Opel AdamOpel versucht es mit Lifestyle

Der Kleinwagen Adam soll von Januar an die junge, designfreudige Kundschaft anlocken, die bislang Mini oder Fiat 500 kauft. Kann der kleine Opelaner da mithalten? von Wolfgang Gomoll

Opel Adam

Opel Adam  |  © Hersteller

Nesthäkchen werden stets umhegt und gepflegt, stehen andererseits oft im Schatten ihrer älteren Geschwister und müssen alles besser machen. In einer ähnlichen Position befindet sich auch der Adam. Der Opel-Kleinwagen erscheint knapp elf Jahre nach dem Mini und fünf Jahre nach dem Fiat 500 und hat keine Ahnen, die für automobile Reminiszenzen herhalten können. Trotzdem will Opel gerade den beiden Platzhirschen bei den lifestylebewussten Käufern den Rang ablaufen.

Um es vorweg zu nehmen: Der kleine Adam macht seine Sache gut. Das fängt schon beim Design an: Der 3,70 Meter lange Dreitürer spricht mit seiner rundlichen Form die "Ach-ist-der-süß"-Käufer an, ohne zu verspielt zu wirken. Dafür sorgen die kurzen Überhänge, die Kanten auf der Motorhaube und in den Flanken. Das ergibt ein stimmiges Gesamtbild.

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Allerdings ist das in der Ich-pimpe-mein-Handy-Generation nur ein Schlüssel zum Erfolg. Darum gibt es zwölf größtenteils peppige Karosseriefarben, die mit drei Dach-Kolorationen kombinierbar sind. Außerdem hat der Käufer weitere Möglichkeiten, den Adam nach seinem Geschmack zu verfeinern, etwa mit farbigen Spangen für den Kühlergrill oder lackierten Clips in den Felgen. 31 Rad-Felgen-Varianten und Größen bis hin zu 18 Zoll stehen zur Wahl. Wer da nichts findet, dem ist nicht zu helfen. Die Idee wird schon beim Fiat 500 praktiziert, ist aber für die Zielgruppe ansprechend.

Ich seh' den Sternenhimmel

Im Innenraum geht die Qual der Wahl weiter. Auch dort können sich die Individualisierungswilligen austoben und eine von 19 Dekorleisten auswählen. Diese lassen sich wie eine Handyschale auch im Nachhinein noch austauschen. Von einfarbigem Lack bis Pünktchen-Muster ist alles dabei. Den Vogel schießt der Dachhimmel mit dimmbaren LED-Dioden ab. Der Fahrer kann per Knopfdruck aus acht verschiedenen Farbtönen wählen. Da kommt definitiv Luxus-Feeling auf – so etwas hat auch Rolls-Royce im Angebot.

Auch sonst fühlt man sich im Adam wohl. Die Verarbeitung des Innenraums ist ansprechend. Die Instrumente sitzen in Rundinstrumenten, wie man sie aus sportlichen Autos kennt. Nur die beiden Lenkradhebel aus Hartplastik, die vom Astra stammen, stören die schicke Optik etwas.

Das neue, deutlich reduzierte Steuerungssystem mit schmucken Drehknöpfen und einem Sieben-Zoll-Touchscreen ist Opel gelungen. Man kann sein Smartphone einbinden, Musik von dort abspielen und bequem über den Touchscreen steuern. Eine vom Hersteller bereitgestellte App übernimmt die Navigation. Das ist ein echter Fortschritt zur Uralt-Optik beim bisherigen Opel-Navi.

Leserkommentare
  1. "Das Geräuschniveau ist relativ niedrig, nur bei höheren Drehzahlen wird das Aggregat hörbar brummig. Hier würde ein modernes Sechsganggetriebe Abhilfe schaffen." in diesem Artikel

    "Einen sechsten Gang aber, der Drehzahl, Verbrauch und Geräusch reduzieren könnte, hat Adam nicht. Sechs. Setzen." in der Autobild über den Adam

    und so sieht es bei anderen Marken aus:

    "nur den sechsten Gang für das Schaltgetriebe haben die Kölner bei all den Neuerungen offenbar vergessen. Macht aber nichts – zumindest wenn man mit dem 125 PS starken Top-Modell unterwegs ist. Klar, würde der Wagen auf der Autobahn bei deutlich mehr als 180 Sachen noch ruhiger und gelassener wirken, wenn man mit einem weiteren Gang 1000 Touren weiter runter käme. Doch wann reizt man mit so einem Auto das Spitzentempo von 196 km/h tatsächlich mal auf langen Strecken aus?" Quelle Autobild zum neuen Fiesta

    Auch beim Adam werden die meisten Nutzer nicht den 6. Gang vermissen, aber in jedem Artikel wird es als Mangel dargestellt. Wer fährt schon im 6. Gang in der Stadt? Ist der Adam kein Stadtauto? Warum sollte man überhaupt mit diesen Autos auf der Autobahn schneller als 130km/h fahren? Der entsprechende Adam für die Rennstrecke kommt noch: http://www.rallye-magazin.de/rallyes/adac-rm/nachrichten/news-detail/d/2...

