KartellamtOnline-Portal soll Tanken billiger machen

Das Bundeskartellamt arbeitet an einer Online-Datenbank für Spritpreise aller deutscher Tankstellen. Sie soll für mehr Wettbewerb sorgen und die Preise drücken. von dapd

Eine Tankstelle in Hamburg

Eine Tankstelle in Hamburg  |  © Christian Charisius/dpa

Autofahrer sollen nach dem Willen des Bundeskartellamtes schon zu Anfang des nächsten Jahres mithilfe ihres Mobiltelefons oder Navigationssystems leichter den Weg zur nächstgelegenen günstigen Tankstelle finden. Der Präsident des Kartellamts, Andreas Mundt , sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung , er sei optimistisch, dass das geplante Informationssystem für Spritpreise helfen werde, mehr Wettbewerb auf dem Tankstellenmarkt zu schaffen.

Am kommenden Donnerstag soll der Bundestag über einen entsprechenden Gesetzentwurf entscheiden. Im Fall einer Zustimmung des Parlaments sind alle 17.000 Tankstellen in Deutschland verpflichtet, ihre Benzinpreise bei jeder Änderung an eine zentrale Datenbank zu melden . Diese soll bei der Bonner Behörde angesiedelt sein. Über Smartphone-Anwendungen oder Navi sollen den Autofahrern die Daten nach Möglichkeit in Echtzeit zugänglich gemacht werden.

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"Wir werden die Datenbank so schnell wie möglich aufbauen", sagte Mundt. Das Gesetz werde voraussichtlich zum 1. Januar in Kraft treten. "Die Datenbank soll dem Autofahrer helfen, künftig billiger zu tanken", sagte Mundt. "Ökonomisch gesprochen" könne der Preis seine Lenkungsfunktion "nur dann erfüllen, wenn der Tankstellenkunde einen Überblick über die Preise hat, die verschiedene für ihn relevante Tankstellen verlangen".

Tankstellenbetreiber befürchten hohen Bürokratieaufwand

Die geplante Datenbank bleibt allerdings umstritten. Der Automobilclub ADAC befürwortet die Pläne generell und nennt sie angesichts steigender Spritpreise "überfällig". Viele Tankstellenbetreiber und Vertreter der Mineralölwirtschaft sind dagegen skeptisch. Sie befürchten einen hohen Bürokratieaufwand und keinen nennenswerten Einfluss auf die Preisgestaltung.

Das sieht Kartellamtspräsident Mundt anders: Wenn der Benzinpreis um 1,5 Cent je Liter steige, bedeute dies zusätzliche Kosten für alle Autofahrer in Deutschland zusammen von einer Milliarde Euro im Jahr, sagte er der Zeitung.

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Leserkommentare
  1. Also gebe ich als Tankstelle mal eben einen möglichst niedrigen Preis an, und sobald deswegen die Leute bei mir tanken wollen, wird er mal eben erhöht? Wie lange muss der gemeldete Preis also gelten? Schließlich benötigt der/die Tanker/in ja Zeit UND Sprit, um bis zu dieser Tankstelle zu fahren.

    Die Idee sollte ergänzt werden: Zusätzlich zum Preis muss die Tankstelle melden, bis wann dieser Preis garantiert und rechtsverbindlich gilt.

    2 Leserempfehlungen
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    Sie sprechen hier einen wichtigen Punkt an: das Katz-und-Maus Spiel der Betreiber mit den Preisen muß unterbunden werden!
    Dazu möchte ich als Beispiel berichten, wie bei uns im Ösiland seit vorigem Jahr verfahren wird, hier gibt es diese "Datenbank" (www.spritpreisrechner.at) nämlich schon, und ich finde das funktioniert recht gut:
    - Tankstellen dürfen lt. Gesetz die Preise NUR 1x pro Tag erhöhen (12 Uhr Mittags)
    - Diese Preise sind umgehend an die E-Control zu melden
    - Preissenkungen sind natürlich jederzeit möglich
    - Über das Portal www.spritpreisrechner.at kann man dann die günstigste Tankstelle finden, gibts auch als Handy-App ;-) Dort werden dann in einer Liste und auf einer Karte die günstigsten 5 Tankstellen in der Nähe meines Standortes angegeben!

    Das ganze funktioniert bis jetzt sehr gut, und die ewigen Preisänderungen der Betreiber hatten auch ein Ende!

  2. in wundersamer Vermehrung.

    Aus 15 Cent werden also 10 Milliarden Mehrkosten. (Wäre Tanken für Griechenland eine Idee?)..

    Bevor allerdings zu viele Krokodilstränen vergossen werden:
    Der Finanzminister krallt sich davon mehr als die Hälfte, wären also 5 Milliarden für Scheuble. Für nichts und wieder nichts, einfach für das Hochschrauben von ein paar Zahlen. Da steht keine Leistung dahinter, da wurde nichts erzeugt, nicht einmal heiße Luft wurde dafür hergestellt. Das sind Leerverkäufe allererster Güte. Um es mal klar zu sagen: Die Bundesregierung wird den Teufel tun, den Benzinpreis auch nur um Bruchteile eines Cents zu senken. Und macht sich dafür mitschuldig am schleichenden Ruin vieler Bürger. Ist aber eingeplant im kalten Kapitalismus, dass da ein paar über die Klinge springen. Hauptsache, die eigenen Taschen sind gefüllt.

