Straßenverkehr : "Jeder Radfahrer muss ab und zu kampfradeln"

Jens Siemering und Mehmed Dechert gestehen: Wir sind Kampfradler. Die einseitig auf Autos ausgerichtete Verkehrspolitik zwinge sie dazu, sagen sie im Interview.

"Ein Herz für Kampfradler_innen" fordert eine Initiative von Radfahrern, die selbstbewusst bekennen: "Ja, wir sind Kampfradler." Im Internet rufen sie dazu auf , ihnen zu folgen und ebenfalls bewusst Verkehrsregeln zu missachten. Mehr als 350 Unterstützer haben den Online-Aufruf inzwischen unterzeichnet. Mehmed Dechert und Jens Siemering gehören zu den zehn Initiatoren.

ZEIT ONLINE: Herr Siemering, Herr Dechert, Sie bezeichnen sich selbst als "Kampfradler". Wen wollen Sie damit provozieren – Verkehrsminister Peter Ramsauer oder die Autofahrer?

Jens Siemering: Zuerst hat Herr Ramsauer ja uns provoziert; wir reagieren nur darauf. Ramsauer sprach von einer "Verrohung der Kampfradler" , der man Einhalt gebieten müsse. Wir haben uns über diese Äußerung geärgert, weil sie klarmacht, dass die Verkehrspolitik gegen die Radfahrer ausgerichtet ist. Für uns Radfahrer ist jeder Tag auf der Straße ein Kampf. Nur: Wir haben ihn nicht angefangen. Es ging uns nicht darum, den Autofahrern im Alltag den Krieg zu erklären. Aber solange die Politik nichts für Radfahrer tut, rufen wir dazu auf, sich kampfradlerisch zu verhalten.

ZEIT ONLINE: Was heißt das?

Mehmed Dechert: Kampfradeln bedeutet, bewusst Verkehrsregeln zu missachten, wenn es unmöglich oder untragbar ist, sich in einer bestimmten Situation an sie zu halten.

ZEIT ONLINE: Ein Beispiel?

Siemering: Wenn ein Auto auf dem Radweg parkt, kann ich entweder auf die Straße ausweichen oder auf den Fußweg. Beides ist verboten. Es bleibt einem also gar nichts anderes übrig, als gegen die Regel zu verstoßen. Im Grunde muss also jeder Radfahrer ab und zu mal kampfradeln. Wir rufen dazu auf, dann selbstbewusst auf die Straße zu wechseln.

Dechert: Kampfradeln heißt aber auch, seine Rolle als Radler bewusst und offensiv anzunehmen. Wir sagen nicht: "Bitte, bitte, lieber Ramsauer, bau doch mal einen neuen Radweg". Wir wollen keine Bittsteller sein, sondern auf Augenhöhe als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden.

ZEIT ONLINE: Sie kritisieren, dass viele Autofahrer nach dem Prinzip "Freie Fahrt für freie Bürger" unterwegs sind. Aber im Grunde fordern Sie für sich das gleiche. Ist es sinnvoll, sich für mehr Rücksichtnahme einzusetzen, indem man selber auch keine Rücksicht mehr nimmt?

Siemering: Das stimmt nicht. Wir nehmen Rücksicht, nämlich auf die Fußgänger. Sie sind schwächer als wir, ich darf sie deshalb nicht in Gefahr bringen. Doch genauso dürfen wir erwarten, dass die Autofahrer auf uns Rücksicht nehmen – und viele tun das nicht. Die Statistik zeigt: An Unfällen zwischen Auto- und Radfahrern ist meist der Autofahrer schuld. Es ist nicht der Radfahrer, der den Autofahrer böse verletzt. Also ist klar, wer hier auf wen Rücksicht zu nehmen hat.

ZEIT ONLINE: Wie gefährlich ist Kampfradeln?

Dechert: Das Paradoxe ist: Gerade zum eigenen Schutz sind wir oft gezwungen, Regeln zu missachten. Ist ein Radweg völlig zugeparkt und daneben laufen Fußgänger, dann fahre ich verbotenerweise auf der Straße. Das ist sicherer, als sich zwischen die Fußgänger zu mischen. Da lasse ich mich halt von den Autofahrern anhupen.

ZEIT ONLINE: Man erlebt in den Städten aber Radfahrer, die einfach über eine rote Ampel fahren – nicht um im Verkehr bestehen zu können, sondern weil sie ungeduldig sind und wissen, dass man sie kaum schnappen kann.

Dechert: Das passiert aber nicht aus reiner Bosheit, sondern hat Gründe. Die Schaltzeiten der Ampeln richten sich völlig nach den Autofahrern. Radfahrer und Fußgänger müssen hintanstehen und haben Wartephasen, die man keinem Autofahrer zumuten würde. Warum haben da Fußgänger und Radfahrer nicht Vorrang?

Kommentare

396 Kommentare Seite 1 von 34 Kommentieren

Bitte auch das Interview lesen

"diese Kampfradler" haben sich von solchem Verhalten distanziert, wie Sie es beschreiben.

Ähnlich wie "Raser" ist "Kampfradler" einerseits ein Begriff für jeden Verkehrsteilnehmer, dessen Verhalten man als unangemessen forsch empfindet. Andererseits sind es aber auch Propagandabegriffe für alle, die Regeln verletzen. Nur letzterer Sinn wird von den Interviewten aufgegriffen.

Dito.

Herzlich lachen musste ich bei "Wir nehmen Rücksicht, nämlich auf die Fußgänger.". Aber klar doch. Ich muss dann wohl als passionierter Fußgänger immer und ausgerechnet an die falschen Kampfradler geraten. Und ein Blick nach Münster zeigt, was passiert, wenn man tatsächlich eine radfahrerfreundliche Verkehrspolitik macht - man fühlt sich als Fußgänger nicht nur auf der Straße, sondern auch noch auf den Bürgersteigen und in sogennanten "verkehrsberuhigten Zonen" (die natürlich nach Interpretation des Radfahrertums nur zur Beruhigung des Autoverkehrs dienen) unwohl in der Angst vor dem ständig möglichen Zusammenstoß.

