Opel AstraEine Stufe weiter

VW stellt den neuen Golf vor – und Konkurrent Opel erweitert prompt die Astra-Familie in Deutschland um die Stufenheckvariante. Doch wie öffnet man den Kofferraum? von Wolfgang Gomoll

Die Opel Astra Limousine mit Stufenheck

Die Opel Astra Limousine mit Stufenheck  |  © Hersteller

Wie sich die Zeiten ändern. Bisher war die Astra-Limousine mit dem Stufenheck nur den zentral- und osteuropäischen Ländern vorbehalten. Dort fand man das Design mit dem angeklebten Kofferraum auch dann schick, als hierzulande das Interesse an Autos mit Stufenheck verschwand. Doch offenbar ist es zurückgekehrt. Denn jetzt will Opel auch die deutschen Kunden in den Genuss der stufigen Golf-Konkurrenten kommen lassen.

Die Rüsselsheimer rechnen hierzulande etwa mit fünf Prozent Marktanteil. Den Löwenteil produziert Opel aber für Zentral- und Osteuropa : 75 Prozent der Astra-Limousinen sind für die dortigen Märkte bestimmt. Kein Wunder also, dass das überarbeitete Stufenheck-Modell vor wenigen Tagen auf der Moskau Motorshow vorgestellt wurde.

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Auf den ersten Blick wirft der Stufenheck-Astra mit dem runden, nach hinten stark abfallenden Dach wie ein Mini-Insignia. Doch auch großgewachsene Menschen mit Körperlängen jenseits der 1,85 Meter brauchen keine Angst zu haben: Sie haben im Fond genügend Kopffreiheit. Auch die Beine haben ausreichend Platz. Was die Wagenlänge betrifft, ist die Limousine mit ihren 4,66 Metern zwischen dem um 24 Zentimeter kürzeren Fünftürer und dem vier Zentimeter längeren Kombimodell Sportstourer angesiedelt.

Kofferraumdeckel ohne Griff

Der Innenraum und das Bedienkonzept mit der etwas überladenen Mittelkonsole entsprechen dem herkömmlichen Astra, also etwa dem Dreitürer GTC. Die Sitzposition unterscheidet sich allerdings: Hinter dem Lenkrad thront man in der Limousine spürbar höher als im GTC. Die Verarbeitungsqualität ist insgesamt in Ordnung.

Im Detail offenbaren sich allerdings kleinere Schwächen. Der Kofferraum lässt sich nur per Fernbedienung und durch einen Knopf auf der Mittelkonsole öffnen und schnellt automatisch hoch. Eine Griffmulde sucht man vergebens. Zudem ist die untere Seite der Hutablage nicht verkleidet und die Ladekante einen Schuss zu hoch. Das Gepäck muss man über einen relativ hohen Absatz in den Kofferraum wuchten. Der ist mit 460 Litern Fassungsvermögen durchaus brauchbar. Legt man die teilbare Rückbank um, werden sogar 1.010 Liter daraus. Allerdings hat der Ladeboden dann eine Kante.

Bei den Assistenzsystemen schließt der Astra eine Lücke zum Mittelklasse-Modell Insignia. Verbesserte Versionen der Verkehrsschilderkennung und des Spurassistenten mit Toter-Winkel-Warner sind gegen Aufpreis erhältlich. Von Herbst an gibt es einen radarbasierten Abstandswarner, der den Fahrer mit einem Bremseingriff unterstützt.

Leserkommentare
    • 2eco
    • 06. September 2012 11:03 Uhr

    "Zudem ist die untere Seite der Hutablage nicht verkleidet und die Ladekante einen Schuss zu hoch. Das Gepäck muss man über einen relativ hohen Absatz in den Kofferraum wuchten."

    Also wenn der Autor schon eine fehlende Verkleidung an der Hutablage moniert muss das Auto ja richtig gut sein.

    Eine Leserempfehlung
  1. Kein Wunder, dass Interesse am Stufenheck entsteht - die komplette Astra-Familie ist derart überdimensioniert, dass sie äußerlich mit der Kompaktklasse eigentlich nichts mehr am Hut hat. Das Stufenheck ist länger als eine Mercedes C-Klasse(!), die Steilheckvanriante nur 10cm kürzer. Wäre ja toll, wenn die Fahrzeuge dafür einen großen Innenraum bieten würden - aber da können sie nicht mal mit dem Golf VI mithalten.

    Keine Ahnung, wer die Zielgruppe für "Kompaktklasse"-Autos mit riesigen Außenmaßen bei kleinem Innenraum (und überhöhtem Gewicht) sein soll, aber Opel wird schon wissen, was Sinn und Zweck der Maßnahme ist. Ich kann leider in der Stadt nichts mit so einem Ding anfangen, aber Opel hat ja keine Probleme, Käufer zu finden...

    2 Leserempfehlungen
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    Ich fahre einen Astra G Caravan aus dem Jahr 2001. Der ist keine 4,30m lang, unter 2m Gesamtbreite (wichtig für Baustellen), verbraucht ca. 5,5 Liter Super und hat 1500 Liter Kofferraum. Das sind für mich stimmige Verhältnisse.