    • Kauri
    • 20. November 2012 16:27 Uhr

    Ich habe mir im Leben zwar schon 40 neue Autos gegönnt - aber ein Opel war nicht dabei. Ich sehe aber, und weiß es aus dem Bekanntenkreis, daß Opel inzwischen wieder gute Autos baut.Die qualitätszerschreddernde Blutspur von Ignacio Lopez ist wohl verblasst. Daß bei diesem Fahrzeug noch nicht die neuste Motor-Technologie verbaut ist, spielt bei der angepeilten Zielgruppe keine Rolle. Gut finde ich das Infotainment in das man das I-Phone integrieren kann. Das fehlt bei den sündhaft teuren Audis und ärgert mich ein wenig. Ich wünsche Opel den Erfolg!

  2. Huch, hat da jemand den Nerv getroffen? Alles Opelaner und alle gegen VW - man könnte meinen, die Marketingabteilung von Opel hat jetzt auch die Leserkommentare entdeckt...

  3. ... habe ich auch. Der Artikel erinnert mich etwas an manche ADAC-Tests von z.B. italienischen Autos, da wird für Wartung eine Note nahe 4.0 vergeben und als Begründung kommt nur FUD a-la "Ach der Service, und die Wartung, und der Zahnriemenwechsel, das alles muss gemacht werden und kostet Geld und macht den Punto TEUER". Komisch, wenn sie einen Audi testen, wird Zahnriemenwechsel mit keinem Wort erwähnt... die Stundensätze deren Vertragswerkstätten auch kaum.

  4. Das sind zunächst zwei völlig unterschiedliche Käuferschichten. Ein Mini-Liebhaber wird sich kaum in einen
    Mini-Opel setzen.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    sie bitte nicht, die Modepüppchen welche im BMW-Mini die Stadtstrasse auf und abfahren als Mini-Liebhaber, das tut weh. :-)

    • HH1960
    • 20. November 2012 19:07 Uhr

    Pfiffig und passt in die Zeit. Nur schade, dass es noch keine modernen Motoren gibt. Aber das war bei der Einführung des Mini auch nicht anders. Die Preisgestaltung scheint im Vergleich zur deutschen Konkurrenz auch ok. Wobei mein Favorit eindeutig ein Japaner ist: der Yaris Hybrid.

    Nicht so pfiffig gestaltet, aber technisch meilenweit voraus.

  5. Opel hätte ihn Laubfrosch nennen sollen. War der Laubfrosch eine Citroen-Kopie, „zitiert“ der Adam den Fiat 500. Immerhin besäße er dann eine eigne Markenhistorie und das Marketing müsste uns nicht seine Ansprache erläutern. „Äddäm“! Welch eine Verzweiflungsentscheidung vieler Marketingsitzungen.

    Wo bitte sieht Opel eine Käufergruppe für dieses Produkt? Hipstern einen Opel verkaufen zu wollen ist … ambitioniert bis kurz vor Realitätsverlust. Opel sext nicht! Sorry!

    Liebe Opels, bitte baut neben dem Corsa wieder ein Auto für Eure Zielgruppe: Zweckmäßig in Form und Funktion, technisch solide und preiswert. Diese Eigenschaften machten Laubfrosch und Kadett B zu den wettbewerbsfähigsten Modellen der Marke. Vergessen?

  6. Nicht nur hier bei der ZEIT auch Autoren anderer Tages- und Fachzeitungen haben scheinbar die Fähigkeit verloren, unvoreingenommen aber trotzdem subjektiv informativ zu schreiben.

    Der Artikel erwähnt auch gute Seiten des Adam, aber der Gesamteindruck inkl. der schlechten Überschrift ist einfach negativ! Ich frage mich was den Autor antreibt so zu schreiben? Passt es Ihnen nicht, dass Opel auf einem guten Weg ist und hervorragende Produkte auf den Markt bringt? Warum haben Sie nicht den Mut zu sagen: das sind gelungene Fahrzeuge und treffen den Nerv der Zeit? Fühlen Sie sich überhaupt angesprochen?`

    Es ist schrecklich zu sehen wie deutsche Journalisten versuchen eine deutsche Traditionsmarke nieder zu machen anstatt positiv hervorzuheben!

    Der Adam ist in vielerlei Hinsicht schon jetzt ein Erfolg und wird es auch bleiben!

    Anmerkung: Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/se

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  • Schlagworte Fiat | Opel | Volkswagen | Audi | Euro | Kia
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