Vielleicht sollte ich zum Kampffußgänger werden. Einfach mal den Ellenbogen ausfahren, wenn Kollege Kampfradler es wieder nötig hat, den Gehweg zur Rennstrecke zu machen.

Einzelne Erlebnisse verallgemeinern kann jeder

"Ich muss dann wohl als passionierter Fußgänger immer und ausgerechnet an die falschen Kampfradler geraten."

Kleiner Tipp: Führen Sie doch mal eine Statistik. Zählen Sie die Radfahrer, die im Laufe eines Tages regelkonform an Ihnen vorbei fahren, dann jene, die nicht regelkonform an Ihnen vorbeifahren, Sie dabei aber weder erschrecken noch gefährden und schließlich jene, die Sie erschrecken und gefährden, weil sie sich regelwidrig verhalten.

Jeder in der letztgenannten Kategorie ist einer zuviel, aber er repräsentiert nicht alle Radfahrer.

Kampfradler und Verkehrpolitik

Kampfradler ist als Begriff eigentich schon latent aggressiv. Besser als sich durch Nicht - Beachten von Verkehrsregeln hervorzutun wäre es, einen Dialog zu suchen.
Viele Innenstädte sind aktuell nur dem Auto zuliebe konzipiert und die Ampelschaltungen auch. Sogar in der Fahrradhauptstadt Münster ist dieses so.

Hier müssen endlich mal Vertreter vom ADFC oder anderen Verbänden mit den Lokalpolitikern an einen Tisch gesetzt werden. Es gibt genug Möglichkeiten, die schwierige Situation zwischen Fahrradfahrern/Fußgängern und Autos zu entschärfen. Warum macht man nicht einfach mal konstruktiv eine Plattform auf, in der die einzelnen Parteien zu Wort kommem.

Wenn unsere lieben Politiker die sich immer noch zum großen Teil mit Staatskarossen ala S-Klasse durch die Gegend fahren lassen ( vorbei am Stau ) endlich mal wieder Bodenhaftung bekommen würde, könnten Sie auch die Notwendigkeit einer Lösung des Problems nachvollziehen.

Wenn das kein Satire ist...

... hat hier noch jemand nichts verstanden!

Selbst WENN ein Radfahrer regelwidrig auf der Fahrbahn fährt, gibt das Ihnen nicht das Recht selbst einen Regelverstoß zu begehen, schon gar keinen der den Radfahrer gefährdet! Wenn Sie Ihre Aggressionen nicht unter Kontrolle haben und Ihr Fahrzeug als Waffe gegen schwächere Verkehrsteilnehmer missbrauchen, sind Sie charakterlich nicht zum Führen eines KFZ nicht geeignet. Typen wie Ihnen gehört der Lappen auf Lebenszeit entzogen!

Wie sagte meine Mutter doch immer so schön "Dumm geboren, nichts dazugelernt, Hälfte wieder vergessen"

Unrecht

ich sag ja nicht, dass ich rechtens handele, aber leider ist es genau das was die Herangehensweise der beiden bewirkt. Ich bin ein schlechtes aber vermutl. durchschnittliches Beispiel.
Mit Provokation wird man NUR selbiges ernten.

Und der Radfahrer war einer der Sorte, "ich fahre jetzt hier und ihr fahrt gefälligst im gleichen Tempo hinter mir". Also werd ich mit dem Auto gezwungen 10-15 kmh zu fahren. Das kanns ja nicht sein... oder?!

Nicht zu fassen

"Also werd ich mit dem Auto gezwungen 10-15 kmh zu fahren. Das kanns ja nicht sein... oder?!"

Doch, das kann's sein - wenn es die Situation erfordert.
Wenn ich z.B. im Regen über eine Kopfsteinpflaster-Nebenstraße fahre, dann fahre ich MITTEN auf der Straße, DAMIT mich kein Auto überholen und an den Rand drängen und zu Fall bringen kann. Denn ich habe genauso das Recht, die Straße zu benutzen wie der Autofahrer.

Die Bewertung Ihres Verhalten schlucke ich lieber runter, das würde vermutlich zensiert.

Wie man Konflikte aufschaukelt....

"Selbst WENN ein Radfahrer regelwidrig auf der Fahrbahn fährt, gibt das Ihnen nicht das Recht selbst einen Regelverstoß zu begehen, schon gar keinen der den Radfahrer gefährdet!"

Sehr richtig. Man könnte aber auch sagen:
"Selbst WENN ein *Autofahrer* regelwidrig auf *dem Radweg parkt*, gibt das Ihnen nicht das Recht selbst einen Regelverstoß zu begehen, schon gar keinen der *Fussgänger* gefährdet!"

Ich halte den Ansatz der Interviewten für völlig verfehlt. Er trägt mMn zur Verhärtung der Fronten bei. Das ist hier auch zu beobachten: "Weil die anderen rücksichtslos sind, darf ich jetzt auch rücksichtslos sein" - das erinnert mich fatal an die ganzen total verfahrenen politischen Situationen wie z.B. den Israel/Palestina-Konflikt: jeder denkt, das Recht zu haben, den anderen eins reinzureiben, weil die anderen haben ja... und die anderen argumentieren dann genauso. So wird die Situation bestimmt nur schlechter, bei anderen Themen sehen wir das doch auch.

Ich plädiere dafür, sich sowohl im Auto als auch auf dem Rad eine Gelassenheit anzutrainieren, wenn andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen; das geht mit ein paar Anlaufschwierigkeiten und erspart einem selbst viel Ärger.
Bedenklich finde ich übrigens auch, dass offenbar doch viele Radfahrer denken, sie müssten sich manchmal (z.B. Regen) nicht an Regeln halten oder/und die Grundregel des schnelleren Verkehrs (Geschwindigkeit muss der Situation angemessen sein, auch wenn "normal" eine höhere Geschwindigkeit erlaubt ist).

