DesignSo unübersichtlich müssen Autos nicht sein

In heutigen Autos ist die Rundumsicht oft schlecht, vor allem in SUVs. Das liegt an Sicherheitsanforderungen – aber nicht nur.

Der Innenraum des neuen VW Golf mit dem Blick auf die A-Säulen und die vorderen Seitenfenster

Der Innenraum des neuen VW Golf mit dem Blick auf die A-Säulen und die vorderen Seitenfenster

Das Fahrgefühl in einem Mercedes W114 von 1968 ist erhaben. Man sitzt aufrecht im sogenannten Strich-Acht, das Auge schaut über die vorderen Kotflügel, und die großen Glasflächen um die filigranen A-Säulen des Daches geben den Blick auf die Umgebung frei. Nicht einmal eine Kopfstütze schränkte in den sechziger Jahren die Rundumsicht ein.

Die Zeiten der schönen Aussicht sind vorbei. Heute bewegt sich der Autofahrer in Karosserien, die von der Umgebung abschotten. Die Übersicht ist ein Bewertungskriterium, in dem fast alle Autos sich kontinuierlich verschlechtern – obwohl sie es nicht müssten. Davon ist auch Dino Silvestro, Projektingenieur am ADAC-Technikzentrum in Landsberg, überzeugt. Dort sind seit 2006 rund 700 Autos einem Messverfahren unterzogen worden, das abseits aller Emotionen objektive Vergleichsmaßstäbe anlegt.

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Auf Augenhöhe eines 1,74 Meter großen Fahrers wird eine Kamera installiert, die ein Rundumbild erstellt. Auf dessen Basis werden Sichtbehinderungen bewertet und je nach Karosseriesäule unterschiedlich gewichtet. Die Einschränkung des Blicks nach rechts durch die B-Säule etwa wird weniger stark berücksichtigt als ein verdeckter Blick nach rechts hinten durch die C-Säule, wo sich zum Beispiel Radfahrer aufhalten könnten. Am Ende vergibt der ADAC Noten zwischen der Bestzensur 0,6 und dem schlechtesten Wert 5,5. Auf der Website des ADAC kann man die Ergebnisse abrufen.

SUV fallen durch

Die Ergebnisse sind ein Desaster für die Autoindustrie. Zwar gibt es Positivbeispiele für Fahrzeuge oder ganze Klassen. Kleinwagen schneiden generell gut ab, etwa der dreitürige VW up! (Note 2,3). Auch der Renault Grand Espace (2,4) wird seinem Ruf als fahrender Wintergarten gerecht. Cabrios und Roadster aber gehen komplett unter, beispielsweise der Renault Wind (5,5). Auch Durchschnittsautos vom Format eines Hyundai i30 (3,8) können kaum überzeugen.

Ein in mehrfacher Hinsicht herausragendes Negativbeispiel ist das Segment der SUV. Ein BMW X5 etwa hat außer der schlechten Note in der Rundumsicht (4,9) noch ein zweites Problem. Der ADAC misst in seinem Test nämlich nicht nur, wie die Karosseriesäulen die Sicht verdecken, sondern auch, wie hoch ein Hindernis – oder wie groß ein Kind – sein muss, damit es in einem Meter Abstand vor oder hinter dem Auto gesehen werden kann. Beim X5 sind das wegen der hoch angesetzten Heckscheibe 1,28 Meter. Darunter ist der Fahrer blind. "Elektronische Helfer wie Rückfahrkameras sind unerlässlich, um die Gefahr von Unfällen zu verringern", sagt Dino Silvestro.

Leser-Kommentare
  1. spielt bei SUV doch eh keine Rolle!

    Es ist doch geradezu das Metallgewordene ignorante und zutiefst unsoziale Prinzip von SUV, dass Fahrer oder Fahrerin solcher Dinosaurier davon ausgehen, dass die anderen aufzupassen haben.

    So verhalten sich die meisten dann auch im Strassenverkehr!

    Wer mal von so einem Ding in einer ohnehin engen Autobahnbaustelle überholt wurde (dürfen die bedingt durch überbreite eigentlich nich - machen sie aber natürlich trotzdem) weis bescheid.

    Der Benzinpreis kann gar nicht hochgenug steigen damit sowas wieder verschwindet!

    Man mache sich die Aussage in dem Text nochmal klar:
    Ein 1,10 cm grosses Kind wird von einem zurücksetzenden BMW X5 Fahrer nicht gesehen und ...
    Und dennoch ist es nach wie vor ein Statussymbol ...

