"Gegen die Ölkonzerne sind wir ein Fliegenschiss"
Frage: Was ist falsch daran, sein Auto zu lieben?
Sauter: Das ist doch irre! Vier Cent pro Liter mehr zahlen dafür, dass nicht zehn, sondern nur fünf Prozent Ethanol dem Benzin beigemischt sind? Das bringt den Mineralölkonzernen eine Milliarde Euro Mehreinnahmen pro Jahr…
Frage: …wovon Sie auch etwas abbekommen. Weil Shell und Co. bei Ihnen Bio-Kontingente abkaufen, um die gesetzliche Beimischungsquote zu erfüllen.
Sauter: Ja und nein. Auch wir verdienen mit. Aber nur, weil der Gesetzgeber zwischen uns und die Klimaziele die Mineralölkonzerne, die nun mal Mineralöl verkaufen wollen, geschaltet hat. Deshalb stecken wir in dieser Abhängigkeit. Das ist ein Riesen-Problem für uns und unser Image. Daher werben wir bei der Regierung dafür, das zu ändern.
Frage: Wie?
Sauter: Bisher sagt das Gesetz, dass 6,25 Prozent der im Jahr verkauften Kraftstoffe Bio sein müssen. Das bedeutet in der Praxis meist Biodiesel oder Ethanol. Sobald die Quote aber erfüllt ist, gibt es keine technischen Fortschritte mehr. Wenn man die Quote jährlich moderat erhöhen würde, wäre das eine Chance auch für unser Biogas oder andere nachhaltigere Produkte für den Verkehr.
Frage: Ist das nicht scheinheilig? Eine höhere Quote würde künstlich Nachfrage für Ihre Produkte erzeugen. Sie sagten doch, Ihr Gas sei auch so konkurrenzfähig.
Sauter: Ist es auch! Aber es bedarf noch riesiger Investitionen in die Infrastruktur, die derzeit völlig auf den Vertrieb von fossilen Produkten abgestimmt ist. Die Tankstellen und Mineralölraffinerien sind vorhanden und abgeschrieben und fest in der Hand des Mineralöl-Oligopols.
Frage: Sie betreiben mit Ihrem Biogas sogar ein Quasi-Monopol.
Sauter: Gegen die alten Ölkonzerne sind wir ein Fliegenschiss. Und außerdem kann das, was wir machen, ja auch im Prinzip jeder kopieren. Wir haben nur einige Jahre Vorsprung. Jedenfalls könnte jetzt auch die Zeit für eine Energiewende im Verkehr sein.
Frage: Bis die vollzogen ist, nehmen Sie aber weiter das Geld der Ölmultis?
Sauter: Wir machen aus der Not eine Tugend. Wir akzeptieren die Entscheidung des Verbrauchers, E10 abzulehnen, so verkaufen wir mehr Biosprit-Zertifikate an die Ölindustrie. Das Geld liefert uns die Geschäftsgrundlage, in die viel nachhaltigere Technologie Biomethan zu investieren. Von mir aus sollen die Deutschen ruhig weiter das alte Super E5 tanken.
Frage: Wenn aber plötzlich doch alle E10 tanken, ist Ihr Geschäft dahin?
Sauter: Nein, weil die EU zwar das Ziel vorgegeben hat, den CO2-Ausstoß im Verkehrssektor zu reduzieren. Auf welchem Wege – mit mehr Biodiesel, Ethanol oder Biogas – ist aber egal. Wir gewinnen also in jedem Fall. Ich bin aber überzeugt, dass die Autofahrer irgendwann feststellen, dass E10 sogar deutlich besser für ihr Auto ist.
- Datum 27.08.2012 - 12:58 Uhr
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- Quelle Tagesspiegel
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Guten Tag Herr Hoffmann,
Ihr Interview ist sachlich gut geführt. Jedoch nervt gleich die Überschrift. Wann lernt der deutsche Journalist endlich einmal den Unterschied zwischen den Gasen? Autogas/LPG/Flüssiggas ist Propan/Butan. Erdgas/CNG/Biomethan/Biogas ist das worüber Sie in diesem Interview reden, Hauptbestandteil Methan. Autogas kann außerdem nicht Bio.
Nicht jedes Gas mit dem Autos fahren können ist gleich Autogas! Das wäre doch wirklich zu einfach, oder?
Nix für ungut!
MfG
M. Weber, München
In diesem Gespräch wird das Dilemma deutlich:
Die Politik/Regierung/Parlament will ein Ziel vorgeben. Das ist in Ordnung und auch ihre Aufgabe.
Die Politik/Regierung/Parlament will aber auch den Weg dahin vorgeben. Detailiert mit exakt einzuhaltenden Wegmarken. Das schafft vor allem Bürokratie, weil alles dokumentiert und abgeheftet werden muß.
