KompaktklasseWie sich die Golf-Rivalen schlagen
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Neu gewachsene Konkurrenz aus Fernost

Wie der neue Golf basiert der A3 auf dem im Volkswagen-Konzern entwickelten Prinzip des Modularen Querbaukastens (MQB). Dieser bringt neben einem Gewichtsverlust auch bessere Fahrleistungen. Der Dritte im MQB-Bunde ist der neue Seat Leon . Der kompakte Spanier ist dynamischer gezeichnet als der Golf und soll die kränkelnde VW-Tochter wieder in die schwarzen Zahlen führen.

Der Leon übernimmt den modernen Grundaufbau des Golf. Dazu zählt auch das neue Fahrwerk, das deutlich souveräner auf Unebenheiten reagiert als bislang. Der Leon ist erst seit ein paar Tagen auf dem Markt und kostet mindestens 15.390 Euro, aber wie beim VW-Konzern üblich, ist die Aufpreisliste nicht gerade kurz.

Neben der VW-internen Golf-Konkurrenz gibt es noch drei weitere Kompaktmodelle, die mehr als eine kurze Erwähnung wert sind. Der Ford Focus fand in diesem Jahr bis Ende November 44.653 neue Halter, ist also weit mehr als ein Außenseiter. Mit einem Basispreis von 16.450 Euro ist er schließlich auch durchaus erschwinglich. Wer etwas mehr investiert, bekommt den Wagen mit dem neuen Ecoboost-Motor. Er liefert aus drei Zylindern mit einem Liter Hubraum 125 PS. Die ausgewiesene Stärke des Focus ist das gute Fahrwerk. Der Aufbau der Bedienung im Cockpit könnte aber etwas mehr Struktur vertragen.

Koreaner ohne Scheppern

Ganz genau schaut das VW-Management aber nach Korea. Der Hyundai-Kia-Konzern ist als neuer großer Rivale neben Toyota längst ausgemacht. Dass sich der Zweikampf zwischen den Wolfsburgern und den Japanern um den Titel "Größter Autokonzern der Welt" mittlerweile zu einem Dreikampf entwickelt hat, ist bekannt.

Der Hyundai i30 hat durch VW-Chef Martin Winterkorn auf der IAA 2011 ja schon den Ritterschlag bekommen: "BMW kann's nicht, wir können's nicht – warum kann's der?" , fragte Winterkorn, in einem i30 sitzend, den VW-Chefdesigner Klaus Bischoff und meinte das fehlende Scheppern beim Verstellen des Lenkrads. Die Newcomer aus Korea überzeugen durch eine gute Ausstattung zu einem fairen Preis (ab 15.990 Euro) und einer Fünfjahres-Garantie. Bei den Motoren müssen die Koreaner noch etwas nachschärfen.

25.623 Käufer haben sich in den ersten elf Monaten 2012 für den i30 entschieden. Der Konzernbruder Kia cee'd gilt ebenfalls als gute Alternative zum Golf, schaffte im gleichen Zeitraum aber nur 12.782 Zulassungen – trotz des um 1.500 Euro niedrigeren Preises.

Alles in allem: Es müsste keine ausgemachte Sache sein, im Kompaktsegment einfach nach dem VW Golf zu greifen. Die Wettbewerber bieten sehr wohl Alternativen an, die gut mit dem Wolfsburger Modell mithalten. Doch der Markt spricht eine andere Sprache – dort wird auch 2013 der Golf wohl die Konkurrenz mühelos abhängen.

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Leserkommentare
  1. So lange die deutsche Qualitäts(?)presse weiterhin den Golf in den 7. Himmel lobt und (vor allem ausländische) Konkurrenten mit Argusaugen nach Mängeln und Mängelchen absucht wird sich an den Verkaufszahlen nicht viel ändern.

    Das meistverkaufte Auto und das beste Auto sind aber weiterhin 2 Paar Schuhe...

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    • scoty
    • 30. Dezember 2012 7:08 Uhr

    ich denke das meißt verkaufte und beliebteste Mobilität auf diesem Planeten sind " ein paar Schuhe " für den Menschen.

    Und wenn ein VW Chef ein Hyundai lobt so zeigt dies das die deutschen Hersteller noch viel zu arbeiten haben.

    http://www.autobild.de/ar...

