Hyundai i30 cwKorea-Konkurrent für den Golf-Kombi

Der neue VW Golf steht vor dem Marktstart, und Hyundai bringt sich in Stellung: Die Kombi-Variante des i30 ist geräumig, der Basismotor aber träge. von Stefan Grundhoff

Hyundai i30 cw

Hyundai i30 cw  |  © Hersteller

Wenn man dem VW Golf, dem Marktführer in der Kompaktklasse, überhaupt mit Erfolg Konkurrenz machen kann, dann bei der Kombivariante. Diese Ausführung führt in der Golf-Palette seit Jahren ein Mauerblümchen-Dasein: In den Verkaufszahlen der kompakten Kombis liegen Ford Focus Turnier und Opel Astra Caravan bisweilen vor dem Golf Variant.

Jetzt bekommen der Wolfsburger und seine Mitbewerber einen neuen gefährlichen Gegner: Der neue Hyundai i30 cw ist nicht nur praktisch, er sieht auch noch richtig gut aus. Zudem dürfte der Grundpreis von 17.290 Euro für das Basismodell Hyundai i30 cw 1.4 Classic mit 99 PS zahlreiche Interessenten anlocken. Der leistungsstärkere 135-PS-Benziner startet bei 20.810 Euro.

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Hyundai bringt den i30 cw als größeres Schwestermodell des i30 nicht einmal ein halbes Jahr nach der Einführung der fünftürigen Schrägheckversion – ein weiteres Zeichen dafür, dass die Kombis, die nach ihrer verkaufsstarken Zeit in den 1980er und 1990er Jahren von Vans und SUVs an den Rand gedrängt worden waren, wieder stärker im Kommen sind. Der i30 cw ist 19 Zentimeter länger als die Limousine und kommt so auf 4,49 Meter Gesamtlänge.

Viel Platz, komfortables Fahrwerk

Das Plus kommt zum einen den Passagieren im Fond zugute. Selbst zwei groß gewachsene Insassen können bequem in der zweiten Reihe sitzen. Notfalls klappt das auch für drei Personen. Allerdings sollte man nicht vergessen, dass der i30 cw immer noch ein Kompaktklasse-Kombi ist und kein Raumwunder für Großfamilien. Aber zwei Erwachsenen mit zwei Kindern bietet er viel Platz.

Zum anderen wartet der Koreaner mit einem großen Laderaum auf. Das Fassungsvermögen beträgt 528 Liter. Ist die Rückbank umgelegt und damit dem Ladeboden gleichgemacht, erreicht das Volumen mit 1.642 Litern fast schon Mittelklasse-Niveau – der Vorgänger bot bis zu 1.395 Liter.

Das Fahrwerk ist so abgestimmt, wie man es von einem Familienkombi erwartet: nicht zu hart und keinesfalls zu schwammig. So lässt man sich auch längere Touren ins Wochenende oder den Urlaub gefallen. Die in drei Härtegraden verstellbare elektronische Lenkung ist zwar eine prima Idee, sie ist aber in keinem der drei Fahrmodi wirklich stimmig. Die Rückmeldung sollte in jedem Fall besser sein.

Leserkommentare
  1. schöne, neue & globale Welt.
    Vor gut 20 Jahren hat man für das gleiche Geld einen neuen BMW 520er bekommen.

    Aber man zahlt heute meines Erachtens viel Geld dafür, dass man mit der Umgebung verschmilzt.

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    • Calzone
    • 29. August 2012 13:18 Uhr

    Zitat
    "Aber man zahlt heute meines Erachtens viel Geld dafür, dass man mit der Umgebung verschmilzt."

    Eher das Gegenteil ist der Fall.

    Mit einem Hyundai, womöglich noch in Farbe, sind Sie heute das Gesicht in der Menge. Der gesichtslose Einheitsbrei ist Golf in möglichen Grautönen.

    Und die Inflation hat nicht stattgefunden?
    Abgesehen davon ist der Hyundai dem BMW was Ausstattung,Platz und Sicherheit betrifft haushoch überlegen. Solche Vergleiche sind daher ziemlich sinnfrei.

  2. "kann nur die grundlegenden Bedürfnisse an ein Fortkommen befriedigen"

    Wann findet denn mal ein Umdenken in den Auto-Redaktionen statt? Das Heizen von Ampel zu Ampel muss doch nicht auch noch intellektuell unterstützt werden!

    Ich finde alles über 100 PS Schwachsinn. Eigentlich würde noch viel weniger reichen. Hätten wir ein Tempolimit, würden auch 75 PS völlig reichen.

