Doch das allein wird Opel auch nicht wieder auf die Beine helfen. Letztlich hilft den Rüsselsheimern nur eins: mehr Autos in Europa verkaufen. Aber woher die Nachfrage für Opel und die britische Schwestermarke Vauxhall kommen soll, ist in der derzeitigen Krise völlig unklar. Fehlenden Absatz in Europa kann Opel auch nicht in China oder Südamerika ausgleichen. Das lässt der Mutterkonzern nicht zu, dort will GM lieber seine US-Marken verkaufen.

Zudem gehört zur Wahrheit dazu: Verkäufe in China hätten das Werk in Bochum auch nicht gerettet. Wenn Opel in Asien einsteigen will, dann muss der Konzern auch vor Ort Werke eröffnen – da bringt ein Opel-Werk in Bochum wenig.

Vielleicht hätte eine Expansion außerhalb Europas Opel als Marke retten können. Jetzt aber ist die Zeit dafür abgelaufen. Die Etablierung einer Marke in neuen Märkten dauert Jahre. Die Manager hätten schon längst eine klare Strategie für Opel entwerfen müssen. Dafür fehlt nun die Zeit.

Die Schuldigen sitzen nicht unbedingt in Rüsselsheim, sondern in Detroit. Seit Jahren eiern die GM-Manager herum und lassen so ein Traditionsunternehmen mit 150 Jahren Firmengeschichte langsam sterben. In Europa ist der Automarkt gesättigt, jetzt beginnt der harte Verdrängungswettbewerb, Opel gerät unter die Räder.

Für die Werke ist das bitter. Die Fabriken in Bochum, Rüsselsheim, Eisenach und die Kommunen werden sich darauf einstellen müssen , dass Opel langfristig ganz von der Landkarte verschwinden wird. Eine Wahrheit, die sich GM offenbar noch nicht auszusprechen traut. Mal wieder.