Wenn ein Autofahrer den Gasfuß hebt oder bremst, verpufft die Bewegungsenergie des Wagens ungenutzt als Wärme. Geht aber der Pilot des weinroten Mittelklassekombis Mazda 6 vom Gas, wandelt ein Generator die Bewegungs- in elektrische Energie um und speichert sie blitzschnell in einem sogenannten Superkondensator. Der ist im Gegensatz zu Batterien in Sekunden geladen und versorgt dann Navigationssystem, Radio, Klimaanlage und Bordbatterie mit Strom. Der Motor vergeudet dadurch keinen Treibstoff mehr mit dem Betrieb der elektrischen Systeme, und das Auto wird sparsamer.

Solche Superkondensatoren sind Neuland im Automobilbau. Zwar loben Ingenieure wie der ehemalige BMW-Forschungschef und heutige Magna-Technologie-Vorstand Burkhard Göschel schon seit Jahren ihre Vorteile. Bisher aber waren sie den Autoherstellern zu teuer und zu leistungsschwach.

Das ändert sich jetzt. Mazda bietet als erster Autohersteller in seinem erfolgreichsten Modell 6 (ab 22.090 Euro) ein sogenanntes regeneratives Bremssystem namens i-Eloop an, das Superkondensatoren als Energiespeicher nutzt. Die sind mittlerweile nicht nur billiger, langlebiger, leichter und weniger temperaturempfindlich als ihre Konkurrenten, die Lithium-Ionen-Akkus. Der japanische Hersteller verspricht auch bis zu zehn Prozent Treibstoffersparnis. Im knauserigsten Modell soll die Technik einen Durchschnittsverbrauch von weniger als vier Liter Diesel auf 100 Kilometer ermöglichen – ganz ohne Elektromotor. Damit werden die Superkondensatoren zu Hoffnungsträgern von Autoherstellern und Batterieentwicklern.

Grund dafür ist ihre spezielle Bauweise. Im Gegensatz zu Akkus, die Strom elektrochemisch bevorraten, speichern Kondensatoren Energie elektrisch. Dadurch sind sie in wenigen Sekunden voll geladen – viel schneller als die in Hybridautos eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien, die dafür Stunden benötigen. Genauso schnell geben die Supercaps ihre Energie wieder ab.

Fotografen verwenden Kondensatoren schon seit Jahrzehnten in Blitzgeräten: In der Regel speist darin eine Batterie den Kondensator, der sich dann auf Knopfdruck in Mikrosekunden in Form eines Lichtblitzes entlädt. Die Batterie allein könnte nicht so viel Leistung in so kurzer Zeit zur Verfügung stellen.

Die Superkondensatoren, die nun in Autos eingesetzt werden, sind eine Weiterentwicklung dieser Technik. Sie speichern mehr Energie über einen längeren Zeitraum. Ihren ersten Leistungstest absolvierten sie in der Formel 1: Für knappe sieben Sekunden sorgt in den Rennwagen der Strom aus den Superkondensatoren für 82 PS mehr Leistung. Dafür wird dem Benzinmotor ein zweiter, elektrisch betriebener Motor hinzugeschaltet.