Erweist sich dann der Weg als falsch, kann nicht mehr korrigiert werden, da politische Prozesse eben langwierig sind (was in Ordnung ist), die Entscheidungsträger nicht einräumen wollen sich geirrt zu haben (was verständlich ist) und inzwischen eine Menge Leute viel Geld am Irrweg verdienen (und entsprechend medialen Druck auf die Politik ausüben nichts zu ändern).
Politik sollte sich wirklich nur darauf beschränken Ziele zu definieren, zu vereinbaren und deren Einhaltung zu kontrollieren. Dann würden auch die Abgeordneten wieder verstehen, was sie an Gesetzen beschließen.
Das Interview ist sachlich gut geführt, aber die Antworten sind teilweise tendenziös (wie ja auch nicht anders zu erwarten).
"E10 enthält zehn Prozent reinen Alkohol. Den trinken wir sogar. Warum soll es dann dem Auto schaden? "
Wir trinken sogar Wasser oder Kuhmilch. Bei beidem würde ich jedoch davon abraten, es in den Autotank zu kippen.
"Ich habe schon mit Ingenieuren, Doktoren, Rechtsanwälten und Steuerberatern gesprochen, die neue Autos fahren – aber kein E10 tanken. Ich habe es aufgegeben, denen mit Chemie zu kommen."
Reden Sie mal mit einem Kautschukverarbeiter. Die kommen Ihnen mit Chemie!
"Ethanol hat 130 Oktan, das ist der wahre Superkraftstoff."
Stimmt! Aber wenn ein Motor sich mit 95 oder 98 Oktan begnügt, gibt's keinerlei Grund dafür, was höheres zu tanken.
"Der einzige Nachteil ist, dass er geringe Mengen Wasser aufnimmt – und das kann bei einigen wenigen Fahrzeugen, die älter als zehn Jahre sind, über einen längeren Zeitraum Korrosionen verursachen. Alle anderen haben kein Problem."
Das ist bei ausnahmslos jedem Fahrzeug ein Problem, das mal längere Zeit rumsteht (Saisonkennzeichen).
"E10 enthält zehn Prozent reinen Alkohol. Den trinken wir sogar. Warum soll es dann dem Auto schaden?"
H. Sauter verbreitet gefährlichen Unsinn.
E10 kann in vielen Fällen zu Problemen führen. Es greift verschiedene Gummi und Kunststoffe, aber auch Aluminium an.
Nebenbei bemerkt: H. Sauter kann ja mal reinen Alkohol zu sich nehmen. Wenn er das eine Weile gemacht hat, wird er merken, dass das auch den Körper massiv angreift und schädigt.
Wirklich hanebüchen, was der Mann so von sich gibt. Aber was macht man nicht alles, um Geld zu verdienen...
"E10 enthält zehn Prozent reinen Alkohol. Den trinken wir sogar. Warum soll es dann dem Auto schaden?"
H. Sauter verbreitet gefährlichen Unsinn.
E10 kann in vielen Fällen zu Problemen führen. Es greift verschiedene Gummi und Kunststoffe, aber auch Aluminium an.
Nebenbei bemerkt: H. Sauter kann ja mal reinen Alkohol zu sich nehmen. Wenn er das eine Weile gemacht hat, wird er merken, dass das auch den Körper massiv angreift und schädigt.
Wirklich hanebüchen, was der Mann so von sich gibt. Aber was macht man nicht alles, um Geld zu verdienen...
Viele Tiere sind darauf angewiesen, dass es kostengünstiges Stroh gibt. Jede Form der Verbrennung in großen Mengen führt zu einer unnatürlichen Verknappung, vor allem weil der Strohhalm ohnehin nur noch in "Kurzform" existiert.
Dem Acker ists egal ob die Reststoffe des Strohs wieder zurückkommen oder ob das Stroh direkt untergegraben wird.
Dem Acker ists egal ob die Reststoffe des Strohs wieder zurückkommen oder ob das Stroh direkt untergegraben wird.
"Das ist doch irre! Vier Cent pro Liter mehr zahlen dafür, dass nicht zehn, sondern nur fünf Prozent Ethanol dem Benzin beigemischt sind?"
Nein, das machen die wenigsten. Meistens die, bei denen ältere Autos E10 nicht vertragen. Der Großteil wird das wohl aus Verbrauchsgründen machen. Ein sehr unwissenschaftlicher Test hat bei mir einen Verbrauch von 7,3L E5 / 100km und 7,6L E10 / 100km ergeben. Der Unterschied ist so groß, dass der Mehrverbrauch den Preisvorteil von E10 einfach schluckt. Warum also E10 tanken? Außer natürlich um Herrn Sauter mehr Umsatz zu verschaffen.
"E10 enthält zehn Prozent reinen Alkohol. Den trinken wir sogar. Warum soll es dann dem Auto schaden?"
