Alternative Antriebe : Geld sparen mit Autogas

Ein Neuwagen mit Autogasantrieb ist vielen Autofahrern zu teuer. Die Alternative kann ein Gebrauchtwagen sein, der sich für ein paar Tausend Euro nachrüsten lässt.

Tanken macht Autofahrern schon lange keinen Spaß mehr. Der Liter Diesel kostet knapp 1,45 Euro und Super-Benzin mehr als 1,60 Euro. Solche Preisrallys machen alternative Treibstoffe wie Autogas (LPG) attraktiver. Es ist ein Gemisch aus Propan und Butan, das unter hohem Druck verflüssigt wird. 85 Cent kostet der Liter Autogas im Schnitt. Für Erdgas (CNG) zahlen Autofahrer etwa 1,05 Euro/Liter. Das Tankstellennetz für den Alternativsprit wächst stetig. Inzwischen gibt es fast 6.500 LPG-Tankstellen und fast 1.000 CNG-Tankstellen in Deutschland.

Doch trotz des Preisvorteils ist vielen Autofahrern der Kauf eines Neuwagens mit Gasantrieb zu teuer. Die Alternative kann ein Gebrauchtwagen sein, den man nachrüsten lässt. Hersteller solcher Nachrüstsysteme sind etwa Landi-Renzo oder Prins. Der Einbau kostet zwischen 1.000 und 3.000 Euro, je nach Aufwand und Größe des Tanks. Allerdings ist er nicht bei allen Automodellen möglich.

Für Autofahrer, die zwischen 40.000 und 80.000 Kilometer im Jahr fahren, könnte sich die Zusatzinvestition tatsächlich rechnen. Wer etwa zuvor einen Benziner mit einem Verbrauch von rund 15 Litern auf 100 Kilometer gefahren ist, der hat nach etwa vier Jahren rund 10.000 Euro gespart, wenn er auf Autogas umsteigt. Schon nach einem Jahr haben sich die zusätzlichen Kosten für den Umbau amortisiert. Wer das einmal durchrechnen will, findet unter den Stichworten "Amortisationsrechner" und "Autogas" im Internet verschiedene Angebote.

Wichtig ist, dass ein Fachbetrieb den Umbau macht. Wer ihn aus Kostengründen im Ausland machen lässt, der mag kurzfristig vielleicht ein Schnäppchen machen. Doch die Folgekosten wegen eines falschen Einbaus können den Spaß schnell verderben. Das passiert erst recht, wenn TÜV oder Dekra die nötige Abnahme des Systems wegen unsachgemäßen Einbaus verweigern.

Doch woran lässt sich ein qualifiziertes Unternehmen erkennen? Der ADAC empfiehlt darauf zu achten, dass die Nachrüstanlage eine sogenannte ECE-R-115-Genehmigung besitzt. Diese Norm schreibt sowohl die Einzelbauteile als auch den Einbau und die Gaseinstellungen genau vor. Sie sei strenger als die in Deutschland oft bevorzugte R-67-Norm.

Der Einbau der Anlage, deren Tank in der Regel in der Mulde des Reserverads liegt, ist nicht trivial. Neben fehlerhaften Softwareeinstellungen sind die Auslassventile besonders kniffelig. Autogas wird bei höheren Temperaturen verbrannt als Benzin. Das wiederum kann die Kühlung und Schmierung der Ventile beeinträchtigen. So kann es zu Kompressionsdruckverlust kommen – was wiederum die Leistung mindert.

Wer das vermeiden will, der lässt sich verstärkte Ventile und Ventilsitze einbauen. Das aber treibt schnell den Preis um mehrere Hundert Euro in die Höhe. Das sollte Interessenten bei der Kalkulation der Gesamtkosten beachten.
 

 

Kommentare

45 Kommentare Seite 1 von 7 Kommentieren

LPG-Nachteile...

wie diese werden leider oft kaum bis zu spät erwähnt. Das Zeug ist schwerer als Luft ("Feuerzeugbenzin") und ist deswegen in vielen Parkhäusern unerwünscht, und manche "moderne" Anlagen brauchen sogar zusätzliche Gas-Pumpen am Tank. Und teurer als CNG ist es auch.

Leistungsverlust (bzw. gefüllten Mehrverbrauch bei gleicher Fahrweise bei Autos mit ausreichenden Reserven) ist aber teilweise prinzipbedingt: Gas nimmt mehr Volumen im Zylinder ein, damit ist entsprechend weniger Sauerstoff vorhanden.

@tolerant

Zitat
"Wir haben vor paar Jahren so ein Fahrzeig gebraucht erworben."

Das bezweifle ich.

"kein Kofferraum da der Tank dort ist"
Falsch, der Tank paßt in der Regel in die Reserveradmulde

"innerstädtische Parkhäuser durften wir nicht nutzen
wegen angeblicher Explosionsgefahr"
Quatsch, Sie dürfen mit LPG in jedes Parkhaus.

"Tanken wollte geplant sein da nicht überall Säulen
dafür bereit standen-"

Mit Reichweiten von 400-500 km dürfte das kein Problem darstellen.

"da nicht so viele Pferdestärken unter der Haube waren
ein großer Leistungsabfall beim Beschleinigen"

Jetzt würde es mich aber brennend interessieren,welches Auto Sie hatten - und in welchem Jahrzehnt