Die beiden rot-grün regierten Bundesländer Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein klagen gegen den Testbetrieb von überlangen Lastwagen. Sprecher beider Verkehrsministerien bestätigten, dass sie Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht haben.

Die Bundesregierung hatte die Gigaliner per Ausnahmegenehmigung erlaubt. Bundestag und Bundesrat blieben bei dem Beschluss außen vor. Darin sehen die Bundesländer einen Verfassungsbruch. Der Betrieb von Riesen-Lkw habe "erhebliche Folgen", sagte der Sprecher von Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann – die Infrastruktur müsse ausgebaut werden, Zufahrten zu Gewerbegebieten könnten berührt sein. Die rot-grüne Regierung in Stuttgart sehe mit dem Versuch zudem ihr umweltpolitisches Ziel unterlaufen, möglichst viele Güter auf der Schiene und auf dem Wasserweg zu transportieren und nicht auf der Straße.

Das schwarz-gelbe Bundeskabinett hatte Anfang November den fünfjährigen Feldversuch für die bis zu 25,25 Meter langen und bis zu 44 Tonnen schweren Lastwagen genehmigt. Er startete am 1. Januar .

Bislang nehmen aber nur sehr wenige Speditionen teil; nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen sind es aktuell 13 aus den sechs Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern , Thüringen , Hessen , Niedersachsen und Schleswig-Holstein, die insgesamt 25 Gigaliner auf den Straßen im Testbetrieb fahren lassen. Zahlreiche andere Bundesländer hatten die Beteiligung am Testversuch abgelehnt.

Gegen den Feldversuch haben bereits die Bundestagsfraktionen von SPD und Grünen geklagt. Die Kritiker argumentieren, dass Straßen, Brücken und Parkplätze nicht für die Gigaliner ausgelegt sind. Bislang durften Lkw in Deutschland maximal 18,75 Meter lang sein. Befürworter argumentieren, durch die größeren Lkw seien insgesamt weniger Lastwagen auf den Straßen nötig.