Hybrid-AntriebVW verpasst dem Jetta einen Doppelantrieb

VW bringt seinen US-Bestseller Jetta nun auch als Hybridfahrzeug auf den Markt. Er ist wohltuend leise, aber auch kraftvoll. Nur der Spritverbrauch überzeugt nicht ganz. von Marcel Sommer

VW Jetta Hybrid

VW Jetta Hybrid  |  © Hersteller

Noch vor dem Passat und weit vor dem Golf führt der Volkswagen Jetta die VW-Absatzliste in den USA an. Da wundert es nicht, dass VW gerade dort das Stufenheck-Kompaktmodell nun auch mit einem Hybridantrieb anbietet – zumal Diesel als Sparmöglichkeit gegenüber dem Benzinantrieb in den USA keine Rolle spielt. Deshalb kombiniert man lieber einen Benziner mit einem Elektromotor.

Für knapp 25.000 Dollar (19.400 Euro), ohne Mehrwertsteuer, liegt der Hybrid-Jetta fast auf dem Preisniveau des in Kalifornien sehr beliebten Toyota Prius – allerdings hat VW den Jetta abgespeckt und bietet zu diesem Preis nur die absolute Basisversion ohne Schnickschnack an. Volkswagen präsentiert das Teilelektromodell derzeit bis 9. Dezember auf der Los Angeles Auto Show.

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In Deutschland soll der Jetta Hybrid im März 2013 auf den Markt kommen. Allerdings wird hier wahrscheinlich zu Beginn nur eine Version mit edlerer Ausstattung angeboten. Für sie will VW etwa 30.000 Euro verlangen, also deutlich mehr als in den USA. Ein Grund für den recht hohen Preis ist auch die geringe Stückzahl.

Kraftvoller als der Prius

Schade eigentlich, denn die Fahrt in dem bis zu 210 Kilometer pro Stunde schnellen Hybriden macht richtig Spaß. Er räumt mit dem Vorurteil auf, teilelektrisch zu fahren sei eher etwas für Ältere. Fürs flotte Fahren sorgt ein Doppel aus einem 110 kW (150 PS) starken TSI-Turbobenziner und einem kleinen Elektromotor mit 20 kW (27 PS).

Bei Bedarf, also einem ordentlichen Gasfußeinsatz, verfügt der Jetta-Fahrer über eine Systemleistung von 125 kW (170 PS). Zum Vergleich: Der Prius bietet nur 136 PS. Die ordentliche Kraft spiegelt sich im Sprint des Jetta wieder: Um aus dem Stand auf 100 Kilometer pro Stunde zu kommen, braucht das Fahrzeug nicht einmal neun Sekunden. Und das, obwohl es wegen der Lithiumionen-Batterie etwa 100 Kilogramm schwerer ist als die herkömmliche Jetta-Ausführung.

Im Stadtverkehr wird diese Boostfunktion natürlich weniger abgerufen, sondern der Elektroantrieb bevorzugt. Auf Knopfdruck fährt der Jetta Hybrid sogar ausschließlich elektrisch. Im E-Modus können rund zwei Kilometer bis Tempo 70 fast lautlos zurückgelegt werden.

Der Elektromotor wird aus einer Lithiumionen-Batterie gespeist, die hinter der Rücksitzbank verstaut ist. Dadurch steht den Passagieren im Innenraum genauso viel Platz zur Verfügung wie im herkömmlichen Jetta – der Kofferraum ist allerdings mit 370 Litern kleiner. Die 60 Einzelzellen der Batterie mit je fünf Amperestunden ergeben eine Kapazität von 1,1 kWh.

Leserkommentare
    • Atan
    • 01. Dezember 2012 19:58 Uhr

    ist sehr wahrscheinlich wg. des gesamten Hybridantriebs 100kg schwerer als der Normal-Jetta, nicht allein wg. der Batterie. 100 kg für eine 1,1 kw/h-Stunden Li-Batterie wäre viel zu schwer. (Zum Vergleich: die 1,3 kw/h NiMH-Batterie des Prius II wiegt nur 39kg.)
    100kg mehr für die gesamte zusätzliche elektrische Antriebsanlage inkl. Batterie ist hingegen gar nicht so viel.

    Warum allerdings so ein Wagen in Europa wieder mal soviel teuerer als in den USA sein muss, verstehe wer will. Knapp 20.000 EUR für einen Hybrid wäre wohl für viele Autokäufer vorstellbar, aber 30.000 würde ich kaum für 2 Autos ausgeben.

  1. ist denn eine "Trennkupplung"?

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Sie trennt den Verbrennungsmotor vom Elektoantrieb um wie im Artikel erläutert den Schleppmoment des Motors zu eliminieren. Schleppmoment ist eher als "Motorbremse" bekannt...

  2. Die oben genannten Punkte sind mir bei diesem Artikel etwas zu kurz gekommen.

  3. Ein etwas leichterer, weil viel schwächerer Wagen spart im Effekt sehr viel mehr Benzin. Sowohl bei der Herstellung als auch im Gebrauch. Wenn sowas, dann schon lieber einen fetten SUV mit maximalem Verbrauch.

  4. Sie trennt den Verbrennungsmotor vom Elektoantrieb um wie im Artikel erläutert den Schleppmoment des Motors zu eliminieren. Schleppmoment ist eher als "Motorbremse" bekannt...

    Antwort auf "Was bitte.."
  5. "Fürs flotte Fahren sorgt ein Doppel aus einem 110 kW (150 PS) starken TSI-Turbobenziner und einem kleinen Elektromotor mit 20 kW (27 PS)."

    Greenpaece hat in seinem Golf Report errechnet, dass ein modifizierter Golf eine Leistung von ca. 66kW benötigt um von 0 auf 100Km/h in unter 11,5 Sekunden zu beschleunigen und eine Höchstgeschwindigkeit von 190km/h zu erreichen.

    Der hier vorgestellte Jetta hat mehr als die doppelte Leistung und kann daher in meinen Augen nicht als wirklicher Versuch gewertet werden, die Natur zu entlasten.

    Wer den außerst interessanten Report von Greenpaece lesen will findet ihn hier: http://www.greenpeace.de/...

    Vielleicht sollten Herr Winterkorn auch mal reinschauen.

    • Zack34
    • 02. Dezember 2012 11:20 Uhr
    • mgu1973
    • 02. Dezember 2012 11:53 Uhr

    ...offensichtlich nicht das erwarten kann, was angesichts der Lage des Planten zeitgemäß und sinnvoll wäre:
    ein bezahlbares Auto mit nicht mehr als 100 PS, was 4 Pers. mit Gepäck transportiert, und den vermaledeiten täglichen Weg zur Arbeit und zurück, was ja bei den meisten Leuten in diesem Land nicht mehr als 50 km ausmacht, REIN ELEKTRISCH bewältigt. WARUM scheint dies partout nicht möglich? 2 km rein elektrisch, was soll man damit?
    170 PS Gesamtleistung, was will man damit?
    Ist doch einfach vorbei am Thema.
    Das Ganze für 30.000 Euro, für mich mit Mittelfeldeinkommen nicht zur Debatte. + die Feinstaubemissionen der neuen TSI-Dreckschleudern. No thanks.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Volkswagen | Toyota | Elektroantrieb | Elektromotor | Gas | Hybrid
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