NeuwagenrabattePreiskampf in der Vier-Liter-Klasse

Autobauer bieten derzeit nicht nur Auslaufmodelle und Ladenhüter mit kräftigen Rabatten an. Auch Spritsparmodelle finden sich auf Sonderangebotslisten. Ein Überblick

Gerade einmal 36,7 Prozent aller im Mai verkauften Neuwagen gingen an Privatkäufer, stellte das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen unlängst in einer Studie fest. Die Reserviertheit der Kunden ist auch ausgemacht: Die anhaltende Euro-Krise verunsichere sie nachhaltig, heißt es. Die Autoverkäufe in Europa gehen zurück, die Konjunktur schwächt sich ab.

Die Hersteller stemmen sich dagegen, indem sie den Neuwagenkunden inzwischen respektable Rabatte gewähren. Diesmal liefern sich nicht nur die dafür bekannten Hersteller eine Preisschlacht, sondern auch immer mehr Premiumanbieter mischen mit. Außerdem kommt Volkswagen im Herbst mit dem gerade erstmals präsentierten neuen Golf, für den in den Autohäusern Platz geschafft werden muss. Je nach Modell und Ausführung kann der Kunde mit bis zu 16 Prozent Nachlass auf den Golf-Listenpreis rechnen.

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Noch höhere Rabatte gab es zuletzt für den Honda Civic, Citroën Berlingo und Chevrolet Aveo. Aber Vorsicht, nicht jedes Angebot ist wirklich günstig. Manchmal macht ein fehlendes Ausstattungsmerkmal ein ansonsten attraktives Modell zu einem Ladenhüter, weil es kostspielig nachgerüstet werden muss.

Uneingeschränkt positiv ist, dass in den Rabattlisten der Hersteller immer mehr Spritsparmodelle auftauchen. Schnäppchenjäger werden zunehmend auch bei Modellen mit durchschnittlichen Verbrauchswerten von unter vier Litern fündig, besonders im Internethandel. Nach Auskunft des Internetportals MeinAuto.de wurden für den BMW 116d Efficient Dynamics (85 kW) Preisnachlässe bis zu 16,6 Prozent gewährt. Käufern eines Golf 1.6 TDI Bluemotion (77 kW) wurde im Internethandel ein Rabatt von 19,9 Prozent eingeräumt. Auf den VW Up 1.0 Bluemotion (44 kW) gab es sogar 20,1 Prozent.

Das wurde noch von Opel getoppt. Der Corsa 1.3 CDTI ecoflex (70 kW) geht mit einem Nachlass von 27,3 Prozent auf den Listenpreis an die Kunden. Spitzenreiter in der Klasse der verbrauchsreduzierten Kompaktmodelle ist aktuell der Ford Fiesta 1.4 TDCi (51 kW). Für den gab es einen Rabatt von 32 Prozent. Das spart bei einem Listenpreis von 13.800 Euro genau 4.426 Euro.

Unsere obige Bildergalerie zeigt diese und weitere mit Spritspartechnik ausgestattete Modelle, auf die derzeit hohe Rabatte gewährt werden. Wie viel der Kunde letztlich auch immer aushandelt: Er spart beim Kauf und an der Zapfsäule.

 
Leserkommentare
  1. Ohje, da kann sich ja jetzt niemand mehr herausreden, dass er unbedingt den GTI nehmen musste, weil das Modell mit dem gringsten Verbrauch zu teuer war! Wie soll man sich jetzt noch ordentlich über die hohen Spritpreise aufregen, wenn doch sogar verbrauchsarme Fahrzeuge günstig zu bekommen sind?!

    6 Leserempfehlungen
    • naja8
    • 10.09.2012 um 15:06 Uhr

    Waren nicht eher die Preise vor den Rabattaktionen viel zu hoch? Da sieht man mal wieder, wieviel wir über Jahre zuviel bezahlt haben...
    Und dass mancher Konzern nun seine Autos unter Wert verkaufen muss, daran glaube ich nicht wirklich. Auch wenn der Markt gesättigt ist.
    Viele Deutsche wissen (dank Internet), wieviel weniger die gleichen Modelle im benachbarten Ausland kosten, oder wieviel man bei manch Re-Import sparen kann. Da passt sich der deutsche Markt nun an.
    Ich finde das ein oder andere Modell selbst nach Abzug der heutigen Rabatte recht teuer. Die momentan offerierten Angebote klingen meist natürlich erstmal interessant, aber bei genauerem Hinsehen ist die Ausstattung meist miserabel.
    Mal davon abgesehen verbrauchen aktuelle Benziner auch immer weniger. Wenn ich mir überlege, dass ein (bis auf Leder) voll ausgestatteter Toyota Avensis Kombi neu schon für ca. 20000 € zu haben ist, der sogar als Benziner nur ca. 7 l verbraucht, dann empfinde ich 25000 € für einen BMW 1er Diesel nicht als Schnäppchen. Das soll jetzt keine Werbung sein, Beispiele wie diese gibt es zuhauf, gerade bei Benzinern. Die Spritersparnis gegenüber den teuren Dieselmodellen muss man erstmal wieder rausfahren, vom Platzangebotsunterschied zwischen Avensis und 1er mal ganz abgesehen!
    Und kommen sie mir nicht mit Wertverlust! Der Privatkäufer verkauft sein Auto nicht nach drei Jahren wieder. Und nach 10 Jahren bekommen Sie auch für einen BMW nicht soviel mehr, wie der Neupreisunterschied ausmacht!

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    ...plus 25% auf Jahreswagen, plus billige Kantine und Fitnessstudio: Damit wird´s langsam zu Ende gehen bei den deutschen Mondpreisfossilmobilherstellern.

    ...plus 25% auf Jahreswagen, plus billige Kantine und Fitnessstudio: Damit wird´s langsam zu Ende gehen bei den deutschen Mondpreisfossilmobilherstellern.

  2. und ich würde sie nicht behalten wollen. Je mehr Plastik dran ist und je mehr Elektronik und "Fahrassistenzsysteme" drin, desto mehr reagiert mein automobiler Abstoßmechanismus. Und zum Leasing-Nehmer werde ich erst recht nicht. Mein Vater sagte immer zu mir "Wenn Du Deinen gewünschten fahrbaren Untersatz nicht aus der Tasche bar auf den Tisch des Hauses zahlen kannst, ist er für Dich zu groß bzw. zu teuer." Dann heißt es entweder kleiner oder gebraucht. Mittlerweile könnte ich mir auch einen Oberklasse-Wagen leisten, nur wenn ich deren Wertverluste angucke, dann sind die prozentual zwar durchaus akzeptabel, in absoluten Summen jedoch jenseits von gut und böse. Ich zahle doch auf 10 Jahre gerechnet nicht Jahr für Jahr 5000 Euro Wertverlust p.A. nur daß so eine 08-15-Kiste vor dem Haus steht. Gehts noch? In diesen Kosten ist noch kein Liter Sprit, kein Reifen und kein stinkteurer Kundendienst drin. Da bleibe ich lieber bei meinem Youngtimer - der hat keinen Wertverlust mehr, sieht tiptop aus und für den ersparten Wertverlust könnte ich das Auto Jahr für Jahr vollrestaurieren lassen.

    2 Leserempfehlungen
  3. ...plus 25% auf Jahreswagen, plus billige Kantine und Fitnessstudio: Damit wird´s langsam zu Ende gehen bei den deutschen Mondpreisfossilmobilherstellern.

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