Immerhin scheint eines sicher: Der Golf hat nicht zu-, sondern tatsächlich abgenommen. Das Fachmagazin auto, motor und sport hat etwa bei einer Benzinversion (1.4 TSI) einen Diäterfolg von 35 Kilogramm gemessen. Der ist bitter nötig, denn ein in der EU zugelassener Neuwagen wog im Jahr 2011 im Durchschnitt 1.393 Kilogramm, in Deutschland aber sogar 1.484 Kilogramm.

"Generell lässt sich sagen, dass die jahrelange Spirale der Gewichtszunahme durchbrochen ist", kommentiert Professor Huber von der HAW Hamburg den Trend bei allen Autoherstellern. Das gelte umso mehr, wenn man nicht Fahrzeuge mit gleichem Namen, sondern gleicher Größe vergleiche: "Trotz ständig zunehmender Anforderungen werden die Autos langsam leichter."

Offensichtlich fällt es beim Pkw genauso schwer wie beim Menschen, eine konsequente Diät einzuhalten. "Die größten Gewichtstreiber bleiben der Komfort und die Sicherheit", sagt Huber. Ein elektrisch verstellbarer Sitz etwa habe etliche Motoren. Außenspiegel werden heute meistens elektrisch eingestellt, und selbst eine Heckklappe wird immer häufiger durch Stellmotoren geöffnet. Ballast fürs Wohlgefühl.

Nicht verzichtbar sind dagegen die gesteigerten Crashanforderungen. Die Rohkarosserie muss immer besser werden; hochfeste Stähle finden zunehmend den Weg in die Serienfertigung. Bei Seiten- und Heckunfällen muss ein modernes Auto ebenfalls erstklassig sein. Der Käufer will sich sicher fühlen. Zunehmend halten außerdem Fahrassistenzsysteme Einzug ins Auto. Absolut gesehen sind sie nur ein kleiner Gewichtsposten, aber es gibt eben keine Stellschraube mehr, die man ignorieren kann.

Den einfachsten Weg zur Gewichtsreduktion ist zuletzt Peugeot gegangen. Statt den 208 als Nachfolger des 207 länger und breiter zu machen, verzichteten die Franzosen auf ein paar Zentimeter Außenmaß und glichen den Verlust über eine kluge Raumökonomie aus. Beim Golf war das Größenwachstum bisher unbeschränkt.