Elektromobilität : Nicht jedes Pedelec ist ein Fahrrad

Fahrer von Elektrorädern sind verunsichert: Besteht Helmpflicht, darf man auf dem Radweg fahren? Das hängt davon ab, ob das Zweirad rechtlich noch als Fahrrad durchgeht.

Der Absatz von Fahrrädern mit Elektromotor wächst kräftig, im vergangenen Jahr wurden hierzulande rund 310.000 Stück verkauft. Allerdings fährt die große Mehrheit noch mit reiner Muskelkraft. So mancher reagiert bisweilen überrascht, wenn er von einem Elektrofahrrad überholt wird. Erst Recht auf einem Radweg. Und auch die Fahrer selbst haben Fragen. Darf man mit einem Pedelec überhaupt hier fahren? Besteht Helmpflicht?

Die Antworten sind nicht ganz eindeutig. Denn zunächst muss geklärt werden, ob das Zweirad noch ein Fahrrad ist. Grundsätzlich haben Elektrofahrräder entweder in der Vorderrad- beziehungsweise Hinterradnabe oder im Tretlager einen mit Strom betriebenen Motor. Doch entscheidend ist die Bauart – und hier gehen die Begriffe teils wild durcheinander: Die einen sprechen von E-Bikes, wenn sie generell Fahrräder mit Elektromotor meinen. Andere gebrauchen diese Bezeichnung, wie hier im Artikel, als Bezeichnung für ganz bestimmte Räder mit Motor. Dann liest man oft auch von sogenannten S-Pedelecs, die offenkundig etwas anderes sind als Pedelecs.

Als Fahrrad im eigentlichen Sinne gilt nur das Pedelec . Sein Elektromotor hat eine Leistung von maximal 250 Watt und unterstützt den Fahrer, wenn dieser auch selbst Muskelkraft aufwendet. Zudem hilft der Motor lediglich bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h mit. Wer schneller fahren will, muss in die Pedale treten. Mit einem solchen Fahrrad darf man ausgeschilderte Radwege benutzen und auch helmfrei fahren. Experten raten aber dazu, den Kopf zu schützen. Pedelecs haben auch kein Versicherungskennzeichen, außerdem gibt es keine Altersbeschränkung.

Diese Regeln gelten auch für Pedelecs mit Anfahr- oder Schiebehilfe – mit einer Ausnahme: Da die Anfahrhilfe dem Zweirad auch ohne Tritt in die Pedale einen Schub von bis zu 6 km/h gibt, schreibt der Gesetzgeber vor, dass Fahrer, die nach dem 1. April 1965 geboren wurden, eine Prüfbescheinigung für Mofas haben müssen. Die ist ab einem Alter von 15 Jahren zu bekommen, im Führerschein der Klasse B (Pkw) ist sie integriert. Ansonsten sind diese Räder mit Anfahrhilfe mit den Pedelecs identisch: Ihr maximal 250 Watt starker Motor hilft bis zu 25 km/h mit, wenn der Fahrer in die Pedale tritt.

Diskussion um Helmpflicht

Stärker ist dagegen das Triebwerk der schnellen Pedelecs, oft nur kurz S-Pedelecs genannt. Ihr Motor darf bis zu 500 Watt haben, er unterstützt den tretenden Radfahrer bis zu einem Tempo von 45 km/h. Daher ist ein S-Pedelec für den Gesetzgeber gar kein Fahrrad mehr, sondern ein Kleinkraftrad, also ein Leichtmofa. Die Folge: Der Hersteller benötigt eine Betriebserlaubnis des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg , der Besitzer muss sein Gefährt versichern und erhält dann ein Versicherungskennzeichen. Zudem schreibt der Gesetzgeber die Mofa-Prüfbescheinigung für Fahrer vor, die nach dem 1. April 1965 geboren sind.

Widersprüchliche Informationen erhält man allerdings, wenn man nach der Helmpflicht für S-Pedelecs fragt. Fragt man beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) oder dem Zweirad-Industrie-Verband (ZIV), erhält man zur Antwort: Eine Helmpflicht bestehe für diese Radkategorie nicht, auch wenn dazu geraten wird. Im Bundesverkehrsministerium werde aber über einen Tragezwang nachgedacht.

Dieser Darstellung widerspricht das Ministerium ausdrücklich: Ein schnelles Pedelec mit Motorunterstützung bis 45 km/h sei ganz eindeutig eine Art Mofa, sagt ein Sprecher. Also müsse ein Helm auf den Kopf – und zwar kein normaler Fahrradhelm. Solche seien für S-Pedelecs nicht ausreichend, es müsse ein Kopfschutz sein, wie ihn etwa Vespa-Fahrer tragen. Sonst verstoße der Pedelec-Nutzer gegen Paragraf 21a der Straßenverkehrsordnung .

