BMW 733i : Als BMW Mercedes herausforderte

Vor 35 Jahren bekam die Mercedes S-Klasse harte Konkurrenz: BMW zeigte mit dem 7er, dass die Oberklasse auch sportlich sein darf.

Lange Jahre war die Mercedes S-Klasse in der Oberklasse praktisch konkurrenzlos. Bis zum Frühjahr 1977: Da brachte BMW als Nachfolger des wenig erfolgreichen E3 den ersten 7er auf den Markt. Die neue Baureihe E23 war die erste echte Luxuslimousine der Münchener und bewies der S-Klasse vom Start weg, wie dynamisch man im obersten Fahrzeugsegment sein kann.

Das zeigte sich schon bei der Optik. Der Mercedes wirkte mit seinen mächtigen Rechteck-Scheinwerfern und dem Festungs-Kühlergrill imposant bis wuchtig – der 7er BMW war deutlich filigraner. Markant sind bis heute die Doppelscheinwerfer und die geneigte Doppelniere im Stile eines Haifischmauls, mit denen sich der E23 an das Luxuscoupé des 6ers anlehnte, der ein Jahr zuvor Premiere gefeiert hatte.

Der erste 7er sollte so fahrdynamisch sein, wie man es von den sportlichen Bayern kannte, und zugleich bei BMW bis dato unerreichten Komfort und Luxus vereinen. Im Innenraum zeigte sich der 4,86 Meter lange Wagen für damalige Zeiten sehr modern. Die großen Runduhren des Cockpits lieferten nur einen Teil der Informationen. Links oberhalb des Fahrerknies gab es eine frühe Art von Bordcomputer. Per Knopfdruck konnte der Fahrer prüfen, ob das Licht in Ordnung war, der Motor genügend Öl hatte und die Bremsflüssigkeit ausreichte.

Ölkrise kippt V8- und V12-Version

Erst mit leichter Verzögerung gab es den BMW 7er auch mit standesgemäßen Ledersitzen. Doch in den siebziger Jahren war edler Flockvelours bei vielen Kunden beliebt. Wer das Topmodell, den 733i, mit den Extras der nicht allzu langen Aufpreisliste versah, erhielt elektrische Fensterheber vorn und hinten, ein elektrisches Schiebe-/Ausstelldach, eine manuelle Klimaanlage, Colorglas. Serienmäßig waren schon der elektrische Außenspiegel, Alufelgen, Servolenkung und Kopfstützen im Fond. Auf besonderen Wunsch wird die Ausstattung noch mit einem Autotelefon und elektrisch verstellbaren Sitzen komplettiert.

Der 733i hatte im Jahr 1977 den besten Motor von BMW, einen 3,2 Liter großen Reihensechszylinder vom Typ M30. Er lieferte 197 PS und hatte ein maximales Drehmoment von 280 Nm bei 4.300 Umdrehungen pro Minute. Damit schaffte der Wagen bis zu 215 km/h.

In den Jahren 1979/80 kamen dann die stärkeren Versionen 735i mit 218 PS und der aufgeladene 745i mit 252 PS. Die Fertigung von lange geplanten größeren Versionen mit Acht- und Zwölfzylindermotoren wurden aus Kostengründen und wegen der Ölkrise gekippt. 1979 ersetzte der 732i mit digitaler Motorelektronik und nahezu identischer Leistung den 733i. Er erhielt auch das von Bosch und Daimler gemeinsam entwickelte Antiblockiersystem.

Kommentare

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Das waren noch wirklich vernünftige Autos

Ich habe 1987-89 einen gebrauchten E23 (als 735i, mit Handschaltung) gefahren. Ein feines Auto: damals war man mit 218 PS noch überlegen motorisiert. Und angesichts seiner Langlebigkeit und Servicefreundlichkeit war er auch trotz 10-12 Liter Verbrauch ein wirtschaftliches Auto. Da kann heute kein Mittelklasse-Wagen mehr mithalten: bei denen geht bei 100.000 km der Turbolader kaputt, und damit sind sie dann unterm Strich teuerer als so ein 30 Jahre alter Luxusklasse-BMW, bei dem auch die Reparaturen weit jenseits 100.000 km noch bezahlbar waren.

