Motorleistung : Wir müssen das Rennen um die höchste PS-Zahl stoppen

Ein Neuwagen hat im Schnitt 138 PS, so viel wie nie. Experte Dudenhöffer kritisiert im Gastbeitrag den PS-Drang: Er führe das Bemühen, CO2-Ausstoß zu senken, ad absurdum.
Der VW Golf R ist die stärkste Ausführung des Modells, er hat 270 PS. © Volkswagen

Umweltschutz hin oder her: Deutschlands Neuwagenkäufer lieben starke Autos . War im Jahr 1995 ein neues Auto im Schnitt noch mit einem 95-PS-Motor ausgestattet, liegt heute die Leistung bei 138 PS. Nie zuvor hatten die Neuwagen so viele Pferdestärken unter der Haube.

Nur einmal in den vergangenen 17 Jahren wurde das "Gesetz von den steigenden PS-Zahlen" gebrochen: im Jahr 2009, als in Deutschland aufgrund der Abwrackprämie viele Kleinwagen gekauft wurden. Ansonsten galt Jahr für Jahr: Die PS-Zahlen der Neuwagen steigen. Der Trend wird anhalten, denn das Geschäft mit sportlichen Geländewagen, den SUVs, boomt, und die haben eben ein paar PS mehr.

Aber nicht nur die SUVs treiben die PS-Statistik nach oben, sondern auch Klein- und Kompaktwagen, Mittelklasseautos und natürlich die Oberklasse-Fahrzeuge, die mit jeder neuen Generation stärkere Motoren erhalten. Die Autobauer leben im Zeitalter des PS-Benchmarking. Bringt eine Marke einen Neuwagen auf den Markt, muss er ein paar PS mehr als der Vorgänger und natürlich der Wettbewerber haben. Das nennt die Branche Fortschritt durch Benchmarking. Zum Glück hatte sich Thomas Alva Edison nicht mit Benchmarking befasst, sonst säßen wir heute noch bei Kerzenlicht – mit immer größeren Dochten. Ist also der Drang zu höherer Motorleistung eine Entwicklung in die falsche Richtung?

Es geht weder um Ferraris noch um weniger Sicherheit

Zunächst einmal: Ein leistungsfähiges Fahrzeug kann natürlich Sicherheit bieten, etwa wenn es zügig beschleunigen und somit den Überholvorgang ausreichend kurz halten kann. Außerdem führen mehr PS nicht zwangsläufig zu einem höheren Verbrauch. Und selbstverständlich ist es nicht sinnvoll, mit untermotorisierten Autos zu fahren. Ob ein Fahrzeug zu wenig PS hat, hängt vor allem vom Gewicht ab – die Ausstattung, egal ob für Komfort oder für Sicherheit, bringt mehr Gewicht ins Auto. Dabei muss aber die Frage erlaubt sein, ob jedes zusätzliche Element notwendig ist. Andererseits gibt es wahre PS-Kunstwerke auf den Straßen, etwa Ferraris. Niemand käme auf die Idee, unser Leben durch ein Verbot dieser in überschaubarer Zahl umherfahrenden Wagen ärmer zu machen.

Ferdinand Dudenhöffer

Ferdinand Dudenhöffer ist Professor für allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Automobilwirtschaft an der Universität Duisburg-Essen und dort Direktor des Center Automotive Research (CAR).

Doch es geht bei der Kritik an den steigenden PS-Zahlen weder um einen Ferrari oder einen Porsche 911 Turbo noch darum, Komfort und Sicherheit einzuschränken. Angezweifelt wird vielmehr, ob in einem Alltagsauto und für die Alltagsstrecken im Schnitt 138 PS und mehr notwendig sind. Autofahrer neigen bei hohen Motorisierungen dazu, schneller und damit auch mit höherem Risiko zu fahren. Auf unseren Autobahnen brauchen wir keine Lichthupe-Piloten, die bis auf die Stoßstange auffahren und dann mit Vollgas zeigen, "wo der Hammer hängt".

Darum: Benötigt ein Wagen der oberen Mittelklasse auf unseren Straßen noch mehr als 215 PS? Oder ein Mittelklasse-Auto à la VW Passat noch mehr als die derzeitigen 167 PS? Brauchen wir wirklich noch mehr PS?

