Volkswagen hat seine Produktpalette in den vergangenen Jahren eindrucksvoll ausgerollt: Fahrzeuglücken wurden geschlossen und Innovationen platziert. Doch so sehr sich Entwicklung, Produktion und Vorstand über die flächendeckende Einführung des lange geplanten sogenannten modularen Querbaukastens freuen, so wenig geht dem Kunden das Herz auf. VW muss emotionaler werden, die Modelle spannender.

Da kommt die nächste Generation des Beetle Cabrio gerade recht. Es feiert Ende des Jahres seine Messepremiere in Los Angeles , Anfang 2013 kommt es in den Handel. Zugleich dürfen Sonnenanbeter von einer zweiten offenen Version träumen. Ein Speedster-Ableger des VW Beetle scheint keine Spinnerei. Als Elektroversion gibt es sogar schon ein Einzelstück: den E-Bugster.

So maskulin hat man einen Beetle noch nie gesehen. Bullige Schürzen, LED-Haken als Tagfahrlicht und ein nennenswerter Heckspoiler, dazu hohe Schulter und flache Dachlinie: So beeindrucken Sportwagen. Die ausgestellten Radhäuser machen den VW E-Bugster drei Zentimeter breiter als das spätere Beetle-Serienmodell, der Rahmen der Frontscheibe wurde um sechs Zentimeter gekürzt und ihre Neigung um vier auf knapp 55 Grad reduziert. Damit das Ganze noch sportlicher wirkt, wurde der Fahrersitz um einen Zentimeter abgesenkt.

Prototyp mit wenig Fahrkomfort

Der E-Bugster ist – wie der einzelne Buchstabe am Namensanfang andeutet – aber nicht allein ein schnittiger offener Zweisitzer. VW will zugleich zeigen, dass der Elektroantrieb im Fokus vieler Entwicklungen steht. Der strahlend weiße Prototyp des E-Bugster verfügt darum über einen Elektroantrieb, der mit dem des kommenden Elektro-Golf weitgehend identisch ist.

Der E-Motor leistet 85 kW (115 PS) und hat ein maximales Drehmoment von 270 Nm. Damit fährt der E-Bugster schwungvoll an und surrt munter den Hügel hinauf. Mit dem Fahrkomfort des Einzelstücks ist es aber trotz ordentlicher Verarbeitung nicht weit her. Die 20-Zoll-Räder im Retrolook der legendären Fuchsfelge sehen zwar klasse aus, machen den Innovationsträger jedoch ungewöhnlich hart.

Die Batterieanordnung ist gegenüber dem Golf etwas verändert. Das kürzere Zellenpaket befindet sich hinter den Sitzen, "damit der Kofferraum erhalten bleibt", sagt Projektleiter Dzemal Sjenar. Die Batterie wiegt 200 Kilogramm und bringt damit das Auto insgesamt auf 1,4 Tonnen. Das zusätzliche Gewicht über der Hinterachse macht den E-Bugster sogar noch etwas sportlicher, denn die Gewichtsverteilung ist besser als beim Verbrenner. Der E-Bugster unterscheidet sich damit ein wenig von dem elektrisch angetriebenen Beetle-Zweisitzer, den VW im Frühjahr auf der Automesse in Peking gezeigt hatte: Er enthielt einen 80 Kilogramm schweren Akku. Zur Kapazität und Reichweite äußerte sich Sjenar nicht.