UmweltschutzAuto nur voll besetzt so CO2-sauber wie Regionalzug

Die Bahn wäre gern das umweltfreundlichste Verkehrsmittel – doch der Reisebus schneidet im Hinblick auf die Emissionen noch besser ab. Entscheidend ist die Auslastung. von 

Als die Grünen erstmals im Bonner Bundestag saßen, war die Welt des Verkehrs noch klar aufgeteilt. Es gab zwei Fraktionen: Entweder kämpfte man gegen das Waldsterben, indem man mit der Deutschen Bundesbahn fuhr. Oder man forderte freie Fahrt für freie Bürger, setzte sich in sein Auto und stritt allenfalls darüber, ob es ein Benziner oder ein Diesel sein soll.

Die alten Gräben aber werden zugeschüttet, und das Umweltbundesamt (UBA) liefert die Zahlen dazu. Die Behörde rechnet in regelmäßigen Abständen vor, welches Verkehrsmittel zur Personenbeförderung welche Abgase emittiert (siehe Tabelle unten). Bei den Treibhausgasen berücksichtigt das UBA nicht nur Kohlendioxid, sondern auch andere relevante Emissionen wie Methan oder Lachgas. Ausgelassen werden dagegen der Flächenverbrauch von Straßen und Schienen, der Lärm sowie der Atommüll, den elektrische Antriebe indirekt verursachen.

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Der erste Platz geht traditionell an den Reisebus, und das liegt vor allem an seiner guten Auslastung. Mit durchschnittlich 60 Prozent belegten Sitzplätzen werden pro Person und Kilometer 30 Gramm CO2 frei. "Die Massenverkehrsmittel liegen immer im Vorteil", fasst Michael Müller-Görnert, Referent für Verkehrspolitik beim ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD), zusammen. "Die Auslastung ist eine der wichtigsten Stellschrauben, um die Umweltbelastung zu verringern."

Emissionen verschiedener Verkehrsträger
Zum Betrachten der Tabelle klicken!

Zum Betrachten der Tabelle klicken!  |  © Umweltbundesamt

Für die Verkehrsunternehmen bedeutet das zugleich eine höhere Rentabilität. MeinFernbus zum Beispiel ist stolz darauf, in den ersten Monaten des Betriebs sogar auf eine Platzbesetzungsquote von 75 Prozent gekommen zu sein. Dazu passen in jeden Bus vier bis fünf Fahrräder. Die beiden Gründer von MeinFernbus haben früher für die Bahn gearbeitet; jetzt machen sie dem traditionellen Schienenverkehr Konkurrenz. Nicht bei der Geschwindigkeit, aber im Preis und in der Ökologie.

Denn genau die schlechtere Auslastung führt dazu, dass eben nicht die Bahn im Verkehrsträgervergleich am besten abschneidet. Das Umweltbundesamt bescheinigt der Bahn zwar eine relative Sauberkeit, aber keineswegs Perfektion. In den Fernverkehrszügen sind die Plätze zu 48 Prozent gesetzt, im Nahverkehr liegt die Auslastung bei 26 Prozent. Und dass die Bahn laut ist und zuletzt 22 Prozent ihres Stroms aus Atomkraftwerken bezog , zeigt, wo die Verbesserungspotenziale liegen.

Um auf die gleichen CO2-Emissionen wie ein Nahverkehrszug zu kommen, müsste ein Auto mit drei Personen besetzt sein. Das UBA setzt für seine Berechnung eine durchschnittliche Besetzung von 1,5 Personen pro Pkw an.

Leserkommentare
  1. Der Reisebus nicht.

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    Die Argumentation ist ja spitze!
    Aus Umweltgründen jetzt bitte alle in den Flieger.

    Langfristig können sich auch Zugfahrpläne ändern.

    Nein, Zugfahrpläne werden sich nicht ändern, denn die Politik setzt auf die Bahn um alle Orte in Deutschland an den öffentlichen Verkehr anzubinden.

    Ist doch irgendwie auch logisch, denn bei voller Auslastung ist die Bahn das ökologischste Verkehrsmittel.

    Angenommen man würde alle Bahnlinien durch Buslinien ersetzten, wie hoch wäre dann die Auslastung der Busse noch??

    Es gibt also immer zwei Ziele: Verfügbarkeit und Auslastung.

  2. Die Argumentation ist ja spitze!
    Aus Umweltgründen jetzt bitte alle in den Flieger.

    Langfristig können sich auch Zugfahrpläne ändern.

  3. Nein, Zugfahrpläne werden sich nicht ändern, denn die Politik setzt auf die Bahn um alle Orte in Deutschland an den öffentlichen Verkehr anzubinden.

    Ist doch irgendwie auch logisch, denn bei voller Auslastung ist die Bahn das ökologischste Verkehrsmittel.

    Angenommen man würde alle Bahnlinien durch Buslinien ersetzten, wie hoch wäre dann die Auslastung der Busse noch??

    Es gibt also immer zwei Ziele: Verfügbarkeit und Auslastung.

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    Abgesehen davon das das für die mit etwas Patte in der Tasche ein Komfoprthorror wäre:

    Der Bus ist unschlagbar flexibel. Es gibt auch weniger Fixkosten (Bahnhöfe, Züge, Signalkrimskrams, Schienennetz). Es ist also möglich zu Stoßzeiten mehr Busse auf den Markt loszulassen. Es ist leichter Möglich zu Spezialereignissen (Oktoberfest) andere Routen zu fahren usw. Daher kann man das so nicht vergleichen.

    Die Bahn ist vor allem in einem Unschlagbar: Der Geschwindigkleit. Würde der ICE nicht jede Milchkanne die einen Ministerpräsidenten zum Freund hat abholen, dann wäre die Bahn sogar konkurrenzfähig zum Flugzeug.

    Von Berlin nach München braucht man 6:49 mit 11 Zwischenhalten

    Von Paris nach Marseille braucht man 3:17 mit 1 Zwishenhalt

    Wir bräuchten nebenbei weder in München die 3. Startbahn, noch in Berlin einen neuen Flughafen, wenn der ICE seinen Job tun würde, nähmlich Inter CITY EXPRESS. Stattdessten wartet man in Montabaur und Wittenberge bis der Föderalismus aufhört zu quälen

  4. Sollte man jetzt also rückschließen können, dass der Bus das ökologisch sinnvollste Transportmittel ist?

    Die Auslastung der Busse wäre sicher nicht mehr halb so gut, sobald sie der Bahn abseits der Hauptstrecken Konkurrenz machen müssten.

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    Dieser Artikel soll ja einen Leitfaden bei Entscheidungen abgeben. Und wenn Ihre Reiseroute nur per Zug möglich ist, dann wählen Sie den Zug.

    Beim Zug ist auch der Fernverkehr angegeben. Die Auslastung ist hier schlechter.

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  • Schlagworte Umweltbundesamt | Umweltschutz | Abgas | Atommüll | Auto | Bahn
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