Mazda CX-5Gelungene Tiguan-Alternative

Recht spät bringt Mazda seinen ersten Kompakt-SUV auf den Markt. Doch der Nachzügler hat gute Chancen, den Wettbewerbern, etwa dem VW Tiguan, Kunden streitig zu machen. von Jürgen Wolff und Wolfgang Gomoll

Mazda CX-5

Mazda CX-5  |  © press-inform

Man weiß zwar nicht genau, was man von "Jinba Ittai" halten soll, der Einheit von Fahrer und Fahrzeug. Dieses Prinzip aus dem traditionellen japanischen Bogenschießen soll der CX-5 angeblich symbolisieren, informiert Hersteller Mazda . Doch abseits aller fernöstlichen Philosophie: Der CX-5 ist ein praktischer und in sich stimmiger Alltags-SUV geworden. Er bestätigt, was jede ADAC-Statistik aussagt: Mit Qualität hat der japanische Autobauer keine Probleme. Materialien und Verarbeitung überzeugen.

Mit dem Modell mischt nun auch Mazda in der Klasse der kompakten SUVs mit. Dabei bietet der CX-5 erfreulich viel Platz, nicht nur vorn, sondern auch im Fond. Zumindest zwei Insassen haben es dort auch auf längeren Strecken bequem. Die bequemen Sitze lassen sich auch für größere Passagiere passend einstellen, das Lenkrad ist in Tiefe und Neigung verstellbar.

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Die Bedienung ist einfach und übersichtlich. Der Fahrer kann alle Knöpfe und Hebel gut erreichen. Gegen Aufpreis gibt es ein fest eingebautes Navigationsgerät von TomTom für die Mittelkonsole. Der große Bildschirm ist in jedem Fall ein Gewinn gegenüber dem Briefmarkendisplay der vorangegangenen Mazda-Fahrzeuggenerationen.

Große stoßen sich an der Heckklappe

Erstaunlich üppig fällt auch der Kofferraum aus. Er hat ein Volumen von 503 Liter – die meisten Autos in dieser Fahrzeugklasse geben sich bescheidener. Für mehr Stauraum lässt sich die dreigeteilte Rückbanklehne umklappen. So kann man das Ladevolumen auf bis zu 1.620 Liter erhöhen, mit nahezu ebenem Boden. Zum Vergleich: Der Volkswagen Tiguan kommt auf 470 bis 1.510 Liter, der zehn Zentimeter kürzere BMW X1 bietet 420 bis 1.350 Liter. Im neuen Range Rover Evoque passen 550 bis 1.445 Liter in den Kofferraum.

Hinter der breiten, nach oben schwingenden Heckklappe des Mazda CX-5 tut sich eine weite Öffnung auf. Die Ladekante ist nicht allzu hoch und es gibt auch keine Bordwand, über die man das Ladegut erst hieven muss. Manches am Kofferraum nervt aber. Die Heckklappe schwingt nicht hoch genug – wer mehr als 1,80 Meter Körpergröße mitbringt, ist stetig in Gefahr, sich den Kopf zu stoßen. Das ist vor allem an den unverkleideten Ecken der Klappe schmerzhaft. Zudem ist der Ladeboden so ausgekleidet, dass alles, was nicht festgezurrt oder -geklemmt ist, bei jeder Kurve herumrutscht. Doch Ösen zum Verzurren gibt es kaum.

Mazda bietet für den Kompakt-SUV allerlei Fahrerassistenzsysteme an, das meiste gegen moderaten Aufpreis. Allerdings überzeugen sie nicht ganz. Der Spurhalteassistent, den es mit dem City-Notbremssystem im Paket gibt, meldet sich jedes Mal mit einem empörten Piepsen, wenn man auf der Straße eine Linie überquert, ohne das vorher per Blinker angekündigt zu haben. Das Teil nervt schnell, vor allem auf der Autobahn. Und es arbeitet insbesondere bei unterbrochenen Mittellinien sehr ungenau.

Potenzial zur Nachjustierung hat auch der Fernlichtassistent, der nachts automatisch das Fernlicht ausschalten soll, sobald die Sensoren Gegenverkehr ausmachen. Mitunter allerdings bleiben die Scheinwerfer deutlich länger aufgeblendet, als man es selbst manuell dem Gegenverkehr zumuten würde. Praktischer ist da schon der Spurwechselassistent, der in den Seitenspiegeln deutlich und zuverlässig vor Fahrzeugen im toten Winkel warnt.

Leserkommentare
  1. ... die die welt nicht braucht (SUVs)

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    ....die Sie vielleicht nicht brauchen!!!
    Die Welt entscheidet für sich selbst und kauft was sie braucht, auch wenn Sie´s nicht verstehen.

  2. Diese Softroader sind meiner Meinung nach das überflüssigste, was jemals auf dem Automobilmarkt erfunden wurde. Ein fast 10 Jahre alter 3er-Bmw schafft ohne Startstop und anderen Schnickschnack bei besseren Fahrleistungen einen um mehr als 2 Liter niedrigeren Verbrauch. Selbst beim Skiurlaub in den Alpen haben wir keinen Allradantrieb gebraucht um von A nach B zu kommen.
    Als Argument für einen Pseudogeländewagen wird ja gerne die erhöhte Sitzposition herangezogen.
    Ich bin regelmäßig mit einem Vw T5 unterwegs, in dem man nochmal eine ganze Ecke höher sitzt. Ich bin noch nicht einmal in eine Situation gekommen, in der ich das wirklich gebraucht hätte.
    Dafür die schlechte Aerodynamik und das hohe Gewicht in Kauf zu nehmen halte ich für unverantwortlich.
    Es gibt nur eine einzige Möglichkeit die Hersteller von so einem Schwachsinn wieder abzubringen: Solche Fehlkostruktionen garnicht erst zu kaufen!

