NeuvorstellungBMW steigt spät ins Van-Geschäft ein

Die Münchner verraten ihre alten Werte: Mit der Präsentation seines Van stellt BMW auf Frontantrieb um. Der Wagen ist familienfreundlich, der Preis weniger. von Wolfgang Gomoll

Die Vanstudie von BMW, Concept Active Tourer

Die Vanstudie von BMW, Concept Active Tourer  |  © Hersteller

BMW steht für Reihensechszylinder und Heckantrieb. Bisher. Doch die Zahl der Brennkammern wird aus Spritspargründen verringert, und jetzt verliert auch der Hinterradantrieb seinen Status als Kernelement der Marke. Fest steht, dass die nächste Generation des Einsers ab 2018 an der Vorderachse angetrieben wird. Mitte 2014 will BMW außerdem mit einem frontgetriebenen Kompakt-Van auf Kundenfang gehen. Und das, obwohl BMW jahrzehntelang die alleinseligmachende Dynamik des Heckantriebs predigte.

Die Konkurrenz hatte lange Anerkennung gezollt für die harte Linie in Sachen Fahrdynamik, Gewichtsverteilung und Heckantrieb. Aber nun knicken die Bayern ein. Der ehemalige Produktionsvorstand und jetzige Vorstandsvorsitzende Norbert Reithofer ist bereit, ein sportliches Alleinstellungsmerkmal den Skaleneffekten zu opfern, um BMW zukunftsfähig zu machen. Ein Stellhebel sind dabei möglichst viele Gleichteile und Synergieeffekte.

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Das greift auch beim Kompakt-Van, der im Moment noch unter dem sperrigen Namen Concept Active Tourer firmiert. Er teilt sich die Plattform mit der dritten Generation des Minis, der Ende kommenden Jahres erscheinen wird. Der Van ist 4,35 Meter lang, 1,83 Meter breit und 1,56 Meter hoch. Damit bewegt er sich am oberen Ende der unteren Klassen. Die Studie wird Ende des Monats auf dem  Pariser Autosalon vorgestellt und dürfte zumindest äußerlich nahe an der Serienversion sein. Das Design ist nicht sehr überraschend, aber gefällig. Die kurzen Überhänge, die seitlich verlaufende Sicke und der Hofmeister-Knick in der C-Säule kennzeichnen den Wagen eindeutig als BMW.

Ohne breite Mittelkonsole

Die Motorhaube ist allerdings kürzer als bei den heckbetriebenen Brüdern. Statt harter pfeilgerader Kanten verleihen sanft nach außen verlaufende Linien dem Vorderwagen Sportlichkeit. Designer Michael de Bon vergleicht den Van mit einem Sprinter, der im Startblock kauert. Ob das die bevorzugt betagte Kundschaft in dem Van-Segment ähnlich sieht? Zu der sehnigen Physiognomie eines Usain Bolt fehlt noch etwas.

Das Prinzip Form follows Function durchzieht das gesamte Auto – typisch Van. Das beginnt bei den Airblades in den Türen und geht bis zu besonders aerodynamischen Felgen. Auffällig sind auch die großen Fenster und die tiefe Schulterlinie. Sie geben dem Fahrer zusammen mit der erhöhten Sitzposition einen guten Rundumblick. Das dürfte bei der Klientel gut ankommen. Auch das Fahrverhalten wird eher komfortabel sein.

Der Radstand von 2,67 Metern macht sich nicht nur bei der Silhouette, sondern auch im Innenraum bemerkbar. Vorn wie hinten ist ordentlich Platz. Ein Raumwunder mit der Beinfreiheit einer Oberklasse-Limousine ist der Concept Active Tourer aber nicht. Positiv ist, dass BMW innen auf den Mitteltunnel verzichtet. Die breite Mittelkonsole entfällt und lässt ein luftigeres Platzgefühl entstehen.

Viele der futuristisch anmutenden Bedienelemente dürften den Weg in die Serie allerdings nicht schaffen, ebenso wenig die einzelnen Bildschirme für die Fondpassagiere. Gute Chancen hat das aus dem Mini bekannte Rail-System, mit dem sich je nach Bedarf Getränkehalter, Armlehnen oder andere Elemente auf einer Schiene zwischen den Sitzen befestigen lassen. Dass die Rückbank verschiebbar sein wird, ist bei Vans schon gang und gäbe.

Leserkommentare
    • rowa74
    • 15. September 2012 12:12 Uhr

    Was bitte ist ein Airblade in den Türen?