Geteilte Meinung

Mir gehen die "Hans-Guck-in-die-Luft" Leute aufn Sack.

Eine Menschentraube betritt völlig unbedarf, obwohl mich ein Teil der Gruppe sieht, den Fahrradweg...tut mir leid, da lass ich gerne den Kampfradler raus und nehme keine Rücksicht, auf die Planlosen Brain-AFK`ler.

Grund:

Ich fahre sportlich, was nicht verboten ist und hab keine Lust jedesmal auf 25kmh zu beschleunigen.

Wo ein Radweg ist, hat ein Fußgänger nix verloren, auf die Straße trauen sich diese Menschen nämlich nicht.

Aber einen Fahradfahrer kann man ja getrost behindern.

Rad-Rambos

Zitat: "...Eine Menschentraube betritt völlig unbedarf, obwohl mich ein Teil der Gruppe sieht, den Fahrradweg...tut mir leid, da lass ich gerne den Kampfradler raus und nehme keine Rücksicht, auf die Planlosen Brain-AFK`ler...."

Trauen Sie sich auch so etwas vor Gericht zu sagen, wenn Sie einen Fußgänger angefahren und schwer verletzt haben? Viel Spaß beim Schmerzensgeld zahlen.

Der Frust bei einigen Verkehrsteilnehmern muss offenbar riesengroß sein, wenn Verletzungen anderer Menschen billigend in Kauf genommen werden.

@endbenutzer

Sie mögen ja recht haben, mit dem was sie sagen. Aber die Frage muss erlaubt sein, warum Radwege von Fußgängern okkupiert werden, Straßen hingegen nicht. Wie gesagt, würde ich mich an all die Regeln und Vorsichtsmaßnahmen als Radler halten, müsste ich weite Teile des Weges schieben.

Fragen Sie sich mal, ob das so OK ist.

Wir können das Thema rauf und runterdiskutieren, am Ende kommt immer raus, Radfahrer sind eingekeilt zwischen Autofahrern und Fußgängern, haben keine Knautschzone, keine Lobby und unser Verkehrssystem schert sich einen Teufel um sie und stellt sie am Ende auch noch als Buhmann hin. Dass man da als Radler irgendwann die Hasskappe bekommt, finde ich nachvollziehbar.

Rad-Raser

Zitat: "...Ich hab nicht geschrieben das ich diese umfahre...aber ich hab kein Problem damit nur mit 5CM Abstand an diesen vorbeizufahren...."

Und wenn dann der Fußgänger auch nur eine unbedachte Bewegung macht, ist der Unfall da. Ich glaube, Sie wollen nicht verstehen, sondern lassen Ihren ganz persönlichen Frust ganz gerne mal an Unbeteiligten aus. Und was mich betrifft: Ich fahre selbst Rad sowie Auto und bin auch Fußgänger.

5 cm mit dem Rad und in hoher Geschwindigkeit an mir vorbei? Ich kann für Sie nur hoffen, dass Sie da mal nicht an den Falschen geraten.

Gut dargestellt ! Zweiradfahrer und Fußgänger werden

wie Verkehrsteilnehmer zweiter Klasse behandelt, sowohl von den zuständigen Politikern, Behörden und auch von sehr vielen Autofahrern.

1. Die unsäglichen Fahradwege, die insbesondere in den 80 ziger Jahren entstanden. Ein Strich in der Mitte des GEHWEGES musste reichen. Fußgänger und Radfahrer wurden auf engstem Raum zusammengequetscht, oft genug bis heute. Das das Konflikte gibt ist vorprogrammiert.
Alles nur, damit die Autos mehr Platz bekommen und ungestört von lästigen Radfahren fahren konnten.

2. Behörden und POlitiker nehemen innerstädtischen Verkehr fast ausschließlich als Autofahrerperspektive war, Beispiel Groß-Baustelle vor meiner Bürotür. Der Kommunalpolitiker schlägt vor, den Gehweg zeitweise als zusätzliche Fahrspur für Autos zu nutzen, damit die Autos besser durchkommen ? Leben hier nur Autofahrer oder was ?! Was ist mit den Fußgängern ? Sollen Sie sich in Luft auflösen ? Haben Sie nicht auch Unannehmlichkeiten durch die Baustelle zu ertragen ?!

3. Die Antwort auf viele Konflikte im Strassenverkehr ist denkbar einfach. Autos blockieren viel zu viel Platz, sei es auf der Starsse als auch der ruhende Verkehr. Das muss sich ändern. Mehr Platz für Fußgänger und Zweiradfahrer und das geht nur auf Kosten des Autos Punkt.
Aber dazu sind Behörden und Politiker meist ja zu feige, sich mit der mächtigen Autolobby anzulegen.

Sie übertreiben

"Trotzdem ist Anarchie auf den Straßen sicher das letzte was wir brauchen."

1. Von Anarchie auf unseren Straßen sind wir weit entfernt. Der überwiegende Teil der Radfahrer fährt so, dass er sich und andere nicht gefährdet. Schon aus Eigennutz, da fehlende Knautschzone

2. Was wir nicht brauchen, sind Verkehrsminister, die durch Begriffe wie "Kampfradler" einen Popanz aufbauen, den es so kaum gibt. Deppen gibt es leider überall, aber es verbietet sich, wegen ein paar Kamikazefahrern gleich einen ganzen Teil der Bevölkerung in Sippenhaft zu nehmen.

