Seat LeonGolf mit spanischem Feuer

Wer sagt denn, dass die Kompaktklasse so langweilig daherkommen muss wie ihr Aushängeschild VW Golf? Der Seat Leon ist fesch – und kann mehr als allein gut aussehen. von Stefan Grundhoff

Der neue Seat Leon

Der neue Seat Leon  |  © Hersteller

Ihnen ist der VW Golf zu langweilig, der Opel Astra zu dröge und ein Ford Focus zu extravagant? Dann könnte der Seat Leon der richtige Kompakte sein. Das markante Design des Spaniers sucht in seiner hart umkämpften Fahrzeugklasse – und nicht nur dort – seinesgleichen. Dass der Seat zugleich ein gutes Auto ist, überrascht nicht. Es teilt sich eine Plattform mit den Schwestermodellen VW Golf und Audi A3.

So ist der Leon zum Hoffnungsträger der Seat-Verantwortlichen avanciert. Denn an sich läuft es für die Marke derzeit eher schlecht: Die Verkäufe dümpeln insbesondere wegen der Wirtschaftskrise in Südeuropa vor sich hin, die Konzernmutter Volkswagen schaut zumindest kritisch Richtung Südwesten zum Firmensitz in Martorell.

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Besserung scheint kaum in Sicht – gäbe es da nicht das Kompaktmodell. "Der neue Leon ist das beste Auto, das wir je gebaut haben", sagt Markenchef James Muir stolz. "Der Leon ist ein Grundstein unserer Produktoffensive." Das hört man nicht zum ersten Mal vom Vorstand eines Autoherstellers, doch Muir nimmt man die Ernsthaftigkeit ab.

Platz besser ausgenutzt

Bereits der alte Leon war sehenswert, doch die dritte Leon-Generation mit dem stechenden Blick, der markanten Seitenlinie und dem cool gezeichneten Heck ist ein echter Hingucker. Das Besondere: Der neue Leon, der jetzt in den Handel kommt, ist mit 4,26 Metern Länge fünf Zentimeter kürzer geworden – und trotzdem bietet er deutlich mehr Platz im Inneren als sein Vorgänger.

Der Grund liegt im Bauprinzip des Modularen Querbaukastens (MQB), das VW für den Konzern entwickelt hat und Platz im Motorraum spart, und in dem sechs Zentimeter größeren Radstand. Auch der Kofferraum ist um 40 auf 380 Liter gewachsen. Zugleich hat der Leon an Gewicht verloren. Das MQB-Konzept soll zugleich die Kosten im Rahmen halten und dafür sorgen, dass man leichter Derivate umsetzen kann. Im kommenden Jahr folgen die Dreitürer-Version und der Kombi-Ableger des Leon, später soll es zudem Sportmodelle und Allradversionen geben.

Bis auf weiteres ist der Seat Leon mit dem 135 kW (184 PS) starken 2.0-TDI-Motor das Topmodell. Der kraftvolle Diesel liefert ein Drehmoment von 380 Nm und schlägt sich damit prächtig in dem 1,3 Tonnen schweren Fronttriebler. Wirklich nötig ist diese Leistung aber nicht. Schon der kleinere 1.6 TDI mit 77 kW (105 PS) macht im Leon einen guten Eindruck. Das Auto zieht kräftig durch, dank eines maximalen Drehmoments von 250 Nm zwischen 1.500 und 2.750 Umdrehungen pro Minute.

So erreicht der Leon ein Höchsttempo von 190 km/h, für den Spurt vom Stand auf 100 km/h braucht er 10,7 Sekunden – beides sind gute Werte. Dabei verbraucht der Leon mit dem 105-PS-Dieselmotor laut Norm 3,8 bis 3,9 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer, je nachdem, ob man von Hand schaltet oder das nahezu perfekt arbeitende Doppelkupplungsgetriebe mit seinen sieben Fahrstufen die Arbeit machen lässt. Der Vierzylinder läuft leise und vibrationsarm, jedoch könnten die Windgeräusche geringer sein. 

Leserkommentare
  1. Na ja, das mag man so sehen, wenn man unter "spanischem Feuer" eine All-inklusive-Reise nach Malle versteht. Das Design ist jedenfalls eher gewöhnungsbedürftig und kommt an die zeitlose Linie des von Walter de Silva gestalteten Golfs nicht heran. Bleibt als Pluspunkt der Preis. Indes relativiert sich auch dieser Vorteil, denn auch der Golf VII wird bereits jetzt mit bis zu 18 % Rabatt verkauft, und sein Wiederverkaufswert dürfte in einigen Jahren deutlich höher liegen als der des neuen Seat Leon.