Die Hersteller antworten klassisch: Wenn der Käufer das schick findet, warum nicht? Mit modernen Motoren können wir uns ohne Mehrverbrauch die zusätzliche Motorleistung gönnen.

Schaut man sich die Entwicklung des Treibstoffverbrauchs an, scheint das Argument zu ziehen, zumindest auf den ersten Blick. Allerdings gelang die Entwicklung solch moderner Triebwerke nur unter Zwang. Denn zunächst wollten die Autobauer in einer freiwilligen Selbstverpflichtung bis 2008 den Verbrauch ihrer Fahrzeuge so senken, dass ein Neuwagen im Durchschnitt nur 140 Gramm CO2 je Kilometer emittiert. Doch vor allem die deutschen Hersteller hielten sich nicht an ihre Selbstverpflichtung.

Kommentare

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Tempolimit so schnell wie möglich

Ich lege im Monat gut 800km auf Autobahnen zurrück. Was man dabei erlebt lässt sich teilweise mit Worten nicht beschreiben. Autos, die bei weit über 200km/h nicht mal 10m Abstand voneinander haben um nur ein Beispiel zu nennen.
Was mir aufgefallen ist, dass es zu 90% Firmenwagen und Vertreter sind, die auf der linken Spur heizen und drängeln. (Meistens Vw Passat, A6 Kombi usw.)
Wenn es nicht direkt zu einem generellen Tempolimit kommt, dann muss man zumindest dafür sorgen, dass Firmenwagen sich an die Richtgeschwindigkeit halten.

Meinung/Stimmung gegen Fakt

Zum Thema Geschwindigkeitsbegrenzung und Sicherheit.
Als Beispiel wurde Österreich genannt, ein kleiner Vergleich:

Österreich: Einwohner = 8,5 Mio ; tödliche Unfälle auf der Straße pro Jahr = 679 (2008) -> Jeder 12.518 Bürger stirbt auf der Straße

Deutschland: Einwohner = 81,9 Mio ; tödliche Unfälle auf der Straße pro Jahr 3382 (Juli 2011 - Juni 2012) -> Jeder 23.950 Bürger stirbt auf der Straße

Anm. d. Red.: Bitte geben Sie Ihre Quellen an. Danke, die Redaktion/ds

Die Unfallstatistik stammt von den jeweiligen Behörden. Also Augen auf, beim gemütlichen fahren durch Österreich. Ich bin ernsthaft davon überzeugt, dass jeder der "entspannt" über die Autobahnen brettert, ja auch bei 140 Km/h haben Sie genug kinetische Energie um viel Schaden anzurichten, irgendetwas falsch verstanden hat. Das führen einen Fahrzeuges hat niemals etwas mit "Entspannung" zu tun und genau dort sollte man ansetzen. Auto fahren ist und bleibt gefährlich und jeder sollte genug Reizen ausgesetzt sein, damit seine Sinne geschärft bleiben.

Für mich war die Fahrt nach Belgien ein Horror, in Deutschland wurden meine Fähigkeiten gefordert und ich war aktiv und sicher unterwegs. Ab den Niederlande bin ich fast eingeschlafen, alle gleich schnell und nichts passiert. Das macht müde und fördert die Unkonzentriertheit. Klasse!

Nicht nur zu schnell sondern auch zu groß

Ich kann Ihre Beobachtungen voll nachvollziehen. Wenn Sie schreiben
"Firmenwagen und Vertreter sind, die auf der linken Spur heizen und drängeln. (Meistens Vw Passat, A6 Kombi usw.)",
muss aber noch mehr im Argen liegen:
Diese Fahrzeuge sind vielleicht für Reisen mit 4-5 Personen und Gepäck notwendig. Oder auch zum Transport sperriger Gegenstände. Einen Vertreter (der ja meist alleine und mit wenig Fracht reist) mit sowas auszustatten erscheint mir völlig unsinnig.

Probleme wach zu bleiben?

Wenn Sie bei ruhigem Dahingleiten wie in Holland, Dänemark oder Frankreich Probleme mit dem Wachbleiben haben, sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen.

Zu behaupten, dass das oft aggressive, oft rücksichtslose und sehr oft hirnlose Durcheinanderwuseln, -drängeln und -eiern in Deutschland sicherheitsfördernd sei, ist ja wohl, übertrieben höflich ausgedrückt, abwegig.