3. Die Wut einiger Autofahrer liegt doch nur darin begründet, dass Radfahrer einen Vorteil ausnutzen, den Autofahrer nicht haben. Ihnen fehlt das Kennzeichen. Und deswegen fahren einige, mich eingeschlossen, gerne auch mal über Rot. Aber glauben Sie mir, ich mach das immer nur dann, wenn ich mich und andere nicht in Gefahr bringe, schließlich bin ich ja nicht Lebensmüde. Und jeder Autofahrer, der sich darüber aufregt, sollte sich selbst ehrlicherweise fragen, ob er das als Fußgänger nicht auch gelegentlich tut, wenn es die Verkehrssituation zulässt.

Solange ein Radfahrer (und auch Fußgänger) das tut, ohne andere in Gefahr zu bringen, kann er das gerne machen. Ich bin kein Polizist und auch kein Hilfpolizist und ältere Herren mit Hut (die machen das nämlich meistens), sollten aufhöhren, sich als Hilfspolizisten aufzuspielen. Das würde so manche Verkehrssituation entschärfen.

Ich: Vertreter der Gesellschaft

"Mehr Platz für Fußgänger und Zweiradfahrer und das geht nur auf Kosten des Autos Punkt.
Aber dazu sind Behörden und Politiker meist ja zu feige, sich mit der mächtigen Autolobby anzulegen."

Aber Sie sind sich sicher mit Ihrer Meinung die Allgemeinheit zu repräsentieren? Was gedenken Sie konkret? Autoverbot in der Stadt oder nur breitere Radwege? Viele Probleme sind nur in einer Diktatur leicht lösbar. Liest man oft in letzter Zeit, dass die Nicht-Umsetzung der eigenen Idee das Werk diverser Lobby-Verbände sein soll.
Vielleicht sind es aber auch Ihre Mitbürger, die Ihre Vorstellungen nicht teilen.

Genauso könnte ich schreiben, Fahrräder sind im Verkehr zu unsicher. Verkehrsplanung muss zu Lasen des Fahrrads gehen. (Nicht meine Meinung). Durch ein "Punkt" würde die Frage nicht weniger kontrovers zu diskutieren sein.

Ich mach mir da keine Sorgen

denn wenn sie derjenige sind, der bewußt auf den Radweg geht, dann liegt der großteil der Verantwortung bei ihnen.

Und in der genannten Situation hatte ich gerade einmal 10m Bremssweg bei 30kmh...da ist der Fugänger also selber schuld, wenn er nichtmal die Augen aufmachen kann.

Wie gesagt, seit über 20 Jahren keinen Unfall...ich denke das spricht für sich.

Übrigens, wie diskutierne hier oberflächlich über eine Situation die sie oder die man sich nicht einfach mal in 5 Min vorstellen kann, dazu spielt die Umgebung einfach eine zu große Rolle(Stichwort:Ausweichmöglichkeiten).

Darum kann ich ihre überzogen ernste Antworten nicht ernst nehmem.

PS: Kein Fahrradfahrer bringt sich bewußt in Lebensgefahr, vor allem dann nicht wenn man im Schnitt über 25km fährt.

Wollen Sie ernsthaft bestreiten, das die Autolobby

gerade in Deutschland übermächtig ist und so ziemlich alles durchsetzt bzw alles verhindern (kann), was Ihr nicht passt ?!

Stichwort Gesellschaft und angebliche "Mehrheitsmeinungen".

Es gibt eine STVO und da steht nirgendwo, dass das Auto/ der Autófahrer an sich Sonderrechte genießt und Anspruch auf besonders viel Platz im Strassenverkehr hat etc..

Vielmehr sind alle Verkehrsteilnehmer inkl. Zweiradfahrer ob mit oder ohne Motor gleichberechtigt auch die Fußgänger.

Erst der uneingeschränkte Autowahn hat in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass alle anderen Verkehrsteilnehmer zuguntsen des Autos massiv zurück gedrängt wurden.
Der Erfolg dieser Poltik lässt sich täglich insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten beobachten, total verstopfte Strassen, gerade innerstädtisch mit genervten Autofahrern.

Dieses Konzept kann auf Dauer nicht mehrheitsfähig sein.
Was wollen Sie also tun, ganze Häuserzeilen abreißen, damit der Autoverkehr wieder besser fließen kann ?!
Oder intelligente Verkehrskonzepte entwickeln, die in engen Innenstädten weit zielführender und effektiver sind, als allein aufs Auto zu setzen.

Bewusstseinstrübung...

"PS: Kein Fahrradfahrer bringt sich bewußt in Lebensgefahr, vor allem dann nicht wenn man im Schnitt über 25km fährt."

Mag sein.
Dann erlebe ich fast täglich irgendwelche Radler, die sich ihres Tuns offenbar nicht bewusst sind...

Anyway, es ist mir relativ wurscht, wenn die Herren (zumeist, aber ein paar Damen sind auch dabei) sich unbedingt für den Darwin-Award qualifizieren möchten...

Ich hoffe sehr...

... dass Sie am Bahnhof niemals jenseits der weißen Linie stehen wenn ein ICE durchrauscht. Obwohl, ne, ICH bin nicht so menschenverachtend! Mit Tränen ist es dann nicht mehr getan. (Jedenfalls nicht nicht mehr mit Ihren) Andererseits...

... hätten Sie dann wissen können in welche Gefahr Sie eine 2-Radfahrer bringen den Sie mit zu geringem Seitenabstand überholen.

Übrigens gelten die Regeln für Sicherheitsabstände nicht nur nach vorne sondern auch beim Überholen von 2-Radfahrern. Die Rechtsprechung geht von 1.5m ("Fallbreite") bei 2-Radfahrern und sogar 2m wenn ein Kind (zusätzlich) auf dem 2-Rad ist. Das ist keine Schikane, sondern liegt an einfachen physikalischen Gesetzen. Ein einspuriges Fahrzeug pendelt nämlich um seine Achse (je langsamer desto stärker), hat also keine 100% gerade Fahrspur. Ist auch in Ihrem Interesse, den Schaden der an Ihrem Fhzg. entsteht wird Ihnen dann nämlich bestenfalls die Vollkasko ersetzen. Die Flitzpiepe die mich vor Jahren mal zu knapp überholt und dadurch vom Rad geholt hat, war danach für 1 Monaten seinen Lappen los und dadurch auch seinen Job (Versicherungsvertreter im Außendienst) - ätsch, selbst schuld; kein Mitleid.

