Renault bringt die vierte Generation des Clio im November auf den Markt. © Hersteller

Laurens van den Acker ist bekannt dafür, um einen markigen Spruch nicht verlegen zu sein. "Der neue Clio sollte ein Homerun werden", sagt der Renault-Chefdesigner in der Sprache des Baseballs über die jüngste Generation des Kleinwagens , die in einer Woche auf der Pariser Automesse Premiere hat und im November auf den Markt kommt. Van den Acker arbeitet nach Stationen bei Audi und Mazda seit rund drei Jahren bei dem französischen Autobauer, nun kommt sein erstes Renault-Serienmodell zu den Händlern.

Entsprechend steht der 47-Jährige etwas unter Druck. Aber auch der Clio selbst ist zum Erfolg verdammt, denn Renault hat, wie andere Autohersteller, in Europa mit zurückgehenden Zulassungszahlen zu kämpfen. Um den entscheidenden Punkt zum Sieg zu erzielen, folgt Renault dem erfolgreichen VW-Motto: Evolution statt Revolution .

Darum ist auch der neue Clio weiterhin als solcher zu erkennen. Aber frischer und moderner. Immer noch steht das Renault-Logo, der Rhombus, zentral auf den schmalen Kühlergrill, nur noch durch die schwarze Umrandung noch markanter. Die Motorhaube verzichtet auf allzu auffällige Kanten, die Dachkante fällt nach hinten ab und das Heck mit den länglichen Scheinwerfern bildet einen würdigen Abschluss. Die vierte Generation des Clio kann sich durchaus sehen lassen. Nur die seltsame Chrom-Lack-Applikation in der Flanke erinnert etwas an eine aufgeplatzte Blechhaut.

Größe ist nicht alles beim Kofferraum

Innen kann man es durchaus aushalten. Der neue Clio ist mit 4,06 Metern gut drei Zentimeter länger als die auslaufende dritte Generation, der Radstand ist um 1,4 Zentimeter gewachsen. Das verschafft allen Insassen mehr Raum. Auch große Mitfahrer haben im Fond ausreichend Platz. Fahrer und Beifahrer machen es sich in den Sesseln bequem. Das Lenkrad ist serienmäßig längs- und höhenverstellbar, so dass der Pilot schnell eine gute Sitzposition findet.

Die Verarbeitung im Cockpit ist ordentlich. Die Bedienung hat sich verbessert und ist nun eingängig, denn Renault hat endlich die Vielzahl der Knöpfe deutlich reduziert. Nur der Satellitenhebel zur Bedienung des Radios stört etwas. Wirklich problematisch sind die sehr breiten C-Säulen, die den Blick nach hinten ziemlich einschränken. Käufer des neuen Clios, die viel in Parkhäusern unterwegs sind, sollten unbedingt Parkpiepser mitbestellen.

Das Beladen des Kofferraums ist nicht einfach. Das Gepäck muss über einen hohen Absatz in eine enge Ladeluke gewuchtet werden. Zwar hat der Clio jetzt einen um zwölf Liter auf 300 Liter gewachsenen Kofferraum, aber ein handelsüblicher mittelgroßer Koffer passt nur quer hinein. Im reinen Zahlenvergleich übertrifft der Clio den Polo , doch das VW-Modell leistet trotzdem mehr: Große Koffer passen hier besser hinein. Immerhin lässt sich im Clio das Volumen durch das Umlegen der Rückbank auf 1.146 Liter steigern. Also kein vollkommener Fehlschlag, aber sicher kein Homerun.