Die Sicherheit fördert man durch
- moderate Geschwindigkeiten
- ausreichende Pausen auf Langstrecken
- realistische Zeitplanung
- regelkonformes Fahren

Um Komfort geht es z.T. garnicht

Das "sowas", auf das ich geantwortet habe, waren alles Fahrzeuge mit 4 oder mehr Sitzplätzen (und zwar auch hinten sehr viel Platz) und außerdem noch Frachtraum. Das hat also höchstens am Rande mit dem Komfort des Fahrers zu tun.

Grundsätzlich darf Außendienst auch gerne teuer sein, damit Dienstleistungen, die weite Reisen erfordern, nur in Anspruch genommen werden, wenn es sich wirklich lohnt (und nicht, weil sich ein Treffen vor Ort bloß "besser anfühlt" als eine Telefonkonferenz). In der Hinsicht hab' ich in den letzten Jahren übrigens beträchtliches Umdenken erlebt (früher war es sogar gerne gesehen, wenn ein leitender Mitarbeiter einfach mal für wenige Tage über'n Teich flog um "Präsenz zu zeigen").

Die komfortabelste Fahr ist immernoch die, die garnicht angetreten wird.

Um unnötige Aufregung zu vermeiden: Ich behaupte natürlich nicht, dass sich Autofahrten ganz vermeiden. Natürlich gibt es Berufe, in denen viel Individualverkehr benötigt wird. Gerade dort lässt sich durch Wahl eines effizienten Fahrzeugs viel einsparen.

Balsam

Wie gesagt, mit meinen recht oberflächlichen Daten sind wir bei einem Faktor von 2. Und sicher kann man das so pauschal auch gar nicht an den totalen Zahlen fest machen. Alles richtig, die Tendenz geht aber deutlich in eine Richtung. Tempolimit ist nicht gleich zu setzen mit Sicherheit auf der Autobahn.

Ein Tempolimit ändert keine Raser oder verhindert Unfälle bei ~140km/h. Und auch bei diesem Tempo haben Sie genügend kinetische Energie um 5x getötet zu werden. Die Fahrzeugführer sind das Problem, darüber müssen wir sprechen und Lösungen finden. Sie wissen doch alle, dass man Probleme nicht löst indem man populistische und oberflächliche Kosmetik betreibt. Es gibt genug Gegenbeispiele und ich würde mich gern mehr mit der Thematik befassen, vielleicht habe ich ja ein Thema für meine Bachelorarbeit gefunden.

Wenn wir unseren Verkehr wirklich sicher und effizient gestalten wollen, bleibt uns nichts anderes übrig als dem Menschen den Einfluss zu entziehen. Wer die Statistik weiter verbessern will, kommt daran nicht vorbei. Staus verursachen und ineffizientes Fahren geht auch mit 70PS. Entweder den Mensch ausbilden und sensibilisieren oder den Mensch gegen eine Maschine tauschen.
PS zahlen verringern oder Tempolimits einführen ist ein gut gemeinter Emotionsbalsam, mehr nicht.

Ich bin für eine weitere Erhöhung der Spritpreise (zwangsläufig), das Ergebnis sind effiziente Fahrzeuge und weniger unnütze Fahrten. Perfekt! Das würde mehr bringen als jedes Tempolimit.

*LOL*

Zitat: "dann muss man zumindest dafür sorgen, dass Firmenwagen sich an die Richtgeschwindigkeit halten."

Sorry, aber das grenzt ja wirklich schon an Neid vom feinsten. Und ich bin der letze, der mit der Neidkeule um sich schlägt. Aber beim Thema Dienstwagen müssten sich einige Mitbürger echt dem Schaum vor dem Mund abwischen, erst einmal relaxen und dann vielleicht erst posten. Wäääääh - diese bösen Dienstwagenfahrer, alle so böse...
Abgesehen davon, wie soll man Ihre grandiose Idee denn umsetzen? Mit dem Verbrauch etwa? Das würde auch nicht funktionieren.
Eine Frage noch, pro Monat 800km auf den Autobahnen unterwegs? Privat oder geschäftlich? Mit dem eigenen Fahrzeug zufrieden oder nicht?

Anbei zum ursprünglichen Thema zurück: Ein hohes Drehmoment ist mir wichtiger!