Sie gehen offenbar davon aus,

daß sich nur junge, sportliche, gesunde Menschen auf einem Fußweg bewegen. Eine Achtzigjährige mit Krückstock können Sie auch mit diesem "knapp vorbeifahren" zu Fall bringen, wenn sie sich erschreckt und, beim Versuch auszuweichen stolpert.

Mittlerweile weiche ich auf dem Fußweg keinem Radler mehr aus, laufe aber auch nicht auf dem Radweg. Als korrekt den FUSSweg benutzende Fußgängerin mußte ich mich deswegen schon oft beschimpfen lassen. Selbst auf schmalen Wegen, die kaum Platz für zwei Fußgänger nebeneinander bieten. Als radlerkompatibler Fußgänger soll man in dem Fall vermutlich auf die Straße ausweichen, die den Radlern zu gefährlich ist.

sie schrieben von

"umnieten"
nicht von einem eigenständigen sturz aufgrund des schreckens
solch einer kann auch zu infarkten führen
da brauchen sie gar keine weiteren hilfskonstruktionen
allerdings:
1.sind sich menschen in solchen lebenslagen ihrer persöhnlichen gefährdung durchaus bewust, weshalb man sie eher auf dem bürgersteig sieht.
2. wie bei kleinen kindern ist der minimalabstand den man zu ihnen hält größer
3. findet man solche (über 80jährige die zum gehen eine krücke brauchen) sogar auf fahrrädern, wobei sie bei starkem abbremsen auf0 oft das problem haben sich nicht schnell genug abfangen zu können, wenn z.b. jemand vor sie auf den radfahrweg läuft; auch schon bei niedrigen geschwindigkeiten wg verlängerter min.reaktionszeit mit zunehmendem alter.
und dem sog eines schnellen wagens haben sie sehr viel weniger entgegenzusetzen, weshalb sie durch diesen ebenfalls viel stärker gefärdet sind.
das ist keine konbstruktion, sondern das sind situationen die ich aus dem familliären umfeld kenne(der nachfolgende verkehr bremmste zum glück schnell genug, aber die schmerzen in hüfte und schultern verschwinden bei um die 90jährigen bis zum tod nicht mehr, und auch schon im verkehr gesehen habe - wenn sich da jemand noch abfängt wird gehupt, weil das fahrad ja quer auf der fahrbahn steht.

Warum den FUSSweg okkupieren?

"1.sind sich menschen in solchen lebenslagen ihrer persöhnlichen gefährdung durchaus bewust, weshalb man sie eher auf dem bürgersteig sieht."

Es sind keineswegs nur die ängstlichen, älteren und gehbehinderten Radler auf dem Bürgersteig unterwegs, sondern viele junge Radler im oft halsbrecherischen Tempo. Scheint ein Trendsport zu sein: Fußgängerslalom. Ein Radler rast auf einem, möglichst von vielen Fußgängern frequentierten Bürgersteig entlang, in voller Geschwindigkeit, möglichst dicht an den Fußgängern vorbei. Wer zuviel Abstand hält hat verloren.

Wer sich auf Radweg bzw. Straße nicht sicher genug fühlt, hat auch auf einem Fahrrad nichts zu suchen.

Nein habe ich tatsächlich nicht

Solange der Autofahrer zügig überholt und mich nicht an den Straßenrand drängt kann er gerne mit 5cm Abstand überholen.

Trotz allem ist die Situation einfach ine völlig andere.

In der von mir aufgezeigten Situation sind Fu-Gänger auf den Radweg ohne sich dabei den Kopf zu zerbrechen.

Das ich auf der Straße fahren muss, wenn kein Radweg vorhanden ist, ist obligatorisch.

mfg

Äh - ja und?

Warum schreiben Sie mir das? Ich bin kein regelmäßiger Autofahrer, und wenn, dann halte ich nicht nur zu Radfahrern, sonder zu allen Verkehrsteilnehmern ausreichend - das heißt eben in vielen Fällen: mehr als den vorgeschriebenen - Sicherheitsabstand ein. Was das nun damit zu tun hat, an welchen Linien ich mich aufhalte, wenn ein ICE an mir vorbeifährt... Aber gut, dass wir jetzt wissen, dass Sie nicht menschenverachtend sind.

Knochen hinwerfen und gut ist

Genau so erlebe ich das bei mir in der Stadt. Es gibt schon ein relativ gut ausgebautes Radwegenetz, aber halt nur da, wo es grade noch passte. Ich kenne mehrere Stellen, an denen der Radweg einfach endet, weil Parkbuchten für Autos beginnen. Oder einfach mehr Platz für Fahrspuren gebraucht wird. Naja, und dann ist es wie oben beschrieben: fahr ich auf der Straße weiter oder auf dem Trottoir? An einigen Stellen wird man dann ohne speziellen Überweg auf eine Art lange Verkehrsinsel in der Straßenmitte verwiesen, wo ein schmaler Weg für Fussgänger und Radfahrer zur Verfügung steht. Mal davon abgesehen, dass der Weg zu schmal ist, um einigermaßen risikofrei von beiden Parteien benutzt zu werden, muss man , um dorthin zu gelangen, sowohl die Hauptfahrspur als auch Straßenbahnschienen überqueren- ohne gesondert markierten Übergang.

Verkehrsdschungel.

