ElektroautosGefangen im Hype-Zyklus
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Auf dem Weg ins Museum?

Die im Vergleich zu Deutschland höheren Zahlen lassen sich nicht aus der ungefähr viermal größeren Bevölkerung erklären. Es ist Spekulation, aber die undogmatische Risikobereitschaft der US-Amerikaner in Verbindung mit einer generellen Offenheit fürs elektrische Fahren könnten hier zu Buche schlagen – hier haben Hunderttausende von Hybrid-Toyotas Pionierarbeit geleistet. Der Diesel bleibt in der Nebenrolle. Hinzu kommt: Begeisternde Projekte wie das Tesla Model S stammen aus heimischer Produktion.

In Deutschland beherrschen dagegen die Skeptiker die veröffentlichte Meinung. Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer etwa glaubt , dass die deutschen Autohersteller drei Viertel der Investitionen von bisher fünf Milliarden Euro abschreiben können und dass das Elektroauto auf dem besten Weg ins Museum sei.

Abgesehen davon, dass die Gewinnentwicklung der Autohersteller trotzdem nicht ruinös ist, wird die Rechnung für BMW und den Volkswagen-Konzern frühestens 2014 aufgemacht. Dann erst werden die Neuvorstellungen aus der BMW i-Reihe sowie die blue-e-motion-Modelle von VW tatsächlich beim Kunden sein. Es kann momentan keine Rede davon sein, dass sich Elektroautos deutscher Marken bei den Händlern die Reifen platt stehen.

Sachargumente fürs Fahren mit Strom bleiben

Wesentlich zuversichtlicher als Dudenhöffer ist die Beratungsfirma McKinsey . Zwar ist die Analyse der weltweiten Absatzzahlen schonungslos und offenbart die Nutzlosigkeit von Verkaufsprämien wie in Frankreich . Gleichzeitig aber nennt McKinsey zwei Sachargumente, die weiter dafür sprechen, dass in Zukunft neben anderen Antriebsarten elektrisch gefahren wird.

Da ist zum einen China . Sollte den Chinesen einfallen, einen Lebensstil wie wir zu entwickeln, bräuchten sie jeden Tag mehr Rohöl als alle anderen Nationen zusammen. Als zweites Argument führt McKinsey die Betrachtung der Gesamtkosten eines Autos an, in Fachkreisen total cost of ownership oder kurz TCO genannt. Im Zusammenspiel mit Skaleneffekten bei den Batteriekosten werden Plug-in-Hybride zwischen 2014 und 2017 genauso teuer sein wie Konkurrenzfahrzeuge mit Verbrennungsmotor, prognostizieren die Unternehmensberater. Sprich: Danach ist das Auto mit Ladestecker billiger.

Aber wahrscheinlich geht es gar nicht nur ums Geld. Das zeigt das Beispiel iPhone: Es ist teurer als die Konkurrenz und wird gekauft. Wer einmal in einem Auto mit Elektromotor gefahren ist, spürt den Mehrwert: So komfortabel fährt sonst nichts. Und Gefühle sind beim Kauf eines Autos mindestens so wichtig wie beim Mobiltelefon. Sonst würden alle Dacia Sandero fahren.

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Leserkommentare
  1. 1. grrrrr

    Deutschland ist wahnsinng kompliziert, verklemmt und verkopft. Es hat keine Gegschwindigkeits Begrenzung wie das Rest Europa. In einem SPON Beitrag zum Prius, gab es: meine Reisegschwindigkeit ist 170 bis 180 Km/h. Mein Auto gibt mir einen fetten Auftritt. Ich kann mit xx einen Golf abledern. Was soll das, bei 165 abgeregelt, das ist ein rollendes Verkehrs Hindernis !! Es ist aber noch besser. Importiere ich mir einen US muscle car oder einen Pickup, (viel Auto fuers Geld) unterstellt man mir eine einfache geistige Haltung oder gleich Zuhaelter oder Horizontale zu sein. Das ist einzig und existiert in US nicht. Nichtmal France oder UK. In Deutschland ist Vmax Die Freiheit.