Firmenraser den Firmen melden

Es ist doch recht einfach. Vor ner Weile auf der Bahn gewesen, bedrängt und beleidigt worden von jemandem der offensichtlich einen Firmenwagen fuhr.
Einfach Kennzeichen notieren (Daran erkennt man Firmenwagen sehr gut) und bei der Firma anrufen. Wie ich erfahren habe hören die das sehr ungerne und der Verursacher fährt seit dem keine dicken Firmenwagen mehr...
Das trägt dann auch dazu bei, dass immer mehr Fahrzeuge mit dem Aufkleber: Fahrstil Ok? unterwegs sind.

Ich freue mich schon auf 2013, da wird sich aufgrund des neuen Bußgeldkataloges vieles von selbst erledigen.

Firmenvertreter

"128. Erstaunlich
die Fahrer auf der linken Spur waren tatsächlich alle bereit, Ihnen Beruf und Herkunft des Fahrzeugs zu verraten?"

Nun es gibt nunmal nicht so viele Hartz IV Empfänger die Werktags mit Anzug in einem neuen schwarzen 5er BMW über die Autobahn heizen.
Fakt ist nun mal dass ca. 75% aller Oberklassefzg von Firmen zugelassen werden. Häufig sind die Leute im Anzug unterwegs und haben hinten noch einen kleinen Firmenaufkleber am Heck pappen.

Also die statistische Wahrscheinlichkeit, dass man mit seiner Einschätzung richtig liegt bei über 90 Prozent. Zudem würden die meisten Pendler spritsparender fahren, wenn sie das Benzin selber zahlen müssten und nicht für jede kleine Lücke im Berufsverkehr auf 180 beschleunigen.

Sehen Sie,

nur das wollte ich sagen: jeder hat seine eigenen Wahrnehmungen und sucht sie zu bestätigen.

Wahrscheinlich arbeiten Sie nicht zentral in einer Großstadt: dort ist der Autofahrer ganz natürlich um die Möglichkeit gebracht, mit dem Auto zum Arbeitsplatz zu kommen: es gibt keine Parkplätze und die wenigen, die der Arbeitgeber vorhält, reichen nur für die Führungskräfte.

Firmenwagen wozu?

In Ihrem ersten Post schreiben Sie, dass Sie und all Ihre Kollegen Firmenwagen haben, aber mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen.
Ernst gemeinte Frage: Wozu haben Sie dann überhaupt Firmenwagen? Damit Ihre Frau die Kinder zur Schule fahren kann?

"Sehen Sie,
nur das wollte ich sagen: jeder hat seine eigenen Wahrnehmungen und sucht sie zu bestätigen."

Und dass die linken Spuren für viele Firmenvertreter - oder soll ich lieber Firmenwagenfahrer sagen? - ein gefühltes Eigentum ist, wo andere Fahrer nur stören, ist keine selektive Wahrnehmung sondern die harte Realität.

Sie stecken aber voller Stereotype...

Ich bringe meine Kinder morgens weg - noch in den Kindergarten.

Ein Firmenwagen ist eine Form der Entlohnung, in meinem Fall noch nicht einmal wirklich, weil mein Unternehmen dies mit einer Gehaltsumwandlung umsetzt. Ob sich dies rechnet, muss jeder Berechtigte selbst entscheiden, es besteht ja keine Verpflichtung.

Wenn wir jetzt noch das Fass "Firmenwagen - ist das gerecht?" kommen wir arg vom Artikel ab...

Ihr letzter Absatz reitet Sie nur noch mehr rein ;-)

Firmenwagen

"Ein Firmenwagen ist eine Form der Entlohnung, in meinem Fall noch nicht einmal wirklich, weil mein Unternehmen dies mit einer Gehaltsumwandlung umsetzt.
[...]
Wenn wir jetzt noch das Fass "Firmenwagen - ist das gerecht?" kommen wir arg vom Artikel ab..."

Ich gönne Ihnen Ihren Firmenwagen, mich wundert es nur sehr, dass jeder Ihrer Kollegen einen Firmenwagen hat, aber dieser weder für betriebliche Zwecke noch für den Weg zur Arbeit nutzt. Denn eigentlich sollte ein Firmenwagen - so ist es auch vom Gesetzgeber vorgesehen - zumindest teilweise dem betrieblichen Zweck dienen.

