Straßenverkehr : Wie man über Land sicher ans Ziel kommt

Die meisten tödlichen Autounfälle passieren auf Landstraßen – auch weil viele Fahrer die Gefahren völlig unterschätzen. Vor allem wenn überholt wird.

Viele Autofahrer empfinden die Fahrt auf der Landstraße als harmlos und entspannend. Ein trügerisches Gefühl, denn kein Straßentyp ist so gefährlich. Von allen, die in Deutschland bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen, sind fast zwei Drittel Unfallopfer auf einer Landstraße.

Zwar lassen sich die Fahrspuren so gestalten oder umbauen , dass Gefahren gemindert werden, etwa indem Kreuzungen in Kreisverkehre verwandelt oder enge Kurven weiter gemacht werden. Doch am Ende ist es vor allem Sache der Fahrer, sicher ans Ziel zu kommen. "Richtig handeln müssen wir immer noch selbst", sagt Carla Bormann vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) .

Der Verband will die Autofahrer deshalb über die Risiken aufklären und für die Gefahren auf Landstraßen sensibilisieren. Ein großes Problem dabei: "Landstraßen werden vor allem von Ortskundigen gefahren. Sie glauben, die Strecke sehr gut zu kennen, wiegen sich in falscher Sicherheit und fahren dann zu schnell oder wagen riskante Überholmanöver", sagt Bormann.

Schlechte Straßen lassen flottes Fahren nicht zu

Anlass, einen anderen hinter sich zu lassen, gibt es auf Landstraßen oft, denn hier teilen sich alle möglichen Verkehrsteilnehmer mit verschiedenen Geschwindigkeiten – vom Reiter und Radfahrer bis zum Mähdrescher und Lastwagen – die Fahrspur. Der DVR hat zur Erntezeit eine Kampagne gestartet. Auf dem Heck vieler landwirtschaftlicher Nutzfahrzeuge prangt nun ein auffälliger großer Aufkleber: "Ich bin langsam. Der Gegenverkehr nicht!"

Der Gegenverkehr macht das Überholen auf Landstraßen oft lebensgefährlich. Hinter Kuppen oder Kurven können unvermutet Autos auf der Gegenfahrbahn auftauchen oder Hindernisse auf dem Weg liegen. Doch auch übersichtliche, schnurgerade Straßen könnten tückisch sein, warnt Bormann. Fahrer schätzten entgegenkommende Autos oft als noch weiter entfernt ein und als langsamer, als sie tatsächlich sind. Der DVR rät deshalb nur dann zu überholen, wenn die Sicht wirklich frei ist und kein Auto entgegen kommt.

Auch der Zustand der Fahrbahnen birgt Gefahren. Anders als Autobahnen bieten Landstraßen meist keine Verhältnisse, die es erlaubten, schnell und mit geringer Aufmerksamkeit zu fahren. Spurrillen, Schlaglöcher oder "Flickenteppiche", wenn Löcher holprig gestopft wurden, erschweren das Fahren und können bei zu hohem Tempo das Auto leicht ins Schleudern bringen. Die Zahl der Unfälle, die durch schlechte Straßen begünstigt werden, hat besonders stark zugenommen, hat die Unfallforschung des ADAC ergeben. Darum fordert der Automobilclub, die Infrastruktur zu verbessern. Aber solange der Staat hier wenig investiert, müssen Autofahrer besondere Vorsicht walten lassen.

Kommentare

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Reaktion !!

Ist jemals getestet worden wie schnell ein 40 bis 60jaehriger eigentlich fahren darf, sodass er noch reaktionsschnell handeln kann?? Jeder, auch ich, ist schon beim Landstrassenfahren in gefaehrliche Situationen geraten!!!
Hinzu kommt noch, das das Autofahren immer SICHERER " gemacht wird. Der lernt man irgenwann vor Jahren etwas ueber Bremswege. Da donnern sie mit 80 kmh auf der Landstrasse, ploetzlich taucht auf der Gegenfahrbahn etwas auf. Wie lang ist der Bremsweg von beiden Autofahrern?? Fragen Sie mal nach.

Schwachfug

Die meisten Unfälle passieren innerorts, hauptsächlich Grundregeln wie Vorfahrt werden missachtet, dann folgen Landstraßen und mit weitem Abstand Autobahnen. Die oft in der Vergangenheit gescholtenen Jugendliche mit ihren legendären Diskounfällen sind stark rückläufig und werden zunehmend von greisen Rentnern in der Unfallstatistik verdrängt.

