Elektroauto : Zweifel an E-Mobilität lassen BMW kalt

Die Elektromobilität hat an Schwung verloren. BMW zeigt sich unbeirrt und stellt – wie aus Trotz – schon einen Ableger des i3 vor, der noch nicht mal auf dem Markt ist.
BMW i3 Concept Coupé © Hersteller

Der Druck auf das Projekt i von BMW nimmt zu. Die Elektrowelle hat weltweit nicht nur an Schwung verloren, sie ist nach den mehr als mäßigen Erfolgen von Chevrolet Volt, Nissan Leaf und Opel Ampera kurz davor, vollends abzuebben. Audi stieg jüngst kurz vor dem Marktstart aus dem Projekt R8 e-tron aus , und auch der elektrifizierte Audi A2 steht auf dem Abstellgleis. Die Wirtschafts- und damit Automobilkrise bremst die Entwicklung.

Doch kaum ein Hersteller hat sich in der Etablierung der Elektromobilität derart weit aus dem Fenster gelehnt wie BMW. Schon früh wurde die i-Idee lautstark proklamiert. Das Thema Leichtbau und die Kooperation mit SGL Carbon hat man mehr als nötig mit dem wenig populären Elektroantrieb verwoben. Nun darf das Projekt i auf keinen Fall zum Rohrkrepierer werden.

Für Herbst 2013 hat BMW die Marktpremiere des Modells i3 angekündigt, mit reinem Elektroantrieb und wohl auch als Variante mit optionalem Range Extender. Im Frühjahr 2014 soll der Sportwagen i8 als leistungsstarker Plug-in-Hybrid folgen. Um zu unterstreichen, wie wichtig dem Hersteller seine Submarke i ist und dass man trotz vielfach bekundeter Zweifel nach wie vor zur E-Mobilität steht, hat BMW gerade in Kalifornien nachgelegt: Auf der am Sonntag endenden Automesse in Los Angeles zeigten die Bayern gleich mal den Coupé-Ableger des noch gar nicht gestarteten i3.

"Das Coupé ist für uns eine einmalige Gelegenheit, Premium und Nachhaltigkeit zu kombinieren", sagte BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk. Das Coupé, einen Hauch sportlicher positioniert, soll die Elektroidee auf breitere Füße stellen. Öko-Autofahren darf auch Spaß machen, das soll die Botschaft sein. Welcher Ort wäre dafür besser geeignet als Los Angeles? In den Hollywood Hills, wo Luxuskarossen Alltagsgut sind wie Burger und Kaugummis, feierte das i3 Concept Coupé daher seine sehenswerte Premiere.

Die entscheidende Info fehlt

Zweieinhalb Flugstunden Richtung Norden entstehen in Moses Lake mitten im US-Bundesstaat Washington zeitgleich die schwarzen Fäden, die für BMW nicht nur im Projekt i die Zukunft bedeuten. Aus der aufwändig gefertigten Karbonfaser wird über die Stationen Wackersdorf , Landshut und Leipzig die Fahrgastzelle aus karbonfaserverstärktem Kunststoff. Sie bildet ab Ende 2013 den Kern der futuristischen Mobile, die in den kommenden Jahren leise surrend die Innenstädte bevölkern sollen.

So überrascht es auch nicht, dass das Elektro-Kernmodell i3 kein Einzelgänger bleiben soll. Im Gespräch sind ein Van und ein kleiner Cityflitzer – und eben das Coupé, das an sich mehr ein schlichter Dreitürer ist. Etwas flacher und daher weniger hochbeinig präsentiert sich der 3,96 Meter lange Wagen allemal visionär. Markant sind neben Front und Heckansicht auch die schmal zulaufende Fensterlinie und die großen, aber spindeldünnen Räder.