Das würde jetzt aber zu weit von der Debatte abweichen. Jedoch verleiten höher motorisierte Autos in Verbindung mit kostenlosem Sprit natürlich zum Rasen. Wenn ich meinen Sprit nicht selbst bezahlen müsste würde ich wahrscheinlich auch nicht mit 130 im Verkehr mitschwimmen, sondern nach dem Motto "Pedal to the Metal" fahren ;)

PS: Ich würde - sofern die Option vorhanden ist - auch eher mehr Gehalt nehmen, als mir einen überdimensionierten Firmenwagen vor die Tür zu stellen. Letztendlich zahlt man für diesen ja auch nicht wenig. Nur den letzten Punkt übersehen auch viele Neider.

So ist das halt

Jede Gestaltung öffnet halt den Weg zu Mitnahmeeffekten.

Natürlich kommen einige Kollegen mit dem Auto, müssen aber halt am Stadtrand parken und mit ÖPNV ins Zentrum kommen. Und Kollegen, die im Vertrieb arbeiten, sind auch viel mit ihren Fahrzeugen unterwegs.

Übrigens muss sich ja niemand zwangsläufig ein "überdimensioniertes" Fahrzeug vor die Tür stellen. Es gibt genügend Leute, die Kleinwagen oder Golf-Klasse /Touran nehmen. Das typische Fahrzeuge ist A4/3er/C-Klasse/Passat als Diesel mit ca 140 - 180 PS für die Masse der berechtigten Mitarbeiter, und natürlich die E-Klasse usw. mit 170 - 200 Diesel-PS für die mit dem etwas größeren Geldbeutel.
.

Sie mögen das zwar genießen

aber lassen Sie sich nicht täuschen: die Unfallzahlen auf österreichischen Autobahnen sind weitaus höher als in Deutschland.

Das Problem liegt nicht in der Geschwindigkeit, sondern im unangepassten Verhalten. Auch mit 50 km/h mögen Sie bereits zu schnell unterwegs sein, wenn Glatteis oder dichter Nebel herrscht, oder wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wird.

Bitte Belege! Ich habe andere Zahlen.

Autobahnen und Schnellstrassen in AT: 2011 59 Unfalltote.

http://diepresse.com/home...

Autobahnen in D: 2011 453 Unfalltote.
Ausserorts in D: 2011 2.241 Unfalltote.

http://www.dvr.de/betrieb...

Mir ist klar, dass "Ausserorts" nicht mit "Schnellstrassen" zu vergleichen ist.
Aber legt man die Zahlen aus AT auf die Einwohnerzahl um, dürften in D nur noch gute 100 Menschen auf "Schnellstrassen" ums Leben kommen..

Dazu kommt, das AT ein echtes Transit- und Urlaubsland ist.
Daher sind dort auch fast 17% der tödlichen Unfälle durch Ausländer verursacht und ebenso an den Toten beteiligt.

Todesraten berechnet man in Toten pro gefahrenem Kilometer

weil Zahlen ohne die Berücksichtigung des Verkehrsaufkommens irreführend snd und deshalb von keiner Institution verwendet werden.

Bzgl. dieser Todesraten ist Deutschland besser als Österreich, obwohl nicht Österreich, sondern Deutschland das mit Abstand befahrenste Transitland ist. Oder fahren die LKWs etwa alle über Österreich?

Sie können das gerne tun. Aber "man" ist etwas anderes.

Wenn man ernsthaft über etwas diskutieren möchte, sollte man nicht auf irrelevante Zahlen zurückgreifen.
So ein blödsinniges Verhalten "Institutionen" zu unterstellen, zeugt nur davon, keine Ahnung zu haben.

Lesen Sie z.B. einmal die offiziellen (Unfall)Zahlen aus D für 2011:

https://www.destatis.de/D...

Auf Seite 51 stehen die getöteten nach Bundesländern.
Bayern einsam auf dem vordersten Platz, allerdings auch am nächsten zu AT.
In den Bergen ist das Fahren nun einmal generell gefährlicher, alleine durch die Witterung, Kurven, Steigungen, etc.