Versicherungsschutz für Pedelecs klären

Doch als so klar empfinden nicht alle Beteiligten die Rechtslage. Strittig ist die Auslegung einer Formulierung in dem Paragrafen: Er schreibt die Helmpflicht nur für das Fahren von Krafträdern "mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h" vor. Aus Sicht der Hersteller fallen S-Pedelecs nicht darunter: Die damit maximal möglichen 45 km/h seien nicht bauartbedingt, ohne die Muskelkraft läge das Höchsttempo bei höchstens den erlaubten 20 km/h.

Die Sprecherin des ADFC, Bettina Cibulski, sieht das Verkehrsministerium in der Pflicht, die Straßenverkehrsordnung zu präzisieren. "Wir brauchen klare Regeln, für welche Fahrräder was gilt, sonst werden die Verbraucher völlig verunsichert." Allzu groß ist das Problem allerdings nicht. Die schnellen Pedelecs sind nicht mehr als eine Nische, ihre Verkäufe machen nur wenige Prozent des gesamten Elektrofahrrad-Absatzes aus.

Unumstritten ist dagegen: Mit dem S-Pedelec darf man nicht auf dem Radweg fahren – es sei denn, die Beschilderung hat den Zusatz "Mofas frei". Verbietet ein Schild das Befahren mit Motorkrafträdern ausdrücklich, müssen S-Pedelec-Fahrer einen Umweg machen. Gleiches gilt für Fußgängerzonen, die für Radfahrer freigegeben sind, oder für Einbahnstraßen, die Radfahrer in der Gegenrichtung befahren dürfen: Die Erlaubnis gilt auch für Pedelecs, nicht aber für S-Pedelecs.

Kein Kindersitz aufs E-Bike

Erst recht kein Fahrrad mehr sind die E-Bikes im engeren Sinn. Sie unterscheiden sich von den bisher beschriebenen Zweirädern dadurch, dass der Elektromotor – ebenfalls maximal 500 Watt stark – das Rad auch ohne die eigene Kraft des Fahrers auf Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h antreibt. Solche E-Bikes haben dann entweder einen Knopf oder einen Drehgriff zum Betrieb des Motors.

Anders als auf einem Mofa kann der Fahrer zusätzlich in die Pedale treten und so ein höheres Tempo erreichen. Auch für diese E-Bikes benötigt man ein Versicherungskennzeichen, weil sie in die Kategorie der Kleinkrafträder fallen. Der Fahrer braucht außerdem mindestens die Mofa-Prüfbescheinigung und muss sich von Radwegen fernhalten. Auch hier ist die Helmfrage umstritten. Zu empfehlen ist der Kopfschutz natürlich auch bei diesen Fahrzeugen. Kindersitze und -anhänger dürfen ans E-Bike nicht angebracht werden.

Die schnellen Pedelecs und E-Bikes sind versicherungspflichtig, damit ist der Unfallschutz geregelt. Ansonsten sollten Besitzer bei ihrer privaten Haftpflichtversicherung klären, ob ihr Elektrofahrrad von ihrer Police abgedeckt ist, rät der ADAC . Die Klärung sei insbesondere bei den Pedelecs mit Anfahrhilfe wichtig, da diese streng genommen Kraftfahrzeuge seien. "Die Haftpflichtversicherung zahlt bei einem selbstverschuldeten Unfall nur dann, wenn sich der Versicherungsschutz auch hierauf erstreckt", sagt ADAC-Expertin Bettina Hierath. Pedelecs sollten explizit eingeschlossen sein.

Kommentare

78 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Hilfe Gesetzteslücke deutsche Bürger völlig verunsichert

Elektromotor betriebene Fahrräder in Deutschland und man glaubt es kaum, es gibt kein Gesetz für den Bürger das ihm sagt, was er damit darf und was nicht. Viel schlimmer noch, es gibt kein Gesetz was ihm sagt, was ausdrücklich erlaubt ist. Ja das kann einen Deutschen schon so richtig aus der FAssung bringen, wenn mal keine Verordnung existiert. - Ironie aus.

@15 total humorlos

Ja finde ich lustig, weil ihre Argumentation Unfug ist, denn die Krankenkasse kommt auch für Unfälle im Inland auf, selbst wenn ich diesen fahrlässig mitverschulden sollte. Weiterhin verstehe ich nicht was die weitere Schadensregulierung im Bereich der privaten Haftpflicht mit dem Tragen eines Helmes zu tun haben sollte? Weiterhin ist anzumerken, dass Radsportler sich in Bereichen von 40 km/h durchgängig bewegen, dafür sind aber Radhelme komischerweise ausreichend. Man sieht der deutsche Radfahrer ist total verunsichert.....

