Klassiker Riley ElfDer Mikro-Rolls-Royce

Vom Mini fehlt noch eine Stufenheckversion. Die gab es schon mal: Der Riley Elf mutet bis heute an wie eine Kreuzung aus dem winzigen Ur-Mini und einem Rolls-Royce. von Stefan Grundhoff

Riley Elf MK III

Riley Elf MK III  |  © press-inform

Der kleine Wagen wirkt ein bisschen wie das Auto, in dem Donald Duck durch Entenhausen zuckelt. Und tatsächlich liegt nicht ganz falsch, wer beim Riley Elf an Comics denken muss: Das Design der ungewöhnlichen Mini-Variante aus den frühen sechziger Jahren stammt aus der Feder von Ricardo Burzi, der sich nach dem Ersten Weltkrieg in Italien als Zeichner von Mussolini-Comics einen zweifelhaften Namen gemacht hatte und schließlich das Land verlassen musste.

Neben den Comiczeichnungen für Zeitungen arbeitete der gebürtige Argentinier "Dick" Burzi unter anderem für Vincenzo Lancia. Der Gründer der gleichnamigen Automarke empfahl Burzi schließlich Ende der 1920er Jahre nach England an Herbert Austin. Bei Austin designte Burzi eine Reihe von Fahrzeugen, auch nach dem Zweiten Weltkrieg.

Anzeige

So entstand 1961 nach Burzis Design eine Stufenheckversion des Morris Mini, die unter der Marke Riley des BMC-Konzerns als Riley Elf auf den Markt kam. Bis 1969 wurden in Longbridge drei Varianten MK I, II und III entwickelt und gebaut, analog zur Entwicklung des Ur-Mini. Der Elf unterschied sich nicht nur durch den aufgesetzten Kofferraum von den normalen Mini-Versionen. Noch markanter war der steil im Fahrtwind stehende Kühlergrill, der dem Kleinwagen etwas Rolls-Royce-Charme einhauchte.

Viel Chrom

In der Mini-Modellpalette war der Riley als Edelvariante für den gut betuchten Briten vorgesehen, der ein kleines, aber nobles Fahrzeug sein Eigen nennen wollte. Auffällig, doch zugleich stilvoll waren die Stoßstangen aus Chrom, die im Lauf der Jahre Hörner bekamen, sowie die kleinen Heckflossen, die das Stummelheck mit seiner nach oben aufschwingenden Klappe keck umrahmten.

Die Fahrgastzelle unterschied sich nicht zum regulären Mini, der Elf war allerdings knapp 22 Zentimeter länger. Wie beim Mini konnte der Kunde das Dach in Kontrastlackierung ordern. Um als Edelvariante punkten zu können, wurde beim Riley deutlich mehr Chrom verbaut. Neben den Stoßstangen gab es glänzenden Zierrat für Fensterrahmen, Leisten sowie die vorderen Lufteinlässe.

Besonders opulent wirkte der Innenraum, vor allem bei der Baureihe MK III. Mussten Käufer der frühen Modelle noch mit Stoff- oder Teilledersitzen vorlieb nehmen, so gab es beim 3,30 Meter langen Riley Elf MK III unter anderem ein Armaturenbrett aus Edelholz, Ledersessel, Langflorteppiche sowie Schaltknauf und Lenkrad mit Chrom und Holz.

Leserkommentare
  1. Gekauft, nicht geklaut.
    Und wenn dieses Auto, wie eigentlich alle britischen Autos so großartig und erfolgreich gewesen wären, wo sind denn all die famosen britischen Autohersteller heute?
    Seien Sie doch ehrlich, der orginale Mini war, selbst wenn er fabrikneu war Schrott!

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Leider"
  2. ach, hype, Mini war mal das Monte Carlo Ralley Fahrzeug, das ist die UR Renn Semmel, sonst gab es da nix. Die ASlus sind teuer wie alles an dem Zwerg, aber das ist noch ein nicht elektronisch vergewaltigtes rueckwaerst piependes politisch correctes Auto. Das ist Spass

    4 Leserempfehlungen
  3. 1. Leider

    haben die heutigen BMWs mit diesen klasse Autos gar nichts mehr gemein, außer dem frech geklauten Namen.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Gekauft, nicht geklaut.
    Und wenn dieses Auto, wie eigentlich alle britischen Autos so großartig und erfolgreich gewesen wären, wo sind denn all die famosen britischen Autohersteller heute?
    Seien Sie doch ehrlich, der orginale Mini war, selbst wenn er fabrikneu war Schrott!