Und selbstverständlich hat AT prozentual zur Fernstrassenlänge und Bevölkerung mehr Transitverkehr als D.
Die Schweiz übrigens auch.
Die europäische Nord-Süd-Achse ist nun einmal stärker frequentiert, als Ost-West.
Deutschland ist überwiegend "lediglich" Sender oder Empfänger, aber kein Transitland.
(Von wenigen Ausnahmen abgesehen)

Autogrößenlimit

Auch sollten Autos über eine bestimmte Größe grundsätlich verboten sein! Jeeps und co in der Innenstadt? Das erhört nur die Gefahr ein unschuldiges Kind zu überfahren (man sieht ja schlechter, was da unten ist). Grundsätzlich gehören Autos mit hohem Ausstoss verboten! Was wollen wir unseren Kindern und Enkeln eines Tages erzählen. Wir wussten, dass wir die Welt zerstören, aber mein Mercedes hat doch soviel Anerkennung geerntet...

Ein Tempolimit

hilft in mehr als nur einer Hinsicht Ressourcen zu sparen.
War es nicht Herr Dudenhöffer, der anhand des (damalig) neuen Golfes diesen Sachverhalt einleuchtend erklärt hat?
Da die Einzelteile des Golfes (Von der Bremsanlage bis zur Sitzbefestigung) alle für das stärkste und schnellste Modell entwickelt werden, sind diese entsprechend schwer.
(Logisch, wenn die Sitzhalterung eine Vollbremsung aus 250 km/h aushalten muß, ist sie entsprechend größer dimensoniert als die die nur für eine VB aus 150 km/h asugelegt ist)
Werden die Massenfahrzeuge für ein Tempolimit optimiert, ist das KFZ 200 - 300 kg leichter, braucht weniger PS, um dase kleinere Gewicht fort zu bewegen, brauchen die Herstellung weniger Ressourcen und und und.
Her mit dem Tempolimit, schont Ressourcen und Nerven gleichermaßen.

Ich würde mal schwer hoffen

dass die Sitzbefestigung nicht lediglich auf eine Vollbremsung sondern auf einen Crash ausgelegt wird...

Im Ernst:Der Euro NCAP Test, der in den letzten Jahren auch zur Gewichtssteigerung bei den Autos beigetragen hat, geht von einem Tempo von 64 km/h aus. Darauf rechnet der Hersteller dann noch etwas Sicherheit drauf, aber dass bei einem Crash mit 250 km/h alles an seinem Platz zu bleiben hat, darauf legt meines Wissens kein Hersteller seine Fahrzeugplattform aus.

Kurz: Eine Vollbremsung aus 250 km/h vs. 150 km/h kann man angesichts der in einem Crash mit niedrigerem Tempo wirkenden Kräfte bei der Bauteildimensionierung locker vernachlässigen. Und für die Crashsicherheit kann man umgekehrt die Höchstgeschwindigkeit wieder vernachlässigen.

Aber ich würde als Hersteller den Deibel tun, und mir nachweisen lassen, ich hätte sicherheitsrelevante Bauteile auf eine Höchstgeschwindigkeit hin gewichtsoptimiert.

Gewichtsreduzierung findet bei Komfort- oder nicht sicherheitsrelevanten Bauteilen statt, und die haben wiederum fast nie etwas mit der Höchstgeschwindigkeit des Autos zu tun. Allein bei den Bremsen kann man das m.E. diskutieren, und wenn man genau hinschaut, dann bauen die Hersteller natürlich nicht in alle Fahrzeuge die exakt gleiche Bremsanlage ein...

Wieder die gleiche symtomorrientierte Diskussion

Warum reden wir hier über PS und nicht über Verbrauch?
Der neulich in Paris vorgestellte kleinstwagen mit unter 10PS verbraucht mehr als ein alter A2 3l mit mehr als der zehnfachen Leistung.
Warum wird, wenn über Verbrauch gesprochen wird, meistens der auf 100km betrachtet und nicht der, der Real vom Nutzer über's Jahr entsteht.

Die Umwelt freut es mehr, wenn ein 400PS suv das Ganze Jahr in der Garage steht, als wenn ein 5l Auto jeden Tag 100km "schrubbt"

Eine aussagekräftige Überschrift

Nur, dass der Käufer eines 400-PS-SUV den ja nicht "das ganze jahr in der Garage" lässt. Wer sich sowas kauft, fährt ja auch damit. Sonst wäre es eine unnötige Anschaffung gewesen.

