CO2-Emissionen : Umweltbundesamt fordert sparsamere und langsamere Autos

Der CO2-Grenzwert für Pkw sollte nach Auffassung des Umweltbundesamtes gesenkt werden. Dazu brauche es geringere Emissionen – und ein allgemeines Tempolimit.
Neufahrzeuge von Audi und VW © Ingo Wagner/dpa/lni

Das Umweltbundesamt hat die Autoindustrie zum Bau sparsamerer Autos aufgerufen. Da die EU-Kommission offenbar plane , den für 2020 geplanten Bio-Anteil in den Kraftstoffen niedriger anzusetzen, müssten die Autobauer künftig einen niedrigeren CO2-Grenzwert für ihre Neuwagenflotte einhalten, sagte Amtschef Jochen Flasbarth der Frankfurter Rundschau .

Er erinnerte daran, dass die Autoindustrie statt der ursprünglich von der EU für 2015 geforderten 120 Gramm CO2 pro Kilometer nur 130 Gramm vorgeschrieben bekam; der Rest sollte unter anderem über den Biosprit hereingeholt werden. "Dieser Nachlass ist infrage zu stellen."

Flasbarth forderte, Autos künftig auf niedrigere Höchstgeschwindigkeiten auszulegen. Sie würden dann automatisch weniger schwer und dadurch sparsamer. "Ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen würde durch diesen Effekt eine große positive Wirkung zeigen."

Vor einer zu abrupten Kehrtwende in der Bioenergie-Politik warnte Flasbarth aber. "Die Einschätzung, dass die Bioenergie den Hunger auf der Welt maßgeblich beeinflusst , teilt das Umweltbundesamt nicht", sagte er zu der jüngst auch von Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) aufgegriffenen Debatte . Es gebe keine Anzeichen, dass sie der relevante Treiber dafür ist – zumindest im Augenblick.

Kommentare

77 Kommentare Seite 1 von 8 Kommentieren

Verkaufspsychologie

Solange die Autoindustrie eine immer stärkere Motorisierung dem geneigten Kunden auch als ein "Plus an Lebensqualität" verkaufen kann, wird sich in der Tat nicht viel ändern.
In dieses Bild passt auch, als kürzlich die neueste Version des VW Golf vorgestellt wurde, hieß es nur knapp "alternative Antriebe" würden nicht angeboten. Mit anderen Worten: in Sachen Hybridantrieb oder gar Plugin-Hybrid hat VW momentan nichts zu bieten. Und der Rest der Europäischen Autoindustrie auch nicht unbedingt allzu viel.

Ich hoffe,

dass die Grenzwerte für CO2-Emissionen europaweit deutlich gesenkt werden. Die Autoindustrie hat in den letzten Jahren fast ausschließlich das Dogma "größer, weiter, schneller" bedient. Ein Zeichen dafür, dass sie die vorgeschriebenen Grenzwerte ohne Anstrengungen einhalten kann. Wir müssen uns aber weiterhin bemühen, die Luftverschmutzung deutlich zurückzufahren.

Soso.....

Jetzt ist es also raus.
Das ganze war also nur ein Blöff, der zur Stützung der deutschen Autoindustrie dienen sollte.
Der Erfolg von gestern - die "besseren" Marktsegmente zu bedienen als die Nachbarn - hatte durch die grüne Brille betrachtet plötzlich ein Imageproblem.
Da war doch die "Gutschrift" über den Agrosprit ein genialer Schachzug. Der ist nun geplatzt.
Schade, möcht man fast sagen.
Wer sich irgendwie - auf unabhängiger Basis - mit der Materie beschäftigt hat, hat sich von Anfang an gefragt, was das soll. Und welche Rolle die Politik bei dem Stück einnimmt.
Der Sprit aus dem Bohrloch ist nach wie vor preisbestimmend - und der vom Acker mit tausend Fragezeichen behaftet. Bei den Zertifikaten werden die Grenzen mal hier, mal dort gezogen.
Nun also die gezogene Bremse.
In der Luftverkehrsbranche läuft die "Bio"sprit-Kampagne noch. Wer hat denn nun recht?
Sprit nicht mehr aus "Brot", sondern aus Stroh? Ich dachte, das gehört für die Humusbilanz untergeackert......
Das ökologische perpetuum mobile ist noch nicht erfunden.