Das Helmbeispiel war willkürlich

Ich hatte auch nicht die Krankenkasse im Blick.

Sie brauchen für ein S-Pedelec eine Haftpflichtversicherung. Wenn Sie sich nicht vorschriftsgemäß bewegen, nutzen das Versicherungen regelmäßig, um Zahlungen zu verweigern mit der Begründung, so hätte die Person ja gar nicht am Straßenverkehr teilnehmen dürfen - ergo Mitverschulden. Darum geht es.

Wenn man Regeln für eine bestimmte Fahrzeugklasse aufstellt, müssen diese eindeutig sein - alles andere macht das Benutzen sonst im Ernstfall zum juristischen Glücksspiel. Ist leider so.

Ein Plädoyer für das Helmtragen

Das Equipment ist für jede Tour oder Gebrauch des Fahrrades anders. Doch eines sollte alle Radfahrer tun: Einen Fahrradhelm tragen. Das Tragen eines Helmes ist die wirksame Schutzmaßnahme, die Sie beim Radfahren vor schweren Kopfverletzungen und vielleicht auch Ihr Leben retten kann.

Verzichten Sie auf keinen Fall auf einen Fahrradhelm. Egal ob Sie Brötchen einkaufen fahren, oder eine schnelle Runde am Feierabend. Sie müssen ja nicht mal selbst Schuld haben. Ihr Kopf ist derart empfindlich, dass ein scheinbar harmloser Unfall zu gefährlichen Schädelknochen- und Gehirnverletzungen führen kann.

Die Wahrscheinlichkeiten bei einem kleinen Sturz mit dem Kopf auf das Pflaster oder einen spitzen Stein zu fallen sind und mit einer Gehirnblutung im Krankenhaus zu landen sind sehr hoch. Ihr Kopf mit all seinem Gedächtnis, seiner Leistungsfähigkeit und seiner Intelligenz ist einzigartig und leicht verletzbar.

Grundvoraussetzung für einen wirkungsvollen Schutz ist die Verwendung des richtigen Helmes. Trekking und Cityhelme bieten im Alltagseinsatz und für Wochenendfahrer ausreichend Schutz bei Unfällen. Die heutigen Helme zeichnen sich durch einen hohen Tragekomfort und eine Leichtigkeit aus.
Und sogar preiswerte Fahrradhelme bieten einen guten Schutz. Das hat ein Test des Automobilclubs ADAC im April 2009 gezeigt. Ein Modell für 20 Euro schnitt dabei genauso gut ab, wie die weitaus kostspieligere Konkurrenz.

Ihr Dr. Ralf Hettich

Ach ja ! Ein Plädojer für rücksichtsvolles Fahren !

Grundsätzlich mögen sie ja recht haben. Aber wenn ihre Ausführungen stimmen würden, hätten ganze Generationen das 20. Jahrhundert nur schwerverletzt überlebt. Sie überzeugen mich genauso wenig wie die ständig laufende Werbemaschinerie der Industrie, der Politik und der Polizei. Auch wenn sie das noch, wie jeder Gutachter, der etwas bdeuten will, mit ihrem Akademischen Grad zu untermauern versuchen. Was ich persönlich hier im übrigen lächerlich finde !
Das Problem ist genau wie bei den Autos auch, hauptsächlich der Mensch. Rücksichtslose und viel zu schnelle Fahrweisen bei den Radfahrern und natürlich der Kommerz ! Und im Stadtverkehr nützt mir der Helm so gut wie gar nichts. Da bräuchte ich die Rücksichtnahme aller Autofahrer. Bald werden wir auch über Rückenprotektoren, Ellbogenschützer und Beinumhüllungen diskutieren, weil irgendwelche Orthopäden Gutachten erstellt haben und die Motorradzulieferindustrie neue Absatzmärkte braucht. Vor Zusammenstößen mit LKW's und Autos bräuchten wir dann noch einen Stahlkäfig, wobei man da gleich auch noch über Airbags und Sicherheitsgurte nachdenken sollte.
Wir brauchen gesstzliche Regelungen und entsprechende Kontrollen für ein rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr. Alle anderen Diskussionen sind scheinheilig und lenken von den eigentlichen Problemen ab.

