Rund 5.000 Autos stehen in Deutschland zurzeit zur Teilzeitnutzung bereit – vom Kleinwagen bis zum Transporter. Solches Carsharing gibt es in mehr als 270 Städten und Gemeinden. Karlsruhe hat dabei die mit Abstand höchste Teilzeitauto-Dichte pro Einwohner, wie eine Untersuchung unlängst ergab.

Doch die Zahl der Autos, die Carsharing-Anbieter zur Verfügung stellen, könnte vielerorts weitaus größer sein, sagt Gabi Lambrecht vom Bundesverband CarSharing . "Es fehlt an Stellplätzen im öffentlichen Raum, um die Fahrzeuge dort anzubieten, wo sie am häufigsten nachgefragt werden: in den dichtbesiedelten Innenstadtlagen."

Der Bundesverband hofft daher seit Längerem, dass das Straßenverkehrsgesetz und die Straßenverkehrsordnung geändert werden, damit Kommunen öffentliche Carsharing-Parkplätze ausweisen können. Dann könnten falsch abgestellte Fahrzeuge abgeschleppt werden, auf Kosten des Halters. Positive Signale habe es im Sommer bei einem Treffen des Verkehrsausschusses gegeben, sagt Lambrecht. Doch ein konkreter Gesetzentwurf ist weiterhin nicht auf dem Weg.

Der Wirt muss den Wagen pflegen

In Berlin ist der Bezirk Pankow vorgeprescht und hat rund 80 Stellplätze im öffentlichen Raum explizit für die Fahrzeuge von Carsharing-Unternehmen ausgewiesen, also diese dafür reserviert. Das erlaubt die Berliner Landesbauordnung schon seit einigen Jahren. In anderen Bundesländern gibt es diese Möglichkeit bisher nicht.

Jetzt geht in der Hauptstadt ein weiterer Teilzeitauto-Anbieter an den Start – einer, der den Stellplatzmangel auf eine andere Weise lösen will. Er sucht für jedes seiner Autos einen Wirt und ein Zuhause. "Hosts" nennt das Unternehmen CiteeCar diese Nutzer, die für das Mietauto einen privaten Stellplatz als Basisstation kostenfrei zur Verfügung stellen. Dort können dann andere Nutzer das Fahrzeug abholen. Wie bei den klassischen Anbietern muss der Wagen auch wieder dorthin gebracht werden. Der Parkplatzspender darf ihn natürlich auch nutzen.

Der Host muss sich allerdings außerdem verpflichten, bestimmte Serviceleistungen zu übernehmen. Seine Aufgabe ist es, das Auto zu Inspektionen, Wartungsarbeiten und zum saisonalen Reifenwechsel in die Werkstatt zu bringen und regelmäßig auch durch die Waschanlage zu fahren. Als Gegenleistung werden ihm Sonderkonditionen eingeräumt. Er darf das Mietfahrzeug früher reservieren als andere Nutzer und kann einige feste Termine im Monat buchen, an denen dann kein anderes Carsharing-Mitglied auf das Auto zugreifen kann.