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    Sie müssen Ihn ja nicht kaufen! Offensichtlich denken viele Ihrer Zeitgenossen da etwas anders. Halten Sie die alle für beschränkt?

    • 2eco
    • 14. Oktober 2012 14:29 Uhr

    Ich weiß nicht was an diesem Auto so schwachsinnig sein soll? Es ist mehr ein höher gelegter Kombi als ein Geländewagen.

    Wieso kaufen denn immer mehr Leute SUVs? Weil die normalen Kombis immer mehr versportelt werden. Tiefer, Flacher, Härter ist hier das Motto. Damit kann man zwar junge dynamische Leute, die ein sportliches Fahrzeug haben wollen begeistern, aber nicht diejenigen, die die Neuwagen kaufen (Durchschnitt meist um die 50).

    Übrigens zum Thema Umwelt und Verbrauch. Der CX-5 mit Frontantrieb wiegt ca. 1500 kg, also nicht mehr als ein VW Passat. Der Wagen hat bei dem ADAC Eco-Test mit respektablen 4 von 5 Sternen abgeschnitten, dass ganze mit einem real erfahrenen Verbauch von 5,3 Litern.

    Also alles in allem ein tolles Auto. Bequem, geräumig, sicher, wirtschaftlich und umweltfreundlich. Die meisten der Leser, die hier direkt mit ihrem SUV-Hass loslegen fahren wahrscheinlich sogar Autos, die mehr verbrauchen.

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    So sehe ich es auch! Mazda bringt in letzter Zeit sehr gute Autos auf den Markt. In unserer Garage steht n.a. ein 6 Jahre alter MX5, der nur im Sommer als Drittfahrzeug bewegt wird. Die Konstruktion ist genial und die Qualität überragend. Natürlich "braucht man" das auch nicht. Abewr es macht einfach Spaß! Spaß ist das, was das Herz wärmt!

  3. Sie müssen Ihn ja nicht kaufen! Offensichtlich denken viele Ihrer Zeitgenossen da etwas anders. Halten Sie die alle für beschränkt?

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  4. So sehe ich es auch! Mazda bringt in letzter Zeit sehr gute Autos auf den Markt. In unserer Garage steht n.a. ein 6 Jahre alter MX5, der nur im Sommer als Drittfahrzeug bewegt wird. Die Konstruktion ist genial und die Qualität überragend. Natürlich "braucht man" das auch nicht. Abewr es macht einfach Spaß! Spaß ist das, was das Herz wärmt!

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    Antwort auf "Sachlichkeit"
  5. @nr4: ganz einfach ja! [...]

    Fakt ist, dass die Physik nicht überlistet werden kann. Eine höher gelegte Karosserie ist aerodynamisch schlechter, als eine tiefer liegende. Da wird auch die Marketingabteilung nichts dran ändern. Deswegen wird ein Suv niemals so sparsam wie ein gleichmotorisierter Kombi sein.

    Und zur Sicherheit: Die ist vllt. für die Insassen selbst besser. Fußgänger, Fahrradfahrer und kleinere Fahrzeuge haben dagegen nicht viel davon... Wenn man danach geht, sollte man sich am besten einen Hummer besorgen. Da merkt an es garnicht richtig, wenn man mal aus Versehen einen Polo überrollt.

    Ich fahre übrigens hauptsächlich einen 12 Jahre alten Kleinwagen. Bei sparsamer Fahrweise lassen sich die 5L deutlich unterschreiten...

    Gekürzt. Bitte vermeiden Sie es, andere Nutzer zu beleidigen. Danke, die Redaktion/ds

    • Ecky
    • 14. Oktober 2012 17:13 Uhr

    "Der Spurhalteassistent, den es mit dem City-Notbremssystem im Paket gibt, meldet sich jedes Mal mit einem empörten Piepsen, wenn man auf der Straße eine Linie überquert, ohne das vorher per Blinker angekündigt zu haben. Das Teil nervt schnell, vor allem auf der Autobahn."

    Vor allem auf der Autobahn finde ich es sehr hilfreich, daß auch die anderen FahrerInnen berechenbar sind, zB. dadurch, daß sie beim Spurwechsel (vorher!) blinken, so als persönlicher Beitrag zur aktiven Fahrsicherheit...

    E.

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  6. ...und sicher auch seine Käufer findet. Optisch finde ich diesen Kompakt-SUV ganz gelungen, innen mit viel Platz, übersichtlich,ein praktisches Familienfahrzeug, was anderes braucht man für den Alltag eigentlich nicht, ausser man mag es eben sportlich. Warum Mazda erst so spät mit diesem Trendproduktauf den Markt kommt mag deren Geheimnis bleiben. Aber besser zu spät als nie.

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    • Calzone
    • 15. Oktober 2012 11:09 Uhr

    Zitat
    "Warum Mazda erst so spät mit diesem Trendproduktauf den Markt kommt mag deren Geheimnis bleiben"

    Auch VW hat mit dem Tiguan nur einen Trend kopiert, den andere, Toyota RAV4, Honda HRV und CRV schon seit den 90ern besetzen.
    Hochmut ist hier also fehl am Platz.
    Aber wahrscheinlich passen diese ja nur nicht in diese Klasse und sind deswegen nicht vergleichbar, richtig?

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  • Schlagworte BMW | Ford | Mazda | Volkswagen | Audi | Dieselmotor
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