unrealistisch definierten Fahrzyklen.
    > http://de.wikipedia.org/w...

    Auf die Werksangaben muss man wenigstens 20% draufschlagen, damit halbwegs realistische Werte herauskommen.

    Echte Erfahrungswerte:
    > http://www.spritmonitor.d...

    Da sind nach wie vor nur 2 Fahrzeuge mit unter 4 Litern/100km Verbrauch drin: A2 3L und Lupo 3L. Beides sind am Markt gefloppte Technologieträger vor vor 10 Jahren.

    Auch auffällig: kein Benziner unter 5l.

    Aber solange Beschleunigungswerte, "Emotion" und Fahrspaß regelmässig wichtiger Teil einer jeden PKW-Berichterstattung sind, genießen Verbrauch des und Wirtschaftlichkeit eines Fahrzeugs insbesondere in unseren Breiten halt weiterhin nur nachrangige Priorität. Auch für Toyota sind die Hybrid-Antriebe m.E. eher ein Merkmal, um sich mit einem Alleinstellungsmerkmal vom Markt abzusetzen, als -angesichts des hohen technischen+materiellen Aufwands und der Anschaffungs+Folgekosten- ein echter Preisbrecher.

    Da ist sicher auch noch etwas Henne+Ei- und Early-Adopter-Problematik mit im Preis drin, welche sich langfristig ggf. regeln.

    Angesichts der Tatsache, daß Daimler uns einen 25k€ eSMART vorsetzt, wo im Jahr 2012 der preiswerte 50-100km Kabinenroller mit <=1l/100km (oder Energie-Äquivalent bei e-Antrieb) für Berufspendler machbar sein sollte, kann ich nur wiederholt feststellen, daß der Sprit immer noch zu billig ist.

    Vielleicht tut sich ja was bei 5€/Liter.

  7. ...hat im Prospekt 5.1 / 5.8 l/100km stehen. Real bei normaler Fahrweise (seltenst über 3k Umdrehungen) mit 60% City und 40% AB stehen 7l auf der Uhr. Soviel dazu.

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  8. Ich fahre eine Greenline, und er hält, was er verspricht. Der Yaris wird mit 3,7 kombiniert angegeben, der Skoda mit 3,4 kombiniert. der Skoda ist ein 5-Sitzer mit viel Platz. Noch Fragen?

    Antwort auf "Genau Lesen,"
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    • 2eco
    • 23. Juli 2012 10:38 Uhr

    "8. Nein, kann man nicht

    Ich fahre eine Greenline, und er hält, was er verspricht. Der Yaris wird mit 3,7 kombiniert angegeben, der Skoda mit 3,4 kombiniert. der Skoda ist ein 5-Sitzer mit viel Platz. Noch Fragen?"

    Der Toyota ist mit 3,5 l angegeben und nicht mit 3,7. Und nebenbei schafft er diese auch im Stadtverkehr. Ich glaube kaum, dass Sie Ihren Fabia mit unter 4 Litern bei Großstadtverkehr fahren. Nur weil er 0,1 l weniger Normverbrauch auf dem Papier stehen hat, ist er nicht sparsamer.

    Und vieeeel mehr Platz hat der Fabia nicht, da es beides das selbe Fahrzeugsegment ist. Ok sagenhafte 15 Liter mehr Kofferraumvolumen hat der Fabia.

    Haben denn diese anderen Kleinwagen auch ein Automatikgetriebe? Das gehört doch zum Stadtverkehr.
    Und dann immer diese sinnlosen Vergleiche mit dem Autobahnverbrauch - Es gibt genug Stadtgebiete, wo 2/3 des Jahres der Weg zur Arbeit innerstädtisch zurückgelegt wird.
    Man kann alles gut kleinreden, aber der Forschritt kommt eher nicht aus Deutschland, Dieselmotoren sind jedenfalls keine fortschrittliche Technologie und lohnen nur wegen der staatlichen Subvention auf den Kraftstoff.

    Was soll der Vergleich? Ihr Fabia ist ein Diesel und der Yaris ein Benziner, d.h. weniger Steuern und in der Regel auch niedrigere Versicherungsprämien als beim selben Modell mit vergleichbarem Benziner.
    Wenn Sie mehr als 20tkm im Jahr fahren, ist ein Diesel rein wirtschaftlich sicher immernoch die bessere Wahl.
    Dass der Fabia aber wesentlich mehr Platz bietet als der Yaris (auch ein 5-Sitzer) denke ich nicht. Trotzdem kein schlechtes Auto davon ab :-)

    Ich persönlich finde die Verbrauchswerte des Yaris Hybrid schon erstaunlich, auch wenn ich sonst immer eher skeptisch gegenüber Hybridautos war. Selbst der Verbrauch auf der Landstraße mit 4-5 Litern, sofern man dem Artikel Glauben schenkt, finde ich für einen 100PS Benziner schon bemerkenswert.
    Wirklich schade, dass es ihn nicht mit Handschaltung gibt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Toyota | Volkswagen | Audi | Alfa Romeo | Axel Prahl | Hybrid
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