Das Umweltbundesamt hat die Autoindustrie zum Bau sparsamerer Autos aufgerufen. Da die EU-Kommission offenbar plane , den für 2020 geplanten Bio-Anteil in den Kraftstoffen niedriger anzusetzen, müssten die Autobauer künftig einen niedrigeren CO2-Grenzwert für ihre Neuwagenflotte einhalten, sagte Amtschef Jochen Flasbarth der Frankfurter Rundschau .

Er erinnerte daran, dass die Autoindustrie statt der ursprünglich von der EU für 2015 geforderten 120 Gramm CO2 pro Kilometer nur 130 Gramm vorgeschrieben bekam; der Rest sollte unter anderem über den Biosprit hereingeholt werden. "Dieser Nachlass ist infrage zu stellen."

Flasbarth forderte, Autos künftig auf niedrigere Höchstgeschwindigkeiten auszulegen. Sie würden dann automatisch weniger schwer und dadurch sparsamer. "Ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen würde durch diesen Effekt eine große positive Wirkung zeigen."

Vor einer zu abrupten Kehrtwende in der Bioenergie-Politik warnte Flasbarth aber. "Die Einschätzung, dass die Bioenergie den Hunger auf der Welt maßgeblich beeinflusst , teilt das Umweltbundesamt nicht", sagte er zu der jüngst auch von Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) aufgegriffenen Debatte . Es gebe keine Anzeichen, dass sie der relevante Treiber dafür ist – zumindest im Augenblick.