Klassiker Riley ElfDer Mikro-Rolls-Royce
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Vorsicht beim Bremsen

Innenraum des Riley Elf MK III

Innenraum des Riley Elf MK III  |  © press-inform

Doch so schick der Riley Elf in den frühen Sechzigern auch über die Straßen des Vereinigten Königreichs knatterte, so schwach war er motorisiert. Zusatzausstattungen und die längere Karosse brachten es mit sich, dass der Edel-Mini bei gleichem Motor wie das Original noch müder unterwegs war. Erst mit Einführung des MK II im Jahr 1963 wurde der 848 Kubikzentimeter große Motor aufgepäppelt. Die Hubraumerweiterung auf 998 Kubikzentimeter ergab einen Leistungszuwachs von 34 auf 38 PS, das maximale Drehmoment erhöhte sich auf 71 Newtonmeter.

Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 123 Kilometern pro Stunde lässt sich jedoch auch mit dem identisch motorisierten Riley Elf MK III kaum erreichen, wie eine Ausfahrt zeigt. Der Wagen wiegt leer immerhin rund 650 Kilogramm. Der kleine Vierzylinder schnurrt Mini-typisch vor sich hin. Kritischer als die mäßige Motorleistung sind indes die Bremsen. Die waren bei allen Modellen zu klein dimensioniert. Bei flotter Fahrt sollte man die eingeschränkte Bremswirkung der vorderen Duplex-Trommeln immer vor dem geistigen Auge haben. Sonst droht spätestens an der nächsten Ampel eine böse Überraschung.

Als BMC im Herbst 1961 die Produktion des Riley Elf aufnahm, kostete das Basismodell noch knapp 700 britische Pfund. Im Lauf der Jahre stieg der Preis über die 1.000-Pfund-Marke. Darum war die zwischen 1963 und 1966 verkaufte MK-II-Generation mit knapp 18.000 abgesetzten Exemplaren noch ein Bestseller – die darauf folgende Version MK III wurde in einer nahezu identisch langen Bauzeit nur noch rund halb so oft an den Mann gebracht.

Ungewöhnliche Stufenheckmodelle der Hauptmarke Morris sind heute nur noch selten zu finden. Das gilt auch für den Riley Elf und den nahezu identischen Wolseley Hornet. Das Angebot ist europaweit recht dünn. Ein ordentlich erhaltenes Exemplar des Elf MK III ist darum nicht unter 10.000 Euro zu bekommen; gute Modelle kosten leicht 15.000 Euro oder mehr. Insbesondere die letzten Baujahre mit innenliegenden Türscharnieren und herunterkurbelbaren Fenstern gelten heute als die beliebtesten Modelle des UK-Exoten. Aber zumindest die Versorgung mit Ersatzteilen ist aufgrund der hohen Gleichteile mit einem Mini kein großes Problem.

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Leserkommentare
  1. 1. Leider

    haben die heutigen BMWs mit diesen klasse Autos gar nichts mehr gemein, außer dem frech geklauten Namen.

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    Gekauft, nicht geklaut.
    Und wenn dieses Auto, wie eigentlich alle britischen Autos so großartig und erfolgreich gewesen wären, wo sind denn all die famosen britischen Autohersteller heute?
    Seien Sie doch ehrlich, der orginale Mini war, selbst wenn er fabrikneu war Schrott!

  2. Gekauft, nicht geklaut.
    Und wenn dieses Auto, wie eigentlich alle britischen Autos so großartig und erfolgreich gewesen wären, wo sind denn all die famosen britischen Autohersteller heute?
    Seien Sie doch ehrlich, der orginale Mini war, selbst wenn er fabrikneu war Schrott!

    Antwort auf "Leider"
  3. 3. Mythos

    Ne, so kann das nicht stehen bleiben: Schrott hat Mini definitiv gebaut. Es war eher so, dass die Autos die letzten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte anachronistisch waren. Mini hat einen gewaltigen Mythos begründet, das muss man ihnen lassen.

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    Naja, dieser "Mythos" wurde doch erst, als Hype, duch den neuen Mini und der PR-Arbeit von BMW gepusht.

    Eine Nachbarin, kaufte sich im Laufe der 70er Jahre mehrere Male neue Minis und die waren verdammt oft in der Werkstatt. Fabrikneue Minis waren Schrott!
    Jede Ente oder R4 waren bei weitem zuverlässiger, hatten mehr Platz und waren wirklich "Mythos".

