Ford Fiesta des Modelljahres 2013 © Hersteller

Welches Motorl hätten's denn gern, fragt Ford ab Anfang nächsten Jahres seine Fiesta-Kunden. Aus einer breiten Palette an Triebwerken kann wählen, wer sich für die neue Generation des Kleinwagens entscheidet. Dabei setzt Ford mehr denn je auf Downsizing, also die Verkleinerung der Motoren. Kern ist das neu entwickelte Dreizylinder-Aggregat mit einem Liter Hubraum, das bereits im Focus verbaut wird und als "International Engine of the Year 2012" ausgezeichnet wurde.

In dem ab Januar erhältlichen Fiesta ist dieser Motor erstmals auch ohne Turboaufladung zu bekommen. Somit stehen sowohl die stärkeren Turboversionen mit 100 und 125 PS als auch die Dreizylinder-Sauger mit 65 und 80 PS zur Wahl. Da ist nur schwer nachzuvollziehen, warum Ford mit nahezu identischen Leistungsstufen auch noch zwei Vierzylinder mit 1,2 Litern Hubraum anbietet. Die beiden bieten ähnliche Fahrleistungen (60 und 82 PS), verbrauchen mehr, kosten aber weniger. Das erschwert dem Kunden die Auswahl.

Ergänzt wird das Benziner-Angebot im Frühjahr um ein 182 PS starkes ST-Sportmodell. Außerdem kann der Fiesta auch mit Dieselantrieb geordert werden. Hier stehen zwei Leistungsstufen, 75 und 95 PS, zur Wahl. Der 95 PS starke 1,6-Liter-Dieselmotor benötigt in der besonders sparsamen Econetic-Version des Fiesta nur 3,3 Liter je 100 Kilometer. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 87 Gramm je Kilometer. Beim Spritsparen hilft unter anderem das tiefergelegte Fahrwerk, das die Aerodynamik des 3,97 Meter langen Fiesta verbessert.

So bietet Ford für den Fiesta insgesamt sieben Motoren an, die weniger als 100 Gramm CO2 je Kilometer ausstoßen. Das leistet im Kleinwagen-Segment sonst kein Hersteller. Wermutstropfen dabei ist allerdings, dass solche Werte nur inklusive Start-Stopp-Automatik zu erreichen sind – und für die verlangt Ford einen Aufpreis. Lediglich beim 125-PS-Benziner ist sie bereits mit dabei.

Sechster Gang fehlt

Mit dem getesteten 92 kW (125 PS) starken Turbo-Dreizylinder ist der kaum mehr als eine Tonne schwere Ford Fiesta des Modelljahres 2013 erwartungsgemäß sehr munter unterwegs. Der Motor läuft trotz des gerade einmal ein Liter großen Hubraums vibrationsarm. Setzt der Turbolader ein, geht es kraftvoll zur Sache. Mit einem kernigen, aber keineswegs störenden Dreizylinder-Geräusch beschleunigt er das Auto in 9,4 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 196 Kilometern pro Stunde ebenso ansehnlich wie der Normverbrauch, der – wenn man die Start-Stopp-Technik dazu ordert – bei 4,3 Litern Super je 100 Kilometer liegen soll.

Es bleibt aber die Frage, wieso fast alle Fiesta-Versionen zwar mit Hightech-Triebwerken, aber nur mit einem wenig zeitgemäßen Fünfgang-Schaltgetriebe zu bekommen sind. Lediglich der 105 PS starke 1,6-Liter-Motor wird mit einem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe kombiniert. Sechs handgeschaltete Gänge sind überhaupt nicht im Portfolio. Da fährt Ford der Zeit hinterher. Gerade auf der Autobahn könnte man beim Schalten den sechsten Gang gut gebrauchen.

Jetzt mit Notbremssystem

Cockpit des Ford Fiesta © Hersteller

Bekanntlich steht Ford für gut abgestimmte Fahrwerke. Das ist auch beim neuen Fiesta nicht anders. Die ebenso straffe wie komfortable Dämpferabstimmung kann – typisch Ford – erneut überzeugen. Die elektrische Servolenkung arbeitet präzise.

Dagegen stört die unübersichtliche Mittelkonsole. Sie würde wohl besser in das Raumschiff von Captain Kirk passen. Der Multifunktionsbildschirm für Radio und Navigation dürfte gern ein bisschen größer sein: Maximal fünf Zoll sind nicht viel. Unverständlich ist außerdem, wieso die Designer den Schalter für die nur einstufige Sitzheizung unsichtbar knapp oberhalb der Sitzschiene angebracht haben. So ist die Taste allenfalls zu ertasten. Hier sollte Ford nachbessern.

Das Platzangebot ist für ein Modell des Kleinwagen-Segments akzeptabel. Vorn sitzt man komfortabel, aber etwas zu hoch. Im Fond finden zumindest Erwachsene bis 1,70 Metern Körpergröße bequem Platz. Leider fehlt auf der Beifahrerseite ein praktischer Haltegriff zum Ein- und Aussteigen. Daher ist das Ein- und Aussteigen in der fünftürigen Version leichter. Der Kofferraum hat ein Ladevolumen von 295 Litern. Die Rückbank lässt sich umklappen – auch teilweise im Verhältnis 40:60 – und bietet dann einen erweiterten Stauraum von bis zu 979 Litern.

Assistenzsysteme bietet Ford für den Fiesta kaum. Für 350 Euro gibt es immerhin eine City-Notbremsfunktion. Bei Geschwindigkeiten bis 30 km/h scannt ein Lasersensor den Raum vor dem Fahrzeug und erkennt mögliche Hindernisse. Droht eine Kollision, bremst das System im Notfall den Wagen automatisch. So soll "Active City Stop" Unfälle vermeiden oder zumindest die Folgen mildern.

Das Grundmodell Ford Fiesta 1.2 Ambiente mit einem 60-PS-Motor und einer mageren Ausstattung kostet 10.950 Euro. Serienmäßig sind bei allen Modellen ABS, ESP, elektrische Außenspiegel sowie sieben Airbags. Empfehlenswerter ist der 100 PS starke Fiesta 1.0 Ecoboost Titanium für 16.570 Euro. Er verfügt über eine manuelle Klimaanlage, Tagfahrlicht, Regen-/Lichtsensor und 15-Zoll-Alufelgen.