Widerspüche des Radfahrens von Seiten der Regierung

Was bringt den Autofahrer doch gleich dazu, bei Schnee und Eis das Auto als Fortbewegungsmittel zu nutzen? Ach ja, richtig: Die Notwendigkeit, sich fortzubewegen, zur Arbeit oder sonst wohin zu kommen. Die gezahlten Steuern der Radfahrer wurden ja bereits erwähnt...

Schade, dass es - trotz der Motivation, mehr Rad zu fahren und der Umwelt Gutes zu tun - immer noch so zickig zugeht im Straßenverkehr und -ausbau. Einerseits sollen alle mehr auf den Drahtesel steigen, andererseits kümmert sich niemand darum, dass auf Radwegen gestreut wird und sie nicht zugeparkt werden. Wen wundert's, dass so viele Menschen sich gar nicht trauen, auf der Straße oder im Winter radzufahren? Möglich ist aber alles, also üben und nicht abschrecken lassen!

Einseitig

"Wenn wir die Radwege benutzen, werden wir von langsamen Radfahrern ausgebremst. Überholen auf den schmalen Radwegen? Unmöglich."
Und deswegen weichen Sie auf die Straße aus, richtig?
Das nervt mich am meisten an Radfahrern! Wenn ein Radweg (der ja immer eingefordert wird) da ist, und nicht genutzt wird!

Sie sind doch auch Autofahrer. Sagen Sie mir doch mal, wie oft Sie Innerorts überholen können, wenn einer in der 50ger Zone mit 30 vor Ihnen fährt. Da sind die Straßen auch zu schmal... Wohin jetzt ausweichen?

Wer am Verkehr teilnimmt, muss auf die Rücksicht nehmen, die schwächer und ja, auch manchmal langsamer sind.

Ich kann Ihnen gar nicht sagen, wie oft ich schon fast einen Radfahrer mitgenommen hab, weil der über die rote Ampel fährt, und das, obwohl er mich sieht!
Aber die blöden roten Ampeln bremsen ja auch so aus...

Dass Radwege nicht geräumt werden ist natürlich ein Problem. Oft ist aber die Frage "wohin mit dem Schnee?". Der wird vom Fußweg auf die Straße und wieder zurück geschaufelt. Und wenn wir mal ehrlich sind, dann ist der verschneite Winter nicht unbedingt die Stoßzeit für Radfahrer.

Dass Fußgänger auf den Radwegen rumstehen ist natürlich Mist. Das versteht auch jeder.
Aber laufen Sie mal durch die Stadt. Sind die Radwege auf dem Fußweg, dann schaffen es die Radfahrer nicht, innerhalb der Markierung zu fahren, sondern nehmen den ganzen Fußweg (auch, wenn weit und breit kein anderer Radfahrer da ist).

Das Problem kann man immer von zwei Seiten sehen.

Die Münze hat zwei Seiten ....

eigentlich argumentieren sie vernünftig, aber warum diese Aussage: "Und wenn wir mal ehrlich sind, dann ist der verschneite Winter nicht unbedingt die Stoßzeit für Radfahrer." Warum sollte dies so sein bzw. ist es nicht deshalb so, weil das Gros der radfahrer keine Chance hat (oder sieht) die (wenigen) Radwege zu nutzen? Eine Münze hat zwei Seiten.... Aber warum sollte ich mir vorschreiben lassen, wann ich mein Rad nutzen kann/darf? Das schwingt mit ihrer Aussage doch mit. Und es gibt neben den Schönwetterfahrern auch die, die Radfahren als tägliches, weil notweniges Fortbewegungsmittel nutzen. Und warum sollte es nicht möglich sein, bei durchdachter Verkehrsplanung für alle drei Partein, die Radwege zumindest halbwegs befahrbar zu machen??

@ #61

Sie schreiben: "Das nervt mich am meisten an Radfahrern! Wenn ein Radweg (der ja immer eingefordert wird) da ist, und nicht genutzt wird!"

Wer bitte fordert Radwege? Kenne da eigentlich unter den Leuten, die sich mit moderner Verkehrsplanung beschäftigen, niemanden. Das ist eine reine Forderung der Autofahrer, damit niemand ihr Fortkommen "stört".

Flächendeckend 30 inkl. hoher Kontroldichte und Abschaffung aller Radwege - das wäre ein friedliches Miteinander und "nur" noch 1.500 Verkehrstote im Jahr als Opfer für das goldene Kalb.

@ #61

Noch was:

Das mit dem Schnee auf dem Radweg ist wirklich ein Problem, bzw. problematisch die vereinfachende Forderung, dass man dann eben das Rad stehen lassen sollte. Auf die Idee müsste man mal kommen, das Autofahrern entgegenzuhalten ...

Die weit verbreitete Unsitte, schmalste Radwegstreifchen auf Gehwege zu pinseln, müsste dringendst abgestellt werden durch entsprechende gesetzliche Anpassungen. Diese "Radwege" sind eine Zumutung und Gefahr für Fußgänger - sind aber politisch ganz "praktisch", weil man damit schön den Hass auf Radfahrer schüren kann, was man dann politisch gut einsetzen kann, siehe Ramsauer und Konsorten.

Zum Schluss: Überholen auf Radwegen ist weitaus öfters notwendig als auf der Straße. 30 oder 50 km/h fahren Sie mit einem Panda genauso locker und schnell wie mit einer S-Klasse. Aber auf dem Radweg gibt es den radelnden Opa mit 10 km/h, die Kinderanhängerziehende mit 15, den Normalfahrer mit 20 bis 25 und den flotteren mit 30 und mehr.

genau so ist es!!!!!

bin auch zeitweise Radfahrer und dann auch wieder Autofahrer. Wenn sich meine Kollegen immer über die bösen RAdfahrer aufregen dann frag ich mich immer warum ich als Autofahrer selten solche bösen Radfahrer treffe aber als Radfahrer ständig irgend einen Autofahrer, der denkt weil er ein großes Auto hat braucht er den kleinen Radfahrer nicht ernstnehmen.