    19 Leser-Empfehlungen
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    Also ein 1,10 cm großes Kind würde ich noch nicht einmal als Testfahrer bei Matchbox beim Rückwartsfahren sehen ;)

    Ich sehe selbst sowohl als Radler als auch als Autofahrer keine signifikante Aggressivität bei SUV-Fahrern. Wenn man natürlich bereits die SUV-/BMW-/Porschefahrer-Hasserbrille auf der Nase hat, findet man natürlich immer einen Kritikpunkt beim Verhalten des Anderen.

    Oha, sooo viele Vorurteile? Da muss man aber aufpassen nicht zum Pauschal-Richter zu werden..

    Ich denke es gibt bei SUV Käufern, man denke an Rentner, viele unterschiedliche Beweggründe ein großes Auto zu kaufen, was ja, wir leben in einem freien Land, auch möglich sein muss, ohne dass man dafür angepöbelt wird. Also wüste Forderungen den Benzinpreis anzuheben, damit "sowas verschwindet" sind vielleicht fehl am Platz, vorallem weil ein neuer Q5 mit Diesel weniger verbraucht als (m)ein MINI...

    Jede Gruppe fühlt sich in Ihrem Auto überlegen (ich selbst im MINI, denn ich denke ich bin ein Urban-Flitzer) und suchen die Schuld immer bei anderen, die "verhalten" sich im Straßenverkehr dann immer so oder so...

    Und ob ein 1,10 cm großes Kind (Kind ist natürlich immer ein starkes Argument...) von einem zurücksetzenden X5 (eventuell mit Rückfahrkamera) nun schlechter gesehen wird als von einem vollgepackten Kombi? Man weiß es nicht...

    Vielleicht wäre es, wie natürlich auch die Gründe für die Kaufentscheidung, ein interessanter Forschungsgegenstand die Gründe für ein subjektives "Bedrohtfühlen" von SUVs zu ermitteln...

    Ach ja: Alle AUDI-Fahrer sind Wahnsinnige! (Ich wollte auch mal...)

    ... ist so eines von den klassischen schlecht durchdachten Pseudoargumenten. Hinter keinem zurücksetzenden Auto sehen sie kleine Kinder durch die Heckscheibe, wenn das Kind nur entsprechend klein ist, bzw sich bückt oder aus dem toten Winkel rennt.

    Jede Handwerkerkarre hat hinten keine Fenster - wollen sie die auch verbieten?

    Mein Opa (1,75m groß) wurde mal von einem zurücksetzenden Krankenwagen überfahren.

    Ich selbst hätte letztens erst auf dem Aldi Parkplatz fast ein Kind beim zurücksetzen mit meinem Kombi erwischt.

    Und wissen sie was das Kind gerettet hat?

    Meine "ach so überflüssige" Einparkhilfe, bei deren Piepsen ich sofort auf der Bremse stand!

    Sie beschreiben den SUV-Fahrer so, wie er meistens tatsächlich ist (es mag Ausnahmen geben). Warum kauft man sich einen SUV? An der hohen Sitzposition kann es nicht liegen - ich saß neulich in einem Dacia Lodgy und in einem Sandero. Mein Vater (78, zur Zeit E-Klasse S211) war mit, und auch er bestätigte, daß man dort sehr gut und hoch sitzen würde. Gucke ich in Suffs rein, sehe ich ich meist Frauen und Männer, die nicht alt sind, denen ich aber durchaus Minderwertigkeitskoplexe zutrauen würde (aus einer rein subjektiven Menschenkenntnis heraus). Wer so etwas fährt und bewußt mit diesen Autos bauartbedingt IMMER Umweltverschmutzung und Fremdgefährdung ohne Not erhöht, der hat den Sinn des Autos als Fortbewegungsmittel nicht verstanden.

    Und gerade ältere Fahrer sollten doch auf Übersichtlichkeit achten. Gerade für sie wäre ein Suff doch gar nicht geeignet. Und die Unübersichtlichkeit und tiefe Sitzposition ist auch eine Folge der Mode der Pseudosportlichkeit. Die Werbung suggeriert uns, ein Audi, BMW, Opel oder Mercedes sei sportlich und deswegen begehrenswert. Das ist vollkommener Quatsch! Ein Fahrrad ist sportlich. Jedes Klapprad ist tausendmal sportlicher als die neue A-Klasse.

    Ach, was reg ich mich auf. Der Spritpreis wirds richten.