BTW: Hauptursache ist Unachtsamtkeit und Unfähigkeit.

Schachfug 2

.. Die häufigste Ursache für schwere Verletzungen und Todesfälle bei Unfällen im Straßenverkehr ist übrigens eine nicht angepasste Geschwindigkeit ..

Geschwindigkeit ist nie allein Schuld, es bedarf anderer Komponenten bis aus "nicht angepasste Geschwindigkeit" ein Unfall wird. Der alleinige Focus darauf und der mediale Tenor seit Jahren hat vielleicht zu dieser Sichtweise geführt, Unachtsamkeit und Unfähigkeit sind aber die Triebfeder für Unfälle. Daheim und auf der Straße.

Der Bremsweg

ist abhängig von der Fahrzeugart und dessen technischer Zustand. Was Sie sicher meinen, ist der Anhalteweg.
Ob es dort aber größere Differenzen in den Altersgruppen gibt
wage ich zu bezweifeln. Der Zehntelsekundevorsprung der Jüngeren, wird oft durch Tätigkeiten, die nichts mit dem Fahren zu tun haben, ins Gegenteil verkehrt.

In den letzten Wochen ist mir dies ,durch eine enorme Anzahl
von Frontalkolisionen in meiner Region, deutlich vor Augen
geführt worden. Die Altersgruppe der Unfallveruhrsacher
reichte von 28 bis 32 Jahre.

senioren

Wir haben zwei Senioren-Nachbarn. Wenn die beiden aus der Garage fahren (allein das ist schon ein kleines Spektakel) und in die Straße einbiegen, wird einem schwindlig. Die beiden hatten sehr viel Dusel - bis jetzt.

Möglicherweise waren auch höhere Mächte am Werk, denn sie ist Christin (So war ihr erster Satz beim Kennenlernen). Keiner würden den beiden den Führerschein wegnehmen. Der Dekan würde protestieren. So läuft das.

Es gibt eine Menge seltsame Verkehrsteilnehmer...

Es gibt weniger Jugendliche - das stimmt

Irgendwie hab' ich das Gefühl, bei Ihnen gibt es ein grundlegendes Problem mit der Einstellung zum Straßenverkehr. Es gibt kein Grundrecht auf zu schnelles Fahren und die Forderung nach gegenseitiger Rücksichtnahme steht in den Verkehrsregeln ziemlich weit vorne. Lesen Sie's mal wieder nach und vor allem denken Sie mal drüber nach, warum das so ist.
Die greisen Rentner begehen zwar jetzt zahlenmäßig mehr Unfälle (weil es mehr greise Renter (60-über 80) mit Führerschein und Auto gibt), sie liegen aber statistisch insgesamt, und bei den Verkehrstoten pro Unfall sehr weit, hinter den 18- 25 jährigen. Das Feld werden sie trotz spektakulärer Einzelunfälle auch weiterhin den jungen Fahrern überlassen.

Da gebe ich Ihnen Recht

Es ist nicht allein die Geschwindigkeit. Es ist mehr der Fahrer, der die Relation zwischen möglicher Geschwindigkeit und dem was er gerne hätte nicht mehr berechnet bekommt. Der halt doch verblüffenderweise nicht allein auf der Straße ist und staunend feststellt, dass er irgendwas in seinen Berechnungen falsch gemacht hat. Nur wenn er soweit gekommen ist, ist es häufig für ihn und möglicherweise für andere, die er nie kennenlernen durfte abschließend zu spät.
Die ganzen technischen Finessen, die heutzutage in den Autos eingebaut werden und ein Schweinegeld kosten, dienen allein dazu, die Fehler des Fahrers auszubügeln. Nur sind viele Fahrer nicht in der Lage das zu erkennen oder blenden es aus, weil sie an ihre und die Grenzen des Autos doch wenigstens einmal kommen müssen...

Ja ich habe

ein grundsätzliches Problem, weniger mit der Straßenverkehrsordnung an sich und auch weniger mit anderen Verkehrsteilnehmern sondern einzig und allein damit, aus diesem Land ein Rollatorparadis mache zu wollen.

Und in diese Richtung bewegen wir uns mit Siebenmeilenstiefeln. Da fallen mir immer zwei Zitate ein:
"Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren."
"Der freie Vogel lebt gefährlich, und sein Leben ist meist recht kurz – aber er ist frei und lebendig, bis zum letzten Atemzug."

