Verkehr : Kabinentaxis sollen verstopfte Straßen entlasten
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Streckennetz für Israel

Aber während die Ultra-Kabinen auf Reifen und mit Batterien fahren und höchstens Tempo 40 erreichen, schwebt die Aufhängung der SkyTran-Vehikel auf einem Magnetkissen – wodurch sie auf 240 Kilometer pro Stunde beschleunigen.

Damit werden Kabinentaxis plötzlich nicht nur für die Fahrt durchs Stadtviertel interessant, sondern auch als Highspeed-Verkehrsmittel für Metropolregionen: Pendler könnten in ihrer Heimatstadt einsteigen und, ohne umzusteigen, direkt zum Büro in einer anderen Stadt fahren. Sanders' Team konzipiert bereits ein 440 Kilometer langes Transportnetz für ganz Israel .

Bei alledem ist die Hängebahn nicht einmal sonderlich laut, und sie spart Platz: Während Ultra-Podcars auf einer 1,60 Meter breiten Betonstrecke unterwegs sind, reicht dem SkyTran ein Stahlträger, dessen Tragepfeiler obendrein bestehende Laternenpfähle ersetzen. Und weil sich die gesamte Konstruktion in Fabriken herstellen lässt, soll ein Kilometer Fahrstrecke nur sechs Millionen Dollar kosten. Straßenbahnstrecken sind dreimal teurer.

Nun muss sich das System aber erst in der Praxis beweisen. Offen bleibt auch, ob die Menschen in Tel Aviv Kabinen akzeptieren, die über ihren Köpfen und vor ihren Fenstern vorbeiflitzen. Sanders will die Bedenken gleich zu Beginn zerstreuen. So sollen sich Fahrzeuge per Smartphone an einer gewünschten Haltestelle reservieren lassen. Und während der Fahrt sollen Passagiere auf einem Bildschirm im Armaturenbrett fernsehen und im Internet surfen.

Und das wäre sogar noch komfortabler als die Rohrpost in Futurama .

Erschienen in der WirtschaftsWoche

Kommentare

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Warum so kleinkariert?

So sinnlos ist die Formulierung nun auch nicht! Ein Verbrauch ist immer Streckenbezogen. Also warum soll er nicht explizit eine Streckeneinheit erwähnen?

Was mich viel mehr aufregt, ist die Tatsache, dass wir effiziente Fortbewegungsmöglichkeiten entwickeln und diese nie zum Einsatz bringen. Man muss sich nur mal ausmalen, wenn das konsequent seit den Siebzigern eingeführt worden wäre hier in D. Wo wir dann jetzt wären. Wir könnten die Dinger wahrscheinlich mittlerweile so billig/zuverlässig wie kein Anderer produzieren und installieren.
Und keiner müsste sich über Preissteigerungen bei einer unzuverlässigen DB beklagen!

Ich will ja nicht zukunftsfeindlich sein...

...aber das Konzept verlegt doch den Stau auf der Straße einfach auf die Schiene. Statt einer Person pro Auto, dass übrigens auch bis zu 240km/h fahren könnten - wenn sie nicht im Stau stecken würden :-) - sitzt dann je eine Person im SkyTran-Vehikel, sonst ist nichts anders.
Wir haben nicht mal einen stau-freien Himmel(!), wieviel Chancen hat da eine Magnetschwebebahn mit individuellen Pods?
Der Preis ist sicher attraktiv aber sobald Individualverkehr ins Spiel kommt kann es nur im Stau enden.

Maximalkapazität

Im Artikel stand etwas von " alle halbe Sekunde 1 Pod" pro Schiene.

Macht also 2 Pods bzw.
120 Pods pro Minute
720 pro Stunde

Zum Vergleich: Straßenbahn im 5 Minuten Takt: Kapazität 300Personen/Fahrzeug = 3600 Personen/h

Interessanterweise ist das nicht so viel mehr, wie eine normale, gut ausgebaute Straße verkraftet.

Trotzdem hat das gute Chancen, da es potenziell sowohl schneller, als auch günstiger als ÖPNV/Auto ist.

Ob es sich aber durchsetzt hängt vor allem von Netzwerkeffekt ab, denn je größer das NEtz, desto höher der Nutzen

PRT (Personal Rapit Transit)

Der Fachbegriff für solche Systeme ist PRT und unter diesem Namen findet man im Netz etliche Beiträge. Seit mindesten 50 Jahren werden PRT-Systeme von Universitäten und Startups untersucht und propagiert.

In aller Regel driften Theorie und Praxis dann erheblich auseinander, wenn es etwas konkreter in Richtung Realisierung geht. Die Kosten für Planung, Testphasen, Fahrzeuge und Fahrweg werden grundsätzlich viel zu niedrig angesetzt und im günstigsten Fall schafft man eine kurze Teststrecke auf der einige Fahrzeuge Testfahrten unternehmen. Danach wird die Presse über den baldigen Beginn der Massenproduktion informiert.

Meistens sind die Planer wenigstens so realistisch, dass sie mit relativ niedrigen Geschwindigkeiten rechnen. Die kurzen Fahrzeiten ergeben sich schon, weil PRT-Fahrzeuge kontinuierlich von Start zum Ziel fahren. Hier wird gleich der große Wurf mit Magnetschwebetechnik und 240km/h gewagt. Das kann überhaupt nicht kurzfristig funktionieren. Wenn Geld keine Rolle spielen würde, müsste man sicherlich mindestens 10 Jahre forschen und experimentieren bevor man solche Fahrzeuge in den täglichen regulären Einsatz mit zehntausenden von Fahrgästen geben könnte.

Ein einigermaßen realistischer Versuch ein erstes richtiges PRT-System zu bauen findet derzeit in Masdar (Abu Dhabi) statt. Dort steht richtig viel Geld zur Verfügung und PRT wird von Anfang an in der Stadt-Planung berücksichtigt. Ob es auch funktioniert ist noch unklar.

Sky Tran schon weiter als gedacht?

Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es das Projekt bereits seit 1990. Seit mindestens 10 Jahren wird richtig geforscht und experimentiert. Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, aber wenn eine Strecke ab 2014 in Tel Aviv gebaut werden soll, dann müssten doch zumindest Stadtplaner und Geldgeber das Projekt als zukunftsträchtig und realistisch erachten.

Sollten wir nicht lieber ab und an etwas mehr wagen und investieren? Wenn wir immer auf den nächsten Meilenstein der Forschung warten, ergeht es und wie beim Computerkauf, bei jeder Neuerscheinung lohnt es sich nicht wirklich sie zu erwerben, da die nächste schon in Erwartung ist.

Freundlichst
Der nette Kerl