Ihr
Dr. Fahrradfreak

P.S.: Meist Helmträger, der aber eine gesetzliche Verpflichtung lächerlich findet !

ich kann Ihre Ansichten ja verstehen

ich selbst fahre derzeit täglich, und bin in meinem Leben schon ein paar mal gestürzt, z.T. mit Fremdeinwirkung. Alle Unfälle hatten aber eines gemeinsam: Nie hätte ein Helm etwas positives bewirkt, es sei denn ich hätte einen Integralhelm getragen. In einem Fall wäre das zusätzliche Gewicht sogar schlecht gewesen.

Mich selbst wird das Schicksal Helm wohl in 2 jahren ereilen, wenn mein Kind mitbekommen kann, wie Radfahren so abläuft. Freude darüber kommt allerdings nicht auf.

Helmwahn

die meisten Kopfverletzungen entstehen beim Treppensteigen, im Haushalt und bei PKW Unfällen. Radfahren kommt erst viel später in der Statistik.

Folgerichtig fordere ich einen Helmzwang beim Treppensteigen, bei Haushaltsarbeiten und für PKW Fahrer (in der Formel 1 trägt m,an auch Helm)

Weölcher Idiot im Ministerium denkt sich denn so einen Blödsinn aus, dass man im S-Pedelec einen Motorradhelm tragen soll. Um mit einem typischen S-Pedelec in aufrechter Position 45km/h zu fahren muss man sich selbst schon stark anstrengen, da erleidet man unter einem solchen Helm eher einen Hitzschlag als dass der einen vor irgendwas schützen würde.

Wer einen Helm tragen will soll das gerne tun. Aber Vorsicht auf der Treppe!

Ich trage einen Organspendeausweis. Wenns mir tatsächlich beim Radfahren den Schädel zermatscht habe ich immerhin 5-6 anderen Leute was Gutes getan und mir ist es dann auch egal.

mfg

Jawoll

Sie sprechen mir aus dem Herzen.

So hat die Helmpflicht auf Mofas und Mopeds in Deutschland vor allem dazu geführt, dass diese früher alltäglichen Transportmittel praktisch aus dem Alltag verschwunden sind. Eine Helmpflicht für Fahrräder würde zu einem Rückgang der Radfahrer und damit zu einer erhöhten Gefährdung der verbliebenen Radler führen, da ein geringeres Fahrradaufkommen mit einer proportional erhöhten Unfallrate einhergeht.

Mehr Rücksicht seitens der Autofahrer wäre sicherlich wünschenswert. Manchmal frage ich mich echt, ob die alle glauben, man würde sich als Radfahrer in einer engen Straße einfach in Luft auflösen. Die Straßen gehören den Autofahrern nicht alleine.

Fahrradwege.

Es ist nicht nur ein Problem der Fahrer, sondern auch der Wege, auf denen die Radler teilweise fahren MÜSSEN, auch wenn sie völlig gefährlich sind. Ich will sie gar nicht Fahrradwege nennen. Eine Baumreihe/ein Gebüsch zwischen Radweg und Straße mag ja ganz nett aussehen, ist beim Abbiegen der Autofahrer aber auch extrem gefährlich. Ich denke, bei der Infrastruktur muss man als erstes ansetzen, dann wird der Helm, außerbei Fahrfehler, fast überflüssig. Und mit dem Rad ungefährdet durch die Stadt rasen kann man dann auch wieder (darauf läuft es hinaus, wenn eine Vielzahl der Radler von E-Motoren unterstützt wird).

Noch schlimmer ....

... als die "eingeheckten" Fahrradwege empfinde ich gerade in Grossstädten die gutgemeinten, aber letztendlich krampfhaften Versuche der Verkehrsplaner, den Bürgersteig zu splitten und einen mit Rosa-Klinkersteinchen markierten Fahrradweg zu schaffen.
Dieser führt dann um jede Packbucht herum, kreuzt uneinsehbar jede Einfahrt und führt zu ständigen Diskussionen mit den Fussgängern.

Verzichten!

zitat: "ich selbst fahre derzeit täglich, und bin in meinem Leben schon ein paar mal gestürzt, z.T. mit Fremdeinwirkung. Alle Unfälle hatten aber eines gemeinsam: Nie hätte ein Helm etwas positives bewirkt, es sei denn ich hätte einen Integralhelm getragen. In einem Fall wäre das zusätzliche Gewicht sogar schlecht gewesen.

Mich selbst wird das Schicksal Helm wohl in 2 jahren ereilen, wenn mein Kind mitbekommen kann, wie Radfahren so abläuft. Freude darüber kommt allerdings nicht auf."
--
Wenn bei Ihren Unfällen ein Helm nie etwas positives bewirkt hat, warum soll dann Ihr Kind einen tragen? Verzichten Sie drauf!

Antwort:

Nichtradfahrer.

