Änderungen 2013Das kommt im neuen Jahr auf Autofahrer zu

2013 ändert sich manches beim Führerschein: Er hat künftig ein Ablaufdatum. Besitzer von Autos mit gelber und roter Plakette müssen zudem neue Umweltzonen beachten. von Marcel Sommer

Die Maya-Untergangstheoretiker waren nun doch im Unrecht – es besteht also Bedarf nach einem genauen Blick auf die Neuerungen, die im bevorstehenden Jahr auf die Autofahrer warten. Für einen Aufschrei sorgte bereits der Beschluss einer 15-Jahre-Frist für Führerscheine, die nach dem 19. Januar 2013 ausgestellt werden. Entgegen vieler Stammtischweisheiten verliert jedoch nicht die Fahrerlaubnis ihre Gültigkeit, sondern lediglich das Führerscheindokument.

Nach Ablauf der Gültigkeit muss der Betroffene sich einen neuen Führerschein ausstellen lassen. Die Idee dahinter: Personenbezogene Details wie Namen und Foto sollen regelmäßig aktualisiert werden. Zusätzliche ärztliche Untersuchungen oder Prüfungen sind mit dem Umtausch aber nicht verbunden.

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Mit der Änderung setzt Deutschland eine Richtlinie der Europäischen Union von 2006 um. Das Ziel der dritten Führerschein-Richtlinie mit der Nummer 2006/126/EG ist, die verschiedenen Führerscheine innerhalb Europas zu vereinheitlichen. Derzeit existieren auf dem Kontinent mehr als 110 verschiedene Führerscheinformate.

Änderungen beim Motorrad-Führerschein

Führerscheine, die vor dem 19. Januar 2013 erworben wurden, sind nicht von der 15-Jahre-Frist betroffen. Allerdings müssen bis Ende 2032 alle Führerscheine der neuen Richtlinie entsprechen. Der Umtausch wird EU-weit 24 Euro kosten, dazu kommen die Kosten für ein aktuelles biometrisches Passfoto.

Die meisten Neuerungen im Hinblick auf die Fahrerlaubnis-Klassen kommen auf Fahrer motorisierter Zweiräder zu. Die neue Klasse AM setzt sich zusammen aus der bisherigen Klasse M für maximal 45 Stundenkilometer schnelle Mopeds mit höchstens 50 Kubikzentimetern Hubraum und der Klasse S für vergleichbar motorisierte Leichtkraftfahrzeuge mit drei und vier Rädern, also sogenannte Trikes und Quads. Auch entsprechende Fahrzeuge mit einem maximal 4 Kilowatt (kW) starken Elektromotor fallen darunter.

Gleichzeitig dürfen sich junge Motorrad-Fahranfänger zwischen 18 und 23 Jahren freuen. Sie dürfen – unabhängig davon, ob sie den Führerschein am 19. Januar bereits haben oder erst noch die Prüfung absolvieren müssen – sofort mit bis zu 35 kW (48 PS) starken Maschinen fahren. Bislang galt eine zweijährige Leistungsbeschränkung von 25 kW (34 PS). Allerdings hat diese neue Motorradklasse A2 einen Haken: Sie berechtigt nach Ablauf von zwei Jahren nicht automatisch zum Fahren von Motorrädern der Klasse A. Es muss dann erneut Unterricht genommen und eine praktische Prüfung abgelegt werden.

Zugleich erleichtert der Gesetzgeber zum 19. Januar 2013 Autofahrern die Nutzung eines mehr als 750 Kilogramm schweren Anhängers. Bisher durfte dessen Gesamtmasse das Leergewicht des Zugfahrzeugs nicht überschreiten – diese Einschränkung wurde gekippt. Künftig reicht Autofahrern die Klasse-B-Lizenz, vorausgesetzt das zulässige Gesamtgewicht des Gespanns überschreitet nicht die 3,5-Tonnen-Marke. Wer 750 Kilogramm mehr, also 4,25 Tonnen bewegen möchte, muss lediglich ein paar zusätzliche Fahrstunden absolvieren. Dann bekommt er auf seinem Führerschein die Schlüsselnummer 96 hinzugefügt.

Leserkommentare
  1. Wo bleibt endlich das konsequente Bestrafen der Missachtung des Rechtsfahrgebots und Spurwechseln ohne Blinker???

    Immer wird von Rasern gesprochen, aber ich kann mit Lichtgeschwindigkeit über die Autobahn rasen und da passiert gar nix, wenn niemand mit 120 ohne Benutzung des Blinkers und Rückspiegels auf die linke Spure zieht um jemanden mit 115 km/h zu überholen.

    Das ist keine Rechtfertigung für Drängler und Rechtsüberholer! Aber ich will mit 160 km/h fahren können ohne Todesangst zu haben, nur weil manche zu faul für den Schulterblick sind!

    2 Leserempfehlungen
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    Solche Situationen erzeugen beim erfahrenen Fahrer nur kurzzeitig erhöhten Puls. Wollen Sie nicht mal freiwillig zur MPU?

    und ersparen Sie sich und anderen die Todesangst. Das Rechtsfahrgebot gilt übrigens nur ausserhalb geschlossener Ortschaften.

    Im Verkehr geht es nicht darum Recht zu haben oder auf seine "Rechte" zu pochen ("...ich will so schnell fahren, wie erlaubt und niemand hat mir hierbei in die Quere zu kommen..."), sondern darum unbeschadet nach Hause zu kommen. Werden Sie erwachsen.

    ves Verbots von Rechtsüberholen. In Nordamerika ist Rechtsüberholen üblich und völlig legal. Nachdem dort über kilometerlange Schlangen auf der Linken Seite geklagt wurde, legalisierte man das Rechtsüberholen, und schwupps - plötzlich war das Links Drängeln vorbei. Es könnte so einfach sein.

