ElektromobilitätKommunen wollen ihren Fuhrpark elektrifizieren

In den Kommunen wächst das Interesse, Fahrzeuge mit Elektroantrieb zu leasen. Eine Gesetzesänderung wird E-Fahrzeuge auch als Dienstwagen künftig attraktiver machen. von Anke Brillen

E-Mobilität : Das Schlagwort geistert immer wieder durch die Nachrichten. Doch während die meisten Vorzeigeprojekte für elektrische Mobilität erst langsam in Fahrt kommen, bringen überraschenderweise die Kommunen nun Bewegung in das Thema – und bieten damit der Leasingbranche ein neues Geschäftsfeld.

So erreichen den Bundesverband eMobilität (BEM) zunehmend Anfragen von Kommunen, die Elektrofahrzeuge leasen wollen. "Die Zahl der Anfragen ist so hoch wie nie", sagt Kurt Sigl, Präsident des BEM. Täglich rechnen seine Mitarbeiter mindestens zwei klammen Kommunen Einsparpotenziale vor. "Dabei gehen die Einsparungen weit über die Kraftstoffpreise hinaus", sagt Sigl. "Denn der Betrieb eines Elektrofahrzeugs ist nahezu wartungsfrei, braucht weder Zündkerzen noch Öl."

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Gedeckelt werden die Erwartungen aber noch durch behördliche Vorgaben: Die Regeln des Beschaffungswesens erweisen sich als Innovationsbremse. Weil der Anschaffungspreis gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor zu hoch ist, wird E-Mobilität in Kommunen aktuell häufig durch Kämmerer und Rechnungsprüfer gestoppt. "Daher müssen mögliche Einsparungen mit einer Berechnung der Total Cost of Ownership bis ins Detail nachgewiesen werden", so Sigl. Mit TCO sind die gesamten Betriebskosten gemeint.

Steueränderung für E-Dienstwagen?

Doch auch wenn die Nachfrage seitens der Städte und Gemeinden nach Elektrofahrzeugen steigt: Auf die Überholspur wechselt die neue Art der Fortbewegung deswegen noch nicht. Das freilich könnte sich schon bald ändern. Denn durch eine zusätzliche Gesetzesänderung könnte die Elektromobilität in Deutschland endlich den Durchbruch schaffen.

Nach Informationen des Handelsblatts wird die Regierung die Batterie aus der Ein-Prozent-Versteuerung für elektrische Dienstfahrzeuge herausnehmen. Experten erwarten, dass diese Regelung noch in diesem Herbst passieren wird. Zukünftig muss dann nur noch das Chassis versteuert werden. Für den Einsatz von Elektrofahrzeugen in betrieblichen Flotten bedeutet das, dass Elektrofahrzeuge so günstig werden wie nie.

In Deutschland sind etwa 240.000 Dienstwagen als Leasingfahrzeuge unterwegs. Bisher hatte der steuerliche Nachteil gegenüber "Verbrennern" den Einsatz von E-Autos in Flotten gebremst. 2012 wurden gerade einmal 819 E-Fahrzeuge auf Unternehmen zugelassen. Muss der Nutzer die Ein-Prozent Besteuerung für den Akku nicht bezahlen, kann sich die Leasingbranche auf eine höhere Nachfrage für E-Fahrzeuge einstellen.

"Besonders sogenannte Plug-in-Hybriden wie der Opel Ampera und der Toyota Prius werden als Dienstwagen gefragt sein, weil sie kein Problem mit der Reichweite haben", prognostiziert Ferdinand Dudenhöffer , Direktor des Center Automotive Research . Dudenhöffer rechnet damit, dass pro Jahr etwa 2.000 bis 3.000 Dienstwagennutzer auf dieses Angebot zugreifen würden. "Wenn sie schlau sind, machen Leasingfirmen attraktive Angebote für elektrische Dienstwagen", rät Dudenhöffer.

Leserkommentare
  1. Keine Frage, es ist sicherlich lobenswert, wenn Kommunen etwas für die Umwelt tun. Aber der gegenwärtige Stand der Dinge in Sachen Elektromobilität ist oft ja mehr eine Frage des Image. Sicherlich, wenn einige Mitarbeiter einen elektrischen Kleinstwagen benutzen, ist dies eine gute Sache, aber ich sehe schon die Imagebroschüren und Internetauftritte der Gemeinden "Wir sind E-Mobil!", dazu dann grinsenden BürgermeisterInnen.

    Richtig ist, dass die Elektroautos im Moment sehr teuer sind, und die Reichweiten reiner Elektroautos sind auch sehr sehr begrenzt. Aber was macht mehr Sinn? Die Anschaffung eines Elektroautos, dass letztendlich doch immer wieder den Benzinmotor anspringen lässt (nach wenigen Kilometern) oder die generelle Ausrichtung eines Fuhrparks auf Fahrzeuge mit weniger Ausstattung, kleineren Umfängen und sparsamen Ottomotoren?
    Da es schlussendlich ja um Steuermittel geht, sollte die Strategie wohl bedacht sein und Kritik erlaubt.