  2. ...Klassenprimus, Maß der Dinge....
    wirklich zum einschlafen. Der Golf hat doch nur seinen Ruf als Verkaufsargument, subventioniert von Medien die sich dafür vermutlich nicht mal mehr bezahlen lassen. Die Preisgestaltung, Ausstattungen etc. das stinkt doch geradezu.

    Und die Konkurrenz? : "Da scheppert nix"

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    • 29C3
    • 29. Dezember 2012 23:43 Uhr

    Haben Sie persönlich in den betroffenen Fahrzeugen die Lenksäulenverstellung getestet?

    • spamme
    • 29. Dezember 2012 18:53 Uhr

    Wie, was, wo? Ah, Press-inform hat wieder zugeschlagen und eine weitere Lobhudelei auf VAG in die Welt posaunt ... oh, wundert es einen am Ende noch, dass der Golf am Ende eines jeden "Berichts/Tests" immer "das Beste" sein soll? Wie war das noch ... "wess Brot ich ess, dess Lied ich sing" ...

    Oh, wow, die anderen "könnten mithalten". Grenzt das nicht schon an Vertragsbruch mit dem Press-inform-Werbepartner?

    Aber im Ernst, die Unterschiede in der Kompaktwagenklasse sind heute so marginal, dass eine Kaufentscheidung nur noch von persönlichen Geschmack und Präferenzen abhängt. Da hilft VW auch nicht, dass sie so bescheidene Werbung machen ...

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    Wegen so einer kritischen Unterstellung, an der was ist, bin ich hier schon mal aus dem Forum geflogen!

    • heian07
    • 29. Dezember 2012 19:24 Uhr

    In dem Artikel fehlt für einen Freund französischer Autos die Darstellung der Konkurrenzmodelle unserer französischen Freunde (z. B. Citroen C4, Peugeout 308) und auch noch einige andere Marken. Da hätte man mal die Zulassungsstatistiken bemühen können.
    Der Golf wird in Deutschland auch noch über den grünen Klee gelobt werden, wenn ihn andere technisch und preislich längst überrundet haben.

    3 Leserempfehlungen
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    Die Franzosen waren mmal sehr gut. Citroen war göttlich. Peugeot war der frz. Medrcedes. Das ist lange her. PSA krebst am Boden un hat kein Geld mehr für Innovationen. Renault hat unter Leitung des kleinen Napoleon-Remakes Gohsn ca. 4 Mrd. Euro für Elektro-Karren verzockt. Also: Von da kommt nicht mehr viel außer Motoren für Mercedes oder Plattformen für Opel!

  3. und heißt Seat Leon. Der Preis und die Übersicht sind besser, bei ähnlicher Qualität.

    Der Astra könnte vielleicht auch noch mithalten, wenn er nicht so fett wäre und immerhin 200Kg mehr mitschleppen würde. Da können die Motoren noch so gut sein, bei 200Kg mehr merkt man einen Unterschied und der ist nicht klein.

    Dem Focus fehlt es leider an der Qualität in Cockpit. Zu viele Knöpfe, winziges Display, wenig überzeugendes Plastik. Sonst wäre er mit seinem 1.0Ecoboost und dem guten Fahrwerk sicher ein starker Gegner( Weltweit ist er sogar, soweit ich weiß, der mit den höheren Verkaufszahlen als "unser" Golf)

    Bei den französischen Autos dieser Klasse sehe ich den C4 relativ weit vorne, aber genauso wie bei den asiatischen kenne ich mich mit ihnen eigentlich zu wenig aus um ein Urteil abzugeben.

    • Flari
    • 29. Dezember 2012 22:12 Uhr

    ..interessiert mich am meisten, wie gross die Kopf- und Beinfreiheit auf den hinteren Sitzen ist.
    Nicht, dass eine attraktive Tramperin hinten einsteigen möchte.. :-))

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  4. 7. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jz

    • 29C3
    • 29. Dezember 2012 23:43 Uhr

    Haben Sie persönlich in den betroffenen Fahrzeugen die Lenksäulenverstellung getestet?

    Antwort auf "ermüdend..."
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    nein habe ich nicht, aber zitieren wird noch erlaubt sein finde ich.

    • 29C3
    • 30. Dezember 2012 17:55 Uhr

    Bitte beachten Sie Ihren Ton. Danke, die Redaktion/mo.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte BMW | Martin Winterkorn | Audi | Ford | Toyota | Volkswagen
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