Kia Optima Hybrid © Hersteller

Die Hybrid-Version des Kia Optima gibt die Vorhut. Die elektrifizierte Mittelklasse-Limousine aus Südkorea enthält schon jetzt Technologien der kommenden Kia-Hybridmodelle. Dabei ist der Aufbau des Parallel-Hybrids für Kenner der E-Szene nicht wirklich überraschend: Zwischen dem Verbrennungsmotor und der Sechsgang-Automatik steckt ein 30 kW starkes Elektroaggregat. Der zwei Liter große Benziner kann mittels einer hydraulischen Kupplung vom Antriebsstrang getrennt werden, dann übernimmt der Elektromotor den Vortrieb. Die Systemleistung beträgt 190 PS.

Beim Anfahren ist der elektrische Antrieb auf sich alleine gestellt, ehe nach einigen Metern der Verbrenner sich dazu schaltet. Große rein elektrische Reichweiten sind mit diesem System nicht möglich – Kia gibt als Wert 1,5 Kilometer an – aber darum geht es bei solchen Vollhybriden auch nicht. Im Mittelpunkt steht die harmonische Zusammenarbeit von Elektro- und Verbrennungsmotor mit dem Ziel, den Verbrauch möglichst gering zu halten.

Der Hybrid-Optima schafft das ganz gut. Wenn es bergab geht oder beim sogenannten Segeln wird der Verbrenner zuverlässig abgekoppelt und bei Bedarf unmerklich wieder zugeschaltet. Ist die Beschleunigung sehr gering, versucht der E-Motor die Geschwindigkeit so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Das zahlt sich vor allem auf ebenen Autobahnetappen aus. Energiefluss und Fahrmodus werden im zentralen Display zwischen den beiden Rundinstrumenten angezeigt. Sind die kleinen Balken verschwunden, ist der Benzinmotor abgeschaltet.

Batterie verkleinert den Kofferraum

Wer den Verbrauch weiter optimieren möchte, kann am Lenkrad den grünen Knopf drücken. Damit schaltet der Fahrer den 1,7 Tonnen schweren Wagen in den Eco-Modus. Dann wird früher hochgeschaltet, und das Gaspedal reagiert weniger direkt. Außerdem bremst der Motor weniger, wenn man vom Gas geht. Damit unterstützt der Motor indirekt die Rekuperation, also die Bremskraftrückgewinnung. Damit die Akkus auch immer genug Kraft haben, erfüllt der Starter auch die Funktion des Generators und lädt die Batterie bei Bedarf.

Die Systemleistung reicht im Optima Hybrid für ein Höchsttempo von 192 km/h, nach 9,4 Sekunden hat sich die Tachonadel von 0 auf 100 bewegt. Offiziell braucht der Wagen auf 100 Kilometer 5,4 Liter Benzin. Diesen Wert verfehlte der Optima in unserem Test zwar, aber die im Schnitt erreichten 7,7 Liter gehen angesichts der leicht hügeligen Strecke mit einigen Beschleunigungsphasen in Ordnung.

Komfort ist die große Stärke des 4,84 Meter langen Optima. Platz ist mehr als genug. Die Bein-, Kopf- und vor allem die Kniefreiheit im Fond hat das Niveau der nächsthöheren Klasse. Lediglich das Kofferraumvolumen ist durch die Lithium-Polymer-Batterie, die sich hinter den nicht umlegbaren Rückenlehnen befindet, auf 381 Liter minimiert.