    Also ein 1,10 cm großes Kind würde ich noch nicht einmal als Testfahrer bei Matchbox beim Rückwartsfahren sehen ;)

    Ich sehe selbst sowohl als Radler als auch als Autofahrer keine signifikante Aggressivität bei SUV-Fahrern. Wenn man natürlich bereits die SUV-/BMW-/Porschefahrer-Hasserbrille auf der Nase hat, findet man natürlich immer einen Kritikpunkt beim Verhalten des Anderen.

    Oha, sooo viele Vorurteile? Da muss man aber aufpassen nicht zum Pauschal-Richter zu werden..

    Ich denke es gibt bei SUV Käufern, man denke an Rentner, viele unterschiedliche Beweggründe ein großes Auto zu kaufen, was ja, wir leben in einem freien Land, auch möglich sein muss, ohne dass man dafür angepöbelt wird. Also wüste Forderungen den Benzinpreis anzuheben, damit "sowas verschwindet" sind vielleicht fehl am Platz, vorallem weil ein neuer Q5 mit Diesel weniger verbraucht als (m)ein MINI...

    Jede Gruppe fühlt sich in Ihrem Auto überlegen (ich selbst im MINI, denn ich denke ich bin ein Urban-Flitzer) und suchen die Schuld immer bei anderen, die "verhalten" sich im Straßenverkehr dann immer so oder so...

    Und ob ein 1,10 cm großes Kind (Kind ist natürlich immer ein starkes Argument...) von einem zurücksetzenden X5 (eventuell mit Rückfahrkamera) nun schlechter gesehen wird als von einem vollgepackten Kombi? Man weiß es nicht...

    Vielleicht wäre es, wie natürlich auch die Gründe für die Kaufentscheidung, ein interessanter Forschungsgegenstand die Gründe für ein subjektives "Bedrohtfühlen" von SUVs zu ermitteln...

    Ach ja: Alle AUDI-Fahrer sind Wahnsinnige! (Ich wollte auch mal...)

    ... ist so eines von den klassischen schlecht durchdachten Pseudoargumenten. Hinter keinem zurücksetzenden Auto sehen sie kleine Kinder durch die Heckscheibe, wenn das Kind nur entsprechend klein ist, bzw sich bückt oder aus dem toten Winkel rennt.

    Jede Handwerkerkarre hat hinten keine Fenster - wollen sie die auch verbieten?

    Mein Opa (1,75m groß) wurde mal von einem zurücksetzenden Krankenwagen überfahren.

    Ich selbst hätte letztens erst auf dem Aldi Parkplatz fast ein Kind beim zurücksetzen mit meinem Kombi erwischt.

    Und wissen sie was das Kind gerettet hat?

    Meine "ach so überflüssige" Einparkhilfe, bei deren Piepsen ich sofort auf der Bremse stand!

    Sie beschreiben den SUV-Fahrer so, wie er meistens tatsächlich ist (es mag Ausnahmen geben). Warum kauft man sich einen SUV? An der hohen Sitzposition kann es nicht liegen - ich saß neulich in einem Dacia Lodgy und in einem Sandero. Mein Vater (78, zur Zeit E-Klasse S211) war mit, und auch er bestätigte, daß man dort sehr gut und hoch sitzen würde. Gucke ich in Suffs rein, sehe ich ich meist Frauen und Männer, die nicht alt sind, denen ich aber durchaus Minderwertigkeitskoplexe zutrauen würde (aus einer rein subjektiven Menschenkenntnis heraus). Wer so etwas fährt und bewußt mit diesen Autos bauartbedingt IMMER Umweltverschmutzung und Fremdgefährdung ohne Not erhöht, der hat den Sinn des Autos als Fortbewegungsmittel nicht verstanden.

    Und gerade ältere Fahrer sollten doch auf Übersichtlichkeit achten. Gerade für sie wäre ein Suff doch gar nicht geeignet. Und die Unübersichtlichkeit und tiefe Sitzposition ist auch eine Folge der Mode der Pseudosportlichkeit. Die Werbung suggeriert uns, ein Audi, BMW, Opel oder Mercedes sei sportlich und deswegen begehrenswert. Das ist vollkommener Quatsch! Ein Fahrrad ist sportlich. Jedes Klapprad ist tausendmal sportlicher als die neue A-Klasse.

    Ach, was reg ich mich auf. Der Spritpreis wirds richten.

