Technischer FehlerToyota ruft weltweit sieben Millionen Autos zurück

Bei mehr als 100.000 Fahrzeugen in Deutschland könnten Probleme mit den elektrischen Fensterhebern auftreten. Die Typen Yaris, Auris und RAV4 müssen in die Werkstätten. von afp und reuters

Ein Toyota RAV4

Ein Toyota RAV4  |  © Justin Sullivan/Getty Images

Der japanische Autobauer Toyota ruft weltweit mehr als sieben Millionen Fahrzeuge zurück. Betroffen seien 7,43 Millionen Autos, da es bei ihnen Probleme mit den elektrischen Fensterheber gebe, teilte das Unternehmen mit.

Laut Toyota Deutschland müssen hierzulande rund 136.000 Fahrzeuge der Typen Yaris, Auris und RAV4 in die Werkstätten. Die Fensterheberschalter auf der Fahrerseite müssten überprüft und gegebenenfalls kostenfrei ausgetauscht werden.

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Toyota Deutschland erklärte, dass es durch eine nicht ordnungsgemäße Dosierung von Schmiermittel zu einem Verschleiß der Fensterheberschalter kommen könnte. Die Schalter funktionierten dann nur noch schwergängig oder in Einzelfällen auch gar nicht mehr. Es sollten keine frei im Handel erhältlichen Schmiermittel angewandt werden, weil diese auch Feuer auslösen könnten. 

Betroffen seien möglicherweise Fahrzeuge aus den Baujahren 09/2006 bis 12/2008. Die Halter sollen schriftlich gebeten werden, sich mit ihren Händlern in Verbindung zu setzen.

Toyota hatte in den vergangenen Jahren weltweit schon mehrere Millionen Fahrzeuge wegen technischer Probleme und Sicherheitsmängeln zurückrufen müssen. Die Rückrufaktionen schädigten den Ruf des größten japanischen Autobauers.
 

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Leserkommentare
  1. "Man nehme die Menge der zugelassenen Fahrzeuge A, die anzunehmende Defektrate B und die durchschnittlichen Kosten einer außergerichtlichen Einigung C.

    A mal B mal C ergibt X.

    Ist X kleiner als die Kosten einer Rückrufaktion - wird keine durchgeführt."

    4 Leserempfehlungen
  2. .
    "... erklärte, dass es durch eine nicht ordnungsgemäße Dosierung von Schmiermittel zu einem Verschleiß der Fensterheberschalter kommen könnte.
    Die Schalter funktionierten dann nur noch schwergängig {...}.
    Es sollten keine frei im Handel erhältlichen Schmiermittel angewandt werden, weil diese auch Feuer auslösen könnten ..."

    Im Klartext:

    Die Controller und Rotstifthengste haben aus völliger technischer Unkenntnis rein wirtschaftlich entschieden, es würden Schalter angeschafft, welche 1/2 cent billiger sind pro Stück, auch wenn diese aus Kostendruck dann natürlich ohne das notwendige Schmiermittel angeliefert werden.

    Basta.

    Die Kosten der Rückrufaktion werden der Konstruktion resp. der Qualitätssicherung zugerechnet, die Köpfe bei den Technikern rollen reihenweise, am ehesten die Köpfe gerade der Techniker, die vorher profund begründete Bedenken geäussert haben.

    Der Wirtschaftswasserkopf hingegen bleibt wo er ist, auf einem juristisch gemästeten Kropf von technischen Laien nämlich, die einen Schraubenzieher nicht von einem Eispickel unterschieden können, aber in ihrer selbstverliebten Zahlen-Arroganz allen Ernstes annehmen, sie könnten "Autos bauen" mit ihrem technisch völlig nutzlosen, betriebswirtschaftlichen Halbwissen.

    Sic transit gloria mundi.

    2 Leserempfehlungen
    • 2eco
    • 10. Oktober 2012 12:41 Uhr

    Ist dieser Artikel wirklich eine Headline wert? Warum liest man hier nicht von anderen Rückrufaktionen? Wegen eines möglichen defekts des Fensterhebers wird aber ein eigener Zeit Artikel verfasst.

    Aber wenn BMW Millionen 5er und 6er Millionen Autos wegen Brandgefahr(!!!) zurückruft, so wie es dieses Jahr geschehen ist, dann ist dies gerade mal eine Meldung am Rand Wert.

    Naja irgendwie muss VW ja bei den Zulassungszahlen an Toyota vorbeiziehen. Da braucht man schon gute PR Leute, die das Image des anderen in den Dreck ziehen. Ist ja auch unangenehm wenn ein japanischer Hersteller führend bei der Hybridtechnologie ist, während man selbst nur kleine Alibi-Hybridchen in 2 Tonnen schweren und 300 Ps starken Autos anbietet.

    2 Leserempfehlungen
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    • wanst
    • 10. Oktober 2012 22:09 Uhr

    ...übertreiben wollen? eine ZEIT-Online-Meldung ist noch kein ZEIT-Artikel! Und auf ZEIT-Online wird über jeden Pups berichtet, den eine Pressestelle ausspuckt und jeder Hans regt sich darüber auf.

    Aber in der Sache stimme ich Ihnen zu: es gab in der Vergangenheit sicher gefährlichere Rückrufgründe als einen defekten Fensterheber. Mein erster Gedanke, als ich die Meldung im Radio gehört habe, war: bei VW oder BMW wäre das auf Kundenkosten repariert worden. Schön, dass sich Toyota nicht zu schade ist, solche unwichtigen Konstruktionsfehler auch noch bei mindestens drei Jahre alten Fahrzeugen (siehe Toyota Pressemeldung) öffentlich kundzutun UND auf Herstellerkosten zu beseitigen! Das grenzt ja schon an Gutmenschentum – älter als drei Jahre heißt: außerhalb jeder Garantie, bei einem nicht sicherheitsrelevanten Bauteil.

