AutokaufMühsame Suche nach dem rechten Oldtimer-Preis
Seite 2/2:

Wertsteigender Kult kommt oft überraschend

Ein Anhaltspunkt für den realistischen Preis des Klassiker-Traumautos findet sich in jedem Zeitschriftenladen: Kataloge mit mehr oder minder aktuellen Preislisten. "Auch die Onlineportale können trotz allem eine Stütze sein", sagt Wilke. Allerdings nicht nach einem einmaligen Besuch. "Man sollte das Geschehen dort über längere Zeit verfolgen." Denn was eben noch unerreichbar teuer angeboten wurde, das stellt der erfolglose Anbieter vielleicht bald zu einem deutlich niedrigeren Preis noch einmal ein. Wilke empfiehlt auch, mit den Anbietern Kontakt aufzunehmen. "Wenn man am Telefon einfach fragt, ob sich am Preis noch etwas machen lässt, kann es schon mal zu erfreulichen Überraschungen kommen."

Neben den Fachmagazinen und Onlineportalen sollte man die Anzeigenseiten regionaler Zeitungen nicht vergessen. Gerade dort finden sich laut Wilke immer mal wieder Angebote privater Verkäufer, die mit der Oldtimer- und Youngtimer-Szene nichts zu tun haben und damit auch der Preistreiberei unverdächtig sind. Für einen ersten Einblick in das aktuelle Preisgeschehen bietet Classic-Car-Tax auf der eigenen Homepage zudem eine kostenlos nutzbare Preis-Datenbank für 4.000 ausgewählte Klassiker an.

Eine Frage kann kein Experte umfassend und zweifelsfrei beantworten: welches Auto bei den aktuell verlangten Preisen auch langfristig eine gute Anlage ist, sich also in einigen Jahren noch mit Gewinn verkaufen lässt. Schließlich gibt es ab und zu unerwartete Überraschungen, in den vergangenen Jahren etwa der Kult um den Knudsen-Taunus von Ford, der abgesehen von seiner markanten Front nur ein technisch bestenfalls durchschnittliches Auto ist.

Immerhin einen Tipp für einen kommenden Klassiker mit anziehenden Preisen hat Frank Wilke dann doch parat: den BMW 318is der Baureihe E30. Diese Version der 3er-Serie mit einem 136 PS starken Vierzylinder und Vierventiltechnik wurde 1989 eingeführt. "Diese Autos kosten heute um die 4.500 Euro, ein Wertzuwachs in Zukunft ist sehr wahrscheinlich", sagt Wilke. Die Preistreiber in den Onlineportalen haben selbstverständlich auch diese Einschätzung längst hinter sich gelassen. Dort wird ein 1991er 318is mit 150.000 Kilometern für 7.000 Euro angeboten, einer möchte für seinen 1990er 318is mit knapp 130.000 Kilometern 7.900 Euro haben.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. .... Dort wird ein 1991er 318is mit 150.000 Kilometern für 7.000 Euro angeboten !
    Die alten BMW waren bekannt dafür, dass sie mehr Öl als Benzin verbrauchten und selbst damit lagen sie schon ganz oben. Wenn man dann davon ausgeht, dass die Karre nur 7.100 km durchschnittlich im Jahr bewegt worden ist, kann man damit rechnen, dass das Auto einen Schock bekommt, wenn es mal vom Hof rollen soll !
    Ein Auto muss laufen !!

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • scoty
    • 18. Dezember 2012 9:43 Uhr

    und dazu noch in Originalfarbe, kann jedes deutsche Auto aus den 80zigern das Zeug zum Oldtimer haben.
    Es muß ja nicht immer ein Flachkühler oder ein -8er sein.