    Eine Leserempfehlung
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    • Flari
    • 03. November 2012 23:43 Uhr

    Zitat
    "Aus 15 Cent werden also 10 Milliarden Mehrkosten. (Wäre Tanken für Griechenland eine Idee?)..
    Der Finanzminister krallt sich davon mehr als die Hälfte, wären also 5 Milliarden für Scheuble."

    Das ist ein grosser Irrtum!
    Von 10 Mrd MEHRKOSTEN für den Autofahrer würden 8,4 Mrd bei den Mineralölfirmen und 1,6 Mrd (die MwSt) beim Staat landen.

    http://forumsdance.fo.fun...

    Wie überhöht der Spritpreis derzeit ist, kann man dieser Graphik entnehmen:

    http://imageshack.us/a/im...

    2011 kamen die Mineralölfirmen mit einer "Marge" von durchschnittlich ca. 12ct/l klar und machten damit auch noch reichlich Gewinn.
    Inzwischen ist die Marge fast 10ct/l höher getrieben worden, wobei dieses dann Reingewinn (abzgl. Steuer) darstellen dürfte.

  3. Meine erste Idee mit der Frist ist glaube ich auch noch sehr sub-optimal. Noch besser wäre es, der/die Tanker/in könnte direkt so und so viel Liter Benzin verbindlich zu dem entsprechenden Preis kaufen, unabhängig davon, wann er/sie es dann tatsächlich tankt. Das würde wohl auch gewisse merkwürdige Preisschwankungen insbesondere zu Ferien-Beginnn dämpfen.

    Allerdings wg. der Notwendigkeit einer Registrierung nicht ganz unproblematisch was den Datenschutz angeht. Ach ist das manchmal schwierig mit dem Internet, so viele Möglichkeiten, so viele Fallen...

  4. ... schon einen Weg finden das auszuhebeln.

    Wie schon von heathcliff erwähnt, werde ich dann immer den Preisen hinterher rennen, weil bis ich ankomme ist der Sprit wieder teurer.

    Nach der Statistik ist die Sache viel einfacher.

    Wo eine Tanke einsam und allein ist, ist der Sprit immer am teuersten.

    Wo 2 Tankstellen verschiedener Marken konkurieren ist der Sprit schon billiger.

    Wo 3 verschiedene Tankstellen sind ist der Sprit am billigsten.

    Wozu brauche ich da Gesetze, Bürokratie und eine neue Behörde ?

  5. Wenn wir ne Tankstelle hätten, ich und mein Mann, dann würde hier der E10 Diesel, 1,20 kosten, weil der einkaufspreis pro Liter 1,09 ist. Wir hätten mehr Kunden, und könnten die Bockwurst und die Currywurst, für 1 Euro richtig gut absetzen. Ich und mein Mann, wir Träumen schon lange davon, eine Tankstelle zu eröffnen, so wie damals in den Hochzeiten der Mexikanischen, Infrastrukturerneuerung, wo die Männer immer die Autos polierten, beim einfahren, mit ihren süßen lächeln, und den Latzhosen in Grün. Leider ist dies ja auch schon wieder 150 Jahre her, aber sehen uns immer noch gerne die Filme an, wie schön es mal war, mit den "Die drei von der Tankstelle". Eine Tankstelle zumindest wird die Leute noch sehr lange Sozial binden, weil es immer ein mittelpunkt ist, des Dorfes, wo Energy abzuholen ist, egal in welcher Form.

    • Flari
    • 03. November 2012 23:43 Uhr

    Zitat
    "Aus 15 Cent werden also 10 Milliarden Mehrkosten. (Wäre Tanken für Griechenland eine Idee?)..
    Der Finanzminister krallt sich davon mehr als die Hälfte, wären also 5 Milliarden für Scheuble."

    Das ist ein grosser Irrtum!
    Von 10 Mrd MEHRKOSTEN für den Autofahrer würden 8,4 Mrd bei den Mineralölfirmen und 1,6 Mrd (die MwSt) beim Staat landen.

    http://forumsdance.fo.fun...

    Wie überhöht der Spritpreis derzeit ist, kann man dieser Graphik entnehmen:

    http://imageshack.us/a/im...

    2011 kamen die Mineralölfirmen mit einer "Marge" von durchschnittlich ca. 12ct/l klar und machten damit auch noch reichlich Gewinn.
    Inzwischen ist die Marge fast 10ct/l höher getrieben worden, wobei dieses dann Reingewinn (abzgl. Steuer) darstellen dürfte.

    • vistraw
    • 03. November 2012 23:53 Uhr

    Was soll so eine Datenbank bringen? Die Tankstellen Betreiber haben vor zwanzig Jahren die Preise angeglichen mithilfe ihrer Mitarbeiter die regelmäßig die Nachbartankstellen kontrollierten, dies erfuhr ich von solchen Mitarbeitern. Jetzt ist es einfacher - es reicht ein Blick auf die clever-tanken Website. Wenn jetzt vom Staat eine bezahlte DB aufgebaut wird, die noch zuverlässiger die Preisabstimmung ermöglicht, wird so eine Aktion dem Verbraucher nichts bringen. Wieso hört man nichts mehr von "ein Tag vorab zu veröffentlichen festen Preisen", den Ideen, die noch vor einem halben Jahr aktuell waren? Wahrscheinlich hat die Mineralölindustrie gute Lobbyarbeit geleistet?!!

    • wb99
    • 04. November 2012 0:58 Uhr

    Aber man hilft ja gerne.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dapd, nf
  • Schlagworte Andreas Mundt | Autofahrer | Behörde | Benzinpreis | Bundestag | Navigationssystem
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