  2. wie Autos mit einer so schlechten Rundumsicht überhaupt eine Zulassung bekommen können. Bei Unfällen, die auf die mangelhafte Rundumsicht zurückzuführen sind, müssten neben den Fahrern auch die Hersteller und Konstrukteure zivilrechtlich haften und mit Strafverfahren überzogen werden.

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  3. die angemahnte "gegenseitige Rücksichtnahme" ist für die meissten Autofahrer und vor allem für Fahrer der einschlägignen übermotorisierten Blechberge ein absolutes Fremdwort.

    Haben Sie schonmal einen Aussenspiegel abbekommen?

    Wo ist das Fehlverhalten des Radfahrers?

    Der SUV hat den Mindestabstand unterschritten und einen Kratzer abbekommen.

    Und Herr Jurist:
    Mit der Macht steigt auch die Verantwortung.
    Wenn der Radfahrer mal dem SUV gegenüber Rücksichtslos ist hat der SUV nen Kratzer.
    Ist es anders herum ist der Radfahrer tot.

    7 Leser-Empfehlungen
  4. ... und zwar von Allen und Jedem, ob er nun den Hauch einer Ahnung hat oder nicht!
    Der Panda 4x4 ist kein SUV, nie gewesen - und die Kiste gab's schon, als der Begriff noch in niemandes Kopf war. Er ist aber ein absolut taugliches No-Nonsense-Auto, bescheiden bei Anschaffung und Unterhalt und war zu allen Zeiten die erste Wahl bei den Bewohnern kleiner Bergdörfer in der Alpenregion.
    Damit Sie nicht alles bei Wikipedia nachschlagen müssen:
    Dorf = Ansammlung von Häusern, wo nicht alle halbe Stunde 'ne U-Bahn reinrauscht, wo aber dennoch Menschen leben, die ihrem Tagwerk nachgehen und sich versorgen müssen.
    Berg = Erhebung, steil, kalt, Schnee und Unwetter
    Tagwerk = selbst nachlesen! Diskutiere das Ergebnis anschließend mit Deinem Nachbarn!

    6 Leser-Empfehlungen
  5. Nicht nur ein Forum, auch die Realität dient Personen zur Triebabfuhr. Der User vierunddreißigneunundneunzig benimmt sich im Straßenverkehr wie die Axt im Walde und feiert seinen "Kampf" gegen den bösen SUV. Dabei kennen wir nur seine Version und User sheldonC feiert mit. Dabi gilt im Straßenverkehr nicht eine Evolution des Kampfes (der sich im Recht fühlt nennt es dann "wehren"), sondern gegenseitige Rücksichtnahme, auch bei Problemen. Selbst wenn der SUV Sie etwas in die Enge bugsiert hat haben Sie doch kein Recht hier mit dem Schoß das Fahrzeug zu beschädigen. Nach einer, von mir aus emotionalen Tat, dann auch noch abzuhauen hat einen Tatbestand, der auch für Radfahrer gilt.

    Ich finde so ein Verhalten unverschämt, unangemessen und nicht zu rechtfertigen!

    Als Jurist sehe ich das Verhalten aber nicht gerade zum feiern, im Gegenteil. Und unglaublicher finde ich, dass man für so eine Tat noch Beifall erntet. Der Schaden dürfte nicht gering gewesen sein.

    5 Leser-Empfehlungen
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    die angemahnte "gegenseitige Rücksichtnahme" ist für die meissten Autofahrer und vor allem für Fahrer der einschlägignen übermotorisierten Blechberge ein absolutes Fremdwort.

    Haben Sie schonmal einen Aussenspiegel abbekommen?

    Wo ist das Fehlverhalten des Radfahrers?

    Der SUV hat den Mindestabstand unterschritten und einen Kratzer abbekommen.

    Und Herr Jurist:
    Mit der Macht steigt auch die Verantwortung.
    Wenn der Radfahrer mal dem SUV gegenüber Rücksichtslos ist hat der SUV nen Kratzer.
    Ist es anders herum ist der Radfahrer tot.

    sicher haben Sie mit der Einschätzung recht, dass beim genannten Vorfall ein erheblicher Schaden entstanden sein dürfte. Ihnen wird ganz sicher auch jeder Richter folgen, denn es ist ein Akt der Selbstjustiz.

    Was natürlich von Gerichten nicht bewertet werden kann, ist die Gefahr, die das Fehlverhalten des SUV-Fahrers ausgelöst hat, und der möglicherweise eingetretene Lerneffekt des SUV-Fahrers, dass er niemanden so nah überholen sollte, und damit dann auch die Hoffnung, dass demnächst derartige Gefahrensituationen vermieden werden. All dies lässt sich in konkreten Schadenssummen, von denen Ihre Branche nun mal abhängt, nicht ausdrücken.

