Parkhäuser2,30 Meter Breite reicht modernen Autos kaum
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"Autos wie Smart zeigen die Gegenbewegung an"

Handlungsbedarf im Sinne von ADAC und BVS sieht man auch in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt nicht. Es gebe derzeit keine Notwendigkeit, sich für die Fahrer großer Autos stark zu machen, ist aus der Behörde zu hören. Bei der Forderung gehe es auch nicht um Bestandsflächen, sondern um künftige Bauvorhaben – doch eine Ausweitung des Parkplatzangebots sei ohnehin nicht geplant.

Eine ähnliche Ansicht vertritt die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen . "Bei der Planung von Stellflächen können wir nicht nur die aktuelle Situation betrachten, sondern müssen die Entwicklung der nächsten Jahre berücksichtigen", sagt Maik Grimmeck vom NRW-Bauministerium in Düsseldorf . "Autos wie der Smart zeigen doch auch eine Gegenbewegung an." Mittelfristig werde es eine Trendwende geben, "weg von den Spritfressern und hin zu kleinen, sparsamen Citycars".

Parkhausbetreibern sei es ohnehin freigestellt, Stellflächen mit großzügigeren Abmessungen zu schaffen, fügt Grimmeck hinzu. "Eine Möglichkeit wäre, spezielle SUV-Etagen mit extragroßen Stellflächen anzubieten. Für diese Plätze müssten Kunden dann eben entsprechend mehr bezahlen."

Das vom ADAC aufgezeigte Problem der zu dicht gesetzten Pfeiler wird sich in vielen Parkhäusern allerdings kaum beseitigen lassen. Die Statik fordert diese Stützen. Hier bietet die Autoindustrie jedoch diverse Hilfsmittel an – von der Rückfahrkamera bis zum selbstständigen Einparkassistenten.

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Leserkommentare
  1. und zwar nicht nur für die Fahrer überbreiter SUVs. Wenn in einer Nische mit drei Plätzen ein SUV und ein Golf stehen, und nicht perfekt platzsparend ausgerichtet sind (und das sind sie natürlich nie, denn wer will schon mit dem Anzug die linke Fahrzeugflanke putzen), dann bleibt ein Platz übrig, der für mich zwat mit etwas Geduld noch zum Reinfahren genügt, aber nicht mehr zum Aussteigen. Da hilft auch kein elektronischer Einparkassistent.

    Resultat ist, dass draussen noch soundsoviel freie Plätze angezeigt sind, in Wirklichkeit jedoch nur noch dreiviertel Plätze vorhanden sind, die so viel nützen wie der Schnee vom vorigen Jahr.

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    wie wäre es, wenn die Parkhausbetreiber unterschiedliche Tarife für schmale, normal breite und überbreite Fahrzeuge einrichten würden. Dann müßte ein SUV Besitzer, der zwei Parkplätze belegt eben das doppelte an Parkgebühren zahlen.
    Und genau das gleiche System könnte bei den Parkplätzen auf der Straße angewendet werden: wer viel Platz braucht zahlt viel, wer wenig Platz braucht zahlt entsprechend weniger.

    Mich nervt als Fußgänger, daß immer weniger auf die StVO geachtet wird und sich Fahrzeuginhaber an den Straßenrändern selbst in den "Zonen" breit machen, die laut StVO freizuhalten sind.
    Wenn nun als Begründung angeführt wird die neuen Autos bräuchten mehr Raum, dann laßt die Kosten für die Knöllchen und die Kosten für die Parkplätze in den Innenstädten expotential mit der Größe des Autos ansteigen. Dann rechnen sich die großen Wagen nicht mehr und die Autoindustrie wird vielleicht kleinere Modelle auflegen. Mir wär's recht ;-)

  2. Wer in beengten (Innenstadt-)Verhältnissen lebt, kann beobachten, dass die Menschen sich hier ganz bewusst (wieder) für kleinere Autos entscheiden. Weil es einfach nervt, mit einem Dickschiff an einer kleinen Parklücke vorbei zu fahren und weitere Runden um die Häuserblocks zu drehen.

    Nur bei der deutschen Autoindustrie und ihren beiden großen Lobby-Organisationen – dem VDA und dem ADAC – ist diese Erkenntnis noch nicht angekommen.