Das sogenannte Drive-Modul besteht aus Aluminium, in ihn sind der Antrieb des i3 Concept Coupé, das Fahrwerk und der Energiespeicher integriert. Ein Elektromotor mit 125 kW (170 PS) Leistung und einem maximalen Drehmoment von 250 Nm treibt die Hinterachse an. Drei Fahrmodi stehen dem Nutzer zur Wahl und beeinflussen die bis zu 160 Kilometer Reichweite. Im puristischen Innenraum gibt es Platz für vier Personen, zwei große TFT-Displays für die Darstellung aller wichtigen Informationen und das iDrive-Bediensystem.

Das gerade in Los Angeles vorgestellte Auto soll zu 95 Prozent dem Serien-i3 entsprechen, verkünden die BMW-Vertreter. Allerdings wird der Wagen zunächst als Viertürer auf den Markt kommen. Zu welchem Preis? Da schweigen die Münchener weiter. Immerhin: An der Vorgabe von BMW-Chef Norbert Reithofer , der i3 solle günstiger sein als der 5er-BMW, wird nicht gerüttelt. Der 5er steht für knapp unter 40.000 Euro auf der Preisliste.

Kommentare

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Ökoecke

Das Ding steckt doch voll drin in der Ökoecke! Totaler Verzicht gepaart mit einem sehr eigenartigem Design.

3,96 m ist so lang wie mein alter Golf 2 es vor 20 Jahren war! Und dafür sollen 40.000,- €, also in damaliger Währung 80.000,- DM aufgerufen werden! Wahnsinn, dafür konnte man damals 4(!) Golfs kaufen!

Ich fürchte sehr, dass vom i3 nicht mehr Autos über dessen Produktlebenszyklus verkauft werden, als vom Lancia Thesis und das muß man erstmal hinbekommen.

Da ...

... dürften Sie recht haben.

Ich sehe dies analog zum Tesla Roadster, der technisch brauchbar, aber sicher kein Massenfahrzeug ist. Dieses Klientel kann höhere Preise nicht nur verkraften... diese Fahrzeuge sind Statussymbole.

Darüber hinaus kann BMW durch eine kalkuliert hochpreisige kleine E-Autoflotte gute Erfahrungswerte gewinnen und die Technologie weiter und preiswerter entwickeln. Wo so oft dürften dann die technischen Neuerungen von der Prmium-Klasse nach einigen Jahren nach unten durchgereicht werden.

Abgesehen davon sollte nicht vergessen werden, dass BMW wohl kaum Alternativen hat.

BWM hat seine Wasserstoff-Pläne praktisch begraben, hier führt Daimler/Mercedes das Feld an. Zwar halte ich nichts von H2 und Brennstoffzellen, aber allen dürfte klar sein, dass irgendein neues Antriebskonzept her muss. Nicht heute oder morgen, aber in 5 oder in 10 Jahren muss man als Hersteller etwas im Sortiment haben. Zudem könnten verschiedene interessante Regionen oder Märkte weitere harte Abgasnormen erlassen, z.B. wie in London City.

Genauso bedeutsam dürfte sein, dass BMW durch diese Fahrzeugreihe die Karbon-Technik marktfähig machen will. Diese Technik dürfte dann wohl kaum den E-Autos vorbehalten bleiben und kann das Portfolio von BMW deutlich aufwerten.

Haben Sie denn den Eindruck...

... das der Automarkt von überwiegend rationalen Entscheidungen geformt wird?

Die Kunden die diese Art Auto kaufen WOLLEN das es 4x so teuer wie der von Ihnen genannte Steinzeit-Golf ist.

Sonst könnte ihn sich ja jeder kaufen und durch die Wahl des Autos will man sich doch etwas vom Pöbel abgrenzen.

Ich weis gar nicht was Ihr Gezicke soll, BMW ist nunmal eine hochpreisige Premium-Marke.

Die Kunden, die ...

... derart viel Geld auf den Tisch legen können, wollen aber nicht in eine Sparkiste gezwängt werden, denn die können es sich auch leisten beispielweise einen fast 5 m langen 520d zu kaufen! Relativ sparsam, aber trotzdem ordentlich Platz. Die fahren auch dann noch, wenn der Polofahrer schon längst ausgepreist ist.