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    ...reicht anderen vielleicht noch lange nicht. Das hat weder etwas mit rasen von Ampel zu Ampel, noch mit irgendeinen Tempolimit zu tun. Es ist ganz einfach eine Frage des Komforts. Diesen hat man als Vielfahrer mit einem 75PS-Gefährt nicht, das gefühlte vier Minuten benötigt und schnaufend lospoltert bis es 100km/h erreicht.

    Nach Ihrer Tempolimit-Logik (falls man das so nennen kann) dürfte es in anderen Ländern mit Tempolimit nur solche 75-100PS Autos geben. Warum ist das nicht so?

    Vielleicht haben andere Menschen auch andere Anforderungen als Sie? Sehr anmaßend das als Schwachsinn zu bezeichnen.

    In fast allen Ländern gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung, trotzdem verkaufen sich die höher motorisierten Varianten wie beschnitten Brot. Die Beschleunigungsleistung ist halt auch ein wichtiger Faktor. Besser wäre es, wieder die Haftpflicht oder die Steuer von der Motorleistung abhängig zu machen. Dann gäbe auch einen gewichtigen Grund, die kleinen Motoren zu fahren und für die Hersteller ernsthaft beim Gewicht abzuspecken.

    Wenn die Messwerte stimmen, sehe ich eigentlich keinen guten Grund diesen Koreaner zu kaufen. Der Preis bewegt sich mittlerweile auf Augenhöhe mit der deutschen Konkurrenz. Der Verbrauch ist aber viel zu hoch.

    • Calzone
    • 29. August 2012 13:18 Uhr

    Zitat
    "Aber man zahlt heute meines Erachtens viel Geld dafür, dass man mit der Umgebung verschmilzt."

    Eher das Gegenteil ist der Fall.

    Mit einem Hyundai, womöglich noch in Farbe, sind Sie heute das Gesicht in der Menge. Der gesichtslose Einheitsbrei ist Golf in möglichen Grautönen.

    • Zack34
    • 29. August 2012 13:38 Uhr
  3. ...reicht anderen vielleicht noch lange nicht. Das hat weder etwas mit rasen von Ampel zu Ampel, noch mit irgendeinen Tempolimit zu tun. Es ist ganz einfach eine Frage des Komforts. Diesen hat man als Vielfahrer mit einem 75PS-Gefährt nicht, das gefühlte vier Minuten benötigt und schnaufend lospoltert bis es 100km/h erreicht.

    Nach Ihrer Tempolimit-Logik (falls man das so nennen kann) dürfte es in anderen Ländern mit Tempolimit nur solche 75-100PS Autos geben. Warum ist das nicht so?

    Vielleicht haben andere Menschen auch andere Anforderungen als Sie? Sehr anmaßend das als Schwachsinn zu bezeichnen.

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    Merkwürdig dass immer wieder damit argumentiert wird man wäre "Vielfahrer" und bräuchte deshalb größere oder stärkere Autos. Umweltpolitisch sollten doch gerade Vielfahrer in Frage gestellt oder zumindest verpflichtet werden , möglichst sparsam unterwegs zu sein.

    Über Komfort lässt sich streiten. Wie oft müssen Sie denn beschleunigen? Auf der Autobahn doch nur, um beim Wechsel der Spuren die Geschwindigkeit anzupassen. Und das wäre bei einem Tempolimit in wesentlich geringerem Maß notwendig. Es geht also doch nur darum, von Ampel zu Ampel zu hetzen.

    ... auf eine schlüssige Erklärung, warum man die vielen PS "braucht". Ich bin auch "Vielfahrer" und bin jahrzehntelang ganz prima mit ganz wenig PS ausgekommen.

  4. In fast allen Ländern gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung, trotzdem verkaufen sich die höher motorisierten Varianten wie beschnitten Brot. Die Beschleunigungsleistung ist halt auch ein wichtiger Faktor. Besser wäre es, wieder die Haftpflicht oder die Steuer von der Motorleistung abhängig zu machen. Dann gäbe auch einen gewichtigen Grund, die kleinen Motoren zu fahren und für die Hersteller ernsthaft beim Gewicht abzuspecken.

    Wenn die Messwerte stimmen, sehe ich eigentlich keinen guten Grund diesen Koreaner zu kaufen. Der Preis bewegt sich mittlerweile auf Augenhöhe mit der deutschen Konkurrenz. Der Verbrauch ist aber viel zu hoch.