Aber grundsätzlich ist es natürlich richtig, sich auch über die täglichen Strecken Gedanken zu machen. Wo ist z.B. der volkswirtschaftliche Nutzen, wenn Pendler täglich 100 Kilometer und mehr zurücklegen?

Nicht unbedingt

sehr viele ältere Menschen fahren SUVs einfach wegen der Sitzhöhe - und diese älteren Menschen fahren in der Regel nicht so viele KM.
Egal wie man es dreht - es ist am Saubersten alles über die Kraftstoffkosten zu regeln. Dann zahlt jeder für das was er in die Umwelt bläst und hat mit seinem rechten Fuß noch eine direkte nicht zu unterschätzende Einflussnahme.

Es ist halt so schön einfach ...

... über die Leistung zu reden. Man könnte sich genausogut über das immer höhere Drehmoment der Motoren beklagen, aber damit können nur wenige was Anfangen. PS dagegen kennt jeder und der Zusammenhang mehr PS => mehr Verbrauch erscheint den meisten Menschen auch logisch. Ein deshalb ist auch ein Auto mit weniger Verbrauch pro Tonnen effizienter.
Aber das sind eben alles nur Halbwahrheiten, die wahren Zusammenhänge sind nur Experten klar.

Verbrauch über's Jahr

Warum wird, wenn über Verbrauch gesprochen wird, meistens der auf 100km betrachtet und nicht der, der Real vom Nutzer über's Jahr entsteht.

Vermutlich, weil der reelle Verbrauch stark vom Fahrverhalten und dem Ausmaß der Nutzung abhängt. Es gibt Leute, die treten bei Grün auf's Pedal, um möglichst schnell auf 60 km/h zu kommen, halten das Tempo für 1km und bremsen 30m vor der nächsten roten Ampel wieder auf 0 km/h ab. Das sind die gleichen, die sich ironischerweise über hohe Spritpreise aufregen. Da liegen Welten hinsichtlich des Verbrauchs zwischen so einem und jemandem, der versucht effizient zu fahren.

Jede Woche sind es gut 700 km bei mir auf der Autobahn, und man mit Recht sagen: es herrscht Krieg dort.

Selbst wenn es sich vor einem staut, Autos bremsen, hängt der Benz oder Audi im Rückspiegel so nah, dass man sein Kennzeichen nicht mehr erkennen kann ... er möchte unbedingt vorbei, schließlich ist vor einem ja noch der Sicherheitsabstand - ungefähr 2 Sekunden Zeit, die er gewinnen würde ... so viel zum Thema vorrausschauendes Fahren ...

Es ist schon erstaunlich, wie viele Sekunden Zeitgewinn es manchen wert ist, ihr Leben zu riskieren ... im Stau sieht man sich dann eh wieder.

Ich bin für das Tempolimit, aber dann auch bitte mit mehr Kontrollen, auch des Abstands.

Zusätzlich würde ich noch dafür plädieren, jeden Dienstwagen mit einem Aufkleber zu versehen, den ich schon bei ein paar Fahrzeugen gesehen habe: "Wie fahre ich? Tel.: xxxx xxxxxx" mit Durchwahl zu Firma.

Das mag stimmen,

aber mit den heutigen hochgezüchteten Kisten ist es umso einfacher, ein "Rambo" zu sein - dank der hervorragenden Geräuschkapselung und dem geringen Geschwindigkeitsgefühl beim Fahren vermutlich sogar, ohne dass der Fahrer es vielleicht mitbekommt.
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"Spaß" sollte im öffentlichen Verkehr mittlerweile nix mehr zu suchen haben. Bei dem Verkehrsaufkommen sollte "Spaß" das letzte sein, woran man beim Autofahren/Pendeln denkt. Eher: heile ankommen. Spaß kann man hervorragend auf abgesperrten Strecken oder einer Kartbahn haben, aber nicht auf der BAB ...

Warum die Todesrate in Ö höher ist als in D ... kann es daran liegen, dass dort mehr landwirtschaftlicher Verkehr unterwegs ist (und was Trecker in einem Deutschen an Wut erzeugen könne, wissen wir ja nur zu genau) und damit mehr riskantes Überholen provoziert? Außerdem dank der Berge an Mehr an Kurven und Landstraßen ... plus der rasenden Deutschen, die gerne mal in dsa Land einfallen? Ich weiß es nicht ... ;)

Apropos "zügig ankommen wollen" ... die optimale Geschwindigkeit auf Autobahnen, bei der am meisten Fahrzeuge im Verkehr fließend voran kommen, liegt wenn ich mich recht erinnere bei ca. 90 km/h, nur mal so zum drüber nachdenken ...