Oder haben Sie den Eindruck, dass der i-MiEV, der einen vergleichbaren Ansatz verfolgt, so der riesige Verkaufsschlager ist?

Man muß die Kunden, die schon Kompromisse bei der Reichweite in Kauf zu nehmen haben nicht auch noch unnötigerweise Kompromisse bei der Optik und beim Platzangebot aufzwängen.

Die wehren sich nämlich und verweigern schlicht den Kauf.

BMW geht ein hohes Risiko mit dieser Strategie ein und ich hoffe es lohnt sich, aber ich habe große Zweifel daran.

Es ist meines Erachtens ein großer Fehler der Hersteller, die Kunden der E-Autos optisch bloß zu stellen und von den Kunden der herkömmlichen Verbrenner segregieren zu wollen!

Sie vielleicht, aber ...

... aber die Masse der gutbetuchten Autokäufer sieht das völlig anders.

Schauen Sie sich doch mal an, was in den Städten so alles rumfährt.

Und fürs Parken spielt es eh nur eine untergeordnete Rolle. Die Parkplätze sind eh alle für große Autos ausgelegt. In seltenen Fällen ist mal eine Parklücke am Straßenrand zu klein. Ich kann Ihnen aber aus langjähriger Erfahrung mit großen Autos sagen, dass die 75 cm Länge im Vergleich zu den Einparkfähigkeiten des Fahrers von untergeordneter Bedeutung sind.

Kaufkraftvergleich

Antwort auf Hummingbird

3. Ökoecke

"... Und dafür sollen 40.000,- €, also in damaliger Währung 80.000,- DM aufgerufen werden! Wahnsinn, dafür konnte man damals 4(!) Golfs kaufen!

..."

Die 40000€ heute hatten sicherlich nicht die Kaufkraft von damals (vor 20 Jahren).
Laut http://www.lindcom.de/Lin... wäre die damalige Kaufkraft in DM umgerechnet knapp 54.000 DM damals. Dafür hätte man ca. 1,4 ähnlich gut motorisierte Golf II GTI G60 bekommen.

Viel zu klein!

Baut einen 3er oder 5er mit E-Antrieb, von mir auch in Carbon, wenn es denn unbedingt sein muß, aber das Ding hier ist viel zu klein.

Der Renault Fluence Z.E. ist 4,76m lang, braucht um die 16-18 kWh pro 100 km und kostet ca. 25.000,- € plus Batteriemiete (80,- €/Monat bei 10.000 km/Jahr).

Der Fluence ist eher ein einfaches Auto. Also dürfte ein vergleichbarer BMW 40.000,- € statt 25.000,- € kosten. Aber bitte ordentlich groß, denn so doll ist die Energieersparnis durch den Leichtbau nicht.

Das Ding ist kein Flugzeug bei dem die Masse über den induzierten Widerstand in den Luftwiderstand eingeht! Sie wirkt sich beim Auto lediglich auf die Trägheitskräfte aus und deren Einfluß wiederum kann man dadurch mindern, dass man länger ausrollen läßt und mit Rekuperation bremst. Der Leichtbau beim Auto wird maßlos überschätzt!

Nur über die Trägheitskräfte?

Also ich sehe in der Gleichung für Widerstand durch Reibung:

Fr = µ*m*g (für Fahrt auf waagerechter Straße) ein "m". Und das "m" steht für Masse. Außerdem entstehen die Trägheitskräfte bei allen Beschleunigungen, also auch bei der Zunahme von Geschwindigkeit.

Leichtbau ist eine Grundlage für effiziente Mobilität. Ein Blick in die Natur zeigt, dass die Evolution das auch so sieht.

Und wieviel Prozent macht das aus?

"Fr = µ*m*g (für Fahrt auf waagerechter Straße) ein "m". Und das "m" steht für Masse. Außerdem entstehen die Trägheitskräfte bei allen Beschleunigungen, also auch bei der Zunahme von Geschwindigkeit."