H. Sauter verbreitet gefährlichen Unsinn.
E10 kann in vielen Fällen zu Problemen führen. Es greift verschiedene Gummi und Kunststoffe, aber auch Aluminium an.
Nebenbei bemerkt: H. Sauter kann ja mal reinen Alkohol zu sich nehmen. Wenn er das eine Weile gemacht hat, wird er merken, dass das auch den Körper massiv angreift und schädigt.
Wirklich hanebüchen, was der Mann so von sich gibt. Aber was macht man nicht alles, um Geld zu verdienen...
@ Kommentar 4: vom 27.08.2012 um 15:00 Uhr
In welchem Stall gibt es denn noch Stroh? In den meisten Fällen dürfte sich das erledigt haben. Die langen Strohhalme wurden doch sogar extra auf "kurz" zurückgezüchtet, damit nicht so viel Stroh produziert wurde. Jetzt kann man es wenigstens anständig verwerten. Immerhin bringt Biomethan die höchste Energieausbeute je Flächeneinheit im Vergleich mit anderen Energieträgern! Wenn Tankstellenbetreiber schon dazu verdonnert wurden, einen bestimmten Prozentsatz des Treibstoffs aus regenerativer Erzeugung zu beziehen, dann ist mir der kleinste Flächenverbrauch gerade recht. Sie müssten also froh sein, Biomethan verkaufen zu können!
Immer nur her mit dem Biomethan!!! Der absolute Coup wäre noch, wenn alle Erdgastankstellen auf Biomethan "umgestellt" würden, da hätte man gute Gründe, bei der Kfz-Steuer nur noch den auf Hubraum basierenden Anteil zu bezahlen. Der Passat ecofuel mit ca. 30€ Jahressteuer ist eh schon ein Knaller...
Stroh muss in den Boden zurück - idealerweise zusammen mit Festmist. Sonst wird das nichts mehr in naher Zukunft mit dem Essen....!!!!
Grüße
eine Milchbäuerin
vom Hasen bis zur Ziege untergebracht ist. Nehmen sie den Pferdestall oder so manchen Kuhstall. Wenn oft auf die Stroheinstreu verzichtet wird, liegt es daran, dass Stroh mittlerweile zu teuer (durch die massenhaft Verbrennung) und durch die angezüchtete Kürze unbrauchbar geworden ist. Durch den Einsatz als "Energielieferant" habe ich aber die Hoffnung, dass es bald wieder "wachsen" darf. Vielleicht wird dann ein sinnvoller Schuh aus der Gesamtsituation.
Stroh muss in den Boden zurück - idealerweise zusammen mit Festmist. Sonst wird das nichts mehr in naher Zukunft mit dem Essen....!!!!
Grüße
eine Milchbäuerin
vom Hasen bis zur Ziege untergebracht ist. Nehmen sie den Pferdestall oder so manchen Kuhstall. Wenn oft auf die Stroheinstreu verzichtet wird, liegt es daran, dass Stroh mittlerweile zu teuer (durch die massenhaft Verbrennung) und durch die angezüchtete Kürze unbrauchbar geworden ist. Durch den Einsatz als "Energielieferant" habe ich aber die Hoffnung, dass es bald wieder "wachsen" darf. Vielleicht wird dann ein sinnvoller Schuh aus der Gesamtsituation.
Es gibt viele Leute, die würden Bus und Bahn fahren, wäre das ÖPNV Angebot nicht so lausig. Hat ein Dorf weniger als 5000 Einwohner, kommt der Bus bestenfalls alle halbe Stunde zwischen 6 und 21 Uhr. Bisweilen sind die Umwege beachtlich und eine Fahrt, die mit dem Auto 15 Min dauert, dauert mit Bus eine Stunde, wenn alle Anschlüsse erreicht werden.
Man weiß nicht, ob das Angebot so schlecht ist, weil alle Auto fahren oder das Umgekehrte zutrifft.
Aber zum Glück gibt es noch Mitfahrgelegenheit.
Ansonsten Nachbarschaftshilfe, wenn möglich.
Wenn ich Autofahrer über die hohen Spritpreise lamentieren höre, dann denke ich mir nur, solange, wie nur eine Person in einem Auto sitzt, kann das Benzin nicht teuer genug sein.
Ich bin zwar nicht unabhängig vom Auto, aber ich versuche die Nutzung zu vermeiden, überall dort, wo es geht...
Aber zum Glück gibt es noch Mitfahrgelegenheit.
Ansonsten Nachbarschaftshilfe, wenn möglich.
Wenn ich Autofahrer über die hohen Spritpreise lamentieren höre, dann denke ich mir nur, solange, wie nur eine Person in einem Auto sitzt, kann das Benzin nicht teuer genug sein.
Ich bin zwar nicht unabhängig vom Auto, aber ich versuche die Nutzung zu vermeiden, überall dort, wo es geht...
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