In meiner Wahlheimatstadt ist es sogar seitens der Verkehrsverwaltung nicht unüblich, Radwege und Radverbote vergesellschaftet mit Einbahnstraßen so anzulegen, dass man an manchen Stellen keine legale Möglichkeit hat, von A nach B zu kommen, höchstens unter Inkaufnahme eines Umweges, der im Umfang die eigentliche Entfernung locker verfünffacht.

Die ollen Klinker erfreuen sich auch großer Beliebtheit, weniger bei den Radfahrern, eher bei der Verwaltung.

Klinker sind doch noch gar nichts, Könner können das besser.

Den Vogel hat hier die Nachbargemeinde abgeschossen: grober Kies auf Sandbett als ausgeschilderten Fahrradweg. Selbst ein dicker Mountainbikereifen versinkt im groben Kies und darf sich durch den Sand der darunter liegt wühlen (und die groben Kiesel dabei zur Seite schieben). Der Sand in der Kette ist dabei als Sahnehaube auf dem Fahrradweg zu betrachten.

Auf dem parallel verlaufenden Hochwasserdamm könnte man auch mal diesen feinen Rollerbladeasphalt auftragen anstatt einer "wassergebundenen Decke" (Euphemismus für Dreck, hohen Rollwiderstand, Wasserlöcher, im Winter unfahrbar weil unräumbar, Schlaglöcher etc).

Die Unsitte Fahrradwege auf Fußwegen anzulegen führt auch dazu dass man an *jeder* Querstraße einen kräftigen Stoß in die Handgelenke bekommt da der Bürgersteig nicht komplett abgesenkt ist (damit die Blinden wissen wo die Straße anfängt)...grrrr

Auch ist in offensichtlich jeder Gemeinde jemand anderes für die Blauschildaufstellung zuständig. Fährt man nun eine längere, unbekannte Strecke muss man sich immer fragen "halte ich mich an die Regel und bringt mich der Fahrradweg voran oder ist das hier wieder eine Gemeinde wo jemand fürs Fahrradschildaufstellen zuständig ist der keine Ahnung hat und mich mit der Kirche ums Dorf schicken will?".

Irgendwann habe ich aufgegeben und bin nur noch den Autoschildern gefolgt, die führen nämlich (bis auf die ein oder andere Umgehungsstraße) immer auf direktem Weg zum Ziel.

Unklare Gesetzeslage

Das Thema Elektromobilität beschäftigt mich beruflich schon seit einiger Zeit. Anfragen beim BMVBS werden nicht beantwortet. Der Kunde/Fahrer lebt mit einer unklaren Gesetzteslage und ist somit der Willkür ausgesetzt.
Der Verkehrsgerichtstag ging meiner Meinung nach in die richtige Richtung.
Aber auch der Branchenverband der Versicherungswirtschaft hinkt der Entwicklung hinterher und ist quasi nicht existent. Der Gesetzgeber muß daher schnell handeln und vertretbare Richtlinien aufstellen. Im übrigen fährt auch ein S-Pedelec nicht von alleine sondern arbeitet nur mit Tretunterstützung.

25 km/h

Das schaffe ich auch ohne Motor.

Warum junge gesunde Menschen wie die Dame auf dem Bild beim Radfahren elektromotorischer Unterstützung bedürfen, wird wohl das Geheimnis einer erfolgreichen Marketingstrategie bleiben.

Wie sinnvoll ein Fahrradhelm ist, der, wenn er aus ca. einem Meter Höhe auf den Boden gefallen ist, ausgetauscht werden sollte (laut Hersteller), ist mir auch noch nicht klar geworden (ich trage trotzdem meistens einen).

Freie Entscheidung

Wie so oft leider immer ein wenig Spott und Häme im Spiel.

Wie bereits geschrieben: Ein Pedelec ist ein Fahrrad mit einem Akku, den man zuschalten kann, baber nicht muss. getrampelt werden muss trotzdem!

Warum diese junge Dame mit einem Pedelec fährt?

- Weil es ein freies Land ist und Sie tun kann was Sie will

- Weil Sie das nötige Kleingeld hat

- Weil es Ihr Spaß macht

- Weil Sie vielleicht bereits im jungen Alter gesundheitliche Probleme hat; das gibt es nämlich auch

- Weil Sie, wenn Sie auf dem Weg zu Arbeit wäre, dort nicht ganz so geschwitzt ankommt als mit dem normalen Bike

- Weil Sie mit dem Akkumotor einen erheblichen grösseren Radius hat

- Weil Sie mit Akku auf einen enorme Zeitersparnis hat, wenn Sie diesen dazuschaltet und trotzdem tüchtig tritt dabei; hierbei sollte Sie aber die Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten:-)

- Weil Sie ein dickes Fell hat und sich trotz der "Oma"-Sprüche auf's Pedelec setzt

und:

- Und weil es Ihr einen Riesenspaß macht, die Herren der Radwege - Rennradler, Mountainbiker sowie verbissene, sportliche Herren im fortgeschrittenen Alter (mit oder ohne nacktem Oberkörper) - zu necken, insbesondere wenn diese nicht auf den ersten Blick merken, das Sie ein Wettrennen mit einem Pedelec fahren...