  4. also ich hatte und habe noch einen eine offenen Mini, einen originalen. Manchmal fand ich inne eine Schraube am Anfang. Auch links kam beim Verdeck Wasser rein. Ein Bekannter der mal eine Werkstatt hatte heute alles auf dem Hof seines Hauses, hat das alles liebevoll gemacht, so ist UK. Das Auto ist einfach genial. Wir haben viel gemacht, Bremsen, FahrwerK, Motor. Es mal total zerlegt, Hohlraum versiegelt, neues Verdeck, richtige Heckscheibe neu..., das gibt es heute nicht, das kommt nicht wieder, das kann so BMW nicht. Ich habe neues Lich, die runden Zusatzscheinwerfer, Nebel, einfach schnuckelig in nachtblau,metallic......groesser muss ein Cabrio nicht sein,

    2 Leserempfehlungen
  5. .
    Ich bin ja an dem Punkt durchaus ihrer Meinung, was die nutzphilosophische Seite der Nachkriegsentwicklungen länderspezifisch unterschiedlicher europäischer Automobilmanufakturen und deren Alltagestauglichkeit angeht, als ehemaliger Entenflieger mit mehr als 400.000 km auf dem Vogel sogar besonders (wohingegen der alte Hut aus Wolfsburg stets nur in den Rückspiegel kam, niemals aber auf den Hof ...).

    Das war aber nicht das Thema, auf welches ich geantwortet habe, sondern die angebliche Minderwertigkeit des "Inselautos" bzw., in einem Fall sogar DER Inselautos.

    Die Italiener hatten schon in den sechzigern zum Teil Mittelklasseautos mit fünf serienmässigen (Vorwärts-)Gängen, während man in Rüsselsheim und Köln noch für den vierten Aufpreis zahlen musste.

    Aber der angeborenen Hybris der Teutonen ihre Autoindustrie betreffend ist ohnehin nicht beizukommen, sei es mit einem Kommentar oder mit hunderten, und wenn sie noch so fundiert sind.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Na ja..."
  6. .
    ... auch gravierende, gab es wohl überall immer wieder.

    Man erinnere sich an die Audis, welche kurz vor dem Ölschock gebaut wurden, und oft nicht mal den ersten TÜV ohne gravierende strukturelle Schweisserei meisterten.

    Oder die BMWs der späten sechziger und frühen siebziger (Neue Klasse und 02), die oft keine 1oo.ooo km ohne gravierende Motorschäden durchstanden, während selbst hart bewegte Citroen und Volvo mit 4oo.ooo bis 5oo.ooo km auf der Uhr oft deutlich weniger Öl verbrauchten als fabrikneue Ford oder Opel ...

    Was Innovationen angeht: NSU war innovativ, mit der Einführung des Wankels in Ein- und Zweischeiben-Version in den echten Fahrbetrieb beispielsweise, Audi-VW war innovativ mit der Einführung der TDI- und PD-Technik, (aber was haben die den Benziner vernachlässigt dafür ...?), Wieder VW-Audi heute mit der DSG-Technologie, BMW hingegen hat seit dem Krieg bis heute nichts zustande gebracht was wirklich als Innovation durchgehen könnte, und bei Mercedes sehe ich auch nichts wirklich bahnbrechendes, vergleichbar mit einer Hydropneumatik beispielsweise (im Gegenteil, die grossen Luxus-Benze hatten diese Citroen-Technik in Lizenz verbaut...), vergleichbar mit dem Konzept "Espace" von Matra, vergleichbar mit der Nutzwertmaximierung eines CX-Break oder gar sonstige wirklich neue Entwicklungen, denn weder sieben weitere nutzlos-überschwere Airbags pro Sitzplatz noch als "coming home" bezeichnete Birnchen an den Spiegelunterseiten gehen ja wohl als Innovation durch.

    2 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Moriaan
    • 19. November 2012 0:51 Uhr

    " Audi-VW war innovativ mit der Einführung der TDI- und PD-Technik, "

    naja, Innovation..?
    Aber auf Kosten des Komforts, rauh, laut und durstig.
    Aber da gabs ja noch den Common Rail,das BUS System (
    die IT hats ja vorgemacht ).
    Aber da war Fiat der erste Innovator, so wars doch.

    Also die grundliegende Technologie beim tDI und DSG stammen nicht von VW. Die Innovationskraft ist diesbezüglich nicht höher einzuschätzen, als bei BMW.

    Die Firma mit den Stern hat aber etliche Innovationen im Automobilbau angeworfen, die auch viel wegweisender waren, als der Wankelmotor: Sicherheitsfahrgastzelle, ABS, Airbag, die erste richtige Unfallauswertung und Crashtests. Erster PKW mit Otto-Motor, erster PKW mit Diesel-Motor,...

  7. 3. Mythos

    Ne, so kann das nicht stehen bleiben: Schrott hat Mini definitiv gebaut. Es war eher so, dass die Autos die letzten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte anachronistisch waren. Mini hat einen gewaltigen Mythos begründet, das muss man ihnen lassen.

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Naja, dieser "Mythos" wurde doch erst, als Hype, duch den neuen Mini und der PR-Arbeit von BMW gepusht.

    Eine Nachbarin, kaufte sich im Laufe der 70er Jahre mehrere Male neue Minis und die waren verdammt oft in der Werkstatt. Fabrikneue Minis waren Schrott!
    Jede Ente oder R4 waren bei weitem zuverlässiger, hatten mehr Platz und waren wirklich "Mythos".

  8. Es muss natürlich heißen: Schrott hat Mini definitiv nicht gebaut ... :)

    Eine Leserempfehlung

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Rolls Royce | England | Italien
Service