Den Krieg erleben komischerweise immer solche Zeitgenossen

die ihre Fahrweise für die einzig wahre halten und jeden, der schneller als sie selbst fährt, für einen Todesraser halten. Mann nennt sie i.A. Oberlehrer.

Merkwürdigerweise sind aber die BABs die mit Abstand sichersten Strassen Deutschlands. Und ebenso merkwürdigerweise fahre ich selbst seit 39 Jahren auf diesen Autobahnen herum und habe dort bisher weder einen Krieg noch einen Unfall mit eigener Beteiligung erlebt. Wohl aber schon zigmal die oben erwähnten Oberlehrer.

In der Stadt sind mir dagegen schon mehrfach andere ins Auto reingefahren. Und Oberlehrer gibts da zu allem Überfluss auch noch.

Danke,

dass Sie denken, ich würde einen Deut um die "armen" Raser geben und hoffen, ihnen noch etwas beibringen zu können ... ;)
Nichts läge mir ferner, kann man sich über deren kurzsichtige Fahrweise immer so schön amüsieren - und das Fahren jeden Tag wäre erheblich langweiliger.

Nun, Leute, die den "Krieg" nicht als solchen erkennen, sind i.A. die Egomanen, die meinen, dass sich alle anderen unterzuordnen hätten, schließlich fahren sie ja die teureren und potenteren Autos. Schuld haben nur die anderen, Ihre "Oberlehrer" in diesem Falle. Auch im städtischen Umfeld ist es durch defensives and vorrausschauende Fahrweise möglich, Unfälle mit solchen "oberlehrern" zu vermeiden (Ausnahmen bestätigen die Regel). Fahren Sie doch mal für einen längeren Zeitraum einen 50 ccm Roller in der Stadt - notgedrungen lernen Sie dabei "den Verkehr zu lesen" und so jeden unbedachten Zug eines unaufmerksamen Autofahrers vorherzusehen, was überlebenswichtig ist.

Was mich an "Krieg" erinnert? Da sind z.B. die Kampfgeschwader "dunkle Business-Limousine", die im 10 m Abstand bei 150+ km/h hintereinander her jagen, mittlerweile sogar mit Radar. Zusätzlich noch die schwere Renn-Artillerie mit den Geschwaderkürzeln M, X, Q, G etc. Plus die eiligen Frontboten in ihren rasenden Kleintransportern (gerne auch mit Anhänger). Konkurrierende Fraktionen sind hauptsächlich die, die dem Stern folgen, die mit dem weiß-blauen Propeller, die Herren der vier Ringe bzw des ehem. KdF-Zeichens. Jeder gegen Jeden.

Egomanen

Die Egomanen sind die, die die BAB als Schaubühne der eigenen Machtdemonstration sehen.
Und die brauchen Sie gar nicht in eine Ecke zu schieben, die gibt es auf beiden Seiten reichlich.
Die hochmotorisierten, die den Kleinwagen am liebsten in den Graben schieben möchten, aber auch die
auf der anderen Seite, die den anderen dann gern man hinter einem "verrecken" lassen.
Es zeigt, dass viele mehr Auge für die Fahrweise anderer haben als für die eigene im Einklang mit dem
gesamten flüssigen Verkehr.

Zum eigentlichen Thema gibt's nur soviel zu sagen, dass viele interessante Punkte genannt, aber wieder
mit althergebrachten Klischees "argumentiert" wird. Mit hoch-ps-igen Wagen ist man keineswegs pauschal
schneller unterwegs. Ich fahre im Alltag einen 75PS starken Kleinwagen durch die Stadt, am Wochenende
oder Urlaub auf der BAB dann mit Familie aber in einem 3mal so starken Gefährt der oberen Mittelklasse.
Auch wenn der Verkehr es zulässt, bin ich meist mit Tempomat auf max. 160km/h unterwegs - eine
Geschwindigkeit, die man auch mit weniger als 100 PS zustandebekommt, allerdings hilft die Leistung,
besser zum flüssigen Verkehr beizutragen.