VW Jetta Hybrid © Hersteller

Noch vor dem Passat und weit vor dem Golf führt der Volkswagen Jetta die VW-Absatzliste in den USA an. Da wundert es nicht, dass VW gerade dort das Stufenheck-Kompaktmodell nun auch mit einem Hybridantrieb anbietet – zumal Diesel als Sparmöglichkeit gegenüber dem Benzinantrieb in den USA keine Rolle spielt. Deshalb kombiniert man lieber einen Benziner mit einem Elektromotor.

Für knapp 25.000 Dollar (19.400 Euro), ohne Mehrwertsteuer, liegt der Hybrid-Jetta fast auf dem Preisniveau des in Kalifornien sehr beliebten Toyota Prius – allerdings hat VW den Jetta abgespeckt und bietet zu diesem Preis nur die absolute Basisversion ohne Schnickschnack an. Volkswagen präsentiert das Teilelektromodell derzeit bis 9. Dezember auf der Los Angeles Auto Show.

In Deutschland soll der Jetta Hybrid im März 2013 auf den Markt kommen. Allerdings wird hier wahrscheinlich zu Beginn nur eine Version mit edlerer Ausstattung angeboten. Für sie will VW etwa 30.000 Euro verlangen, also deutlich mehr als in den USA. Ein Grund für den recht hohen Preis ist auch die geringe Stückzahl.

Kraftvoller als der Prius

Schade eigentlich, denn die Fahrt in dem bis zu 210 Kilometer pro Stunde schnellen Hybriden macht richtig Spaß. Er räumt mit dem Vorurteil auf, teilelektrisch zu fahren sei eher etwas für Ältere. Fürs flotte Fahren sorgt ein Doppel aus einem 110 kW (150 PS) starken TSI-Turbobenziner und einem kleinen Elektromotor mit 20 kW (27 PS).

Bei Bedarf, also einem ordentlichen Gasfußeinsatz, verfügt der Jetta-Fahrer über eine Systemleistung von 125 kW (170 PS). Zum Vergleich: Der Prius bietet nur 136 PS. Die ordentliche Kraft spiegelt sich im Sprint des Jetta wieder: Um aus dem Stand auf 100 Kilometer pro Stunde zu kommen, braucht das Fahrzeug nicht einmal neun Sekunden. Und das, obwohl es wegen der Lithiumionen-Batterie etwa 100 Kilogramm schwerer ist als die herkömmliche Jetta-Ausführung.

Im Stadtverkehr wird diese Boostfunktion natürlich weniger abgerufen, sondern der Elektroantrieb bevorzugt. Auf Knopfdruck fährt der Jetta Hybrid sogar ausschließlich elektrisch. Im E-Modus können rund zwei Kilometer bis Tempo 70 fast lautlos zurückgelegt werden.

Der Elektromotor wird aus einer Lithiumionen-Batterie gespeist, die hinter der Rücksitzbank verstaut ist. Dadurch steht den Passagieren im Innenraum genauso viel Platz zur Verfügung wie im herkömmlichen Jetta – der Kofferraum ist allerdings mit 370 Litern kleiner. Die 60 Einzelzellen der Batterie mit je fünf Amperestunden ergeben eine Kapazität von 1,1 kWh.