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    aber was der Herr de Silva da geleistet hat ist eine der schelchtesten VW-Konzernlesitungen auf der MQB-Plattform. Der neue Golf ist im Gegensatz zum Leon und A3 unübersichtlich, weil der Designer es nicht geschafft hat ohne die Dreiecksfenster an den A-Säulen klar zu kommen.

    Ausserdem hat er es nicht geschafft ein Auto zu designen, dass leichter ist als der Leon(z.B. Leon 1.2TSI 1198Kg Golf 1.2TSI 1205Kg). Walter de Silva hat es soweit ich weiß es auch nicht geschafft, dass der Golf7 100kg weniger wiegt als der Vorgänger(Es sind neim Basis Modell grade einmal 12Kg). Für mich ist seine Leistung schlecht, wenn es den alten Golf mit dem neuen 1.4Tsi ACT geben würde, würde ich den kaufen. Da es den nicht gibt ist der Leon die beste Wahl im VW-Konzern.

  2. aber was der Herr de Silva da geleistet hat ist eine der schelchtesten VW-Konzernlesitungen auf der MQB-Plattform. Der neue Golf ist im Gegensatz zum Leon und A3 unübersichtlich, weil der Designer es nicht geschafft hat ohne die Dreiecksfenster an den A-Säulen klar zu kommen.

    Ausserdem hat er es nicht geschafft ein Auto zu designen, dass leichter ist als der Leon(z.B. Leon 1.2TSI 1198Kg Golf 1.2TSI 1205Kg). Walter de Silva hat es soweit ich weiß es auch nicht geschafft, dass der Golf7 100kg weniger wiegt als der Vorgänger(Es sind neim Basis Modell grade einmal 12Kg). Für mich ist seine Leistung schlecht, wenn es den alten Golf mit dem neuen 1.4Tsi ACT geben würde, würde ich den kaufen. Da es den nicht gibt ist der Leon die beste Wahl im VW-Konzern.

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    Ist seit Jahren am Ergebnis betrachtet wohl das Leitmotiv des Konzerns. Der Erfolg am Markt belegt, es ist wohl auch das Leitmotiv des durchschniitlichen Deutschen. Gepaart mit dem Wiederverkaufsargument. Was mehr Gewicht hat ist wohl letzlich der letze Aspekt individueller Entscheidungen.

    Zwischen neuem A3 und neuem Seat sind in der Ausssicht die Unterschiede minimal. Die C-Säule halt. Die ist beim A3 sogar hässlich Kleinwagenartig.

    In sofern hat der Leon durchaus das hübschere Design von den recht gleichen Brüdern - wirkt aber zu keiner Zeit eigenständig genug, weil der Rest A3 ist.

    Eine VW/Audi-untypische C-Säule macht noch kein individuelles Image.

  3. Ist seit Jahren am Ergebnis betrachtet wohl das Leitmotiv des Konzerns. Der Erfolg am Markt belegt, es ist wohl auch das Leitmotiv des durchschniitlichen Deutschen. Gepaart mit dem Wiederverkaufsargument. Was mehr Gewicht hat ist wohl letzlich der letze Aspekt individueller Entscheidungen.

    Zwischen neuem A3 und neuem Seat sind in der Ausssicht die Unterschiede minimal. Die C-Säule halt. Die ist beim A3 sogar hässlich Kleinwagenartig.

    In sofern hat der Leon durchaus das hübschere Design von den recht gleichen Brüdern - wirkt aber zu keiner Zeit eigenständig genug, weil der Rest A3 ist.

    Eine VW/Audi-untypische C-Säule macht noch kein individuelles Image.

    • Zack34
    • 25. November 2012 10:35 Uhr

    So hat der Designer "es nicht geschafft, ohne die Dreiecksfenster an den A-Säulen klar zu kommen"... und (sic!) "er hat es nicht geschafft ein Auto zu designen, dass leichter ist als der Leon", außerdem auch noch "nicht geschafft, dass der Golf7 100kg weniger wiegt als der Vorgänger".

    Beeindrückende Kenntnisse, Bravo!

    Dazu:
    1) Wie ein Fahrzeug in Serie geht, das entscheidet letztendlich einzig und alleine, gerne mal kurz vor Serienfreigabe, der Oberboss. Der Chefdesigner liefert dazu Entwürfe zur Vorlage. Und nicht mehr.

    2) Chefdesigner können es gar nicht "schaffen, dass ein Fahrzeug weniger wiegt als sein Vorgänger"... da dies nicht ihr eigentlicher Job ist, Sie Experte, Sie.

    • Zack34
    • 25. November 2012 10:54 Uhr
    Antwort auf "Zeitlose Langeweile"
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    "die auch von Design her überall mehr oder weniger gut ankommen, sind nicht "langweilig", sondern im Gegenteil: eine Erfolgsstory."