    Und doch könnten Sie zu Vergleichszwecken mal annehmen, dass damit vielleicht ein Leben verschont wurde, ....

    Ich wollte eigentlich keinen Applaus spenden für die Tat, weil mir Selbstjustiz fern liegt, und doch muss ich zugeben, schon öfter über genau jene "Rache" nachgedacht zu haben. Die Abschaffung des Sicherheitsabstandes ist ein viel zu häufig beobachtetes Delikt, was leider zu 99,9% straffrei bleibt.

    • SteB
    • 24.09.2012 um 10:38 Uhr

    Als Jurist muss man sich eh schon einiges anhören.
    Und dann kommen Sie noch um die Ecke mit "Ich als Jurist...". Geht's noch peinlicher? Sie dürfen ja gerne Ihre Meinung kundtun, aber lassen Sie doch bitte diese "Ich als Fachmann erkläre Euch Laien jetzt mal was"-Attitüde.
    Herzlichen Dank für den Bärendienst im Namen aller Kollegen.

    Lieber StudentD,

    „etwas in die Enge bugsiert“ ist Euphemismus.

    Radfahrer sind schwache Verkehrsteilnehmer.
    Und auf diese habe stärkere Rücksicht zu nehmen.
    Das heißt u.a. einen Sicherheitsabstand beim Überholen von mindestens 1,5 Meter ist einzuhalten. Der in der Praxis, in der Stadt, fast nie eingehalten wird.

    Und genau das hat der SUV Fahrer in meinem Fall nicht ansatzweise getan. Das Auto (der Spiegel) hat meinen Arm berührt. Das Zucken mit der Hand war also quasi Reflex. Und damit irgendwie Notwehr. Das Thema Sachbeschädigung ist in diesem Fall – wie Sie sich denken können – für mich völlig irrelevant.

    Die Spurbreite der Fahrbahn lag bei ca. 3 Metern. Dieser SUV hatte mit Spiegeln vermutlich über zwei Metern. Sie können sich ausrechnen, wie Viel Platz er mir aufgrund des Gegenverkehrs eingeräumt hat.

    Jetzt hat das Auto einen Denkzettel und der Fahrer auch. Und das ist gut so.

    des Automobilisten nicht korrekt war, um Ihrer Beschreibung zu folgen, bleibt unbestritten. Das gibt Ihnen aber noch lange nicht das Recht, VORSAETZLICH eine Beschaedigung an dem anderen Fahrzeug zu verursachen.

    die angemahnte "gegenseitige Rücksichtnahme" ist für die meissten Autofahrer und vor allem für Fahrer der einschlägignen übermotorisierten Blechberge ein absolutes Fremdwort.

    Haben Sie schonmal einen Aussenspiegel abbekommen?

    Wo ist das Fehlverhalten des Radfahrers?

    Der SUV hat den Mindestabstand unterschritten und einen Kratzer abbekommen.

    Und Herr Jurist:
    Mit der Macht steigt auch die Verantwortung.
    Wenn der Radfahrer mal dem SUV gegenüber Rücksichtslos ist hat der SUV nen Kratzer.
    Ist es anders herum ist der Radfahrer tot.

    sicher haben Sie mit der Einschätzung recht, dass beim genannten Vorfall ein erheblicher Schaden entstanden sein dürfte. Ihnen wird ganz sicher auch jeder Richter folgen, denn es ist ein Akt der Selbstjustiz.

    Was natürlich von Gerichten nicht bewertet werden kann, ist die Gefahr, die das Fehlverhalten des SUV-Fahrers ausgelöst hat, und der möglicherweise eingetretene Lerneffekt des SUV-Fahrers, dass er niemanden so nah überholen sollte, und damit dann auch die Hoffnung, dass demnächst derartige Gefahrensituationen vermieden werden. All dies lässt sich in konkreten Schadenssummen, von denen Ihre Branche nun mal abhängt, nicht ausdrücken.

    Und doch könnten Sie zu Vergleichszwecken mal annehmen, dass damit vielleicht ein Leben verschont wurde, ....

    Ich wollte eigentlich keinen Applaus spenden für die Tat, weil mir Selbstjustiz fern liegt, und doch muss ich zugeben, schon öfter über genau jene "Rache" nachgedacht zu haben. Die Abschaffung des Sicherheitsabstandes ist ein viel zu häufig beobachtetes Delikt, was leider zu 99,9% straffrei bleibt.

