Megakooperationen der unterschiedlichen Anbieter seien nötig. Wer da nicht mitmache, werde an der mobilen Zukunft nicht teilhaben. Einbezogen seien Unternehmen der Informations- und Kommunikationstechnik wie Microsoft oder Google, die ebenso wie die Anbieter von Hardware wie Bussen, Bahnen und Autos Teile des virtuellen Fuhrparks der Zukunft sein werden.

"Klassische, unflexible Nahverkehre" werde es nicht mehr geben, etwa, dass man nach der Ankunft an einem Bahnhof gerade noch die Rücklichter des Anschlussbusses sieht und eine volle Stunde auf den nächsten warten muss. Im Mobilitätssystem der Zukunft steht in einem solchen Fall ein Elektrofahrrad bereit, oder es kommt wenige Minuten später der angeforderte Bedarfsbus.

Der Staat müsse sich als Anbieter von Verkehrsdienstleistungen zugunsten der privaten Wirtschaft zurückziehen und nur noch als eine Art Moderator wirken. Die Autoren der Studie glauben, dass die Mobilität der Zukunft teurer wird als die heutige, allerdings auch komfortabler und schneller.

Innerhalb der Europäischen Gemeinschaft werden 90 Prozent des Personenverkehrs auf der Straße abgewickelt. Dabei entstehen 93 Prozent der verkehrsbedingten Emissionen an Kohlendioxid. Einen nicht vernachlässigbaren Teil seines Lebens verbringt jeder Mensch im Stau. 2050 sollen es jährlich gut 100 Stunden sein – wenn das Verkehrssystem nicht gründlich verändert wird.

Unfreiwillige Pausen auf Straße und Schiene wird es im Zukunftssystem der Studie nicht mehr geben. Die werden einfach umfahren. Routenänderungen kommen automatisch aus dem Zentralrechner. Denn der denkt mit.

Erschienen bei wiwo.de