Aufgrund der guten Erfahrungen habe ich mir dann später einen E32 (auch 735i) gekauft und in 11 Jahren über 300.000 km gefahren: mit Abstand das beste Auto, das ich in über 40 Jahren gefahren habe.

Kaufen und aufheben

Das war BMW vom Feinsten. Reihen-Sechszylinder und dann ein vornehm zurückhaltendes Design von Herrn Chr. Luthe. Es gibt sicher noch einige gute Exemplare dieses Typs. Mit einer H-Zulassung sind sie sogar finanziell verkraftbar. Wenn ich nicht schon einen Oldie der 70er hätte, würde ich so einen glatt kaufen. Allen Laien hier sei gesagt: Es macht einfach Spaß so ein Auto ohne den ganzen Schnick-Schnack zu fahren!
Außerdem gehört Kulturgut aufbewahrt. ich meine natürlich damit keine öleneden Rostlauben, sondern Fahrzeuge in perfektem Zustand!

Unaussagefähige Überschrift

Ein Picasso mit einer Blechkiste zu vergleichen ist typisches Autofangeschwafel. Es ist Blech und Stahl, mehr nicht. Ein Picasso ist Kunst. Und ein Baudenkmal mit einer Blechkiste zu vergleichen ist ebenso hanebüchen. Sie sollten mal Ihren Kulturbegriff dringend überdenken.

Wieviele Autos wollen Sie denn unter Artenschutz stellen? Bei der Masse an neuen Modellen dürfte es schwer werden. Oder wollen Sie demnächst Autos bei der Unesco zum Weltkulturerbe vorschlagen?

Alle Autos sind erst einmal ressourcenfresser erster Güte und die meisten sinken mit dem Tag, wo sie vom Hof fahren, dramatisch an Wert. Die paar, die es geschafft haben, im Wert zu steigen, genügen ästhetischen Ansprüchen, das sehe sogar ich. Aber mir sind sie nicht mal den Dreck unter den Fingernägeln wert.

Kultur

Gut dass die ganze Welt Ihren Maximen folgen muss. Es gibt keine einheitliche Definition für Kultur aber kulturelle Güter sind von Menschen entworfene Gegenstände hinter denen eine hohe gedankliche und kreative Leistung steckt. Das ist bei Autos definitiv der Fall.

Ein Baudenkmal ist ein guter Vergleich. Was soll ich mit so einem großen Haufen Steine? Ich will dort nur wohnen, mehr nicht. Zudem verfügen die alten Gebäude häufig über eine schlechte Dämmung was der Umwelt schadet und ziemlich unpraktisch ist.

Bei alten schönen Autos, von denen es nur noch wenige Exemplare gibt, kann man durchaus von Kulturgut sprechen. Nicht umsonst gibt es Automuseen. Auch wenn das nicht in Ihr Autohater-Öko-Bild passt, so akzeptieren Sie doch bitte die Meinung anderer.

Zwar zwecklos...

Aber was soll's. Ich vergleiche keinen Picasso mit einem Auto, jedoch kann fast alles Kulturgut sein. Computerspiele zum Beispiel, aber lassen Sie mich raten; das sehen Sie auch anders... Warum sollte ein Fahrzeug niedriger bewertet werden als z.B. ein Bauwerk? Beides wurde von Menschenhand erschaffen, beides kann Kulturgut sein. Wenn ich z.B. sehe das vergammelte Butter oder ähnliches Kunst sein soll, dann muß ich auch nur schmunzeln. Jedoch würde mir nicht in den Sinn kommen diese Art von Kunst zu diskreditieren. Das Sie ein problematisches Verhältniss zu KFZ's haben ist Ihre Sache. Mich interessiert es recht wenig. Allerdings lasse ich mir nicht von Ihnen diktieren was als Kulturgut gewürdigt werden kann und was nicht. Und bezüglich den Dreck unter Ihren Fingernägeln - Ihre Sache... Ihr gebashe erinnert mich ein wenig an das ewige Generationenproblem von wegen Papi zum Heranwachsenden: "das ist doch Dschungelmusik..."