    Gegenwärtig werden wir in Sachen Umwelt und Energie immer wieder mit schönen Image-Kampagnen und Lobbyarbeit der neuen "grünen" Wirtschaft überzogen. Elektroautos sind jedenfalls gegenwärtig noch nicht mit den Leistungen von Benzin- oder Dieselfahrzeugen vergleichbar, Wünsche hin oder her. Viele politische Entscheidungen, zum Beispiel zum Atomausstieg oder Fragen der Strom-Trassen etc., sind objektiv unvernünftig und dem Wähler geschuldet.

    Also liebe Gemeinden, dann kauft doch einfach viele verbrauchsarme Benzin-Smarts.

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    • raffix
    • 08. November 2012 14:15 Uhr

    Na ja, per se gebe ich Ihnen Recht.
    Aber wieso Smarts? Die verbrauchen erschreckend viel Sprit für ihr Gewicht und ihre Größe.
    Wenn schon sparsam, dann richtig. Ich würde einen Yaris Hybrid empfehlen. Der verbraucht wirklich wenig.

    Ich finde es auch lächerlich, dass deutsche Gemeinden und Städte immer deutsche Fabrikate kaufen müssen. Warum denn? Wenn die deutschen Hersteller nichts Anständiges bieten, dann muss man auch auf ausländische Produkte zurückgreifen dürfen. Ich bin mir sicher, wenn das Schule machen würde, dann würden die deutschen Hersteller endlich aufwachen und auch mal einen verbrauchsarmen Hybriden anbieten.

    Und nun noch was zum Artikel: Hier wird geträumt. Ich kenne kein Unternehmen, das seinen Mitarbeiten beim Dienstwagen die Möglichkeit einräumt, einen anständigen Plugin-Hybriden (Ampera oder Prius Plugin) oder Benziner bzw. normalen Hybriden zu kaufen. Bei Dienstwagen heißt es immer Diesel, Diesel und nochmal Diesel. Bis in den Unternehmen endlich ankommt, dass der Diesel eine veraltete Technik ist und dringend eingemottet gehört, die Zukunft den Benzin-Hybriden oder Erdgas gehört, bis dahin gehen noch etliche Jahre ins Land. Kostbare Jahre. Leider...
    Es macht heute schon keinen Sinn Diesel zu fahren. Wenn ein Diesel 5l verbraucht, was schon wenig ist und ein guter Benzin-Hybrid 4l, da braucht man nicht lange überlegen...

    • Flari
    • 07. November 2012 19:27 Uhr

    Da es an sich nichts mit dem Leasing zu tun hat, drängt sich der Eindruck auf, dass sich die Autorin mit dem Thema nicht auskennt.

    • Untoter
    • 08. November 2012 8:27 Uhr

    Hat auch was gutes. Die Firmenwagen können nicht mehr für lange Reisen mißbraucht werden.
    Mit Elektroautos können die Kommunen eine Vorreiterrolle spielen und auch die Verbrauchskosten senken. Irgendwer muß ja mit Elektroautos anfangen, die Firmen tuns anscheinend nicht wegen des Images. Den Privatmenschen ists in der Anschaffung noch zu teuer.
    Schade, das die Post ihre Fahrzeuge für die Zustellung im ländlichen und die Pakatfahrzeuge nicht elektrifieziert,dafür sind die wie geschaffen. Unter anderem gabs schon Lieferwagen vor 90 Jahren.

    • raffix
    • 08. November 2012 14:15 Uhr

    Na ja, per se gebe ich Ihnen Recht.
    Aber wieso Smarts? Die verbrauchen erschreckend viel Sprit für ihr Gewicht und ihre Größe.
    Wenn schon sparsam, dann richtig. Ich würde einen Yaris Hybrid empfehlen. Der verbraucht wirklich wenig.

    Ich finde es auch lächerlich, dass deutsche Gemeinden und Städte immer deutsche Fabrikate kaufen müssen. Warum denn? Wenn die deutschen Hersteller nichts Anständiges bieten, dann muss man auch auf ausländische Produkte zurückgreifen dürfen. Ich bin mir sicher, wenn das Schule machen würde, dann würden die deutschen Hersteller endlich aufwachen und auch mal einen verbrauchsarmen Hybriden anbieten.

    Und nun noch was zum Artikel: Hier wird geträumt. Ich kenne kein Unternehmen, das seinen Mitarbeiten beim Dienstwagen die Möglichkeit einräumt, einen anständigen Plugin-Hybriden (Ampera oder Prius Plugin) oder Benziner bzw. normalen Hybriden zu kaufen. Bei Dienstwagen heißt es immer Diesel, Diesel und nochmal Diesel. Bis in den Unternehmen endlich ankommt, dass der Diesel eine veraltete Technik ist und dringend eingemottet gehört, die Zukunft den Benzin-Hybriden oder Erdgas gehört, bis dahin gehen noch etliche Jahre ins Land. Kostbare Jahre. Leider...
    Es macht heute schon keinen Sinn Diesel zu fahren. Wenn ein Diesel 5l verbraucht, was schon wenig ist und ein guter Benzin-Hybrid 4l, da braucht man nicht lange überlegen...