Ein auf sehr geringen Rollwiderstand getrimmter PKW mit "gutem" CwA-Wert dürfte bei ca. 60km/h seinen Gleichstand für Roll- und Luftwiderstand haben.
D.h., dass bei konstant 60 eine Gewichtsreduktion von 10% eine um 5% geringere Leistung erfordert.
Unterhalb von 60 erhöht sich die Leistungseinsparung, oberhalb wird sie geringer.

Bei Beschleunigung (auch konst. Bergauffahren ist Beschleunigung) fliesst beim E-Mobil durch anschliessende Rekuperation ein Gewichtsunterschied lediglich zu den Verlustleistungsanteilen ein, also max. um 20%.
10% weniger Gewicht, 2% weniger Leistungsbedarf..

Es ist also in jedem Fall die Frage zu stellen, welche Kosten es wert sind, eine Gewichtsreduktion beim E-Mobil zu erreichen.

Sand im Lager?

Schauen Sie sich doch bitte mal an, welchen Einfluß die Masse auf der Widerstand von Flugzeugen hat und vergleichen den doch bitte mal dem Einfluß Ihrer hoffentlich gut geschmierten Lager.

Eisenbahnwagen, denen es nun wirklich nicht an Masse fehlt, können beispielsweise in ungünstigen Fällen auf ebener Strecke durch den Wind bewegt werden. Beim Auto sieht es ein wenig schlechter aus, als beim Eisenbahnwagen, Reifen walkt und so, aber ein kein Vergleich zum Einfluß der Masse beim Flugzeug.

Und dann mal überlegen, wo es hier Sinn macht mit wieviel Aufwand welche Einsparungen zu erreichen. Carboneinsatz beim Flugzeug vs. Carboneinsatz beim Auto.

Vergleichen Sie auch mal ein Sparmobil wie den i-MiEV mit dem Fluence: www.spritmonitor.de Und bedenken, dabei bitte noch, dass dessen Stirnfläche wesentlichen kleiner ist.

Es macht den Kohl nicht sonderlich fett!

Wenn ich ein Auto habe, dann möchte ich, dass dort 4 Mann sehr bequem mit ordentlich Gepäck fahren können, ansonsten kann ich gleich den Bus nehmen, wenn ich sparen möchte.

Stichwort Audi A2

Baut ihn einfach. Er verbrauchte 2,99 L / 100 km. Und wenn man das heutige Know-How nimmt dann kann man das sicher auf 2,5 L drücken.

Das Wunderwerk der Technik, es war bereits da. Es war genauso teuer wie ein Prius Hybrid, es war sparsamer, er war schöner, und eine energieintensive Aluminiumkarrosserie lässt sich leichter einschmelzen als ein Energieintensiver Akku wiederverwerten (vermute ich).

Und spätestens jetzt, weiß jeder das ein Audi A2 unkaputtbar ist. Die paar Dinger die damals verkauft wurden, fahren heute immer noch.

Das ist der Punkt!

"Die paar Dinger die damals verkauft wurden, fahren heute immer noch."

Es nützt nichts, wenn die Dinger nicht gekauft werden. Der alte A2 ist im Vergleich zu den Millionen Autos, die die dt. Automobilindustrie jährlich ausstößt in verschwindend geringen Stückzahlen gekauft werden. Der 3L Lupo ebenfalls.

Und für die Masse der Leute gibt es eine beinharte Preisgrenze, welche bei etwa 20.000 bis 25.000 Euro liegt.

Mogel Packung

Hybrid:Lithium. Teure Batterien müssen gewechselt werden, Raubbau in Afrika.

Strom Tankstelle: Keine Infrastruktur.
Reichweite: Lächerlich.

Was gut geht ist das E-Bike (sehr beliebt auf der Alpen Südseite, auch ein Faktor im Tourismus)

Was wohl bald kommt ist eine E-Vespa

(wenn Berlusconi >nicht wieder< gewählt wird)