VW E-BugsterBeetle-Fans dürfen vom Elektro-Roadster träumen

Erneut kreuzt VW den Beetle mit einem Roadster. Was 2005 über eine Messe-Studie nicht hinaus kam, könnte jetzt eher Chancen auf Serienbau haben – mit Elektroantrieb. von Stefan Grundhoff

Volkswagen hat seine Produktpalette in den vergangenen Jahren eindrucksvoll ausgerollt: Fahrzeuglücken wurden geschlossen und Innovationen platziert. Doch so sehr sich Entwicklung, Produktion und Vorstand über die flächendeckende Einführung des lange geplanten sogenannten modularen Querbaukastens freuen, so wenig geht dem Kunden das Herz auf. VW muss emotionaler werden, die Modelle spannender.

Da kommt die nächste Generation des Beetle Cabrio gerade recht. Es feiert Ende des Jahres seine Messepremiere in Los Angeles , Anfang 2013 kommt es in den Handel. Zugleich dürfen Sonnenanbeter von einer zweiten offenen Version träumen. Ein Speedster-Ableger des VW Beetle scheint keine Spinnerei. Als Elektroversion gibt es sogar schon ein Einzelstück: den E-Bugster.

Anzeige

So maskulin hat man einen Beetle noch nie gesehen. Bullige Schürzen, LED-Haken als Tagfahrlicht und ein nennenswerter Heckspoiler, dazu hohe Schulter und flache Dachlinie: So beeindrucken Sportwagen. Die ausgestellten Radhäuser machen den VW E-Bugster drei Zentimeter breiter als das spätere Beetle-Serienmodell, der Rahmen der Frontscheibe wurde um sechs Zentimeter gekürzt und ihre Neigung um vier auf knapp 55 Grad reduziert. Damit das Ganze noch sportlicher wirkt, wurde der Fahrersitz um einen Zentimeter abgesenkt.

Prototyp mit wenig Fahrkomfort

Der E-Bugster ist – wie der einzelne Buchstabe am Namensanfang andeutet – aber nicht allein ein schnittiger offener Zweisitzer. VW will zugleich zeigen, dass der Elektroantrieb im Fokus vieler Entwicklungen steht. Der strahlend weiße Prototyp des E-Bugster verfügt darum über einen Elektroantrieb, der mit dem des kommenden Elektro-Golf weitgehend identisch ist.

Der E-Motor leistet 85 kW (115 PS) und hat ein maximales Drehmoment von 270 Nm. Damit fährt der E-Bugster schwungvoll an und surrt munter den Hügel hinauf. Mit dem Fahrkomfort des Einzelstücks ist es aber trotz ordentlicher Verarbeitung nicht weit her. Die 20-Zoll-Räder im Retrolook der legendären Fuchsfelge sehen zwar klasse aus, machen den Innovationsträger jedoch ungewöhnlich hart.

Die Batterieanordnung ist gegenüber dem Golf etwas verändert. Das kürzere Zellenpaket befindet sich hinter den Sitzen, "damit der Kofferraum erhalten bleibt", sagt Projektleiter Dzemal Sjenar. Die Batterie wiegt 200 Kilogramm und bringt damit das Auto insgesamt auf 1,4 Tonnen. Das zusätzliche Gewicht über der Hinterachse macht den E-Bugster sogar noch etwas sportlicher, denn die Gewichtsverteilung ist besser als beim Verbrenner. Der E-Bugster unterscheidet sich damit ein wenig von dem elektrisch angetriebenen Beetle-Zweisitzer, den VW im Frühjahr auf der Automesse in Peking gezeigt hatte: Er enthielt einen 80 Kilogramm schweren Akku. Zur Kapazität und Reichweite äußerte sich Sjenar nicht.

Leserkommentare
  1. passt m.E. besser in ein völlig eigenständig entwickeltes E-Auto, welches auch durchaus mutig futuristisch designt werden kann. Die Konstruktion kann so viel besser auf die E-Mobilität eingehen. Wichtig ist hier ein sehr hochwertiger Innenraum, um nicht wie ein "Spardings" zu einem Preis "jenseits von gut und böse" rüberzukommen.

    Beim konventionellen Beetle ist dagegen mehr Schnelligkeit in Motortechnologien gefordert. Letzteres wird nicht durch E-Beetle Bilder gefördert, sondern durch eine Überarbeitung besheriger Technologien. BMW/MINI hat seit Jahren schon Start/Stop und Bremsenergierückgewinnung. Beim Beetle noch Fehlanzeige. Moderne Technologien fangen nicht beim E-Antrieb an. Zwar greifen auch beim Beetle irgendwann solche Dinge nebst Zylinderabschaltung und Hybridierung, aber warum so langsam.

    Eine Studie wie der E-Beetle macht Nichts her, wenn die kaufbare Realität einfach "alt" rüberkommt.

  2. Der alte VW-Kaefer als Cabrio mit Elektromotor - DAS waere sexy, und dafuer wuerde ich Geld ausgeben.

  3. ......statt seines niedersächsischen Pförtners
    einmal einen guten (BMW ?) Designer leisten
    würde, dann wären diese Krucken vielleicht
    sogar verkäuflich...........

  4. völlig misslungen...echt hässliche Kiste.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    nach dem VW Eos wird er wieder den Titel des Gay-Car of the Year abräumen.

    • Zack34
    • 28. Juli 2012 9:33 Uhr

    Mir persönlich gefällt der New Beetle nicht so sehr, ich z.B. hätte gerne die abstehenden Rücklichter wieder gehabt... Weshalb ausgerechnet BMW-Design generell so toll sein solle, erschließt sich in der Sache kaum, zumal andere Kundschaft.

    Den eBugster finde ich dagegen sehr ansprechend, obwohl mehr oder weniger nur die Frontschürze und das fehlende Dach es von der "normalen" Version unterscheiden.

    Aber New beetle ist technisch einfach Golf. Und sein Konzept ist mit einen Frontantrieb untrennbar verbunden.

    Der olle Käfer kann also technisch konzeptuell mitnichten in den Neuen hineingepflanzt werden, schließlich ist es aus wirtschaftlicher Sicht legitim, eine bestehende Platform hierfür zu nutzen, genauso wie es alle anderen Hersteller auch tun.

  5. 14. Boxer

    ich gebe Ihnen recht! Das Design ist gut, der E-Antrieb reine Spielerei! ich könnte mit einem zeei Liter 4-Zyl-TSI Motor leben. besser wäre hinten der Boxer von Subaro!

  6. ...Glückwunsch an den Designer. Aber warum mit einem Elektromotor ?
    Anscheinend will VW den Ökotrip und keine Verkaufszahlen.

  7. noch vor ein paar Tagen wurde Renault wegen seinem Engagements auf dem Sektor der Elektroautos durch den Kakao gezogen - und siehe da, ein Bericht über einen Elekto-VW und schon sieht die Realität ganz anders aus. Natürlich wird man das W-Konzept von Renault einfach übernehmen und kopieren, Entschuldigung : "Allen zugänglich machen"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Volkswagen | Automesse | Elektroantrieb | Los Angeles | Peking
Service