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    "beschnitten Brot"

    Jetzt also auch schon beim Brot...

    :-)

    • Quirke
    • 05. September 2012 9:00 Uhr

    Lieber "Mathematiker",sie haben sich wohl durch die aktuelle Beschneidungsdiskussione verwirren lassen; Brot wird nicht be-, sondern ge-schnitten.

  5. Merkwürdig dass immer wieder damit argumentiert wird man wäre "Vielfahrer" und bräuchte deshalb größere oder stärkere Autos. Umweltpolitisch sollten doch gerade Vielfahrer in Frage gestellt oder zumindest verpflichtet werden , möglichst sparsam unterwegs zu sein.

    Über Komfort lässt sich streiten. Wie oft müssen Sie denn beschleunigen? Auf der Autobahn doch nur, um beim Wechsel der Spuren die Geschwindigkeit anzupassen. Und das wäre bei einem Tempolimit in wesentlich geringerem Maß notwendig. Es geht also doch nur darum, von Ampel zu Ampel zu hetzen.

    Antwort auf "Was Ihnen reicht..."
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    Denken Sie ich (und Millionen andere) fahren nur aus Spaß? Und die Sparsamkeit und die Fahrleistungen zwangsläufig anhand der Fahrzeuggröße und der der PS-Zahl abzuleiten ist zweifelhaft. Manch 60PS-Kleinwagen verbraucht heute real wie eine 160PS-Mittelklasselimousine (BMW 320d ED).

    Ich muss oft beschleunigen. An Ampeln, an Ortsausgängen, nach Kurven, bei Überholvorgängen uvm. Da ist eine gewisse subjektive Leistungsreserve Komfortsache und hat mit rasen nichts zu tun. Ich fahre mit 5,6L im Schnitt bei 170PS.
    Ein Tempolimit hat hiermit rein gar nichts zu tun. Ich muss dieses ja auch nicht ausnutzen. Warum bieten viele deutsche Hersteller in den USA (wo es strenge Geschwindigkeitsbegrenzungen und Kontrollen gibt) nur relativ Große Motoren (bei BMW zB 328i oder den 2.0 TFSI bei Audi) an? Wäre ja nicht notwendig.

    dass Sie anderen vorschreiben was für ein Auto sie zu fahren haben? Fahren Sie doch einfach ein Auto mit der Leistung, die Sie für angemessen halten und lassen Sie das andere auch für sich entscheiden.
    Es ist eine unerträgliche Eigenart von vielen Autokritikern, Vegetariern und sonstigen Bessermenschen anderen ihr eigenes Verhalten aufzwingen zu wollen. Gestehen Sie doch bitte die Freiheit, die Ihnen dieses Land gibt auch Ihren Mitmenschen zu.

    Und wenn jetzt wieder kommt: "Große Autos, die viel Treibstoff verbrauchen betreffen mich aber auch." Ja das stimmt, genauso betrifft es den Rest der Gesellschaft aber wenn Sie Geld, das sie hier verdienen nach Rumänien oder Korea transferieren um günstige Importautos zu kaufen. Und trotzdem will Ihnen das niemand verbieten.

    • Zack34
    • 29. August 2012 15:36 Uhr


    Schwachsinn... ist vor allem, eine nominelle Grenze für die max. (!) Motorleistung unterschiedlicher Fahrzeuge (= unterschiedliche, zu bewegende Massen) auf Biegen und Brechen festlegen, und gar allen verordnen zu wollen.

    Zumal: die max. Leistung steht nicht die ganze Zeit z.Vfg., d.h. auch ein Fahrzeug mit "200PS-Motor" kann sehr wohl sehr sparsam gefahren werden, nämlich dann, wenn es mit geringer und konstaner Geschwindigkeit gleitet. Dafür ist letztendlich der Fahrer selbst verantwortlich. Interessanterweise ist just das Letztere die Sache, die vielen nicht in den Kopf will. Manche sagen, das hat mit Physik-Unterricht an den Schulen zu tun.

    Und was die Vielfahrer angeht: die meisten von denen entscheiden nicht nach globalen Umweltschutzkriterien, sondern - logischerweise - nach Sicherheit und Fahrkomfort, erst richtig dann, wenn sie Kinder haben, die sie damit in Freizeit mittransportieren wollen, etwa genauso wie die vielen jungen Eltern auch. ("etwas mehr Blech um einen herum kann nicht schaden")

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Ford | Hyundai | Focus | Golf
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