    Das, was Sie schreiben, ist für mich der Grund, keinen Opel wieder zu kaufen. Ich hoffe, meiner hält noch ein paar Jahre, aber ginge er jetzt kaputt, wären folgende Fahrzeuge die Favoriten: Dacia Logan als Neuwagen, der neue Hyundai i30 cw oder der kommende Kia Ceed Kombi (beide mit deutlich über 1600 Litern), oder einen gebrauchten Mercedes S211 (1950 Liter Kofferraum und beste Verarbeitung).

    Opel sollte sich auf seine alten Tugenden besinnen: praktische, hochwertige Autos zu einem günstigen Preis. Dazu kommt, daß Insignia, Zafira etc. meiner Meinung nach vollkommen überdesignt sind - mit anderen Worten: hässlich. Es mag Menschen geben, die kaufen ihr Auto wegen des Designs oder wegen des Images. Ich wäge die praktischen Gründe ab. Deswegen komme ich auch zu dieser seltsamen Alternative Dacia Logan oder Mercedes E-Klasse.

    Der Astra und der Mercedes C-Klasse bewegen sich in einer Fahrzeugkategorie. Die frühen Mercedes und BMW-Modelle waren sogar um einiges kleiner als die Konkurrenz. (Dafür aber "Premium".)

    Es ist eine alte Krankheit, dass die Modelle aus Gründen des Marketings bei jedem Modellwechsel etwas wachsen. So gab es i VW erst den Golf, dann Polo, Lupo und jetzt werden wir mit dem Up beglückt.

    Was das Thema Verhältnis Innenraum zu Fahrzeuggröße betrifft: Hier spielen CW-Wert und Crashsicherheit eine wichtige Rolle. Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Saxo gefahren und mich gewundert, dass dieses kleine Auto doch einen unerwartet großen Innenraum hatte. Dafür waren aber auch die Türen sehr schmal und beim Crash-Test gab es damals auch nur 2 Sterne.

  2. Ausstattungen und Motorisierungen. Eigentlich für jeden was dabei. Wem das Auto zu groß ist, der kann sich auch beim Meriva, Corsa oder Agila bedienen - ebenfalls in unzähligen Ausstattungslinien und Motorisierungen zu haben. Aber bitte nicht dieses "Schubladendenken", wie beim Vorredner. Stufen sie das Auto einfach in die Mittelklasse ein, dann passt´s.

  3. Ich fahre einen Astra G Caravan aus dem Jahr 2001. Der ist keine 4,30m lang, unter 2m Gesamtbreite (wichtig für Baustellen), verbraucht ca. 5,5 Liter Super und hat 1500 Liter Kofferraum. Das sind für mich stimmige Verhältnisse.

    Das, was Sie schreiben, ist für mich der Grund, keinen Opel wieder zu kaufen. Ich hoffe, meiner hält noch ein paar Jahre, aber ginge er jetzt kaputt, wären folgende Fahrzeuge die Favoriten: Dacia Logan als Neuwagen, der neue Hyundai i30 cw oder der kommende Kia Ceed Kombi (beide mit deutlich über 1600 Litern), oder einen gebrauchten Mercedes S211 (1950 Liter Kofferraum und beste Verarbeitung).

    Opel sollte sich auf seine alten Tugenden besinnen: praktische, hochwertige Autos zu einem günstigen Preis. Dazu kommt, daß Insignia, Zafira etc. meiner Meinung nach vollkommen überdesignt sind - mit anderen Worten: hässlich. Es mag Menschen geben, die kaufen ihr Auto wegen des Designs oder wegen des Images. Ich wäge die praktischen Gründe ab. Deswegen komme ich auch zu dieser seltsamen Alternative Dacia Logan oder Mercedes E-Klasse.

  4. Preis, Leistung und Qualität hervorragend. Das Design wird überall bewundert. Dazu mit dem 110 PS Diesel sparsam. Und das Fahren, besonders auf der Autobahn ist ein Traum. Was will man noch mehr?

  5. Der Astra und der Mercedes C-Klasse bewegen sich in einer Fahrzeugkategorie. Die frühen Mercedes und BMW-Modelle waren sogar um einiges kleiner als die Konkurrenz. (Dafür aber "Premium".)

    Es ist eine alte Krankheit, dass die Modelle aus Gründen des Marketings bei jedem Modellwechsel etwas wachsen. So gab es i VW erst den Golf, dann Polo, Lupo und jetzt werden wir mit dem Up beglückt.

    Was das Thema Verhältnis Innenraum zu Fahrzeuggröße betrifft: Hier spielen CW-Wert und Crashsicherheit eine wichtige Rolle. Ich hatte vor einiger Zeit mal einen Saxo gefahren und mich gewundert, dass dieses kleine Auto doch einen unerwartet großen Innenraum hatte. Dafür waren aber auch die Türen sehr schmal und beim Crash-Test gab es damals auch nur 2 Sterne.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Opel | Airbag | Moskau | Osteuropa
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