  2. Aus Sicht der Marktbeobachtung ein realistisch geschriebener Beitrag. Wer sich mit dem Gedanken "Oldtimer" befasst, der braucht Liebe zur Materie und Zeit. Zeit muß man investieren, um vor dem Kauf mit dem Thema warm zu werden. Die Leute in der Szene sind meistens "open minded" und freuen sich über jeden ehrlich Interessierten. Der Weg: "Ich kenn' einen, der kennt einen..." kostet zwar Zeit, hält aber die Risiken gering. Je nach Größe des eigenen Portemonnais kommt man dann auch zu 1. Oldtimer. Am besten fängt man auf Basis der obigen Kontakte mit einem Alltagsklassiker an. Es gibt Autos, die heben alle auf: >>> teuer und oft nicht gut oder überrestauriert. Es gibt Autos, die hebt kaum jemand auf >>> preiswert und trotzdem selten. In der Szene kennt man auch Leute, die altersbedingt ihr Hobby aufgeben. Meistens gute Adressen. Hier kommt es extrem auf den Draht an, den man zum Veräußerer herstellen kann. Spüren solche Leute Hedge-Fonds-Mentalität, dann war es das! Dann gibt es natürlich auch die Sanitätsrat-Witwe, die das Schätzchen ihres Verblichenen endlich aus der Garage haben will. Hier ist die Quelle für perfekt erhaltene UNVERBASTELTE Youngtimer mit ca. >> 25 Jahren und lückenlosen Einträgen ins KD-Heft. Meistens natürlich Mercedes-Benz. Gut - im Gegensatz zu einem Roadster oder Cabrio ist eine Limousine nicht ganz sexy aber preiswert und macht auch Spaß, wenn die Liebe grundsätzlich da ist. Oldtimer werden bewundert; kein Mensch stört sich an den "gewissen" Abgasen!

    • scoty
    • 18. Dezember 2012 9:43 Uhr

    und dazu noch in Originalfarbe, kann jedes deutsche Auto aus den 80zigern das Zeug zum Oldtimer haben.
    Es muß ja nicht immer ein Flachkühler oder ein -8er sein.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Hallo ?"
  3. Klar, es gibt Ausnahmen. Ferrari und Rolls Royce und vielleicht auch ein S-Klasse Mercedes, der erstaunlicherweise immer noch im Neuzustand ist. Aber sonst?

    Der Oldtimerboom besteht aus zwei Gründen: Erstens waren in den 50er/60ern viele Leute noch zu arm für ein Auto, zumindestens für ein richtiges. Ihre Kinder bestaunten die wenigen echten Sportwagen und Luxuslimousinen, die es am Ort gab.
    Zweitens kam dann ein Wirtschaftsboom, der vielen Leuten Geld brachte, so dass sie nun ihre Jugendträume kaufen können.
    Das dürfte ein einmaliger Vorgang sein und bleiben. Der Boom ist vorbei und in Zukunft erwartet uns mit viel Glück Stagnation, mit etwas weniger Glück ein Absturz und nur wenige Leute, die jetzt arm sind, werden noch reich werden. Und deren Jugendträume sind dann nicht die BMWs und Fords der 70er des letzten Jahrhunderts.
    Die jetzigen Allerweltsoldtimer sind dann nur noch alte Autos mit einem absurd hohen Benzinverbrauch. 10 l/100 km! Man stelle sich das mal vor bei einem Benzinpreis von 3 Euro. Oder 5 Euro. Da wird doch schon die Fahrt zum jährlichen Clubtreffen teurer als das ganze Auto mal neu war.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Mein Oldie verbraucht 12 l/100 km. Falls der Kraftstoff dann wirklich mal 3 €/l kosten sollte, dann bezahle ich für meine Jahresfahrleistung von 3000 km ca. 1000 € . Da bezahlen andere für ihren Parkplatz mehr - also so what!
    Selbst bei 5€/l werde ich dieses Hobby nicht aufgeben. Segeln war schon vor 20 Jahren teurer!

    ...wenn man selbst dran Spass hat. Vieleicht kaufe ich mir selbst mal eines, später, wenn ich mehr Zeit dafür habe. Aber nicht als Kapitalanlage.