Aber mal Gegenspott beiseite:

Jeder Radler, der mit normalen Rad oder mit Pedelec (Akku die ganze Zeit an oder nur dort wo man Ihn braucht) unterwegs ist, ist ein Autofahrer weniger, und nur das zählt!!!!!

Nutzen

Ich schaffe 25km/h auch ohne Motor, auch mehr, wenns sein muss.

Aber warum soll ich mich auf dem Weg zur Arbeit anstrengen und danach durchgeschwitzt sein? Mit dem Pedelec rege ich den Kreislauf an und bewege mich morgens und das geht mit Pedelec ganz angenhem bei +35°C und bei -20°C und 20cm Neuschnee. (dann mit Allrad und Spikereifen)

Arbeitsweg ist Arbeitsweg und Sport ist Sport.

Off-topic

Wenn Sie den Unterschied zwischen "Sie" und "sie" beim Kommentarschreiben berücksichtigen würden, wäre Ihr Kommentar wesentlich leichter zu lesen.

Zum Thema: Ja, Sie haben natürlich mit Ihren Ausführungen recht, diese Belehrung war für mich nicht notwendig.

Ich wundere mich aber _trotzdem_ darüber. Mir wäre es um das Geld viel zu schade - und es beraubte mich des Vergnügens, mich an der frischen Luft zu bewegen. Wie gesagt, wenn man eh nur auf 25 km/h kommen darf, erhöht sich weder der Aktionsradius, noch ist man schneller im Büro, man gibt nur Geld dafür aus, etwas weniger strampeln zu müssen (für viele Schreibtischtäter die einzige körperliche Beanspruchung am Tag).

Nicht schneller im Büro?

Das kommt auf die Topographie an - wenn Sie Steigungen haben, sieht die Sache schon anders aus: Bergauf fahren Sie mit moderater Anstrengung dennoch 25 bergab - ohne Unterstützung bei moderatter Anstrengung z.B. 30. In der Ebene fahren Sie dann locker 25 ohne ins Schwitzen zu kommen. Das ist wunderbares GA 1-Training - im Unterschied zum Auto-, Moped- oder Bahnfahren, wo man nur rumsitzt.

Und zurück...

Thema Rechtschreibung:
Wenn es verwirrt hat weil ich die Gross- bzw. Kleinschreibung nicht beachtet habe, so tut's mir leid! Obwohl ich mich sehr über die Jugend bei uns im Lande aufrege - Lesen, Schreiben und Rechnen mangelhaft -, bin ich doch selbst eher nachlässig was meine eigenen Online-Kommentare betrifft. Aber alles vorher in Word einzutippen mit Rechtschreibprüfung, sorry, keine Zeit:-(

Thema Belehrung:
Ich wollte Sie -direkt- nicht unbedingt belehren, tut mir leid wenn es so rüberkommt, ich habe einfach mal aus der Tasche die Vorteile rausgezaubert, die für mich eigentlich so klar und einleuchtend sind, das ich diese ewigen Diskussionen über Sinn und Unsinn des unterstützten Radfahrens inkl. der Angriffe seitens der etablierten Radfahrer nicht nachvollziehen kann.

Thema Geld:
Muss jeder selbst entscheiden, die ALternative zum Auto kostet auch immer Geld, ein gutes Fahrer kostet 1000 EURO, ein gutes Pedelec ab 2000 EURO.

Thema frische Luft und Bewegung:
Ein Pedelec-Radler ist ebenso an der frischen Luft wie Sie und bewegt sich ebenfalls, wenn benötigt auch mit Unterstützung!

Thema Schneller oder langsamer:
Wenn Sie gut zu Rad sind, kompliment. Ich eigentlich auch, aber ich werde älter und brauche mehr Regenarationszeit.
Bin leider keine 20 mehr.
Wenn ich hinter dem Pedelec meiner Frau einen Berg oder eine lange Steigung hochfahren, merke ich was das bisschen Unterstüzung ausmacht. I.d.R. werde ich von Ihr hochgezogen:-)

Gegend

Sollte Ihre Sonne den Hafen in Emden bescheinen, kann ich nur sagen, dass nicht überall in Deutschland Ostfriesland ist. Und da gibt es sogar mal 50 oder 100 Meter, die entweder absteigen oder großes Training voraussetzen. Also warum nicht gleich eine Alternative zum Auto oder Verbrennerzweirad.

