Wenn die Deutschen Audi A3 sagen, meinen sie eigentlich Sportback. Zwei von drei Kunden entscheiden sich laut Audi für die Fünftürer-Version des Kompaktklassemodells. Also wird es Zeit, die Volumenvariante für die Kundschaft parat zu stellen. Im August kam die dritte Generation des A3 auf den Markt, als Dreitürer. Jetzt kann der fünftürige Sportback vorbestellt werden, von Mitte Februar 2013 soll er bei den Händlern stehen.

Für 900 Euro Aufpreis gegenüber dem Dreitürer bietet der A3 Sportback im wahrsten Wortsinn mehr Auto. Der Fünftürer ist mit 4,31 Metern etwa sieben Zentimeter länger. Damit wächst auch der Radstand um fast vier Zentimeter auf 2,64 Meter. Schön und gut, aber wichtig ist, dass das Wachstum auch bei den Insassen ankommt. Das tut es: Die Beinfreiheit im Fond hat spürbar zugenommen. Selbst große Menschen finden in der zweiten Reihe gut Platz – auch für den Kopf, denn die Dachlinie fällt beim Sportback erst weiter hinten ab.

Der Innenraum ist ohnehin die große Stärke der Ingolstädter. Die Qualität der Materialien lässt zumindest bei den getesteten Versionen nichts zu wünschen übrig. Nachlässigkeiten, wie die hervorstehenden Kanten in den Hebeln der dreitürigen Version, sind nun ausgemerzt. Die neuen Luftdüsen sind immer noch etwas fummelig, aber insgesamt ist das Audi-Interieur Referenz.

Da muss sich die Konkurrenz südlich von Ingolstadt anstrengen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Kleine, aber feine Details im A3 wie LED-Lampen zum Einrasten des Ladebodens halten jedenfalls den Vorsprung. Apropos: Der Kofferraum des Sportback ist um 15 Liter größer als der Laderaum der Dreitürer-Version. So stehen 380 Liter zur Verfügung; legt man die Rücksitzlehne um, kann man 1.220 Liter Gepäck unterbringen. Etwas unpraktisch ist allerdings die relativ hohe Ladekante – der Sportback ist eben kein Kombi.

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Das neue, entschlackte Steuersystem zum Einstellen und Regeln der verschiedenen Funktionen im Fahrzeug braucht allerdings etwas mehr Eingewöhnungszeit als das BMW-Pendant. Man muss sich im Audi durch mehr Menüs klicken. Doch hat man einmal den Dreh raus, gelingt die Handhabung auch gut. Zudem gibt es im Sportback jetzt auch die Möglichkeit, SMS per Spracheingabe zu diktieren und dann an das Telefonbuch zu verschicken. Wie beim 7er BMW kommt die Software vom Weltmarktführer Nuance.

Eine Einbindung von Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter ist heutzutage schon fast selbstverständlich. Auch Google Earth oder Street View sind integriert. Wer will, kann sich auch Flugpläne oder die nächstgelegene günstige Tankstelle anzeigen lassen oder Fotos inklusive GPS-Daten als Ziel auswählen. "Audi Connect" kostet 500 Euro extra, kann aber nur in Verbindung mit dem großen Navi-System für 2.725 Euro geordert werden.

Ist dann noch Geld übrig, lässt sich der A3 auf das technische Niveau einer Oberklasse aufrüsten: Audi bietet einen Spurwechselwarner an, außerdem gibt es einen adaptiven Tempomaten, also ein Geschwindigkeitsregelungssystem, das zugleich einen sicheren Abstand zum Vordermann wahrt. Integriert ist dabei ein Notbrems-Assistent, der bei einem drohenden Auffahrunfall eine Teilbremsung mit maximal 60 Prozent Bremsdruck initiiert. Alles gegen Aufpreis, versteht sich. Serienmäßig bietet der Sportback eine manuelle Klimaanlage, ein MP3-CD-Radio, ein gut funktionierendes Start-Stopp-System und einen Knie-Airbag für den Fahrer.