    Langweiliges Design, dass Millionen Einheiten weltweit umsetzen muss, wird sich Mittel bedienen, die überall auf ein akzeptierendes Auge treffen. Man darf allerdings auch nicht völlig vergessen, dass es eines gewissen Status bedient, wenn man halt ein Deutsches Fahrzeug zu kaufen im Stande ist.

    Zudem, nach Langeweile kommt gleich Hässlichkeit. Da ist der asiatische Markt hiesiger Produkte dort voll von und es gibt nur ganz wenige, die das Image zum Klassiker erworben haben.

    Ändert aber nichts daran, dass Volkswagen in der Hauptsache langweilig ist.

    Haptik hat etwas mit Design zu tun - ja, aber noch mehr mit verwendeten Materialen und deren gefühlte/reale Wertigkeit. Da ist der VW Konzern sicher gut drin.

    • Calzone
    • 27. November 2012 17:24 Uhr

    Zitat
    " Gutes Design kennt "Langeweile" nicht"

    Eben doch. Design ist ja kein Selbstzweck, sondern soll ja im potentiellen Käufer Gefühle wecken. Ein paar modische Falze und Knicke in der Karosserie ( sollen Muskelstränge symbolisieren, kein Witz!)und ein paar schiefe Ebenen machen aus einem Biedermann nun mal keinen Brandstifter.
    Und was die von Ihnen so viel beschworene Haptik und Verarbeitungsqualität von VW und deren Derivaten angeht, so kann ich nur raten, den Wagen ab 100.000 km zu veräußern, da sich sonst mit ablösendem Softlack und nicht mehr lesbaren Beschriftungen auf den Tasten konfrontiert sehen(Audi!). So etwas ist mir noch bei keinem anderen Hersteller passiert!

  4. "die auch von Design her überall mehr oder weniger gut ankommen, sind nicht "langweilig", sondern im Gegenteil: eine Erfolgsstory."

    Langweiliges Design, dass Millionen Einheiten weltweit umsetzen muss, wird sich Mittel bedienen, die überall auf ein akzeptierendes Auge treffen. Man darf allerdings auch nicht völlig vergessen, dass es eines gewissen Status bedient, wenn man halt ein Deutsches Fahrzeug zu kaufen im Stande ist.

    Zudem, nach Langeweile kommt gleich Hässlichkeit. Da ist der asiatische Markt hiesiger Produkte dort voll von und es gibt nur ganz wenige, die das Image zum Klassiker erworben haben.

    Ändert aber nichts daran, dass Volkswagen in der Hauptsache langweilig ist.

    Haptik hat etwas mit Design zu tun - ja, aber noch mehr mit verwendeten Materialen und deren gefühlte/reale Wertigkeit. Da ist der VW Konzern sicher gut drin.

    • clubby
    • 25. November 2012 21:51 Uhr

    Ist letztlich nur Einheitsbrei mit winzigen Nuancen Unterschied. Warum soll man sowas kaufen. Als Arbeitsalltagsfahrzeug also simpler Gebrauchsgevenstand ist er ca 12000 euro zu teuer. Da reicht einer mit weniger ps allemal. Und als Statusobjekt reicht sowas nun wahrlich nicht da es nen mainstream bieder massenprodukt ist. Die Leute müssen echt zuviel Geld haben.

    • Xdenker
    • 26. November 2012 13:49 Uhr

    Ich würde es begrüßen, wenn die Marken VW und Audi optisch moderner, also noch weniger postmodern aufträten als sie es schon tun. D.h. konsequent auf Knitterlook mit Bügelfalten, Furchen und verwinkelten Konturen verzichten. Nicht nur, weil die Konkurrenz dem knittrigen Billig-Krawall-Look frönt, sondern weil die Moderne (Stichwort Bauhaus) durch ihre ästhetische Qualität überzeugt.

    Ich glaube, dass mehr Menschen ein Gespür für das ästhetisch Gelungene und Anspruchsvolle haben als manche, auch manche Journalisten, denken. Die Banausen können sich ja gerne mit Kitsch umgeben, auch in der Oberklasse, und sich davon emotional berühren lassen - damit ihnen bloß nicht langweilig wird.

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    ich vermute, dass hier das prinzip der furchen und falzen gilt, um so zweierlei zu erreichen.

    das verdecken albern wirkender proportionen, weil die designer meister stücke ständig grösser werden.

    zum anderen durch das grösser werden, das material entweder dicker (also das ganze Fahrzeug damit schwerer, teurer, im verbrauch zunehmen) würde, wenn man es nicht durch harte falzen und verwineklte furchen in sich stabilisiert.

    wobei das natürlich den bauhaus gedanken ins absurde verkehrt.

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  • Schlagworte Golf | Ford | Volkswagen | Audi | Euro | Seat
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