Zumal allein dei ertsen Stufen für Bessers sein können. Ein leichtes Rad welches auch Fahrspass bietet, einfür die Spitzen zuschaltbarer Antrieb, der sich beim Anfahren wieder auflädt und 90 % meiner Wege mit dem Auto wären überflüssig.

nicht als Angriff

Ja, dann passt es schon. Ich möchte das auch nicht als Angriff oder entweder-oder verstanden wissen. Natürlich ist es besser, wenn jemand körperlich nicht mehr so fit ist oder in einer Gegend mit vielen Steigungen wohnt, wenn er unterstützt mit dem Rad unterwegs ist, als wenn er Auto fährt.

Das Bild zeigt aber eine agil wirkende Frau in Berlin. Da frage ich mich schon, warum solche Artikel immer mit solchen jugendlichen Sympathieträgern bebildert sind, ob damit die Pedelecerei einer bislang uninteressierten zielgruppe nähergebracht werden soll - die vermeintlichen Großstadthipster nämlich. In Berlin dürfte der Profit durch eine Motorunterstützung noch mit am geringsten ausfallen. Auf den Radwegen eumelt mit Sicherheit immer irgendein Mädchen vor einem her, das konsequent über jede rote Ampel fährt und daher immer wieder überholt werden muss.

Geld: Da ich kein Auto habe, leiste ich mir den Luxus, mein Fahrrad gut auszustatten und zu pflegen. Ich meinte allerdings eher den eigenen Geldbeutel wg. Strom (sicher, viel wird das nicht sein) sowie Umweltfolgekosten infolge der Altakkuberge, die sich vor meinem geistigen Auge türmen. Aber das kann man sicherlich nur kritisieren, wenn Leute vom emissionsfreien Fahrrad aufs Pedelec umsteigen, nicht wenn sie vom Auto umsteigen.

Nicht hilfreich

So Begriffe wie "Großstadthipster" (die fahren bestimmt nicht mit einem E-Bike von der Stange rum) und Bemerkungen von der Art "konsequent über jede rote Ampel fährt" finde ich nicht wirklich hilfreich.

Ich ärgere mich auch über Radler, der bei Rot über die Ampel fährt, weil es Wasser auf die Mühlen der Autofahrer ist, aber deswegen sollte man nicht jeden Berliner unter Generalverdacht stellen. Schade, dass auch Radfahrer untereinander nicht solidarischer sind.

Ansonsten würde ich an einem einzigen Bild nicht den Sinn oder Unsinn dieser Räder fest machen wollen.

Kein Thema;-)

Bitte auch meine forschen Sprüche nicht auf die Goldwaage legen:-))

Beachten Sie bitte: Das Bild ist ein Archivbild und wurde nun zum x-mal in einem Artikel dazugelinkt. Ob es nun passt oder nicht, auf jeden Fall regt es die Diskussion an und zeigt das auch jüngere damit unterwegs sind. Der Verdacht der Marketingmaßnahme ist vielleicht nicht von der Hand zu weisne, aber wenn mehr fahren dann sinken zwangsläufig die Preise.

In Berlin war ich letztens noch geschäftlich, man schimpft zwar oft über unsere Hauptstadt, aber die Kombination Radfahrer - Nahverkehr - etc. hat mir sehr gut gefallen. Ich habe nicht damit gerechnet am Brandenburger Tor von Radfahrer über den Haufen gefahren zu werden;-)
Ob man hier mit Akku fahren muss, muss jeder selbst sehen.
Eine kombinierte Fahrt S-Bahn mit Radmitnahme und anschliessendem Fahrradfahren ist auch nett.

Zum Thema Akku-Entsorgung: Ist ein Thema, bleibt ein Thema,
muss geklärt werden!
Wenn Sie Sorgen wegen des Strompreises haben: Bisher minimal bei uns zu Hause. Sie können natürlich noch 2000 EURO für ein Riese&Müller Pedelec drauflegen und Sie bekommen einen Akku, den Sie auch während des Fahrens wieder aufladen können.