"ganz untapfer"

ich fahre nicht fahrrad, um ne tapferkeitsmedaille zu kriegen, sondern um - möglichst im körperlichen ausgangszustand - von a nach b zu kommen. ich gebe zu, dass ich dabei die regeln, die mir der kraftverkehr aufzwingt, kaum beachte. das hat mir etliche male den transport ins krankenhaus bzw. auf den friedhof erspart. in berlin hat man sich die anarchische fahrpraxis nach ein paar jahren automatisch angewöhnt. was einen fahrradfahrer schützt, ist nicht gesetzestreue, sondern die adäquate einschätzung der gefahren, die von autofahrern (und in deutschland: vom autoritären strafbedürfnis mancher von ihnen) ausgeht.

Radwege meistens unzumutbar.

Kleine Anmerkung: Als Radfahrer darf ich eigentlich immer auf die Strasse wechseln, wenn der Radweg nicht befahrbar bzw. unzumutbar ist. Bei den Zuständen der meisten Radwege ist das eigentlich so gut wie immer der Fall und sollte wider erwarten mal ein Radweg in gutem Zustand sein, kann man sich immer noch auf den Müll und die Glasflaschen / -scherben berufen die von den Autofahrern auf den Radweg entsorgt werden. Wann ist ein Radwege eigentlich nicht unzumutbar?

"muss halt mal gebremst werden"

"Na dann muss halt mal gebremst werden. Wo ist das Problem? Es kann eben keine absolut freie Fahrt für Verkehrsteilnehmer geben."

Hm, wenn ein Fußgänger also gedankenverloren auf der Fahrbahn stünde, würden Sie als Autofahrer nicht hupen, sondern anhalten, den Gegenverkehr ganz entspannt abwarten, den Fußgänger dann kommentarlos umfahren und diese Situation beim Plausch in der Arbeitspause nicht einmal einer anekdotischen Erwähnung für wert befinden?

Also alle

Radfaher, die ich kenne, fordern mehr Radwege... Da kenne ich vielleicht andere als Sie..

Ich bin wohl eher ein Schönwetterfahrer, mir ist es im Winter einfach zu kalt auf dem Rad.
Klar, wenn man aufs Rad angewiesen ist, dann ist die Situation Mist. Aber mich würde mal interessieren, wie viele Leute das wirklich betrifft (ohne das Problem runterspielen zu wollen).
Übrigens kenne ich keinen Autofahrer, der darauf besteht, dass ein Radfahrer einen total verschneiten oder vereisten Radweg nutzt. Da schaltet sich doch (bei den meisten) der Verstand ein.

"Zum Schluss: Überholen auf Radwegen ist weitaus öfters notwendig als auf der Straße. 30 oder 50 km/h fahren Sie mit einem Panda genauso locker und schnell wie mit einer S-Klasse. Aber auf dem Radweg gibt es den radelnden Opa mit 10 km/h, die Kinderanhängerziehende mit 15, den Normalfahrer mit 20 bis 25 und den flotteren mit 30 und mehr."
Auf der Straße ist überhohen auch sehr oft notwendig (LKWs, Traktoren, Mittelspurschleicher, Fahrer mit Hut,...). Aber wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Das ist leider so. Das nervt die Autofahrer auch. Auf dem Radweg ist es nunmal nicht anders.

@ #113

Danke für die konstruktive Antwort.

"Radfaher, die ich kenne, fordern mehr Radwege... Da kenne ich vielleicht andere als Sie.."

Scheinbar. Aber es ist auch so, dass Gelegenheitsradler eher Radwege befürworten als "ernsthaftere" Nutzer. Außerdem steigt die Zahl der Radwege abschaffen-Befürworter, wenn mehr 30er-Zonen eingerichtet werden, weil man sich dann weniger gefährdet fühlt und es auch ist.

"Ich bin wohl eher ein Schönwetterfahrer, mir ist es im Winter einfach zu kalt auf dem Rad....Aber mich würde mal interessieren, wie viele Leute das wirklich betrifft (ohne das Problem runterspielen zu wollen)."

Sicher nicht viele, aber vielleicht haben wir hier das klassische Henne-Ei-Problem?

"Übrigens kenne ich keinen Autofahrer, der darauf besteht, dass ein Radfahrer einen total verschneiten oder vereisten Radweg nutzt. Da schaltet sich doch (bei den meisten) der Verstand ein."

Ja, gewiss, aber die Probelmatischen und Gefährlichen sind eben die restlichen 10%, die dann hupen (da fällt man manchmal fast vom Rad), zu dicht auffahren, den Motor aufheulen lassen und betont viel zu dicht überholen - alles verboten übrigens.

Straßenverkehrsordnung

Ich würde wohl hupen und gegebenenfalls bis zum Stillstand bremsen, wenn sich der Fußgänger nicht von der Fahrbahn bewegt. Es könnte nämlich durchaus sein, dass der Betreffende geistig verwirrt, betrunken oder sonst irgendwie abwesend ist. Würden Sie in einem solchen Fall Gas geben, nur weil ein Fußgänger auf der Fahrbahn nichts zu suchen hat? Dann haben Sie von der Straßenverkehrsordnung offenbar nicht allzu große Ahnung. Machen Sie das mal einem Verkehrsrichter klar, etwa nach dem Motto: „Ich hab den Fußgänger umgefahren, weil er nicht auf die Straße gehört.“

Am schlimmsten ist es wenn Radwege

nicht eindeutig als solche gekennzeichnet sind. Es gibt immer wieder Fußgänger, die begreifen einfach nicht, dass sie gerade den Teil des Weges benutzen, der eigentlich für Radfahrer vorgesehen ist. Blaue Schilder sind ein Witz, denn die werden nicht selten geflissentlich ignoriert.
Aktive Verkehrspolitik für Radfahrer wäre es, solche (eingebetteten) Radwege eindeutig farblich zu markieren. Das kostet mit Sicherheit auch nicht "die Welt".
Grundsätzlich geht es nur, wenn man gegenseitig (!) aufeinander Rücksicht nimmt.