    Eine Leserempfehlung
  2. Das Elektroauto wird nie attraktiver sein wie ein Benziner oder Diesel jetzt. Das ist die simple Wahrheit. Das heißt nicht dass Elektroauto keine Zukunft hat. Denn die Benziner oder Diesel werden ja unattraktiver werden. Elektroautos werden vielleicht etwas besser, aber die Preise für die Rohstoffe werden dann auch steigen. Am Ende wird sich ein Gleichgewicht bilden. Und ich bezweifle massiv das dieses Gleichgewicht für den Nachfrager vom MIV ein attraktiveres ist, als dass was es momentan gibt.

    • Plupps
    • 27. Dezember 2012 17:25 Uhr

    mit fossiler Energie ist gewiss programmiert. Fragt sich nur, ab das Batterieauto ihn beerbt. Das ist ja in der Tat offen. Dummerweise wird das meistens vermengt. Je mehr sich der Durchbruch des E-Autos verzögert, umso mehr Chancen haben andere Techniken.

    Im Moment sieht man ja klar die Lücke. Am besten geht bei Privatkunden der Twizy. Das ist ein Spassfahrzeug, dass die meisten Eigner bei schlechtem Wetter einfach stehen lassen

    Der Vergleich mit dem iPhone und anderen Apple-Produkten hinkt. Applegeräte mögen nicht immer die absoluten Leistungsboliden sein, sie schwimmen aber immer ganz vorn bei der Leistung mit. Und sie haben einen unglaublichen Markenkult erzeugt - beides kann ich bei eAutos nicht erkennen.
    Und der Preisaufschlag beim einem kultigen Telefon von etwa 200 Euro ist doch etwas anderes als die Preissprünge bei Neuwagen

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    Es ist richtig, die eigentliche Dynamik bei E-Auto begründet sich daraus, dass Fossile Treibstoffe knapp werden.

    Mittelfristig konkurrieren aber dann doch mehrere Technologien miteinander. Die wichtigsten: Brennstoffzelle, Batterieauto und Verbrenner mit regenerativ erzeugten chemischen Kraftstoffen ("Windgas", BTLgen3, Butanol, Algendiesel, H2...).

    Das einzige was klar ist, dass das E-Auto von den Kraftstoffkosten her alle schlägt und immer schlagen wird, dafür hat es bei Reichweite und Fahrleistungen keine Chance und wird sie wohl nie haben. (Quelle: Einführungsvorlesung Fahrzeugtechnik) Wer gewinnt? Milliarden stecken überall drin.

    • kausz
    • 27. Dezember 2012 18:19 Uhr

    T1:

    Die Aussage von Herrn Dudenhöffer war: "„Wenn sich an der jetzigen Situation nichts ändert, ist das Elektroauto auf dem besten Weg ins Museum.“
    Er hat nicht gesagt das Elektrofahrzeug ist schot tot. Nichtsdestotrotz sollten wir die Aussagen des Autoprofessors vorsichtig betrachten.

    Der Renault Twizy wird bei jedem Wetter gefahren. Idealismus gehört dazu. Das Fahrzeug hat nach 6 Monaten einen Kilometerstand von fast 8000 km. Der Verbrauch liegt bei ca 9 kWh/100 km. Kaputtgehen kann wenig. Die Kosten für die Batteriemiete lassen sich gegen die Werkstattkosten zumindest teilweise aufrechnen. Der Stromverbrauch liegt unter 1500 kWh pro Jahr. Mit 3 Solarpanels ist das Fahrzeug (nahezu wg Pufferung) Energieautark.

    Wer etwas mehr komfort will sollte sich die sparsamen E-Fahrzeuge von Peugeot anschauen. Bei 12 oder 14 kWh/100km liegen die Energiekosten immern noch unter 3,50 Euro/100km.

    Schauen wir auf BMW. Ein langfristig denkender familiärer Investor Quandt/Klatten könnte genau zum richtigen Zeitpunkt kommen.

    Verbrecherische Regime wie Assad in Syrien bekommen kein Geld. Das ist eine große Genugtuung.