Null Risiko bedeutet absoluter Stillstand, aber das erzählen Ihnen die Auguren der Sicherheit nicht.

kkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkkk

freiheit bedeutet auch, das eigene maß an sicherheit festlegen zu können, das gilt nicht nur für dich sondern auch für die anderen.
mit rücksichtloser fahrweise, nur an den eigenen bedürfnissen (wie z.b. den 2-3 minuten die man spart) orientiert, masst du dir an, den sicherheitslevel anderer gleich mit bestimmen zu dürfen. zumeist sind es gerade diejenigen, die am lautesten tönen, die am ende am schlechtetsten fahren und die größte gefährdung auf der straße darstellen.

was das rollatorparadies angeht ... die dir die altersentwicklung in deutschland an, du kannst es akzeptieren oder du hast schwere zeiten vor dir. was solls. wer schon wegen ein paar geschwindigkeitsbegrenzungen herumweint, braucht wohl sein haar in der suppe.

Gerade weil Sie Ihren persönlichen

Sicherheitslevel zum Maß für alle Anderen erheben, sehe ich mich genötigt Sie darauf hinzuweisen das in der Straßenverkehrsordnung nichts von Moral steht. Sie können gern für sich und ganz feenlike behaupten, auch derjenige, welcher innerhalb der gesetzlich erlaubter Parameter fährt, wäre ein Rabauke. Ändert aber nichts an der Tatsache, das Menschen wie Sie ohne Not Freiheiten aufgibt, nur um am Ende im goldenen Käfig zu sitzen.

Wie sagte schon Volker Pispers: http://youtu.be/tnIvmzzExG8

hhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhh

"Sicherheitslevel zum Maß für alle Anderen erheben, sehe ich mich genötigt Sie darauf hinzuweisen das in der Straßenverkehrsordnung nichts von Moral steht."

§ 1 stvo ist durchaus von ethischem/moralischem gedanken getragen, ansonsten wäre nicht von gegenseitiger rücksichtnahme die rede, des weiteren sind gefährdungen bedingungslos, behinderungen nur eingeschränkt ausgeschlossen.

"Sie können gern für sich und ganz feenlike behaupten, auch derjenige, welcher innerhalb der gesetzlich erlaubter Parameter fährt, wäre ein Rabauke."

das ist gemäß §1 unmöglich.

"Ändert aber nichts an der Tatsache, das Menschen wie Sie ohne Not Freiheiten aufgibt, nur um am Ende im goldenen Käfig zu sitzen."

du kennst mein leben gewiss nicht gut genug, das zu beurteilen. rücksichtslosigkeit hat nichts mit mut zu tun, nur etwas mit schlechtem benehmen und in der regel auch mit kompensationsverhalten.

nebenbei, was willst du eigentlich dauernd mit deinen feen? wir sind hier nicht im wow-forum..

Generalverdacht?

Der "Generalverdacht" ergibt sich aus den §§7 und 18 Abs. 1 StVG, dort nennt sich das "verschuldensunbhängige Haftung aufgrund der Betriebsgefahr eines Kraftfahrzeuges". Es gibt im Privatbereich keinen auch nur annähernd vergleichbaren Lebensumstand, bei dem aus geringer persönlicher Unachtsamkeit fremde Menschen getötet werden können. Oder kennt jemand eine solche Situation?

Im Auto abgekapselt...

Einen der Gründe, warum Autofahrer häufig ihre Geschwindigkeit nicht der realen Gefahrenlage anpassen, sehe ich darin, dass moderne Autos so bequem sind - wenig Motorgeräusch im Innernraum, nichts wackelt, kein Fahrtwind. Dabei fühlt man sich zu sicher.
Wer öfters Fahrrad fährt, weiß, dass 30 bis 40, vor allem bei kaltem Wetter, schon gewaltig an den Ohren ziehen, und dass man per Rad lieber nur dann so schnell fährt, wenn der Weg breit, gerade und knochentrocken ist. Natürlich sind beim Auto Blech und Airbags dazwischen, aber die helfen lange nicht so viel, wie es das Sicherheitsgefühl im bequemen Fahrgastraum vermittelt. Vor allem helfen Sie anderen Verkehrsteilnehmern (Fußgänger, Radler...) gar nichts! Bitte Abstand halten!