    Hätte Noa auf seiner Arche Platz für Dinosaurier geschaffen – der Kahn wäre entweder nie fertig geworden oder elendig abgesoffen. Heute regelt das eben der Markt.

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    ?? Noah kann ja nicht gemeint sein. Der war doch in Schiffen. Und klein waren die auch nicht :-)

    Nein, ehrlich: Wer ist Noa?

  3. 2 Leserempfehlungen
  4. Und zwar nicht nur für Fahrer größerer Autos, sonder für jeden. Die engen Parkplätze machen es nämlich immer schwieriger, gefahrlos die Türen auf zu bekommen. Immer wieder passiert es, dass ein Auto beschädigt wird deswegen. Und selbst beim ein- oder ausparken passiert mal etwas.

    Schon alleine deswegen wünsche ich mir schon seit langem viel breitere Parkplätze. Ich stelle mich auch deswegen schon immer ganz weit weg, wo noch alle Parkplätze frei sind, nachdem ich es mal selbst erlebt habe an meinem frisch lackiertem Auto.

    Leute, die sich in die Mitte von 2 Parkplätzen stellen, verstehe ich deswegen nun auch.

    Das wäre übrigens eine Entlastung für Versicherungen und evtl. auch Versicherungsbeiträge, denn diese Schäden sind sehr, sehr häufig.

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    „Leute, die sich in die Mitte von 2 Parkplätzen stellen, verstehe ich deswegen nun auch.“

    Ich verstehe sie auch, finde so ein Verhalten aber trotzdem unsozial. Wer meint, ein riesiges SUV fahren zu müssen oder zu faul ist zu rangieren, muss halt zur Not weiter weg parken.

    Zu fordern, die Stellplatzbreite müsste - als Beispiel - verdoppelt werden, ist dabei nicht weniger unsozial als gleich zwei Plätze zu belegen. Als Resultat würde sich nämlich die Anzahl der auf der gleichen Fläche verfügbaren Stellplätze für alle - also auch die Fahrer sinnvoll dimensionierter PKW - halbieren.

    • footek
    • 20. Dezember 2012 11:06 Uhr

    braucht bestimmt Wichtigeres als breitere Parkhaus Stellflächen für Autos, die kein vernünftiger Mensch benötigt.

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    Es geht nicht nur um "Autos, die kein Mensch braucht" sondern auch um ganz normal Autos, in denen hinten bei geöffneter Tür die Kinder angeschnallt werden sollen. Oder Autos, aus den mal ein älterer Mensch aussteigt.
    Die Kampflinie um die SUV herum ist deshalb in dieser Form falsch. Wer SUV bei Parkplätzen keinen zusätzlichen Raum schaffen will (was ich verstehe) muß dann eben Eltern-Kind-Parkplätze, Senioren-Parkplätze o.ä. anbieten und dafür sorgen, daß die auch benutzbar sind. Rechtlich schwierig und die breiten SUV stehen auch schon davor ...

  5. Dass ein solches Gefährt in heutigen Zeiten eher wenig als Statussymbol taugt sondern vielmehr dem Besitzer ein beschränktes Selbstbewusstsein attestiert sollte sich so langsam herumgesprochen haben.

    Dazu kommt, dass im Zuge des steigenden Umweltbewusstseins und steigender Spritpreise Besitzer solcher Fahrzeuge vermutlich bald nur noch belächelt werden. Meiner Einschätzung nach geht der Trend eher in Richtung weniger ist mehr.

    Von daher sehe ich da keinen Handlungsbedarf.

    17 Leserempfehlungen
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    ...ich denke wer sich einen SUV von einer deutschen Topmarke kaufen kann, der wird keine Probleme haben den Sprit dafür zu bezahlen. Desweiteren hab ich nicht den Eindruck als sei diese Modeerscheinung bald zu Ende.
    Gerade in der Krise wird es für die bestimmten sozialen Milieus immer wichtiger mit Prestigeträchtigem Hab und Gut von den Unteren sozialen Schichten abzugrentzen.

    RN

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte ADAC | Volkswagen | Auto | Golf | Landesregierung | SUV
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