  3. Es ist richtig, die eigentliche Dynamik bei E-Auto begründet sich daraus, dass Fossile Treibstoffe knapp werden.

    Mittelfristig konkurrieren aber dann doch mehrere Technologien miteinander. Die wichtigsten: Brennstoffzelle, Batterieauto und Verbrenner mit regenerativ erzeugten chemischen Kraftstoffen ("Windgas", BTLgen3, Butanol, Algendiesel, H2...).

    Das einzige was klar ist, dass das E-Auto von den Kraftstoffkosten her alle schlägt und immer schlagen wird, dafür hat es bei Reichweite und Fahrleistungen keine Chance und wird sie wohl nie haben. (Quelle: Einführungsvorlesung Fahrzeugtechnik) Wer gewinnt? Milliarden stecken überall drin.

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    "Das einzige was klar ist, dass das E-Auto von den Kraftstoffkosten her alle schlägt und immer schlagen wird, dafür hat es bei Reichweite und Fahrleistungen keine Chance und wird sie wohl nie haben."

    Wenn man allein betrachtet was die Rohstoffe und die Produktion von Akkus kosten, dann ist das gar nicht klar. Die Fortschritte in der Akkutechnik gab es zwar in der Vergangenheit, ABER sie unterliegen nicht dem Mooresches "Gesetz" - also können die auch mal stottern. Auch ob der Verschleiß in den Griff zu bekommen sein wird ist unklar. Hier wären mal Analysen von Tesla Roadster interessant, der fährt ja schon eine weile. Wenn die Autoakkus so schnell schlapp machen wie andere Akkus, dann ist der Spaß unbezahlbar.

    Vielleicht sind die Akku-Elektroautos auch nur der Stirlingmotor der "Post-Naturpetroautos"

    <em>Das einzige was klar ist, dass das E-Auto [...] hat es bei Reichweite und Fahrleistungen keine Chance und wird sie wohl nie haben. (Quelle: Einführungsvorlesung Fahrzeugtechnik)</em>

    Oha. Sowas hört man bei Ihnen aus Professorenmund?

    Über zukünftige Reichweiten mag man ja noch streiten, denn Technologien wie eine Lithium-Luft Batterie stecken noch im Laborstadium und Brennstoffzellen scheinen irgendwie auch (noch) nicht das Gelbe vom Ei zu sein.

    Doch bei den Fahrleistungen irrt der Herr Professor ganz sicher. Die Leistung von Elektromotoren ist beliebig nach oben skalierbar, da können sie 10, 100 oder 5000 PS einbauen.

    • kausz
    • 27. Dezember 2012 18:19 Uhr

    T1:

    Die Aussage von Herrn Dudenhöffer war: "„Wenn sich an der jetzigen Situation nichts ändert, ist das Elektroauto auf dem besten Weg ins Museum.“
    Er hat nicht gesagt das Elektrofahrzeug ist schot tot. Nichtsdestotrotz sollten wir die Aussagen des Autoprofessors vorsichtig betrachten.

    Der Renault Twizy wird bei jedem Wetter gefahren. Idealismus gehört dazu. Das Fahrzeug hat nach 6 Monaten einen Kilometerstand von fast 8000 km. Der Verbrauch liegt bei ca 9 kWh/100 km. Kaputtgehen kann wenig. Die Kosten für die Batteriemiete lassen sich gegen die Werkstattkosten zumindest teilweise aufrechnen. Der Stromverbrauch liegt unter 1500 kWh pro Jahr. Mit 3 Solarpanels ist das Fahrzeug (nahezu wg Pufferung) Energieautark.

    Wer etwas mehr komfort will sollte sich die sparsamen E-Fahrzeuge von Peugeot anschauen. Bei 12 oder 14 kWh/100km liegen die Energiekosten immern noch unter 3,50 Euro/100km.

    Schauen wir auf BMW. Ein langfristig denkender familiärer Investor Quandt/Klatten könnte genau zum richtigen Zeitpunkt kommen.

    Verbrecherische Regime wie Assad in Syrien bekommen kein Geld. Das ist eine große Genugtuung.