    • SteB
    • 24.09.2012 um 10:38 Uhr

    Als Jurist muss man sich eh schon einiges anhören.
    Und dann kommen Sie noch um die Ecke mit "Ich als Jurist...". Geht's noch peinlicher? Sie dürfen ja gerne Ihre Meinung kundtun, aber lassen Sie doch bitte diese "Ich als Fachmann erkläre Euch Laien jetzt mal was"-Attitüde.
    Herzlichen Dank für den Bärendienst im Namen aller Kollegen.

    Lieber StudentD,

    „etwas in die Enge bugsiert“ ist Euphemismus.

    Radfahrer sind schwache Verkehrsteilnehmer.
    Und auf diese habe stärkere Rücksicht zu nehmen.
    Das heißt u.a. einen Sicherheitsabstand beim Überholen von mindestens 1,5 Meter ist einzuhalten. Der in der Praxis, in der Stadt, fast nie eingehalten wird.

    Und genau das hat der SUV Fahrer in meinem Fall nicht ansatzweise getan. Das Auto (der Spiegel) hat meinen Arm berührt. Das Zucken mit der Hand war also quasi Reflex. Und damit irgendwie Notwehr. Das Thema Sachbeschädigung ist in diesem Fall – wie Sie sich denken können – für mich völlig irrelevant.

    Die Spurbreite der Fahrbahn lag bei ca. 3 Metern. Dieser SUV hatte mit Spiegeln vermutlich über zwei Metern. Sie können sich ausrechnen, wie Viel Platz er mir aufgrund des Gegenverkehrs eingeräumt hat.

    Jetzt hat das Auto einen Denkzettel und der Fahrer auch. Und das ist gut so.

    des Automobilisten nicht korrekt war, um Ihrer Beschreibung zu folgen, bleibt unbestritten. Das gibt Ihnen aber noch lange nicht das Recht, VORSAETZLICH eine Beschaedigung an dem anderen Fahrzeug zu verursachen.

  6. ... Wie hier so mancher die Selbstjustiz im Straßenverkehr hochjubelt.
    Über die angebliche Aufrüstung der anderen meckern aber selbst Sachbeschädigung und Fahrerflucht hochjubeln.
    Und was ist die Konsequenz des ganzen? Sollen jetzt die Autofahrer auch aufrüsten mit Kuhfängern etc.? Wo soll das ganze hinführen, zu einem Straßenkrieg?

    Jedem passieren im Straßenverkehr mal Fehler, ob mit dem Auto oder mit dem Fahrrad unterwegs. Daher gilt auch der Grundsatz, dass man eben immer mit dem Fehler des anderen rechnen muss und darauf Rücksicht nehmen soll, vor allem die erfahrenen Fahrer. Aber so etwas scheint in der heutigen Ich-Ich-Ich Welt wohl nicht mehr in Mode zu sein!

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  7. Ich würde heute viel lieber mit einem 68er Mercedes W114 fahren, als mit den gesichtslosen Autos von heute! Und wer Probleme mit dem Einparken hat, sollte lieber Dreirad fahren!!

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  8. sicher haben Sie mit der Einschätzung recht, dass beim genannten Vorfall ein erheblicher Schaden entstanden sein dürfte. Ihnen wird ganz sicher auch jeder Richter folgen, denn es ist ein Akt der Selbstjustiz.

    Was natürlich von Gerichten nicht bewertet werden kann, ist die Gefahr, die das Fehlverhalten des SUV-Fahrers ausgelöst hat, und der möglicherweise eingetretene Lerneffekt des SUV-Fahrers, dass er niemanden so nah überholen sollte, und damit dann auch die Hoffnung, dass demnächst derartige Gefahrensituationen vermieden werden. All dies lässt sich in konkreten Schadenssummen, von denen Ihre Branche nun mal abhängt, nicht ausdrücken.

    Und doch könnten Sie zu Vergleichszwecken mal annehmen, dass damit vielleicht ein Leben verschont wurde, ....

    Ich wollte eigentlich keinen Applaus spenden für die Tat, weil mir Selbstjustiz fern liegt, und doch muss ich zugeben, schon öfter über genau jene "Rache" nachgedacht zu haben. Die Abschaffung des Sicherheitsabstandes ist ein viel zu häufig beobachtetes Delikt, was leider zu 99,9% straffrei bleibt.

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