Der neue Ford Focus mit 1,0-Liter-Dreizylindermotor © Christoph M. Schwarzer

Der Dreizylindermotor im Ford Focus 1.0 klingt gut. Wenn er denn überhaupt akustisch präsent ist. Selbst bei Vollgas ist das Laufgeräusch gut gedämmt. Unangenehme Vibrationen bleiben aus, was besonders im Vergleich zu einem modernen Diesel deutlich wird. Freunde des Motorradfahrens fühlen sich an den Sound einer britischen Triumph erinnert – nur eben viel leiser, in Watte gepackt und turbinenartig.

Offenbar waren die Entwicklungsingenieure von der Angst getrieben, die neue Maschine könnte potenzielle Käufer durch Störfrequenzen abschrecken. Doch die Sorge, mit einem Dreizylindermotor würde eine Rüttelmaschine in die Kompaktklasse einziehen, ist unbegründet. Das ist auch eine gute Botschaft an alle, die mit Schrecken an die allgemeine Verbreitung des Dreizylindermotors denken, zum Beispiel in kommenden BMWs wie dem 1er oder dem Hybrid-Sportwagen i8.

Dazu kommt: Der Ford-Motor hat Kraft. 92 kW (125 PS) leistet die nur 998 Kubikzentimeter große Maschine. Der Testwagen, ein 1.316 Kilogramm schwerer Focus Turnier , also ein Kombi, war damit jederzeit freudvoll unterwegs. Der Hersteller gibt 11,5 Sekunden für den Standardspurt auf 100 km/h sowie eine Spitzengeschwindigkeit von 193 km/h an. Wem das nicht reicht, dem reichen auch 300 PS nicht. Zumal das maximale Drehmoment von 170 Newtonmetern bereits bei 1.500 Umdrehungen pro Minute anliegt und so eine entspannte Fahrweise ermöglicht.

Eine noch wichtigere Werksangabe: der Normverbrauch. Er liegt bei 5,1 Litern Benzin auf 100 Kilometer, was einem Kohlendioxid-Ausstoß von 117 Gramm je Kilometer entspricht. Beim neuen Focus geht es nämlich vor allem ums Spritsparen, und zwar durch das sogenannte Downsizing. Einst durch den von Greenpeace zum Modell SmILE ("small, intelligent, light, efficient") umgebauten Renault Twingo vorexerziert, setzen inzwischen viele Autobauer auf die Kombination aus wenig Hubraum und Turbolader.

Im Praxistest von ZEIT ONLINE verbrauchte der Ford Focus 1.0 Ecoboost Turnier im Schnitt sechs Liter. Ein respektabler Wert für ein ausgewachsenes und mit 584 Kilogramm Zuladung voll familientaugliches Auto. Dass hier tatsächlich ein Fortschritt erzielt wurde, zeigt der Vergleich mit den beim Verbraucherportal www.spritmonitor.de eingetragenen Werten: Lässt man sich hier sämtliche Ford Focus anzeigen, ergibt sich ein Durchschnittsverbrauch von 8,25 Litern Benzin. Der Testwagen liegt rund 28 Prozent darunter.