  2. Wo bleibt endlich die konsequente Einführung eines europaweit gültigen Tempolimits auf Autobahnen?

    Eine Leserempfehlung
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    Warum? Das braucht doch kein Mensch!

    Viel wichtiger als ein Tempolimit wäre eine Tempo-Untergrenze beim Überholen auf der linken Spur und ein ausgedehntes Überholverbot für LKW im Schneckentempo. Damit ließe sich der Verkehr auf vielbefahrenen Autobahnen auch im Durchschnitt beschleunigen. LKWs und Schnarchnasen rechts, der Rest in vernünftigem Tempo links.

    Aber das ist ja nicht politisch korrekt in unserem Öko-Sauberland.

    Da auf bundesgermanischen Autobahnen die Durchnittsgeschwindigkeit ohnehin nur zwischen 120 - 130 liegt, ist eine zusätzliche Reglementierung überflüssig.

  3. Viel besser sind doch die, die auf freier Strecke sofort mit 100 auf die linke Spur wechseln, wenn am rechten Rand im Wald auf der Auffahrt ein Auto sichtbar wird...

  4. Warum? Das braucht doch kein Mensch!

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Tempolimit"
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    aber häufig ist das Autos intelligenter als der Mensch der hinter dem Lenkrad sitzt.

    Waren Sie mal in den USA? Bei den armen Amis, die bekanntlich mit nur 65 bis 75 Meilen über die highways kriechen?

    Sie werden feststellen, daß die durchschnittliche Fortbewegungsgeschwindigkeit dort nicht niedriger ist, als hierzulande - bei gleichzeitig wesentlich weniger Ärger und Streß.

    Ich behaupte sogar, daß der durchschnittliche, gemütliche Kalifornier schneller unterwegs ist als ein Deutscher BMW/VAG-Fahrer mit 200PS - zumindest vor 22h und nach 6h.

    Zur Rush-Hour gibts natürlich hüben wie drüben Stau. Ansonsten rollen die alle mit ihren Tempo 120 - konstant!

    Hierzulande herrscht bekanntlich Krieg: Brummis mit 90 auf der rechten Spur, Elefantenrennen beschränken die mittlere Spurt regelmässig auf 100, und -falls es überhaupt eine gibt- ist die linke Spur gefährlich und anstrengend, weil man (auch noch ständig in der Gefahr daß einem einer mit Tempo 180 hinten rein rauscht, falls es gerade eine Lücke gibt, weil auch noch alle konsequent und eben deswegen das Rechtsfahrgebot mißachten) dort immer wieder nur mit Vollgas und Bremsen irgendwo zwischen 100 und vielleicht 160 vorankommt.
    Was das für den Geschwindigkeits-Durchschnitt und Energie-Verbrauch bedeuten, kann man sich denken.

    Warum ist das so? Ein Auto mit Tempo 200 braucht vor sich den (freien) Platz, wo sonst wenigstens 5 Autos mit Tempo 100 hätten fahren können.

    Straße = shared resource: je größer der Geschwindigkeitsunterschied der Fahrzeuge, desto niedriger die Gesamtdurchschnittsgeschwindigkeit!

  5. ........... sind ein ganz eigenes Thema!
    Um diese befahren zu dürfen sollte besser ein eigener Führerscheinlehrgang absolviert werden und nicht nur 2-3 Fahrstunden.
    Dann dürfte sich das Problem von Dränglern, Linksschleichern und Geisterfahrern wohl entspannen.

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    In Verbindung damit wäre auch die standardmäßige Durchführung eines sogenannten "Idiotentest" bereits vor Vergabe des Führerscheins sinnvoll.
    Keine andere Maßnahme würde unsere überfüllten Autobahnen derart entlasten.

  6. Der Bürger der seine Daten aktualisieren will/muss kann ja freiwillig ein neues Dokument beantragen. Die Einführung pauschaler Befristungen ist dagegen nur getrieben vom Wunsch des Staates, Gebühreneinnahmen zu erzeugen und Kontrolle auszuüben.

  7. aber häufig ist das Autos intelligenter als der Mensch der hinter dem Lenkrad sitzt.

    Antwort auf "Tempolimits?"
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    • Moin.
    • 31. Dezember 2012 1:14 Uhr

    Und für den gebrauchten Porsche wenigstens um Stuttgart herum, wo es keine Peage- Stationen gibt. ;)

  8. Solche Situationen erzeugen beim erfahrenen Fahrer nur kurzzeitig erhöhten Puls. Wollen Sie nicht mal freiwillig zur MPU?

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Rechtsfahrgebot!!!"
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    "Solche Situationen erzeugen beim erfahrenen Fahrer nur kurzzeitig erhöhten Puls. Wollen Sie nicht mal freiwillig zur MPU?"

    Ich glaube, Sie haben nicht ganz verstanden, worauf der Kommentator hinauswollte:

    Durch die häufigen Spurwechsel ohne Blinken und gerne auch ohne halbwegs korrekte Einschätzung der Verkehrssituation, ist man in der Tat beim Überholen in ständiger Gefahr. Die Rede von der "Todesangst" mag übertrieben sein, aber mit großer Geschwindigkeitsdifferenz zu überholen ist nicht ohne, wenn man weiß, wie blind und hilflos viele Verkehrsteilnehmer unterwegs sind.

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Umweltbundesamt | Autofahrer | Elektromotor | Euro | Fahrzeug | Oldtimer
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