    • kausz
    • 27. Dezember 2012 18:20 Uhr

    T2:
    Der Vergleich zum iPhone. Der Markt war reif. Die Infrastruktur war vorhanden. Wäre das iPhone 3 Jahre früher gekommen hätte es genauso eingeschlagen. Wäre es nicht gekommen dann hätte alles wohl 3-5 Jahre länger gedauert.

    Die Infrastruktur für das E-Fahrzeug ist noch nicht gut aber ausreichend. Eine Ladedauer bei den Fahrzeugen von 20-30 Minuten ist kein Argument gegen ein E-Fahrzeug.

    • RGFG
    • 27. Dezember 2012 20:27 Uhr

    Andere warten (noch) ab. Aber allen ist klar, dass die Elektroautos kommen müssen und werden. Die Frage wird tatsächlich sein, ob sich z.B. BMW wird wirklich einen Vorsprung bei Elektromobilität wird herausarbeiten können, der auch auf dem Markt ein paar Jahre hält, oder ob die abwartende Haltung von VW und Audi schlauer ist (...die vermutlich davon ausgehen, dass sie mit dann ausgereifterer Technologie schnell aufholen können werden).

    Spannend ist es allemal. Weniger spannend ist es, wieder mal mitzuerleben, dass sich Öffentlichkeit und Presse mit langfristigen Entwicklungs- und Vorbereitungszyklen schwertun. Kaum passiert ein paar Monate nichts Aufregendes, schon wird eine Krise herbeifabuliert, oder das Ende von etwas, das noch gar nicht richtig angefangen hatte.

  4. "Das einzige was klar ist, dass das E-Auto von den Kraftstoffkosten her alle schlägt und immer schlagen wird, dafür hat es bei Reichweite und Fahrleistungen keine Chance und wird sie wohl nie haben."

    Wenn man allein betrachtet was die Rohstoffe und die Produktion von Akkus kosten, dann ist das gar nicht klar. Die Fortschritte in der Akkutechnik gab es zwar in der Vergangenheit, ABER sie unterliegen nicht dem Mooresches "Gesetz" - also können die auch mal stottern. Auch ob der Verschleiß in den Griff zu bekommen sein wird ist unklar. Hier wären mal Analysen von Tesla Roadster interessant, der fährt ja schon eine weile. Wenn die Autoakkus so schnell schlapp machen wie andere Akkus, dann ist der Spaß unbezahlbar.

    Vielleicht sind die Akku-Elektroautos auch nur der Stirlingmotor der "Post-Naturpetroautos"

    Antwort auf "kleiner Zusatz"
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    <em>Hier wären mal Analysen von Tesla Roadster interessant, der fährt ja schon eine weile.</em>
    http://www.spiegel.de/auto/aktuell/200-000-kilometer-mit-dem-elektroauto...

    Repräsentativ für "die" Elektroautos ist das aber nicht, denn nur der Tesla Roadster verwendet 18650-LiCo-Standardzellen.
    Andere Hersteller verwenden LiFe[Y]PO4, LiMn, LiMgFe, ... mit unterschiedlichen Elektrolyten und Elektrodenbeschichtungen.

    Von einem Fahrzeug läßt sich also kaum auf ein anderes schließen, genau so wenig wie von Laptops/Handys auf E-Auto-Akkus obwohl das technikferne Auspuffliebhaber immer gerne machen.

    Langfristige Analyse werden auch durch die schnellen Fortschritte in der Akkuentwicklung verhindert.
    Ich kann z.B. bestätigen, dass bei einem Satz LiCo-Akkus der allerersten Serie des chin. Herstellers ThunderSky von 2004 sich inzwischen, nach über 80tkm, der Innenwiderstand merklich erhöht hat.
    Das interessiert nur kaum noch jemand, denn diese Akkus werden seit 2007 nicht mehr produziert.

    Wer also warten will, bis es mit mit irgendeinem Akku zehnjährige Praxiserfahrungen gibt, findet genau diesen Typ dann höchstens noch im Museum.

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