Werkschließung : Das langsame Sterben von Opel
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Die Kommunen müssen sich auf die Nach-Opel-Zeit vorbereiten

Doch das allein wird Opel auch nicht wieder auf die Beine helfen. Letztlich hilft den Rüsselsheimern nur eins: mehr Autos in Europa verkaufen. Aber woher die Nachfrage für Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall kommen soll, ist in der derzeitigen Krise völlig unklar. Fehlenden Absatz in Europa kann Opel auch nicht in China oder Südamerika ausgleichen. Das lässt der Mutterkonzern nicht zu, dort will GM lieber seine US-Marken verkaufen.

Zudem gehört zur Wahrheit dazu: Verkäufe in China hätten das Werk in Bochum auch nicht gerettet. Wenn Opel in Asien einsteigen will, dann muss der Konzern auch vor Ort Werke eröffnen – da bringt ein Opel-Werk in Bochum wenig.

Vielleicht hätte eine Expansion außerhalb Europas Opel als Marke retten können. Jetzt aber ist die Zeit dafür abgelaufen. Die Etablierung einer Marke in neuen Märkten dauert Jahre. Die Manager hätten schon längst eine klare Strategie für Opel entwerfen müssen. Dafür fehlt nun die Zeit.

Die Schuldigen sitzen nicht unbedingt in Rüsselsheim, sondern in Detroit. Seit Jahren eiern die GM-Manager herum und lassen so ein Traditionsunternehmen mit 150 Jahren Firmengeschichte langsam sterben. In Europa ist der Automarkt gesättigt, jetzt beginnt der harte Verdrängungswettbewerb, Opel gerät unter die Räder.

Für die Werke ist das bitter. Die Fabriken in Bochum, Rüsselsheim, Eisenach und die Kommunen werden sich darauf einstellen müssen , dass Opel langfristig ganz von der Landkarte verschwinden wird. Eine Wahrheit, die sich GM offenbar noch nicht auszusprechen traut. Mal wieder.

Kommentare

66 Kommentare Seite 1 von 10 Kommentieren

Ich frage mich sowieso

seit langem wieviele Autos eigentlich immer so produziert werden und dann nicht verkauft. Wer kauft sich denn jedes Jahr mal eben einen neuen Wagen? ich fahre mein Auto so lange bis er auseinanderfaellt, das kann mal gut 10-15 Jahre dauern.Und ob ich mir dann ein neues Auto zulegen werde , das kann ich derzeit nicht sagen.

Fuer mich ist die Autoindustrie eine Resourcenschleuder

Na klar hat GM eine Strategie

Nur die sieht vor, das die Marke OPEL Geschichte wird. Dieser Buick, der wie der Insignia ist und in der VR China zusammengebaut wird, ist nur ein Beispiel dafür. Dabei wird hier immer die Lohnhöhe diskutiert. Ich glaube nicht das die Menschen , die in China für GM arbeiten, Hungerlöhne bekommen. Das wird dort im Zusammenhang mit dem Preisgefüge dort, den Erwartungen der Beschäftigten und dem kulturellen Hintergrund in Ordnung sein. Natürlich wünscht sich auch dort jeder, das es ihm später besser geht, so wie hier. Die Löhne hier in unseren Verhältnisse denen dort anzugleichen, nun, das haben wir ja schon in anderen Branchen und nennt sich "Aufstocken". Warum? Weil diese Lohnhöhe hier nicht für. . .alles reicht. Und besser wird es auch nicht mehr. Aber passen wir hier die Preise diesen Löhnen an? Auch das ist kaum zu erwarten, der Profit muss ja steigen, Wachstum. Und jetzt, was machen wir hier? Weiter um herum reden, die üblichen Schuldigen suchen und auf diese herumhacken, wieder eine Gruppe von Arbeitnehmer Lohnmässig absägen, damit beim Rest der Rubel weiter rollen kann? Ich habe keine Ahnung.

Beispielhaft wie globale Konzerne denken und handeln

Entwicklung in Deutschland,
Patente auf irgendeiner Steuerinsel,
begrenzte Absatzmärkte für produzierte Produkte in einer Region (Europa),
Standortsubventionen für die Aufrechterhaltung von bestehenden Produktionsstandorten,
Einführung von Sozialdumping bei den Mitarbeitern,
Abschöpfung der Erträge durch Lizenzzahlungen,
Vermeidung von Steuerzahlungen durch Entwicklungs-Abschreibungen,
Synergien durch Plattformbauweise,
usw, usw..
Dies sind keine Managentfehler!
Dies sind Managementerfolge !!