Logische Folge

...wenn eine Gruppe durch Null-Steuern nicht zum Wegebau und zur Wegeerhaltung beiträgt und noch dazu in der Minderheit ist. Altenative: Radfahren wird versteuert und dafür werden tolle Radwege gebaut. Im übrigen fahren viele Radfahrer auch sehr regelwidrig, weil die Rechtsprechung dem Auto das größere Gefährdungspotential attestiert. Und das wissen die Radfahrer nur zu gut! Radfahrer sind auch keine besseren Menschen, obwohl viele das von sich glauben!

Falschparken und Fussgänger

Irgendwo wurde ein Forum über Städte mit vielen Knöllchen aufgemacht - hier die Tendenz, dass sei keine Abzocke, man brauche sich ja nur an die Verkehrsregeln halten.

Würde man konsequent gegen Vertsöße gegen die Straßenverkehrsordnung bei Radfahrern vorgehen, würde das die Kassen auch füllen und man könnte genau so argumentieren.

Oder sogar noch besser - denn Autofahrer zahlen KFZ Steuern, sind zwangsversichert und zahlen nochmal jede Menge Kraftstoffsteuern - und müssen dann auch noch beim Parken immer kräftiger blechen.

Jeder darf tun was er will..

... er muss nur genug Rückgrad haben die Konsequenzen zu tragen. Wer Falsch parkt, während des Fahrens mit dem Mobil telefoniert, beim Rechtsabbiegen nicht auf Radfahrer achtet, eine rote Ampel ignoriert, dabei womöglich noch andere behindert oder gefährdet - muss eben mit Strafen rechnen. Das gilt auch heute schon für Radfahrer! Im Übrigen reichen ihre KFZ-Steuern nicht aus um die volkswirtschaftlichen Schäden die der MIV anrichtet (Flächenverbrauch, Erkrankungen durch Abgase und Lärm, Schäden durch Unfälle und Stau,...) auch nur im mindesten auszugleichen. Und ihre Haftpflicht?! Wenn Sie mich anfahren und mein mehrere tausend Euro teueres Fahrrad einen Totalschaden hat, zahlt mir ihre Versicherung nur den Zeitwert! Übrigens: Schon mal was von Privathaftpflicht gehört, also ich habe als Radfahrer so was, deckt auch Ansprüche aus Verkehrsunfällen ab.

Informieren, verstehen, nachdenken, reden - oder schweigen!

Steuern kommen in einen großen Topf und werden verteilt. Ihre KFZ-Steuer wird genauso wenig oder viel für den Wegebau verwendet wie meine Einkommenssteuer die ich auch als Radfahrer zahle oder die Mineralölsteuer die ich indirekt über meine ÖPNV-Jahreskarte entrichte. Und selbst wenn "ihre" KFZ-Steuer für den Wegebau verwendet würde und sie die größte und teuerste Dreckschleuder der Welt fahren würden und deshalb 2400,- im Jahr blechen müssen - dafür kriegen Sie mit viel Glück eine Straßenlaterne aufgebaut oder 200 (zwei!) Meter Autobahn GEPLANT!

Überholen

"In einer 30er-Zone in der Innenstadt fahren alle Autofahrer 35-40 kmh"
Die Aussage halte ich für reichlich gewagt ;-)

Worauf ich hinauswollte: Ein Autofahrer muss akzeptieren, dass er nicht immer und überall überholen kann, weil es einfach keine Ausweichmöglichkeiten gibt. Auf der Landstraße variieren die Geschwindigkeiten idR zwischen 70 km/h und 120 km/h (lassen wir mal Traktoren außen vor). Wenn die Straße nicht frei ist, dann kann ich nunmal nicht überholen. Das muss man akzeptieren.

Der Radfahrer jedoch meint, das nicht akzeptieren zu müssen, weil er ja scheinbar Ausweichmöglichkeiten hat. Dann fährt man eben mal zwischen erschreckten Fußgängern oder zieht schnell auf die Straße.

Keiner mag hinter jemandem fahren (ob zu Rad oder Auto), der einen stark ausbremst. Trotzdem muss man sich damit arrangieren, dass die Menschen, mit denen man eine Spur teilt, ebenso berechtig sind, diese Spur zu benutzen.

Überholen

Nun sind aber die meisten der üblichen Hochbordradwege so gebaut, dass man andere Radfahrer nirgends überholen kann. Zwei knappe Lenkerbreiten (wenn überhaupt), reichen dafür leider nicht. Ganz zu schweigen vom Überholen von Rädern mit Anhängern.
Wenn ich mit dem Auto auf der Landstraße fahre, akzeptiere ich, dass ich temporär nicht überholen kann, weil ich davon ausgehe, dass diese Situation sich irgendwann wieder ändern wird.
Wenn ich mit dem Fahrrad auf einem Radweg fahre, ändert sich an dieser Situation im Allgemeinen nichts. Also weiche ich, sobald sich diese Möglichkeit ergibt, auf die Fahrbahn aus.

... und dennoch ist der Autofahrer immer noch Schuldner ...

Kleiner Lesestoff: http://www.dnn-online.de/...

Selbst nach unseren Steuern verursacht ein Automobil immer noch Kosten. Nur um mal die Perspektiven zurechtzurücken.

Die andere Sache: die Polizei konzentriert ihre durch interne und externe Politik beschränkten Kräfte auf das Unterbinden der schwerwiegendsten Unfälle. Wie im Artikel erwähnt (und aus den Statistiken der Grossstädte herauslesbar) sind Radfahrer überwiegend unverschuldetes Opfer und nicht Täter, also eher nicht Zielgruppe.

Danke für die Klischeekeule.