    Schade finde ich, dass auch die ZEIT-Online-Redaktion diesen Teil der Geschichte unbeleuchtet lässt und sich damit in den Trott der Automobilwirtschafts-Lobby-hörigen Teil der Presselandschaft mit ihrer einseitigen Berichterstattung einreiht. Im Grunde wurde hier nur die gleiche Nachrichtenagenturmeldung abgeschrieben, die heute auf allen Kanälen zu hören und zu lesen war. Wie gesagt, schade – da hätte ich mehr erwartet.

    • wanst
    • 10. Oktober 2012 22:09 Uhr

    ...übertreiben wollen? eine ZEIT-Online-Meldung ist noch kein ZEIT-Artikel! Und auf ZEIT-Online wird über jeden Pups berichtet, den eine Pressestelle ausspuckt und jeder Hans regt sich darüber auf.

    Aber in der Sache stimme ich Ihnen zu: es gab in der Vergangenheit sicher gefährlichere Rückrufgründe als einen defekten Fensterheber. Mein erster Gedanke, als ich die Meldung im Radio gehört habe, war: bei VW oder BMW wäre das auf Kundenkosten repariert worden. Schön, dass sich Toyota nicht zu schade ist, solche unwichtigen Konstruktionsfehler auch noch bei mindestens drei Jahre alten Fahrzeugen (siehe Toyota Pressemeldung) öffentlich kundzutun UND auf Herstellerkosten zu beseitigen! Das grenzt ja schon an Gutmenschentum – älter als drei Jahre heißt: außerhalb jeder Garantie, bei einem nicht sicherheitsrelevanten Bauteil.

    Schade finde ich, dass auch die ZEIT-Online-Redaktion diesen Teil der Geschichte unbeleuchtet lässt und sich damit in den Trott der Automobilwirtschafts-Lobby-hörigen Teil der Presselandschaft mit ihrer einseitigen Berichterstattung einreiht. Im Grunde wurde hier nur die gleiche Nachrichtenagenturmeldung abgeschrieben, die heute auf allen Kanälen zu hören und zu lesen war. Wie gesagt, schade – da hätte ich mehr erwartet.

    Antwort auf "PR Arbeit"
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    ... auf diesem Gebiet mehr erwarten? Zumal von einer Redaktion, die PressInform-Schmonzetten kauft und veröffentlicht?

  3. ... auf diesem Gebiet mehr erwarten? Zumal von einer Redaktion, die PressInform-Schmonzetten kauft und veröffentlicht?

    • chris_p
    • 11. Oktober 2012 9:23 Uhr

    genau so ist es. Wirtschaftler machen den Ingenieuren das leben schwer.
    Mittlerweile gibts Studiengänge die Wirtschaftsingenuere hervorbringen, aber selbst diese werden von richtigen Ingenieuren nur müde belächelt...

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    .
    .... tränenreiche Kleinkriege und Scharmützel mit complettement doofem Controllingpersonal auf allerhöchsten Rössern, um halbe und viertel Cent pro Einheit (bei Einheiten-Verkaufspreisen um die 45 bis 60 tausend Euro) lassen irgendwann selbst die einfallsreichsten Ingenieure abteilungsweise genervt zur Konkurrenz oder zu den Zulieferbetrieben wechseln, sofern sie nicht gleich endgültig die Branche wechseln und fürderhin glücklich und zufrieden ohne nissige Rotstiftritter im Genick alptraumfrei und ingeniös echte Technik entwickeln.

    Ist die (Betriebs-)Wirtschaft, wie die Finanzkrise ja anhaltend und eindrucksvoll zeigt, ohnehin schon ein recht zweifelhaftes Fachgebiet, sind Controller hingegen qua Ausbildung ohne weiteres in der Lage, selbst kerngesunde und florierende Unternehmen binnen kürzester Frist durch vorsätzlich und mutwillig herbeigeführte technische Supergau-Ereignisse am laufenden Band zu ruinieren.

    Und was die Wirtschaftsingenieure angeht: es soll brilliante solche geben.

    Angeblich soll es ja auch tatsächlich irgendwo wirklich christliche Katholiken geben, obschon man niemals welche trifft ...

  4. .
    .... tränenreiche Kleinkriege und Scharmützel mit complettement doofem Controllingpersonal auf allerhöchsten Rössern, um halbe und viertel Cent pro Einheit (bei Einheiten-Verkaufspreisen um die 45 bis 60 tausend Euro) lassen irgendwann selbst die einfallsreichsten Ingenieure abteilungsweise genervt zur Konkurrenz oder zu den Zulieferbetrieben wechseln, sofern sie nicht gleich endgültig die Branche wechseln und fürderhin glücklich und zufrieden ohne nissige Rotstiftritter im Genick alptraumfrei und ingeniös echte Technik entwickeln.

    Ist die (Betriebs-)Wirtschaft, wie die Finanzkrise ja anhaltend und eindrucksvoll zeigt, ohnehin schon ein recht zweifelhaftes Fachgebiet, sind Controller hingegen qua Ausbildung ohne weiteres in der Lage, selbst kerngesunde und florierende Unternehmen binnen kürzester Frist durch vorsätzlich und mutwillig herbeigeführte technische Supergau-Ereignisse am laufenden Band zu ruinieren.

    Und was die Wirtschaftsingenieure angeht: es soll brilliante solche geben.

    Angeblich soll es ja auch tatsächlich irgendwo wirklich christliche Katholiken geben, obschon man niemals welche trifft ...

    Antwort auf "@Theobalt.Tiger:"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP
  • Schlagworte Toyota | Auto | Fahrzeug | Handel | Unternehmen
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