Was bleibt ist ein Wehmutstropfen: Die Unterbringung des Fahrrads ausserhalb des Zuhauses, z.B. Schule, Uni, Biergarten.
2000 EURO und mehr sind natürlich ein lohnendes Ziel, zumal die Spitzfinger selbst vor 50 EURO-Klapperrädern nicht haltmachen.

mache ich ja gar nicht

Ach, dann haben Sie das falsch verstanden. Natürlich fahren nicht alle Radfahrer über alle roten Ampeln (ich z.B. eigentlich nie, nicht mal nachts), ich habe nur ein unter Radfahrern eigentlich bekanntes Phänomen angerissen: Man fährt hinter beschriebenem Mädchen (kann natürlich auch ein Typ sein) her, das nicht nur deutlich langsamer ist als man selbst (das ist natürlich kein Problem - ich hab ja kein Recht auf meine Geschwindigkeit), sondern die ganze Breite des Radwegs in unberechenbarer Eierei ausnützt, was ein Überholen unmöglich macht (übrigens ein echter Nachteil abgegrenzter Radwege). Klingeln wird ignoriert bzw. gar nicht bemerkt, weil mittels Kopfhörer Musik gehört wird. Dann gelingt es endlich doch, das Überholen. Und schon wird man an der nächsten Ampel wieder überholt, weil man brav stehengeblieben ist. Ist mir auf der Danziger Straße schon hundertmal passiert (nein, ich übertreibe nicht).

Arbeitsweg *und* Sport

Als Büroarbeiter freut man sich doch über etwas Bewegung an der frischen Luft, also fährt man mit dem Rad. Dabei steht man ständig vor Rot rum, wozu da der E-Antrieb gut sein soll, erschliesst sich mir nicht.

Ausnahme ist natürlich die Steigung. Oben wohnen und unten arbeiten ist ok: morgens im Halbschlaf runter und abends mit voller Kraft wieder rauf (und danach duschen), das geht gut. Andersherum gehts gar nicht.

Materialermüdung

wie sehr schützt mich ein Helm, der nicht mal einen "Sturz" aus 1m Höhe mit einfacher Fallgeschwindigkeit übersteht, wenn ich mit 25 km/h einen Unfall mit einem 45 km/h schnellen Auto (gefühlte Durchschnittsgeschwindigkeit in Tempo-30-Zonen) habe?!?

Der Helm "übersteht" den Sturz aus 1m Höhe durchaus. Ich bin kein Fahrradhelmexperte, aber generell kann ein Material durch mechanische Belastungen unterhalb der eigentlichen Festigkeit (unkritische Belastungen) ermüden kann, was dann letztendlich zum Versagen des Materials führt.
Auf den Fahrradhelm bezogen: Angenommen, der Helm ist prinzipiell für eine Aufprallgeschwindigkeit von 50 km/h ausgelegt, so kann es sein, dass durch Ermüdungserscheinungen der Helm bereits bei 30 km/h versagt.
Wahrscheinlich (wie gesagt, ich bin kein Helmexperte) kann ein Helm auch nach einem geringen Sturz noch verwendet werden, aber ein Hersteller wird den Teufel tun und dies so kommunizieren, da er im Zweifel in Haftung genommen werden kann.

Müde Diskussion, nicht..

...Materialermüdung.

Wegen dem "angenommen der Helm ist auf 50 km/h ausgelegt".

Das ist nämlich gar kein Helm, weil keine Halswirbelsäule dafür "ausgelegt" ist. Darum werden auch Helme, die für ganz akrobatisch aggierende Motorradfahrer gemacht sind, nur mit einem geradezu jämmerlich wirkenden Prüfgewicht auf Schlagfestigkeit geprüft.
Das Problem liegt eigentlich in den Späten 70er, als für Motorräder die Helmpflicht eingeführt wurde. Es gab zwar auch da kaum nenneswerte Zahlen tödlicher Kopfverletzungen, außer bei Mofafahrern, warum die dann auch irgendwann zum Helm tragen verpflichtet wurden, aber hauptsächlich dürfte das unschöne Bild, einer an sich zwar tödlichen, aber kaum ursächlichen für den Tot von Motorradfahrern bestehenden Verlezung, verantwortliche sein. Ist zwar etwas spekulativ, aber mit Helm sieht das einfach nicht so abschreckend aus, tot waren die meisten damals schon, mit wie ohne Helm.
Bis auf die Mofafahrer, die waren nie schnell genug gewesen um sich auch andere tödliche Verletzungen zuzuziehen.

Wie auch schon auf der ersten Seite der Kommentare zu lesen ist, gibt es zwar Angaben zu Geschwindigkeiten dre farzeuge die in eienm Zusammenhang mit dem jeweiligen Helm stehen, die sind aber ziemliche Makulatur, denn es gilt wie zu Einführung der Eisenbahn : "Geschwindigkeiten über 40km/h sind tödlich !" Zumindest potentiell.
So schnell wie die Technik, ändert sich die Anatomie nämlich nicht.