  4. Es muss natürlich heißen: Schrott hat Mini definitiv nicht gebaut ... :)

  5. Naja, dieser "Mythos" wurde doch erst, als Hype, duch den neuen Mini und der PR-Arbeit von BMW gepusht.

    Eine Nachbarin, kaufte sich im Laufe der 70er Jahre mehrere Male neue Minis und die waren verdammt oft in der Werkstatt. Fabrikneue Minis waren Schrott!
    Jede Ente oder R4 waren bei weitem zuverlässiger, hatten mehr Platz und waren wirklich "Mythos".

    Antwort auf "Mythos"
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    Man muss es halt ganz doll lieb haben, um die ganzen Fabrikationsmängel zu akzeptieren.
    Aber das ist bei englischen Fahrzeugen eigentlich immer so gewesen.

    rodelaax, aber wer einen R4 mit dem Mini vergleicht, zeigt, dass er definitiv nicht weiß, wovon er spricht.

    Grüßen Sie Ihre Nachbarin von mir!

  6. also ich hatte und habe noch einen eine offenen Mini, einen originalen. Manchmal fand ich inne eine Schraube am Anfang. Auch links kam beim Verdeck Wasser rein. Ein Bekannter der mal eine Werkstatt hatte heute alles auf dem Hof seines Hauses, hat das alles liebevoll gemacht, so ist UK. Das Auto ist einfach genial. Wir haben viel gemacht, Bremsen, FahrwerK, Motor. Es mal total zerlegt, Hohlraum versiegelt, neues Verdeck, richtige Heckscheibe neu..., das gibt es heute nicht, das kommt nicht wieder, das kann so BMW nicht. Ich habe neues Lich, die runden Zusatzscheinwerfer, Nebel, einfach schnuckelig in nachtblau,metallic......groesser muss ein Cabrio nicht sein,

  7. ach, hype, Mini war mal das Monte Carlo Ralley Fahrzeug, das ist die UR Renn Semmel, sonst gab es da nix. Die ASlus sind teuer wie alles an dem Zwerg, aber das ist noch ein nicht elektronisch vergewaltigtes rueckwaerst piependes politisch correctes Auto. Das ist Spass

  8. .
    "... Naja, dieser "Mythos" wurde doch erst, als Hype, duch den neuen Mini und der PR-Arbeit von BMW gepusht ..."

    Als der erste Mini entwickelt und gebaut wurde, gab es in der Bundesrepublik beim heutigen Mini-Eigner BMW etwa eine Isetta, bei anderen deutschen "Konkurrenten" diverse Kabinenroller oder "Leukoplastbomber" zu kaufen, allesamt untermotorisiert, klapprig, bestenfalls "kurios" und allesamt ohne auch nur annähernd brauchbare Fahrwerke.

    Dagegen war der Mini ein ebenso richtungsweisend modernes wie solides Fahrzeug.

    Der "Hype", den die Reklametunten bei BMW heute durchaus erfolgreich um den new Mini herum am köcheln halten, gründet sich mitnichten auf den zu grossen BMW-Mini, sondern auf die Jahrzehnte währende und sehr erfolgreiche Renn- und Ralley-Vergangenheit des echten Mini, die den sowohl leistungsfähigen wie auch -bei ordentlicher Wartung- vergleichsweise standfesten Motoren und Getrieben als auch dem schon in Serienversion absolut hervorragenden Fahrwerk zuzurechnen ist.

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    Der Mini war teurer als ein VW Käfer. Daher können Sie ihn nicht mit Kabinenrollern vergleichen.

    Es gab ja auch Fahrräder. Die hatten weder Motor noch Dach. So könnte man ja sonst auch argumentieren.

    Die Vorteile des Mini waren der niedrige Schwerpunkt und recht hartes Fahrwerk, welches zusammen mit den sehr kleinen Reifen zu einem Gokart-ähnlichen Fahrerlebnis geführt hatten. Das macht mal riesigen Spass und erlaubt auch eine ssportliche Fahrweise auf der Landstraße, aber das Fahrwerk der Ente war um Klassen besser und auch alltagstauglicher. Mit halt den Unterschied, dass man mit der Ente das Gefühl hatte, in den Kurven die Blumen pflücken zu können.

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  • Schlagworte Rolls Royce | England | Italien
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