    Antwort auf "Image "
    • Kauri
    • 08. November 2012 15:56 Uhr

    Das ist ja wohl der Gipfel an Laienhaftigkeit. Wann müssen denn noch Zündkerzen gewechselt werden? Bei 50.000 km oder mehr. Wann muß Öl gewechselt werden? Bei 30.000 km. Und wann ist eine neue Batterie für ein E-Auto fällig? Vielleicht nach 4 Jahren - aber dann geht es richtig zur Kasse. Und wo sind denn E-Autos umweltfreundlich? Ach js - bei Strom aus Windkraft und Photovoltaik. Und den gibt es durchgehend zu 100 %? Mein Gott - eine Mär wird auch durch ständige Wiederholung nicht zur Tatsache!

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    • raffix
    • 08. November 2012 16:47 Uhr

    Ich glaube, das sehen Sie zu optimistisch.
    1. Heute kann Öl in der Tat 30.000 km im Motor verbleiben, aber nur, wenn diese Kilometer auch sehr schnell auf die Uhr kommen. Fährt jemand nur ein paar tausend Kilometer pro Jahr, sollte das Öl aber dennoch jährlich gewechselt werden. Beim Ölwechsel gibt es stets zwei Angaben, eine Zeit- und eine Kilometerangabe. Und je nachdem was zuerst kommt, kann der Ölwechsel auch schon deutlich früher stattfinden.
    2. Zündkerzen können 50.000 Kilometer halten, das stimmt, es gibt sogar welche, die gut 100.000 Kilometer halten. Hinzu kommt aber: Je länger die Kerzen halten sollten, desto teurer sind sie auch.

    Und natürlich spart es ordentlich Geld, wenn man nicht jährlich einen Ölwechsel machen muss, regelmäßig die Bremsen tauschen (durch Rekuperation ist der Bremsverschleiß bei Elektro- und Hybridfahrzeugen deutlich niederiger) und die Zündkerzen wechseln muss. Auch möchte ich an den Auspuff erinnern. Ein sehr teures Teil so ein Katalysator. Gibt es beim E-Auto aber auch nicht mehr.
    Hinzu kommen noch dutzende von Bauteile, die ein E-Auto nicht hat, bei einem normalen Verbrenner aber jederzeit ausfallen könnne.

    Der Akku im E-Auto kann gut und gerne 10-15 Jahre halten. Entscheidend ist hier nur ein gutes Lademanagement. Toyota hat es beim Prius vorgemacht. Die Autos können selbst nach 10 Jahren immer noch mit dem gleichen Akku die gleiche Strecke elektrisch fahren wie vorher, kaum Batterieverschleiß, wg. intelligentem Lademanagement.

    • raffix
    • 08. November 2012 16:47 Uhr

    Ich glaube, das sehen Sie zu optimistisch.
    1. Heute kann Öl in der Tat 30.000 km im Motor verbleiben, aber nur, wenn diese Kilometer auch sehr schnell auf die Uhr kommen. Fährt jemand nur ein paar tausend Kilometer pro Jahr, sollte das Öl aber dennoch jährlich gewechselt werden. Beim Ölwechsel gibt es stets zwei Angaben, eine Zeit- und eine Kilometerangabe. Und je nachdem was zuerst kommt, kann der Ölwechsel auch schon deutlich früher stattfinden.
    2. Zündkerzen können 50.000 Kilometer halten, das stimmt, es gibt sogar welche, die gut 100.000 Kilometer halten. Hinzu kommt aber: Je länger die Kerzen halten sollten, desto teurer sind sie auch.

    Und natürlich spart es ordentlich Geld, wenn man nicht jährlich einen Ölwechsel machen muss, regelmäßig die Bremsen tauschen (durch Rekuperation ist der Bremsverschleiß bei Elektro- und Hybridfahrzeugen deutlich niederiger) und die Zündkerzen wechseln muss. Auch möchte ich an den Auspuff erinnern. Ein sehr teures Teil so ein Katalysator. Gibt es beim E-Auto aber auch nicht mehr.
    Hinzu kommen noch dutzende von Bauteile, die ein E-Auto nicht hat, bei einem normalen Verbrenner aber jederzeit ausfallen könnne.

    Der Akku im E-Auto kann gut und gerne 10-15 Jahre halten. Entscheidend ist hier nur ein gutes Lademanagement. Toyota hat es beim Prius vorgemacht. Die Autos können selbst nach 10 Jahren immer noch mit dem gleichen Akku die gleiche Strecke elektrisch fahren wie vorher, kaum Batterieverschleiß, wg. intelligentem Lademanagement.

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