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    • iawdw
    • 15. September 2012 13:04 Uhr

    Dann werden Sie vermutlich immer noch nur ahnen können, dass es besonders aerodynamische Minispoiler sind.
    Aber Sie werden ganz sicher merken, dass es sich hierbei nur um Marketingsprech handelt, das Zeit.online als eigenes Werk tarnt. Sueddeutsche.de, focus & Co benutzen nämlich die gleichen Formulierungen und Vokabeln.
    Dann doch lieber ehrlich bleiben und "pressinform" als Quelle angeben!

    • rowa74
    • 15. September 2012 13:41 Uhr

    Danke, Google war ein guter Tipp. BWM verbaut also Händetrockner in den Türen. Praktisch.

  1. "Das Prinzip Form follows Function durchzieht das gesamte Auto – typisch Van. Das beginnt bei den Airblades in den Türen und geht bis zu besonders aerodynamischen Felgen."

    vermutlich ....

  2. Ist das nicht ein bischen klein für einen Van? Oder ist ein Golf Plus auch ein Van?

  3. 4. BMW...

    hat sich sowieso schon recht verrannt... Aber beim Frontantrieb hört der Spaß für mich dann auf! Der/Ein Van ist sowieso nicht's für mich - also hoffe ich, das man bei den anderen Modellen a la 5'er, 6'er & 7'er nicht auf die Schnapsidee kommt Frontantriebe zu integrieren. Wem der Heckantrieb zu anspruchsvoll ist, der möge bitte auf die optionale Allradvariante zurückgreifen!

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    BMW hat sich mit dem 70er-Jahre-Konzept Hinterrad-Antrieb verrannt und rennt jetzt kräftig hinterher. Im Vergleich zu einem modernen Fronttriebler haben die alten Hecktriebler nur noch Nachteile. Lange Zeit hat ein aggressives Marketing dieses Antriebskonzept die „sportlich orientierte“, in der Regel aber mittlerweile ältere, Kundschaft bei der Stange gehalten.

    Die Nachteile fangen aber langsam an, richtig weh zu tun. In nicht allzu langer Zeit werden wir wahrscheinlich keine klassischen Antriebsstränge mehr haben, sondern eine Kombination aus Stromlieferant, z.B. eine Kombination aus Benzin-Motor und Generator, und kleinen Elektromotoren an den Radnaben. Dafür sind längs eingebaute Motoren nicht zu gebrauchen und der Wellentunnel nur noch Platzverschwendung. Zweitens tauschen die Fahrzeughersteller immer mehr Teile untereinander aus oder nutzen diese gemeinsam. So werden die kleinen BMW-Motoren auch in den Citroen-Modellen verbaut und Mercedes nutzt bald auch einen Renault-Motor. Einen ganzen Zoo an Motoren zu haben, die inkompatibel zur Konkurrenz sind, führt zwangsläufig zu hohen Selbstkosten und geringen Margen.

    • RGFG
    • 15. September 2012 12:46 Uhr

    Es gibt weiterhin Heckantrieb; dass sie Frontantrieb können haben sie mit Mini gezeigt.

    Bleibt doch eigentlich nur der "Vorwurf", dass sie sich vernünftig verhalten. Die weiteren CO2 Ziele lassen sich nur mit deutlich weniger Gewicht, kleineren Fahrzeugen, Frontantrieb und weniger Zylindern realisieren. Bleibt der "Vorwurf", dass sie einen Plan für das Bestehen und weitere Wachstum der Firma haben, und nicht aus fehlgeleitetem Stolz und sehenden Auges gegen die Wand fahren.

    Da gibt es, glaube ich, deutlich schlimmere Vorwürfe an eine Firma und deren Vorstand...

    Und keine Angst: Für China, Russland und Amerika werden sie immer noch größere und immer noch luxuriösere Fahrzeuge anbieten, über die man sich dann auch wieder aufregen kann.

    • iawdw
    • 15. September 2012 13:04 Uhr

    Dann werden Sie vermutlich immer noch nur ahnen können, dass es besonders aerodynamische Minispoiler sind.
    Aber Sie werden ganz sicher merken, dass es sich hierbei nur um Marketingsprech handelt, das Zeit.online als eigenes Werk tarnt. Sueddeutsche.de, focus & Co benutzen nämlich die gleichen Formulierungen und Vokabeln.
    Dann doch lieber ehrlich bleiben und "pressinform" als Quelle angeben!

    Antwort auf "Airblade"
    • rowa74
    • 15. September 2012 13:41 Uhr

    Danke, Google war ein guter Tipp. BWM verbaut also Händetrockner in den Türen. Praktisch.

    Antwort auf "Airblade"
  4. ... ist eine schlimme Sache! Wirkt sich stark negativ auf die Fahreigenschaften aus. Man versucht hier nur Kosten zu sparen.

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