Automarkt : Imagewechsel macht SUV erfolgreich
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Design wie beim Kastenwagen

Genau aus diesem Grund sind SUV heute in vielen Dienstwagen-Richtlinien von Unternehmen grundsätzlich verboten. Denn je mehr ein Auto auf langen Strecken bewegt wird und auf Autobahnen fährt, desto stärker fällt die Aerodynamik ins Gewicht – und der Verbrauch steigt an. Genau dieser Faktor ist aber für Privatkunden häufig irrelevant. Sie haben geringere Jahresfahrleistungen und benutzen die Autobahn seltener.

So lässt sich auch der überdurchschnittlich hohe Anteil von Privatkunden im Geländewagen-Segment erklären. Er liegt laut Dataforce bei 49 Prozent. Zum Vergleich: Betrachtet man sämtliche Zulassungen, werden nur 38 Prozent aller Neuwagen von privaten Käufern zugelassen. Der Rekordhalter ist der Dacia Duster (Selbstzahler-Anteil: 85 Prozent), gefolgt vom Škoda Yeti (69 Prozent).

Aus Sicht von Design-Professor Fügener zeigt der Škoda gut, wie moderne SUV gestaltet sein müssen, um beim Image positiv zu wirken. "Der Yeti verbindet zwei gewünschte Eigenschaften von SUV – die optische Robustheit und die hohe Sitzposition – mit Elementen von Kastenwagen wie einem Renault Kangoo", erläutert Fügener. Und Kastenwagen sind noch nie angeeckt, im Gegenteil. Hier schwingt sogar ein wenig Öko-Image mit, ähnlich wie bei einem VW-Bus.

Die erste Generation der großen SUV wirkt dagegen längst wie aus einer anderen Zeit. Die VW Touareg V10 TDI, mit denen jede Landstraßenkurve zum schwankenden Abenteuer wurde, verschwinden als Gebrauchtwagen ins Ausland. Dort gibt es weiterhin die wirklich großen Geländewagen. In Asien und Osteuropa kennt man keine Scheu davor, sich zu exponieren und Kraft und Geld zu zeigen.

Kommentare

114 Kommentare Seite 1 von 15 Kommentieren

Verteilungskampf...

Genau so ist wohl auch das Argument mit der "Übersichtlichkeit" gemeint. Wenn alle Autos höher sind, kann natürlich niemand besser gucken.

Höhere Autos sorgen daher nicht dafür, dass man insgesamt besser gucken kann, sondern dass der Fahrer auf Kosten Anderer eine bessere Übersichtt hat.
Da passt Ihr Bild mit dem Krieg ganz gut: Manche Autokäufer sind bereit, für etwas draufzuzahlen, das insgesamt garnix nützt sondern den Nutzen bloß zu ihren eigenen Gunsten umverteilt. Im Krieg schafft man schließlich auch keine eigenen Werte sondern erobert lieber (mit dem Ergebnis, dass insgesamt weniger da ist).

für etwas draufzuzahlen, das insgesamt garnix nützt....

"Manche Autokäufer sind bereit, für etwas draufzuzahlen, das insgesamt garnix nützt sondern den Nutzen bloß zu ihren eigenen Gunsten umverteilt."

Ist das wirklich so?
Bisher hatte ich den Eindruck, dass jeder private PKW-Käufer jeden einzelnen Cent dabei ausschliesslich zu seinen eigenen Gunsten und Nutzen ausgibt.

Aber es mag natürlich Leute geben, die überzeugt sind, durch ihren Autokauf überwiegend oder sogar ausschliesslich die Gesellschaft zu unterstützen.

Das ist schon ein Unterschied

"Bisher hatte ich den Eindruck, dass jeder private PKW-Käufer jeden einzelnen Cent dabei ausschliesslich zu seinen eigenen Gunsten und Nutzen ausgibt."

Das mag schon sein und ist auch legitim.

Trotzdem ist es ein Unterschied, ob man seine Kraft dafür aufwendet, mehr Kuchen (für sich selbst) zu backen oder sich selbst ein größeres Stück vom bestehenden Kuchen (auf Kosten Anderer) zu sichern.

Das ist wie der Unterschied, ob ich (mit unterstellt gleichem Aufwand) 100 Euro Steuern spare (z.B. indem ich Belege sammele und an meine Steuererklärung dranhänge) oder Sprit im Wert von 100 Euro (z.B. indem ich mit dem Rad statt Auto zur Arbeit fahre, obwohl das länger dauert).

Im ersten Fall treibe ich den Aufwand, um ausschließlich eine andere Geldverteilung herzustellen. Im zweiten Fall bewirkt der Aufwand, dass von etwas Nützlichem (z.B. Benzin) mehr da ist (oder andere Leute weniger Aufwand mit der Förderung und Verarbeitung haben) und mit dafür der Gegenwert in Geld gehört (zumindest zur Hälfte, die andere Hälfte sind auch beim Sprit bloß gesparte Steuern...).