    ...der eben nicht in der Szene drin ist, der Autos nach dem Spritverbrauch taxiert und nicht nach dem Flair, das die alten Recken haben. Mir ist es VÖLLIG gleichgültig, ob meine 3 Oldies an Wert gewinnen oder verlieren, da ich sie nicht unter dem Aspekt des Wertzuwachses gekauft habe und daher - wenn überhaupt - nur an einen Gleichgesinnten wieder verkaufen würde. Der Spritverbrauch ist mir sowas von bums, da ich nur überschaubare Kilometer damit fahre und für diese ist es mir wert. Punkt.
    Wer die Autos nach dem Spritverbrauch beurteilt, der hat auch keinen Blassen, WIE billig gute Oldtimer sein können, wenn sie denn gepflegt sind. Eine vom TÜV bemängelte Rückleuchte bei einem 2005er-Passat, wo der LED-Kranz teilweise ausgefallen ist (hat man gern mal), kostet beim freundlichen VW-Händler 39,-, weil vergossen und daher nur komplett tauschbar. Bei meinem Strich-8 kostet das eine Rücklichtbirne von nicht mal zwei Euro. Elektronikprobleme kennen meine Oldies nicht, weil Elektronik gibts da nicht. Selbst wenn man keinerlei Wertzuwachs hat, hat man doch zumindest keinerlei Wertverlust. Das kann man von einem 2005er-Passat nicht behaupten - der ist nach ein paar Jahren allenfalls noch eine verwahrloste Plastikwanne ohne jeden Wert. Und ohne jeden Charme.

  4. Wer keine Ahnung hat, wie viel ein Auto wert ist, der sollte einfach abwarten und Angebote vergleichen. Nach 6 Monaten sieht man, bei was es sich um einen Ladenhüter handelt und bei welchem Preis Autos schnell weggehen. Ein guter Anhaltspunkt sind auch die Auktionen bei ebay, da man dort die Preise sieht, die die Leute bereit sind zu zahlen.

    Eine Leserempfehlung
  5. Mein Oldie verbraucht 12 l/100 km. Falls der Kraftstoff dann wirklich mal 3 €/l kosten sollte, dann bezahle ich für meine Jahresfahrleistung von 3000 km ca. 1000 € . Da bezahlen andere für ihren Parkplatz mehr - also so what!
    Selbst bei 5€/l werde ich dieses Hobby nicht aufgeben. Segeln war schon vor 20 Jahren teurer!

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Kein Garagengold"
    • Panic
    • 18. Dezember 2012 10:52 Uhr

    Bj. 1973. Gekauft habe ich den 2004. Na ja, keine Ahnung, ob der schon in die Kategorie Oldtimer fällt. Jedenfalls kaufte ich das tolle Stück in Gelsenkirchen von einem "Oppa". Für 1500 €. Das Ding war ohne Rost, hatte aber im Nachhinein andere Mängel. Ich denke, es wird immer schwieriger einen Klassiker zu einem moderaten Preis zu bekommen. Ich durchstöberte damals die Kleinanzeigen des Capri Forums und wurde auf "Oppas" Vehikel aufmerksam. Ich denke, Autoforen sind immer ein guter Platz, um Oldtimer mit realistischen Preisen zu finden, da die Community Tipps geben kann und bei unrealistischen Angeboten gleich mal kleine interne Shitstorms entfacht.

    Im Nachhinein muss ich sagen, dass der Capri einfach spitze war. Oldtimer riechen einfach besser und vermitteln echtes "Autofahren". Ich vermisse ihn sehr, den Bodie & Doyle Flitzer. Zur Zeit nutze ich die Öffis :)

    cheers

    3 Leserempfehlungen
  6. ...wenn man selbst dran Spass hat. Vieleicht kaufe ich mir selbst mal eines, später, wenn ich mehr Zeit dafür habe. Aber nicht als Kapitalanlage.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Kein Garagengold"

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Ford | BMW | Fiat | Auto | Euro | Jaguar
Service